Amtseinführung von Bischof Dr. Heiner Wilmer

Münster, 22.06.2026. Dr. Heiner Wilmer ist neuer Bischof von Münster. Im vollbesetzten St.-Paulus-Dom in Münster wurde am 21. Juni der Gottesdienst zu seiner Amtseinführung gefeiert. Im Anschluss fand ein Fest der Begegnung auf dem Domplatz statt. Wilmer ist der 77. Bischof von Münster und der 76. Nachfolger des Bistumsgründers, des heiligen Liudger, der 805 erster Bischof von Münster wurde.

Zu Beginn der Amtseinführung stand die Übergabe der päpstlichen Ernennungsurkunde an Dompropst Hans-Bernd Köppen und die Prüfung ihrer Rechtmäßigkeit durch das Domkapitel. Dann wurde die Urkunde allen Anwesenden feierlich präsentiert und in deutscher Übersetzung verlesen. Anschließend sagte der Dompropst, an Bischof Heiner gewandt:

Mit Freude stellen wir fest, dass Sie der rechtmäßige Bischof von Münster sind.

Anschließend wurde der Bischofsstab aus der Figur des hl. Liborius an Bischof em. Dr. Felix Genn überreicht, der ihn an den 76. Nachfolger des hl. Liudger weitergab mit den Worten: „Nimm hin den Stab des heiligen Liudger. Trage Sorge für die Kirche von Münster, trage Sorge für die ganze Herde Christi. Der Heilige Geist, der dich zum Bischof bestellt hat, möge dir helfen, das Volk Gottes zu leiten. „Entsprechend eines seit dem 17. Jahrhundert bestehenden Brauches wurde dieser Stab mit Beginn der Sedisvakanz der Figur entnommen. Im Rahmen des Pontifikalamtes am Hochfest Peter und Paul, am 29. Juni 2026 wird er der Figur wieder beigegeben.

Ausgestattet mit dem Bischofsstab, wurde Bischof Heiner vom Erzbischof und Metropoliten der Kölner Kirchenprovinz, Rainer Maria Kardinal Woelki, zur Kathedra geführt und nahm darauf Platz.

Vertreterinnen und Vertreter des Klerus, der Ordensgemeinschaften und verschiedener Gruppen im Pastoralen Raum erklärten ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem neuen Bischof. Für die Ordensgemeinschaften im Bistum Münster gab Schwester M. Margarete Ulager, Generaloberin der internationalen Kongregation der Mauritzer Franziskanerinnen, folgende Erklärung ab:

Wir Ordensleute leben und arbeiten sehr gern im Bistum Münster. Heute bitten wir Sie um Ihr Vertrauen. Wir wünschen uns mit Ihnen eine gute, geschwisterliche Zusammenarbeit im Dienst an den Menschen unseres Bistums.

In seiner Predigt blickte Bischof Dr. Wilmer, der seit Februar auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, auf die Pilgerwege zurück, die er in der Woche vor seiner Amtseinführung mit verschiedenen Gruppen im Bistum Münster gegangen war und verband diese Erfahrung mit dem Tagesevangelium, das berichtet, wie Jesus die Jünger aussendet. Dabei sagt er ihnen: „Wer sich zu mir bekennt, zu dem bekennt sich auch der Vater im Himmel.“ Dazu betonte Bischof Wilmer: „Bekennen heißt, mit Gott übereinstimmen – und es sichtbar werden lassen.“ Gerade in der heutigen unruhigen Zeit stelle sich die Frage, zu wem man gehöre und zu wem man sich bekenne. „Bekennen heißt: sich ausrichten. Sich festmachen. Sich nicht verstecken“, sagte er. „Gelebte Antworten“ hätten unter anderem „prophetische Stimmen“ von Personen gegeben, die aus dem Bistum Münster stammten, wie Annette von Droste-Hülshoff (1797 bis 1848), Maria Droste zu Vischering (1863 bis 1899) und die 2001 selig gesprochene Schwester Maria Euthymia (1914 bis1955). „Schwester Maria Euthymia steht für die laute Stille der prophetischen Stimme und beherztes Handeln“, unterstrich Bischof Wilmer.

Grußworte sprachen der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, der Oberbürgermeister von Münster, Tilman Fuchs, der Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Michael Gerber aus Fulda, sowie Brigitte Lehmann und Ulrich Vollmer für das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster. Musikalisch gestalteten die Chöre der Dommusik unter Leitung von Domkapellmeister Alexander Lauer und Domkantorin Verena Schürmann den Gottesdienst. Domorganist Thomas Schmitz spielte die Orgel, begleitet vom Orchester STRINGent & Freunde.

Mit bewegenden Worten und in vielen verschiedenen Sprachen dankte Bischof Dr. Heiner Wilmer Gott und allen, die ihn bisher auf seinem Weg begleitet und die ihn so freudig in Münster empfangen haben. „Ich freue mich auf Sie!“, rief er abschließend und beendete seinen Dank mit einem westfälischen „Chut chaon!“

Nach dem feierlichen Auszug des neuen Bischofs fand auf dem Domplatz ein großes Begegnungsfest statt.

Fotos: Bistum Münster

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