Warme Herzlichkeit im kalten Kasachstan 

Generalrätin Schwester M. Teresa Wawrowicz, Mitglied der Polnischen Provinz, verbrachte Weihnachten und Silvester bei Schwester M. Weronika Jerzewska in Kamyschenka. Ein Bericht aus der polnischen Mission unserer Ordensgemeinschaft in Kasachstan.

Die Mission in Kasachstan wurde im Jahr 2009 eröffnet und nahm ihre Arbeit in Schtschutschinsk auf. Eine Zeit lang wirkten dort vier unserer Schwestern: Sr. M. Benita, Sr. M. Weronika, Sr. M. Rufina und Sr. M. Arturis. Ihre Präsenz war ein wahres Geschenk für die Menschen in Kasachstan. Mit hohem Engagement und großer Herzensgüte teilten sie den Alltag der Menschen und brachten ihnen Hilfe und das Zeugnis des Glaubens. Ihr Dienst war geprägt von vielen Mühen, Opfern und Herausforderungen, die sie in Liebe und Treue zu ihrer Berufung annahmen. Dafür sind wir von Herzen dankbar.

Im Jahr 2017 errichtete die Polnische Provinz eine zweite Mission in Kamyschenka; die Mission in Schtschutschinsk wurde 2020 geschlossen. Sr. M. Arturis kehrte als Erste nach Polen zurück, gefolgt von Sr. M. Rufina. Leider musste auch Sr. M. Benita krankheitsbedingt nach Polen zurückkehren. Nur Sr. M. Weronika blieb in Kasachstan und verharrt bis heute treu in der ihr anvertrauten Mission.

Damit sie nicht ganz allein ist, sorgten sich die Schwestern der Polnischen Provinz um sie und schickten konkrete Unterstützung. Einige von ihnen erklärten sich bereit, sie zu besuchen und einige Zeit bei ihr zu verbringen, ihren Alltag zu teilen und sie durch ihr Dasein zu stärken. Auch die Schwestern des Generalats begleiten Sr. M. Weronika kontinuierlich durch ihre Nähe, ihr Interesse und verantwortungsvolle Sorge für die Mission. Unsere Aufgabe ist es, für unsere Schwestern da zu sein; deshalb fragte mich Sr. M. Margarete, ob ich bereit sei, nach Kasachstan zu gehen.

 Es hätte kaum eine bessere Zeit geben können, um gemeinsam unterwegs zu sein, als die Weihnachtszeit. So machte ich mich am 15. Dezember 2025 über Warschau auf den Weg nach Kasachstan und kam am Morgen des 16. Dezember in Astana an. Am Flughafen warteten bereits Sr. M. Weronika und Pater Tomasz auf mich. Nicht nur ihre Umarmungen waren herzlich – sie hatten auch eine Thermoskanne mit heißem Kaffee und leckere Sandwiches mitgebracht. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie schwierig die Wetterbedingungen aufgrund starken Schneefalls und heftiger Winde waren und dass viele Straßen bereits gesperrt waren. Bis zu unserem Ziel lagen noch etwa zwei Stunden Fahrt vor uns. So erlebte ich zum ersten Mal die Straßen in Kasachstan. Zunächst war die Sicht vergleichbar mit einem Flug durch Wolken. Ich dachte, schlimmer könne es kaum noch werden. Doch am Ende führte die Fahrt über ein zugefrorenes Flussbett, durch die Steppe und über festgefahrenen Schnee voller Spurrillen und Schneeverwehungen. Ich fühlte mich ein wenig wie bei einer Offroad-Rallye.

Generalrätin Schwester M. Teresa Wawrovicz besuchte zum Jahreswechsel das frostige Kasachstan

Als wir im Konvent ankamen, feierten wir die Hl. Messe. Anschließend lud Sr. M. Weronika zum Mittagessen ein. Die folgenden Tage wurden immer intensiver. Die Vorbereitungen auf Weihnachten waren in vollem Gange: Die Kirche wurde geschmückt, Altartücher für alle Kapellen gebügelt, das Krippenspiel mit den Kindern geprobt und der Konvent vorbereitet. Außerdem besuchten wir alle Kranken. Das nahm viel Zeit in Anspruch, da zur Pfarrei auch sechs Dörfer gehören, die viele Kilometer voneinander entfernt liegen. Wir besuchen diese Orte regelmäßig, weil die Menschen sich danach sehnen, an der Eucharistie teilzunehmen.

Die Menschen hier sind sehr gläubig und wirklich bemerkenswert. Ihre Gastfreundschaft, Offenheit und Großzügigkeit haben mich tief berührt. Manche brachten selbstgemachte Vorräte oder Gebäck mit, und eine Frau schenkte uns sogar eine gebratene Ente. Außerdem zeichnen sich die Menschen, die hier leben, durch ihre außergewöhnliche Widerstandskraft angesichts der Härten des Lebens aus. Die Lebensbedingungen sind sehr schwierig. Allein die extremen Temperaturen stellen eine große Herausforderung dar: Im Winter herrscht strenger Frost, im Sommer kann es unglaublich heiß werden. Die Menschen haben gelernt, diese Bedingungen zu ertragen, und ich konnte sehen, wie die Bauern bei -25 °C auf den Feldern arbeiteten.

Auch die missionarische Arbeit hier erfordert außergewöhnliche Ausdauer. Ich bin voller Bewunderung für den Dienst von Pater Tomasz und Sr. M. Weronika, die oft den ganzen Tag brauchen, um die entfernt wohnenden Menschen zu erreichen und ihnen die Begegnung mit Christus in der Eucharistie zu ermöglichen. Für mich persönlich ist die hier verbrachte Zeit ein wunderbares Geschenk. Sie erlaubt mir, intensiv auf den Sinn unseres Charismas zu schauen, die heilende Gegenwart Christi zu den Menschen zu bringen. Ich habe hier einen Moment innegehalten, um zu schauen, zu hören, nachzudenken und tiefer in das Geheimnis unserer franziskanischen Lebensweise einzutauchen.

Schwester M. Teresa

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