Abschied von Schwester Sherrey Murphy

Brief von Schwester M. Margarete Ulager, Generaloberin der Kongregation der Krankenschwestern vom Regulierten dritten Orden des Hl. Franziskus

Münster, 8. Januar 2026.

Liebe Schwestern,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freunde!

Heute, am 8. Januar 2026, erhielten wir die traurige Nachricht von Schwester Maureen O’Connor, Oberin des U.S. Kanonischen Hauses, dass unsere liebe Schwester Sherrey Murphy, OSF, um 8:20 Uhr amerikanischer Zeit plötzlich und unerwartet verstorben ist.

Erst vor zwei Monaten, Anfang November, trafen wir Schwester Sherrey bei guter Gesundheit während der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum der Präsenz unserer Schwestern in den USA, wie oben auf dem Foto aller Oberinnen unserer internationalen Kongregation zu sehen ist.

Mit schwerem Herzen und tiefer Trauer nehmen wir heute Abschied von Schwester Sherrey Murphy, OSF, unserer ehemaligen Generaloberin.

Schwester Sherrey verbrachte 24 Jahre in Deutschland, davon 12 Jahre als Generalrätin und 12 Jahre als Generaloberin. Wir sind zutiefst dankbar für die Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben, und für alles, was sie in ihrem Leben und als Generaloberin unserer Kongregation geleistet hat – für jede einzelne Schwester, für unsere internationale Kongregation und weit darüber hinaus. Möge Gott sie für all ihre Güte belohnen. Jetzt, verborgen im Geheimnis der Ewigkeit und nahe bei Gott, ist sie sicherlich eine große Fürsprecherin für uns.

Wir sprechen Schwester Sherreys Familie, Schwester Maureen O’Connor, der Oberin, allen Schwestern und Mitarbeitenden des U.S. Kanonischen Hauses unser herzliches und tiefes Beileid aus. Wir sind sicher, dass Christus, unser Herr, am Ufer ihres Lebens stand, als Schwester Sherrey sich auf ihre letzte Reise begab. Dort hat er sie sicherlich mit weit geöffneten Armen empfangen. Möge Schwester M. Sherrey in Frieden ruhen!

In Liebe und tiefster Dankbarkeit

Schwester M. Rita, Schwester M. Lima, Schwester M. Hiltrud, Schwester M. Teresa, Schwester M. Beata, Schwester Christa Maria, Schwester M. Laetitia, Pater Michael Plattig, alle Mitarbeitenden des Generalats, Hildegard Benölken (Schwester Sherreys langjährige Sekretärin) und

Schwester M. Margarete Ulager
Generaloberin der Kongregation der Krankenschwestern
vom Regulierten dritten Orden des Hl. Franziskus

In Erinnerung an Schwester Sherrey Murphy, OSF (1942 – 2026), Generaloberin der Kongregation der Krankenschwestern vom Regulierten dritten Orden des Hl. Franziskus von 2006 – 2018.

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Erfolgreicher Weihnachtsbasar 2025

Mauritzer Franziskanerinnen und „Wolltäterinnen“ übergeben Spende

Münster, 07.01.2026. Vom 21. bis 23. November 2025 fand wieder der beliebte Benefiz-Weihnachtsbasar im Foyer des St. Franziskus-Hospitals statt – ein gemeinsames Projekt der Mauritzer Franziskanerinnen und der Mitarbeitenden-Kreativgruppe des St. Franziskus-Hospitals, die „Wolltäterinnen“. Mit Klassikern wie handgestrickten Socken, wärmenden Mützen und Schals und weihnachtlicher Deko nahmen die Handarbeiterinnen eine Summe von 7600 Euro ein. Im Dezember übergaben sie das Geld als Spende an das im St. Franziskus-Hospital angesiedelte Programm „Babylotsen“ und die Kinderklinik des Hauses.

Babylotsin Hjördis Bayer und die Chefärztin der Kinderklinik, Dr. Meike Franssen, (v.r.) bedankten sich gemeinsam mit dem Kaufmännischen Direktor des Hospitals, Dr. David Lewers (hinten), bei Vertreterinnen der Kreativgruppe „Wolltäterinnen“ und der Mauritzer Franziskanerinnen für die wertvolle Spende. ©St. Franziskus-Hospital

Neben der Babylotsin Hjördis Bayer bedankten sich auch Dr. Meike Franssen, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und der Kaufmännische Direktor des Hospitals Dr. David Lewers bei den Organisatorinnen des Basars. „Wir freuen uns sehr über diese tolle Spende, die uns dabei hilft, Kinder und ihre Mütter und Familien in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen und ihren Weg auch nach dem Krankenhausaufenthalt positiv beeinflussen zu können,“ sagte Dr. Lewers.
(Presse-Information des St. Franziskus-Hospitals)

Weitere Informationen zu unseren Schwestern, die jedes Jahr zu diesem Basar beitragen, finden Sie hier.

