{"id":645,"date":"2023-06-07T08:26:37","date_gmt":"2023-06-07T06:26:37","guid":{"rendered":"http:\/\/generalat-hsosf.de\/?p=645"},"modified":"2024-07-19T09:55:48","modified_gmt":"2024-07-19T07:55:48","slug":"sister-m-respicia-heitkamp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/sister-m-respicia-heitkamp\/","title":{"rendered":"Sister M. Respicia Heitkamp"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-3a88641f wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><figure class=\"alignleft wp-block-post-featured-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"340\" height=\"340\" src=\"https:\/\/generalat-hsosf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/csm_Respicia_c599bbe1ed.jpg\" class=\"attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image\" alt=\"\" style=\"aspect-ratio:1;width:100%;height:300px;width:300px;object-fit:cover;\" srcset=\"https:\/\/generalat-hsosf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/csm_Respicia_c599bbe1ed.jpg 340w, https:\/\/generalat-hsosf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/csm_Respicia_c599bbe1ed-300x300.jpg 300w, https:\/\/generalat-hsosf.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/csm_Respicia_c599bbe1ed-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 340px) 100vw, 340px\" \/><\/figure>\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Sister M. Respicia Heitkamp<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geschichte von Schwester M. Respicia Heidkamp, erz\u00e4hlt im Interwiew anl\u00e4sslich ihres 75. Professjubil\u00e4ums im 100. Jahr ihres Lebens:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDass kaum jemand wei\u00df, was ein Kronjuwelenjubil\u00e4um bedeutet, hat seinen Grund: Fast niemand erreicht es. Es setzt 75 Jahre tiefe Verbundenheit voraus. So wie bei Schwester M. Respicia. Die Mauritzer Franziskanerin hat alles erlebt \u2013 strenge Regeln, Heimweh, Krieg. Und noch viel mehr dies: einen Glauben, den nichts ersch\u00fcttert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tage wie diese. Sie m\u00fcssten erfunden werden, wenn es sie nicht g\u00e4be. Zun\u00e4chst der Sonntag. Schwester M. Respicia hat die Prozession der 44 Jubilarinnen der Mauritzer Franziskanerinnen angef\u00fchrt. An der Seite der Provinzoberin schritt die 99-J\u00e4hrige kaum merklich auf ihren Rollator gest\u00fctzt durch den Mittelgang in die Klosterkirche. \u201eEs war so erf\u00fcllend\u201c, sagt sie. Ein Tag im Hier und Jetzt und gleichzeitig auf einer langen Zeitreise. Erinnerungen strahlten wie Blitzlichter auf. Die Kindheit in Osterfeine. Ihre Mutter im Gipsbett. Bombenn\u00e4chte in Cloppenburg. M\u00f6rtel von Steinen im fast zerst\u00f6rten Mutterhaus klopfen und gleichzeitig f\u00fcr die Krankenpflege-Pr\u00fcfung lernen. Stationen in Marl, in Seppenrade. Und immer wieder er, Gott, bei dem sie sich aufgehoben f\u00fchlt wie nirgends sonst.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-3a88641f wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eDas Leben ist wie ein Film an mir vorbeigezogen\u201c, sagt sie. Schwester M. Respicia (das M. steht bei allen Ordensfrauen f\u00fcr Maria) hat drei Tage nach dem Jubil\u00e4um am Tisch eines Wohnzimmers des Altenheims der Mauritzer Franziskanerinnen Platz genommen. Das Fest ist noch nicht vorbei. In zwei Stunden erwartet sie Besuch von ihrer Nichte aus M\u00fcnchen. Einen Tag sp\u00e4ter kommen alle anderen Nichten und Neffen ihrer Familie, um mit einer Frau zu feiern, die in ihrem Leben viele Menschen beeindruckt hat. Christiane Schlemmer kennt sie seit mehr als 20 Jahren. \u201eIch bin nie einem anderen Menschen begegnet, der so positiv denkt wie Schwester Respicia. Keinem, der nie aufgeh\u00f6rt hat, sich zu bilden und weiter zu gehen\u201c, sagt die sogenannte Betreuungskraft. 99 au\u00dferordentliche Jahre.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie beginnen f\u00fcr Maria Heidkamp in Osterfeine. Ihr Vater ist Dachdecker, die Mutter k\u00fcmmert sich um Kinder, Haushalt und kleine Landwirtschaft. Sie ist liebevoll \u2013 und schwer krank. Ein halbes Jahr lang muss sie im Gipsbett liegen. Maria unterbricht die Schule und \u00fcbernimmt die Aufgaben der Mutter. Sie hat f\u00fcnf Geschwister, der j\u00fcngste Bruder ist zwei Jahre und sie selbst 13 Jahre alt. \u201eIch habe das nicht als Belastung empfunden. Es hat mir Freude gemacht\u201c, sagt sie. Seine Zukunft malt sich das junge M\u00e4dchen mit einer gro\u00dfen Familie aus. Viele Kinder, am besten gleich ein Dutzend \u2013 das ist es, wovon sie