Digitalisierung und Datenschutz

Münster, 18.06.2026. Was ist in den Bereichen Digitalisierung und Datenschutz bei der Archivarbeit zu beachten? Diese komplexe Thematik stand heute im Mittelpunkt der internationalen Archivkonferenz der Mauritzer Franziskanerinnen.

Der vierte Sitzungstag der Archivkonferenz begann mit einem Impuls aus der Japanischen Provinz. „Die Gnade Gotte hört niemals auf“: Mit dieser zentralen Botschaft bezog sich Provinzoberin Schwester Maria Fidelis Furukawa auf Psalm 136 und präsentierte den Teilnehmenden ein Video mit meditativen Texten, Fotos und Musik, das von den vietnamesischen Schwestern der Provinz erstellt worden war.

Am Vormittag sprach Lennart Metken, stellvertretender Leiter des Diözesanarchivs Münster, über die vielfältigen digitalen Herausforderungen in der Archivarbeit und stellte Möglichkeiten zur Archiv-Strukturierung sowie zur Digitalisierung von Papier- und Fotodokumenten vor. Dabei können schon einfache Maßnahmen wie die standardisierte und inhaltliche Benennung von Fotos und Dokumenten erheblich zur Auffindbarkeit von Archivgut beitragen.

Frank Kunz, Datenschutzbeauftragter des Generalats, erhielt schon zu Beginn seines Vortrags großen Applaus, als er alle internationalen Teilnehmenden in ihrer jeweiligen Landessprache begrüßte – Deutsch, Englisch, Polnisch, Japanisch und Hindi. Umfassend und verständlich erläuterte er die Entstehung, den Sinn und grundsätzliche rechtliche Aspekte des Datenschutzes. „Im Mittelpunkt des Datenschutzes steht der Mensch“, betonte er, und wies darauf hin, dass den Kirchen eine Vorreiterfunktion im Datenschutz haben: „Die Geschichte des Datenschutzes begann mit dem Beichtgeheimnis, das im Jahr 1215 auf dem IV. Laterankonzil festgelegt wurde.“ Grundsätzlich, so Frank Kunz, sei die Weitergabe persönlicher Daten nicht erlaubt; allerdings gebe es Ausnahmen z.B. im beruflichen Kontext und auch in der Archivarbeit. Er empfahl, durch Transparenz in der Datenverarbeitung und durch Datenminimierung Vertrauen zu schaffen.

Eine Vortragspause wurde genutzt, um einige Jubiläen zu würdigen: Die Teilnehmenden gratulierten Schwester M. Maksymiliana Pilarska, Provinzoberin der Polnischen Provinz, zum 25-jährigen Ordensjubiläum, Schwester M. Marianne Kamlage, Provinzvikarin der Deutschen Provinz, zum 40-jährigen Ordensjubiläum und Schwester Maria Fidelis Furukawa, Provinzoberin der Japanischen Provinz, zum Goldenen Professjubiläum. Ebenfalls geehrt wurden Brian Blasco für 30 Jahre im Dienst der Schwestern in USA und Rolf Lehmann, der seit 50 Jahren als Dolmetscher für die internationale Kongregation tätig ist.

Abschließend berichteten Generalrätin Schwester M. Lima Arackal und Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager über die erfolgreich abgeschlossene Überarbeitung der Generalkonstitutionen.

Bei hochsommerlichen Temperaturen waren abends alle Teilnehmenden der Archivkonferenz zum Grillabend im Mutterhaus eingeladen. Als besondere Gäste wurden die Vorstandsvorsitzenden der St. Franziskus-Stiftung und Vertreter aus dem St. Franziskus-Hospital und dem Stiftungskuratorium herzlich begrüßt.

Einige Eindrücke des Tages:

Fotos: Michael Kestin

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