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Heiliges Jahr 2025: Ein Rückblick

Im Heiligen Jahr 2025 waren viele Schwestern und Mitarbeitende unserer internationalen Ordensgemeinschaft als „Pilgernde der Hoffnung“ unterwegs. In Rom erlebten sie Papst-Audienzen (manche mit Papst Franziskus, andere mit Papst Leo XIV.) und durchschritten die Heiligen Pforten; sie pilgerten zu verschiedensten spirituellen Orten u.a. in Rom, Subiaco und Assisi, aber auch auf Malta, in China und in ihren jeweiligen Heimatländern.

Einige der im Generalat vorliegenden Eindrücke und bewegende Momente dieser internationalen Pilgerreisen haben wir exemplarisch ausgewählt und in einem Video zusammengestellt, das wir zum Abschluss des Heiligen Jahres mit Euch und Ihnen teilen möchten. Alle Pilgernden, die hier gezeigt werden, hatten im Herzen auch immer all jene Schwestern unserer internationalen Ordensgemeinschaft dabei, die sich nicht selbst auf den Weg machen konnten.

Durch den Film führen Generalrätin Schwester M. Hiltrud Vacker, Claudia Berghorn (Internationale Kommunikation im Generalat) und Dr. Ulrike Teßarek (Wertemanagement in der St. Franziskus-Stiftung), die Ende Juni 2025 gemeinsam nach Rom reisten.

Alle Schwestern und Mitarbeitende des Generalats wünschen Euch und Ihnen ein friedliches und gesegnetes Neues Jahr! Möge Gott Euch/ Sie und alle, die Euch und Ihnen am Herzen liegen, segnen und beschützen.

PACE E BENE!

Übrigens: Diesen Film und weitere spannende Videos finden Sie auch in unserer Mediathek.

Fotografie, Videografie, Musik und Produktion: Michael Kestin. Redaktion: Claudia Berghorn und Michael Kestin. ©Generalat 2025

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Pilgerinnen der Hoffnung (12): Würde

Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Dezember: Würde.

Dieser Artikel wurde im Dezember 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.

30.12.2025. Die Würde des Menschen ist unantastbar: Wie wunderbar wäre es, wenn dieser Satz nicht nur in unserem Grundgesetz stünde, sondern weltweit eine Selbstverständlichkeit wäre. Doch auch heute noch müssen viele Menschen um ihre Würde kämpfen, leiden unter Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Not. Manchmal sind ganze Gruppen aufgrund ihrer Religion betroffen oder durch Kriege und Naturkatastrophen; manchmal sind es persönliche Schicksalsschläge oder Erkrankungen, die Menschen an den Rand der Gesellschaft drängen. Gerade im Dezember, wenn wir die Ankunft unseres Herrn erwarten, denke ich besonders häufig darüber nach. Denn so romantisch die Geburt in einem Stall heute auch dargestellt wird: Die Heilige Familie hätte es sich sicher lieber zu Hause gemütlich gemacht.

Auch denke ich an unseren Ordenspatron, den Hl. Franziskus von Assisi, der sein Leben den Kranken und Ausgegrenzten gewidmet hat. Eine seiner prägendsten, schicksalhaften Begegnungen war die mit einem Aussätzigen vor den Toren von Assisi. Dort, außerhalb der Stadt, lebten seinerzeit die an Lepra erkrankten Menschen. Doch auch heute noch gibt es Lepra, gibt es diese Ausgrenzung. Zum Beispiel in Indien, in Ramgarh im Bundesstaat Jharkhand. Seit 1982 unterstützen die Schwestern unserer internationalen Ordensgemeinschaft dort Menschen in einer Lepra-Siedlung – sowohl medizinisch als auch dadurch, dass sie den Schulbesuch ihrer Kinder ermöglichen. Gesundheit und Ausbildung: Zwei wichtige Aspekte für ein Leben in Würde.

Schwester M. Stefania Gembalczyk (li.) in der Indischen Provinz der Mauritzer Franziskanerinnen im Konvent in Ramgarh

Gegründet wurde der Konvent in Ramgarh von Schwester M. Vulmara Hannöver, die 1973 als erste Mauritzer Franziskanerin von Münster nach Indien ging. Von 1989 an hat sich eine unserer polnischen Mitschwestern besonders in Ramgarh engagiert, Schwester M. Stefania Gembalczyk. Mehr als 25 Jahre lang versorgte sie als Krankenschwester die Lepra-Kranken; sie wurde von ihnen „unsere Mutter Theresa“ genannt.

