
Besuch in der Abtei Gerleve
Münster, 17.06.2026. Die Teilnehmenden und Gäste der internationalen Archivkonferenz besuchten heute die Benediktinerabtei Gerleve und erhielten vielfältige Eindrücke vom Leben und Wirken der Brüder. In der Zeit zwischen der gemeinsamen Feier der Eucharistie am Morgen und dem Mittagsgebet in der Klosterkirche wurden die Teilnehmenden von den Benediktinern durch die Bibliothek und das Archiv, die Buchbinderei und den Klausurbereich des Klostergartens geführt. Das Mittagessen in der Klostergaststätte rundete den Besuch ab, bevor es mit dem Bus zurück ins Mutterhaus in Münster ging.
Kurz vor neun Uhr begrüßte Abt Andreas Werner OSB die internationalen Gäste aus Münster herzlich und führte sie in die Klosterkirche zur morgendlichen Feier der Eucharistie, die von den Patres zelebriert und mit lateinischen Gesängen gestaltet wurde. Danach wurden die Teilnehmenden in drei Gruppen durch das Kloster und den umgebenden Park geführt.
Pater Bartholomäus Denz OSB öffnete den Besuchern aus Münster das Archiv der 1899 gegründeten Abtei und erläuterte auch seine Tätigkeiten in der Buchbinderei. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Abtei Gerleve trug Pater Bartholomäus selbst eine Chronik der Abtei von 1899 – 1998 zusammen und stellte eine Auflage von zehn Exemplaren her. Auch eine Nekrologie mit den Biografien der verstorbenen Brüder und einem begleitenden Bildband stammen aus seiner Werkstatt.
Pater Daniel Hörnemann OSB gewährte Einblicke in die Klosterbibliothek, die etwa 250 tausend vor allem theologische Bücher und Zeitschriften umfasst. Das älteste Fragment der Bibliothek stammt aus dem 9. Jahrhundert, etwa 3000 Werke aus der Zeit vor 1800. Das kleinste dort gehütete Buch ist kleiner als ein Daumennagel und wird mit der notwendigen Lupe in einer etwa vier mal vier Zentimeter großen gefütterten Schatulle aufbewahrt.
Durch den Klausurgarten – eine 30 Morgen große Parklandschaft – führte Bruder Michael Brun OSB, der 1984 in den Orden eintrat und seit 1988 für die Grünflächen auf dem 64 Hektar großen Gelände der Abtei verantwortlich ist. Der wunderbare Baumbestand geht auf Abt Pater Raphael zurück, der von 1906 – 1948 der erste Abt in Gerleve war. Zu Zeiten seines Eintritts, so berichtete Bruder Michael, habe es auch noch Obst- und Gemüsegärten gegeben, in denen damals 20 Mönche arbeiteten.
Nach all diesen Eindrücken konnten die Teilnehmenden noch Karten, Bücher, Devotionalien und vor Ort produzierte Marmeladen und Gebäck im Klosterladen einkaufen und sich dann in der Klostergaststätte beim Mittagessen, Kaffee und Kuchen zu stärken. Alle waren sich einig: Ein sehr gelungener Ausflug mit vielen wunderbaren Begegnungen und spannenden Einblicken in das Leben und Wirken der Mönche. „Wir danken den Benediktinern von Gerleve und ihrem wunderbaren Team ganz herzlich für ihre große Gastfreundschaft und die vielen inspirierenden Eindrücke“, sagte Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager im Namen aller Teilnehmenden der internationalen Archivkonferenz.
Einige Eindrücke des Tages:










Fotos: Michael Kestin