tr\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vier Jahre sp\u00e4ter schiebt sich immer hartn\u00e4ckiger ein anderes Bild vor ihren Zukunftstraum. Ein Leben in einer Ordensgemeinschaft, ein Leben mit Gott, f\u00fcr Gott. \u201eDer Gedanke kam zun\u00e4chst zwischendurch und dann immer h\u00e4ufiger\u201c, erz\u00e4hlt sie. Und schlie\u00dflich verdr\u00e4ngt er den anderen. Sprechen kann sie mit niemandem dar\u00fcber, erst recht nicht mit der Mutter, die sie braucht und die sie nicht entt\u00e4uschen will. Die Sehnsucht jedoch nach einem Leben im Kloster ist gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Maria Heidkamp kommt der Entscheidung auf der Suche nach dem Orden, der zu ihr passt, n\u00e4her. Sie ist Auszubildende in der K\u00fcche eines Krankenhauses der Franziskanerinnen in Cloppenburg. Die Bombenn\u00e4chte sind kurz und erf\u00fcllt von Angst. Die Patienten liegen Bett an Bett geschoben im Keller. Maria Heidkamp teilt einen winzigen Kellerraum mit den anderen Auszubildenden. Die einen liegen auf Matratzen auf dem Tisch, der das Zimmer fast vollst\u00e4ndig ausf\u00fcllt, die anderen darunter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung ist getroffen. Maria Heidkamp ist Novizin der Mauritzer Franziskanerinnen und legt 1948 ihre Profess ab. Anfangs schl\u00e4ft sie mit 68 anderen Frauen in einem Saal, sp\u00e4ter \u2013 nach dem Wiederaufbau des Mutterhauses \u2013 teilt sie ein Zimmer mit zwei anderen Ordensmitgliedern. Sie hei\u00dft nun Schwester M. Respicia, ist gl\u00fccklich, doch das Heimweh zerrt an ihr. Die Regeln sind streng: \u201eIch durfte mein Elternhaus nie wieder betreten.\u201c 1949 unternimmt sie ihren ersten Urlaub. Ihr Ziel ist das Erholungsheim des Ordens in Kroge. \u201eIn Osnabr\u00fcck gab es eine Durchsage im Zug. Ich sollte herauskommen\u201c, erz\u00e4hlt sie und l\u00e4chelt in der Erinnerung an ihren zwei Jahre \u00e4lteren Bruder, der auf dem Bahnsteig stand, verschw\u00f6rerisch lachte und sie zu einem Auto f\u00fchrte. \u201eIch fahre dich\u201c, sagt er. Kurze Zeit sp\u00e4ter h\u00e4lt er unerwartet vor ihrem Elternhaus. Schwester M. Respicia ist gl\u00fccklich \u2013 und verzweifelt. Es ist ihr doch verboten, das Haus zu betreten. Die Familie findet eine L\u00f6sung. Die junge Frau bleibt im Auto, kurbelt das Fenster herunter und saugt die Gespr\u00e4che und den Anblick ihrer Familie in sich auf. Doch erst nach dem Tod ihrer Mutter endet das Heimweh.<br>Die Regeln lockern sich. Familienbesuche werden m\u00f6glich, das Ordenskleid und der Schleier bequemer. Anfangs ist er wei\u00df, bedeckt Stirn und straff gespannt Teile der Wangen. Der Orden diskutiert, die Meinungen sind gespalten, die Mehrheit jedoch begr\u00fc\u00dft den Wechsel zum ins Haar gezogenen Schleier.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schwester M. Respicia arbeitet lange und gern. Mit 90 Jahren tritt sie in den Ruhestand \u2013 nach Jahrzehnten, in denen sie Einrichtungen des Ordens als Krankenpflegerin, Erzieherin und Betreuerin in einem Erholungshaus der Mauritzer Franziskanerinnen zur Verf\u00fcgung stand. \u201eIch kann gar nicht dankbar genug sein\u201c, sagt sie. \u201eIch lebe gern und genie\u00dfe die Natur. Und ich freue mich, wenn ich das Leben abbreche und ganz bei Gott bin.\u201c\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns alignwide is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-3a88641f wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-right is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-bf881693 wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline is-style-outline--1\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/congregation\/vocation-stories\/\">Back to overview<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sister M. Respicia Heitkamp from the German Province, born in 1924<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":508,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_vp_format_video_url":"","_vp_image_focal_point":[],"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-645","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-vocation-stories"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=645"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/645\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1281,"href":"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/645\/revisions\/1281"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/508"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/generalat-hsosf.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}