Außer in der Gesundheitsfürsorge sind unsere indischen Schwestern in Ramgarh vor allem in der Bildung tätig. Vor zwei Jahren eröffneten sie eine neue englischsprachige Schule, in der inzwischen 914 Kinder unterrichtet werden.

Wie wichtig die Arbeit unserer Schwestern in Ramgarh ist, habe ich bei meinen Besuchen dort erlebt. Einmal war es bereits dunkel, als wir die Lepra-Kolonie erreichten. Offene Feuer erhellten die engen Gassen und warfen mildes Licht auf die Menschen, die dort lebten. Sie luden uns ein in ihre armseligen Hütten – Hütten, die an die Darstellungen des Stalls in Bethlehem erinnerten. Später trafen wir einen alten Mann; er begrüßte uns freundlich, indem er sich nach vorne beugte und seine Hände an seine Stirn hob – so dachten wir. Dann wurde uns klar, dass er gar keine Hände mehr hatte, sondern nur noch Stümpfe.

Er freute sich sehr über unseren Besuch, war aber traurig, weil wir so spät kamen. Und er bat uns, bei Tageslicht zurückzukommen, damit er unsere Gesichter sehen könne. Obwohl dieser alte Mann spärlich in Lumpen gekleidet war, strahlte er eine große Würde aus. Seine Einladung ging uns sehr zu Herzen. Wir fühlten uns klein und beschämt – Tränen standen uns in den Augen in der Dunkelheit.

Im Licht der Heiligen Nacht wirkt diese Erinnerung besonders nach. Gott lädt uns ein in die armseligen Hütten dieser Welt. Er lädt uns ein in den armseligen Stall zu Bethlehem, damit wir uns ansehen lassen von Jesus Christus, der Mensch geworden ist und uns schon durch das Geheimnis seiner Liebe „Ansehen“ verleiht. Er schenkt uns sein Licht und eine Würde, die uns niemals mehr genommen werden kann. Denn: „In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis.“

Unser Glaube wird in der Art und Weise sichtbar, wie wir den Menschen begegnen, unabhängig von Krankheit oder gesellschaftlicher Position. Das Kind in der Krippe ist der Garant dafür, dass der Mensch niemals seine königliche Würde verliert. Heute mehr denn je ist es wichtig für uns Christen, persönlich Zeugnis zu geben von der heilenden Gegenwart Gottes. Beten wir füreinander, dass sich unser Glaube an die Menschwerdung Gottes vertieft. Der Blick auf Jesus Christus, unseren Herrn, der im Stall geboren wurde, lässt uns all jene Menschen sehen, die obdachlos geworden sind, arm und krank, die hungrig sind und Leid ertragen müssen; die Liste ist lang. Weihnachten lädt uns ein, wieder neu auf Gottes Wort zu hören und Seinen Willen zu suchen für uns und unsere Kirche in dieser Stunde unserer Geschichte.

Schwester M. Margarete Ulager, Claudia Berghorn

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Frohe und gesegnete Weihnachten!

Weihnachtsbrief von Schwester M. Margarete Ulager, Generaloberin der Mauritzer Franziskanerinnen

Liebe Schwestern, liebe Mitarbeitende, liebe Freunde!

An Heiligabend, dem 24. Dezember 1968, erreichten die drei US-Astronauten Frank Borman, William Anders und James Lovell an Bord der Apollo 8 den Mond. Von dort aus schickten die Raumfahrer die damals wohl weitesten Weihnachtsgrüße der Geschichte zur Erde. Die drei Astronauten waren drei Tage zuvor, am 21. Dezember 1968, zur ersten bemannten Mondfahrt aufgebrochen. Die Mission der NASA sollte dazu dienen, die Oberfläche des Mondes zu fotografieren und eine geeignete Landestelle für eine spätere Mondlandung zu finden. Doch bei der vierten von insgesamt zehn geplanten Umrundungen des Mondes geschah am 24. Dezember 1968, Heiligabend, etwas vollkommen Unerwartetes: Die Astronauten sahen plötzlich im weiten Universum die Rückseite des Mondes und die Erde über dem Horizont des Mondes „aufgehen“, in unendlicher Stille, ähnlich wie man den Mond auf der Erde aufgehen sieht.

