Gedenken an den 800. Todestag des Hl. Franziskus

Münster, 5.10.2026. In Gedenken an den 800. Todestag des Hl. Franziskus fand am 3. Oktober 2026 ein festliches Konzert in der Mutterhauskirche statt: Der Chor „canticum novum“ und das Kourin-Orchester Münster führten unter Gesamtleitung von Koon Tung Grant Sung das Oratorium „Il Cantico“ auf, das die Lebensgeschichte des Heiligen und die Entstehung des „Sonnengesangs“ eindrücklich in Musik und Text beschreibt. Auch am Franziskustag, dem 4. Oktober 2026, wurde der Gottesdienst in der Mutterhauskirche besonders festlich gestaltet.

Der Text von „Il Cantico“, einem Oratorium für Chor, Soli und Orchester, stammt von Helmut Schlegel OFM, die Musik von Peter Reulein. Als Solisten überzeugten Scott Robert Shaw als Francesco, Eva Marti als Chiara und Grantas Šileikis als Sultan; die erzählenden Texte wurden von Andrea Lieblang und Moritz Gräper vorgetragen. Mit langanhaltenden „standing ovations“ bedankten sich Zuhörenden, darunter viele Schwestern, für das bewegende Konzert.

Die feierliche Heilige Messe am Franziskustag wurde vom Spiritual der Mauritzer Franziskanerinnen, Prof. Pater Dr. Dr. Michael Plattig zelebriert. Pater Michael wies auf die große Strahlkraft des Hl. Franziskus auch außerhalb der Kirche hin. In seiner Predigt zum 800. Todestag des Hl. Franziskus ging Pater Michael auf einige Texte aus dem Testament des Hl. Franziskus ein, die in der Lesung vorgestellt wurden.

Dabei wies er u.a. darauf hin, dass die Anbetung des Hl. Franziskus den Gekreuzigten ins Zentrum stellt. „Anbetung ist für ihn nicht ein distanziertes Geschehen, sondern bedeutet Mitleiden mit dem Gekreuzigten und mit den Leidenden“, sagte Pater Michael. „Diese Botschaft vom Kreuz war zur Zeit des Urchristentums und zur Zeit des Heiligen keine einfache Botschaft und sie ist es auch heute nicht. Vielen Menschen heute ist ein selig lächelnder, korpulenter Buddha lieber, der allem irdisch entschwunden ist und sich hinein meditiert hat in eine leid- und schmerzfreie Welt.“

Doch gerade diese Botschaft vom Kreuz, das Mitleiden mit dem Gekreuzigten und mit den Leidenden, sei entscheidend für unsere Welt. „Denn die Erlösung vom Leiden geschieht nicht in seiner Verdrängung, geschieht nicht im Wegmeditieren des Grauens in klimatisierten Meditationshallen, sondern sie geschieht im Durchgang durch das Leiden, in der Gewissheit eines Glaubens an die Auferstehung aus Leiden und Tod“, sagte Pater Michael. „Die Botschaft vom Kreuz sorgt dafür, dass die Leidenden nicht vergessen, der Schmerz nicht verharmlost und die Trauernden nicht allein gelassen werden, denn unser Gott selbst ist diesen Weg gegangen, er hat sich eingemischt in die von Leid und Tod geprägte Welt und ist den Weg des Menschen bis zum Ende solidarisch mitgegangen.“

(Fotos, von oben: (1) Michael Kestin, (2) Claudia Berghorn, (3+4) Schwester M. Margarete Ulager)

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