Schwester M. Jolanda Marianna Bzdok

Ich wurde 1944 in Pokój bei Oppeln geboren. Ehrlich gesagt verdanke ich meine religiöse Berufung zum Teil meinen geliebten Eltern. Bei ihrer Hochzeit versprachen sie einander, so viele Kinder anzunehmen, wie Gott ihnen schenken würde, und dass eines von ihnen Priester werden könne (falls es ein Sohn würde) oder Ordensschwester (falls es eine Tochter würde). Gott hat wirklich Sinn für Humor! Wir entschieden uns beide für das Ordensleben!

Ich trat der Kongregation der Krankenschwestern vom Regulierten dritten Orden des hl. Franziskus bei, und meine jüngere Schwester Elżbieta schloss sich der Kongregation der Töchter des Erlösers in Deutschland an. Wir sind beide Krankenschwestern.

Bei meiner Ersten Heiligen Kommunion versprach ich dem Herrn Jesus, täglich an der Eucharistie teilzunehmen und Ihn in mein Herz aufzunehmen. Es war ein Versprechen eines kleinen Mädchens, aber ich habe es wirklich gehalten.

Als ich 16 Jahre alt war, sagte ich meinen Eltern, dass ich in ein Kloster eintreten möchte. Ich wollte eine Schwester sein wie unsere Franziskanerinnen hier aus meinem Heimatort, die im Krankenhaus arbeiten. Mein Vater meinte, es wäre gut, wenn ich eine Zeit lang mit ihnen arbeiten und dieses Leben kennenlernen würde, da ich noch zu jung sei, um eine so wichtige Entscheidung zu treffen.

Ich hörte auf ihn und ging mit Schwester Camiliana (der Leiterin des Konvents in Pokój) nach Ołdrzychowice. Dort konnte ich frei mit der Provinzoberin, Mutter Ludwiga, sprechen. Ich arbeitete weniger als ein Jahr mit den Schwestern in Ołdrzychowice, beobachtete ihr Leben, und mein Wunsch, eine von ihnen zu werden, wuchs immer mehr.

Am 6. Januar 1961 wurde ich mit der Erlaubnis der Generaloberin in die Kongregation aufgenommen, da ich erst 17 Jahre alt war. So begann mein Ordensleben – und es dauert bis heute an.

In der Zwischenzeit absolvierte ich eine zweijährige medizinische Ausbildung, und ein weiterer Traum von mir ging in Erfüllung: die Arbeit mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen.

Heute begehe ich das 60-jährige Jubiläum meiner Ordensgelübde, und ich bin genauso glücklich wie an dem Tag, an dem ich in den Orden eingetreten bin. Ich habe nur einen Wunsch: dass eines Tages bei meiner Begräbnismesse das Lied gesungen wird:
„Meine Mutter, mein Orden …“