Erstaunt über diesen grandiosen Anblick und darüber, wie klein unsere Erde in den Weiten des Weltalls schien, wurde sich der Astronaut Frank Borman der Gegenwart Gottes und unserer menschlichen Realität auf der Erde sehr bewusst. Zur Überraschung aller sprach ein Gebet:

„Schenke uns, o Gott, die Fähigkeit, Deine Liebe in dieser Welt zu sehen, trotz unseres menschlichen Versagens.

Schenke uns den Glauben, trotz unserer Unwissenheit und Schwäche, Deiner Güte zu vertrauen. 

Schenke uns Erkenntnis, damit wir nicht aufhören zu beten mit einem verstehenden Herzen.

Und zeige uns, was jeder von uns tun kann, um der Welt den Frieden zu bringen.

Frank Bormann, US-Astronaut, 24. Dezember 1968

Dieser historische Rückblick erinnert daran, dass das Fest der Menschwerdung Gottes kein simples Ereignis auf dem Kalender ist, kein Ereignis im Jahreskreis, keine historisch-geschichtliche Markierung im Laufe der Jahrhunderte. Sondern es ist das ALLMÄCHTIGE WORT (Joh 1,14), hineingeboren in unser tiefstes Sein, als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war (Weish 18, 14), Grund und Quelle allen Lebens.

Von Herzen wünschen wir Ihnen, Euch und allen, die Ihnen und Euch verbunden sind, ein gesegnetes, friedvolles und gnadenreiches Weihnachtsfest, verbunden mit allen guten Wünschen für das Neue Jahr 2026.

Herzlichen Dank für jedes Gebet und alle Unterstützung! Möge der Stern der Weihnacht uns allen im Neuen Jahr 2026 milde leuchten oder glänzend strahlen, so wie wir es gerade brauchen.

Es grüßen Sie und Euch herzlich, Pater Michael Plattig O.Carm., Schwester M. Rita, Schwester M. Lima, Schwester M. Hiltrud, Schwester M. Teresa, Schwester M. Beata, Schwester M. Laetitia, Schwester Christa Maria, unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Ihre/ Eure

Schwester M. Margarete Ulager

Fotos: Michael Kestin

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Advent in unserer internationalen Gemeinschaft

Für weltweit etwa 2,5 Milliarden Christen ist der Advent eine ganz besondere Zeit im Kirchenjahr: Eine Zeit voller Erwartung und Vorbereitungen auf Weihnachten, dem Fest der Menschwerdung unseres Herrn. Eine Zeit der Stille, der Besinnung, der vielfältigen Traditionen.

Diese Traditionen wollten wir uns einmal genauer ansehen und haben die Mitglieder unserer multinationalen und multikulturellen Gemeinschaft gefragt, wie die Adventszeit in ihrer Heimat gefeiert wird.

Das Ergebnis: Es gibt große Gemeinsamkeiten! So werden an all unseren Standorten besonders festliche Adventsgottesdienste gefeiert, Kerzen an den Adventskränzen entzündet und im Dezember täglich die Türen von Adventskalendern geöffnet. Auch wird das Warten aufs Weihnachtsfest überall als Zeit des Gebetes und der spirituellen Reflexion genutzt. Und das Licht spielt eine große Rolle: Lichter in dunkler Zeit, der Stern am Horizont: Denn es wird kommen der Herr. Aber es gibt auch Unterschiede. Einige davon haben wir zusammengestellt.

Advent mit unseren internationalen Schwestern im Mutterhaus in Münster, von links nach rechts: Schwester M. Laetitia mit einem Weihnachtsstern, der in Japan genauso beliebt ist wie in Deutschland. Schwester M. Lima zeigt einen „Stutenkerl“ und Schwester M. Benedikte einen Schuh, der vom Nikolaus gefüllt wurde. Schwester M. Teresa zeigt selbstgebackene Lebkuchen aus der Polnischen Provinz.

Deutschland

In Deutschland stellen die Kinder am Vorabend des 6. Dezember ihre schön geputzten Schuhe oder Stiefel vor die Haustür – und finden darin am Morgen kleine Geschenke und Süßigkeiten des Hl. Nikolaus. Diesen Heiligen soll auch der „Stutenkerl“ darstellen. Früher erhielten ihn Kranke oder Menschen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen konnten, als Segenszeichen.

Der Beginn der Adventszeit wird in der Mutterhauskirche in Münster mit einer besonders feierlich gestalteten Vesper gefeiert. Dabei zündet ein Priester die erste Kerze am Adventskranz an, während die Schwestern das Lied singen: „Wir sagen Euch an den lieben Advent…“. Seit einigen Jahren wird in der Mutterhauskirche auch ein festliches Benefiz-Konzert mit Weihnachtsliedern zu Gunsten des Johannes-Hospizes Münster veranstaltet. 400 Kerzen brannten bei den „Christmas Carols 2025“ am 7. Dezember 2025 mit dem Konzertchor Münster; es waren auch viele Kinder beteiligt. Auch die beeindruckende Lichtshow und unser Organist Markus Schröder trugen zum Erfolg des Konzertes bei.

Ich erinnere mich an eine Tradition aus meiner Grundschulzeit: Jedes Kind, das eine gute Tat vollbracht hatte, legte in der Adventszeit dafür einen Strohhalm in die Krippe, damit das göttliche Kind an Weihnachten weich gebettet werden konnte.

Schwester M. Benedikte

Was wäre der Advent ohne Plätzchen? In unserem Mutterhaus in Münster haben unsere vietnamesischen Mitschwestern mit Schwester M. Vera viele Plätzchen gebacken und dann mit Schwester M. Rita im Generalat mit Schokolade verziert. Zum Adventsbesuch fuhren die Schwestern auch nach Kroge.

Polen

In vielen Gegenden in Polen bringen Kinder symbolisch das Licht zu den Häusern der Menschen, und in den Klöstern werden Krippen und Adventskrippen liebevoll gestaltet. Die Schwestern der Polnischen Provinz bieten spirituelle und materielle Hilfe an, indem sie Weihnachtspakete für Bedürftige organisieren und Treffen und Gespräche mit sozial ausgegrenzten Menschen anbieten.

Eines der charakteristischsten Merkmale des Advents in Polen ist die Rorate-Messe – eine Liturgie, die zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria in den frühen Morgenstunden, meist vor Sonnenaufgang, gefeiert wird. Die Teilnehmer bringen Kerzen oder Laternen mit, die die Erwartung des kommenden „Lichts der Welt“ – Jesus Christus – symbolisieren.

Schwester M. Teresa

In Oldrzychowice in unserer Polnischen Provinz organisierten Schwester M. Franciska Wanat und einige Ehrenamtliche einen Nikolausbesuch für die Kinder, die von der Flutkatastrophe im September 2024 betroffen waren. 52 Kinder nahmen an der Veranstaltung teil und verbrachten einen schönen Nachmittag zusammen.

USA

In USA haben die Adventskalender 25 Türchen, weil Weihnachten nicht an Heiligabend gefeiert wird, sondern am 25. Dezember.

Ich singe sehr gerne Adventslieder, um mich auf die Ankunft unseres Herrn vorzubereiten. Vor etwa 40 Jahren habe ich Händels Messias kennengelernt und höre ihn oft. Als ich ein Kind war, hatte die Krippe in unserem Haus einen ganz besonderen Stellenwert. Im Noviziat übten wir uns jeden Tag mit besonderen Gedanken im spirituellen Aufbau der Krippe.

Schwester Janelle Athorp, OSF

Japan

In Mutterhaus in Himeji verwenden die Schwestern seit etwa 20 Jahren violette und rosafarbene Kerzen, die sie aus der koreanischen Mission mitgebracht haben. Violett steht für Reue, Rosafarben für Freude. Wenn sich die Farben der Kerzen von drei tiefvioletten zu drei hellvioletten und dann zu einer rosafarbenen Kerze verändern, rückt Weihnachten näher.

Unsere Gemeinschaft hat die Tradition der Missionarinnen übernommen, eine „geistige Krippe“ zu gestalten. Wir bereiten uns darauf vor, Christus willkommen zu heißen, indem wir diese Krippe bauen und „Stroh“ in unseren Herzen auslegen, indem wir Gebete, Opfer und gute Taten sammeln.

Schwester M. Laetitia

Indien

In einigen Regionen Indiens werden im Advent Rosenplätzchen, Kulkuls und Früchtebrot gebacken. Über soziale Medien und Gemeindegruppen beteiligen sich viele Menschen in Indien an Wohltätigkeitsaktionen und Hilfsprogrammen, sodass die Adventszeit nicht nur der spirituellen Vorbereitung dient, sondern auch dazu, Liebe und Freude mit anderen zu teilen.

In Indien empfinden wir tief, was es bedeutet, erwartungsvoll zu warten – auf den Monsun, auf die Ernte, darauf, dass das Licht die Dunkelheit besiegt. Wenn wir die Kerzen am Adventskranz entzünden, erinnere ich mich an die Diyas von Diwali – beide leuchten als Zeichen der Hoffnung.

An alle meine Schwestern auf der ganzen Welt: Möge dieser Advent uns helfen, die Schönheit des Wartens wiederzuentdecken – nicht mit Angst, sondern mit Frieden und Vertrauen. Mögen unsere Herzen zu demütigen Wiegen der Hoffnung werden, bereit, den Friedensfürsten zu empfangen. Und möge unser Leben, wo immer wir auch sind, wie kleine Lampen leuchten und die Wärme und das Licht der Liebe Christi an alle weitergeben, denen wir begegnen.

Schwester M. Renita

Wir danken den Schwestern unserer internationalen Ordensgemeinschaft, die uns Informationen zum Advent in ihren Heimatländern geschickt haben: Schwester M. Benedikte (Deutschland), Schwester Teresa (Polen), Schwester Schwester Janelle (USA), Schwester M. Laetitia (Japan) und Schwester M. Renita (Indien).

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Pilgerinnen der Hoffnung (11): Respekt

Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im November: Respekt

Dieser Artikel wurde im November 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.

25.11.2025. Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Der November ist traditionell ein Monat, in dem wir zurückschauen auf unser eigenes Leben und auf das Leben derer, die vor uns waren, beginnend mit Allerheiligen und Allerseelen. Oft ist es eine nachdenkliche Zeit. Viele Menschen überlegen, was aus ihren Plänen vom Jahresanfang geworden ist und was sie in ihrem Leben insgesamt schon erreicht haben. Und wenn wir die Kerzen auf den Gräbern unserer Verstorbenen anzünden, ist diese Geste auch ein Ausdruck von Respekt gegenüber deren Leben, deren Lebenswerk. So auch bei uns Mauritzer Franziskanerinnen.

Kerzen der Erinnerung und des Respekts brennen zu Allerheiligen auf dem Schwesternfriedhof der Mauritzer Franziskanerinnen in Münster ©Michael Kestin

Viel „Frauen-Power“, Pioniergeist und Mut zeigt sich in der über 180-jährigen Geschichte unserer internationalen Kongregation. Mit Blick auf Beruf und Gesellschaft waren unsere Schwestern oft ihrer Zeit voraus. Denn in den von unserer Ordensgemeinschaft gegründeten Einrichtungen gab es schon immer Frauen in Leitungspositionen. Nicht nur die Pflege von Patientinnen und Patienten lag vollständig in der Hand der Schwestern, sondern auch die Gesamtleitung der Krankenhäuser. Ordensfrauen konnten sich also lange Zeit beruflich viel freier verwirklichen als die Frauen außerhalb eines Klosters: In Deutschland beispielsweise wurden verheiratete Frauen erst nach 1969 als geschäftsfähig angesehen, und bis 1977 mussten sie ihre Ehemänner um Erlaubnis fragen, wenn sie arbeiten wollten. Zu der Zeit leitete Schwester M. Ambrosina Bettmer das St. Franziskus-Hospital in Münster mit mehreren hundert Schwestern und zivilen Beschäftigten.

Traditionell lernten alle Schwestern, die unserer Ordensgemeinschaft beitraten, die Krankenpflege – aber je nach den Positionen und Aufgaben, die in der Kongregation zu besetzen waren, blieb diese Ausbildung oft nicht die einzige. Wie bei Schwester M. Dietmara Ahlmann, Jahrgang 1937: Als die Ordensleitung Anfang der 1960er Jahre beschloss, die zahnärztliche Versorgung der vielen Schwestern in Münster „inhouse“ zu gewährleisten, wurde Schwester Dietmara für diese Aufgabe ausgewählt.

Zahnärztin Schwester M. Dietmara Ahlmann in ihrer Praxis im St. Franziskus-Hospital

Die gelernte Krankenschwester machte auf dem zweiten Bildungsweg ihr Abitur nach und studierte ab 1968 Zahnmedizin in Münster – als einzige Frau in ihrem Jahrgang. Als Zahnärztin versorgte sie dann 35 Jahre lang ihre Mitschwestern in einer voll eingerichteten Praxis im Untergeschoss des St. Franziskus-Hospitals. Parallel war sie ab 1983 in der Provinz- und Generalleitung tätig und reiste in die Niederlassungen und Projekte unserer Kongregation in Japan, Taiwan, Korea, Indien, USA, Haiti, Arizona, Polen und Tschechien.

Schwester M. Dietmara Ahlmann (2.v.r.) als Generalrätin bei den Mauritzer Franziskanerinnen in Indien Anfang der 1990er Jahre

Pioniergeist zeichnete auch unsere Schwestern aus, die für Missionsprojekte in die Welt zogen, verbunden mit Mut aus der Kraft des Glaubens. So zum Beispiel die jungen Frauen, die vor 100 Jahren, im September 1925, aus der Amerikanischen Provinz der Mauritzer Franziskanerinnen nach Tsinan (heute Jinan) in China gingen, um dort ein Krankenhaus aufzubauen. Vorher gab es unter den amerikanischen Schwestern einen Bewerbungsprozess für diesen Missionseinsatz: Gesucht wurde nach Freiwilligen „von guter Gesundheit und jünger als 40 Jahre“. Dass sie ausgebildete Krankenschwestern waren, verstand sich von selbst. 67 Schwestern meldeten sich; fünf wurden schließlich ausgesucht. Die jüngste von ihnen, die 29-jährige Schwester Evangelista Sanders, bezahlte ihren Mut mit dem Leben: Sie starb bereits nach anderthalb Jahren ihres Dienstes. Die Präsenz der Mauritzer Franziskanerinnen in China aber bestand weiter, bis die Schwestern nach dem Zweiten Weltkrieg vom Kommunistischen Regime enteignet und vertrieben wurden. Zwei der Schwestern flohen nach Shanghai, von wo aus man sie 1948 nach Japan rief, um ein Krankenhaus in Nagasaki zu übernehmen – die Keimzelle der heutigen Japanischen Provinz.

Schwester Engelberta Beyer und Schwester Euphrosine Fischer in China, 1926

An all diese Schwestern erinnern wir uns mit großem Respekt. Aber unser Respekt gilt auch jenen Mitschwestern, die ein weniger bewegtes Leben hatten und in Stille und Treue ihren Dienst versahen und bis heute versehen, ob im Krankenhaus, in einer Schule oder Gemeinde, ob bei ihrer Arbeit in der Hauswirtschaft oder bei der Besinnung im Gebet. Und ganz im Sinne unseres Ordenspatrons, des Hl. Franziskus von Assisi, blicken wir mit großem Respekt auf das Leben eines jeden Menschen: Jede und jeder von uns ist mit individuellen Fähigkeiten und Hoffnungen, Zielen und Herausforderungen in diese Welt gestellt. Manches gelingt uns auf unserem Lebensweg, manches nicht – auch das ist zutiefst menschlich. Wenn wir jetzt im November also Rückschau halten, sollten wir immer auch unser Bemühen würdigen – mit Respekt und mit den Augen der Liebe.

Schwester M. Lima Arackal, Claudia Berghorn

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Pilgerinnen der Hoffnung (10): Zukunft

Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Oktober: Zukunft

Dieser Artikel wurde im Oktober 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.

25.10.2025. „Die Zukunft des Denkens“: So lautete kürzlich das Titelthema der Wochenzeitung die „Zeit“. Darin ein großes Interview mit dem amerikanischen Wissenschaftler, Erfinder und Unternehmer Ray Kurzweil (77), der schon als Kind von Technik fasziniert war und zur Entwicklung künstlicher Intelligenz beiträgt, seit er 1960 als 12-jähriger in New York den ersten Computer zu Gesicht bekam. Kurzweil ist davon überzeugt, dass die KI bereits in vier Jahren, 2029, intelligenter sein wird als der Mensch. Dann werde es auch möglich sein, den Menschen durch Implantate im Gehirn dieses Wissen jederzeit zur Verfügung zu stellen. „Mit der KI zu verschmelzen, ist der einzige Weg, nicht von ihr dominiert zu werden“, sagt Kurzweil, ohne diese Entwicklung ethisch zu bewerten. 

Was ist möglich – und was ist richtig? Dürfen wir alles tun, was möglich ist? Diese Fragen beschäftigen uns Menschen immer wieder, nicht nur mit Blick auf Wissenschaft und Technik, sondern auch mit Blick auf unseren persönlichen Lebensweg. Das war schon im 13. Jahrhundert so. Damals hätte der Namenspatron unserer Ordensgemeinschaft, Franziskus von Assisi, Sohn eines reichen Kaufmanns, die Möglichkeit gehabt, ein Leben in Luxus und Bequemlichkeit zu führen. Doch nach persönlichen, gesundheitlichen und spirituellen Krisen entschied er sich im Alter von 25 Jahren für den unbequemen Weg, der für ihn richtig und wichtig war: Inspiriert vom Evangelium, verschenkte er seinen weltlichen Besitz, um Gott und den Menschen zu dienen. Dabei ahnte er nicht, wie stark seine Entscheidung die Zukunft beeinflussen würde: Viele Menschen schlossen sich ihm an, und die franziskanischen Ordensgemeinschaften und Laien feiern bis heute am Franziskustag Anfang Oktober sein Leben und Wirken.

Unterricht der Kandidatinnen in Indien. | Foto: © Mauritzer Franziskanerinnen

Die Zukunft vorherzusagen, ist trotz KI noch immer unmöglich. Wir können uns nur so gut es geht auf die Anforderungen einstellen, die sich durch die neuen Entwicklungen abzeichnen. Und wir können Position beziehen, wenn es um die christlich-franziskanischen Werte geht, die uns wichtig sind und nach denen wir auch zukünftig unser Leben und Wirken ausrichten wollen: Die Menschen eben nicht zu reduzieren auf ihr Denken und ihre Leistung, sondern jede und jeden als einzigartiges und wertvolles Geschöpf Gottes zu begreifen – ganzheitlich, mit Körper, Seele und Geist. 

Seit der Gründung unserer Gemeinschaft 1844 prägt dieses ganzheitliche Denken unseren Einsatz für die Menschen in Krankheit, Alter und Not. Er prägt aber auch die Art und den Inhalt der Ausbildung, mit denen wir die jungen Mitglieder unseres internationalen Ordens auf ihre Zukunft vorbereiten.

Natürlich erhalten die jungen Frauen in Polen, Japan und Indien fundierte Berufsausbildungen, um zum Beispiel als Gesundheits- und Krankenpflegerin, Ärztin, Lehrerin, Sozialarbeiterin, Pastoralreferentin, Wirtschaftsprüferin, Juristin oder Theologin und beizeiten in der Leitung unserer Gemeinschaft tätig werden zu können. Auf dem Lehrplan aller jungen Schwestern steht auch Englisch als gemeinsame Sprache unserer Kongregation sowie die besonderen Traditionen und Bräuche der jeweiligen Kultur, seien es besondere Tänze oder die Teezeremonie.

Doch parallel schulen und fördern wir die intensive Glaubens- und Herzensbildung unserer Schwestern, die sie dazu befähigt, Zeugnis abzulegen durch ihren Dienst an Gott und den Menschen und ein Leben in unserer Gemeinschaft zu führen: Ein menschliches Leben in all seinen Facetten, in dem zukünftig sicher auch die KI einen Platz haben wird – auf dem Lehrplan und hoffentlich durch medizinischen Fortschritt, den unsere Schwestern zum Wohle ihrer Patienten einsetzen können.

Zurück zu Ray Kurzweil. Er lässt keinen Zweifel daran, dass er manches für zwingend hält, wenn er sagt: „Die Weiterentwicklung der KI ist ein weltweiter Wettbewerb, wenn wir da nicht mitmachen, machen es andere Länder.“ Vielleicht sollten wir Christen uns mit Blick auf die Zukunft die Freiheit nehmen, einen parallelen Wettbewerb starten: einen Wettbewerb der Menschlichkeit. Denn wenn wir das nicht vormachen, wer dann?           

Begegnungsfest der Kulturen beim Generalkapitel 2024 Foto© Kestin

Schwester M. Rita Edakkoottathil, Claudia Berghorn

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Neue Provinzleitung der Japanischen Provinz gewählt

Kurz nach dem Ende des Provinzkapitels der Deutschen Provinz begann am 10. Oktober 2025 das Provinzkapitel der ‚Japanischen Provinz‘ in Himeji mit dem Thema

„Gott ist mit uns – brennende Herzen, schreitende Füße“.

Am 13. Oktober 2025 wurde Schwester Maria Fidelis Furukawa für eine zweite Amtszeit als Provinzoberin der japanischen Provinz wiedergewählt. Als Kongregation gratulieren wir ihr von Herzen und danken ihr für ihre Bereitschaft, dieses Amt erneut zu übernehmen.

Zur Provinzvikarin und ersten Provinzrätin wurde Schwester M. Nichola Truong Thi Hoang Oanh gewählt. Auch ihr gilt unser Dank und unsere Unterstützung für den neuen Dienst in der Provinzleitung.

Am Nachmittag des gleichen Tages wählten die Kapitularinnen folgende Schwestern zu Provinzrätinnen:

  • Schwester M. Theodora Wakatsuki
  • Schwester M. Philippa Sato
  • Schwester M. Martina Du The Thanh

Wir gratulieren allen Schwestern herzlich zu ihrer Wahl und danken ihnen, dass sie den Dienst in der Provinzleitung angenommen haben. Wir bitten auch um das Gebet für alle genannten Schwestern – für Kraft, Weisheit und Vertrauen auf Gottes Führung.

Am Abend des Wahltages wurden Schwester Maria Fidelis und die neu gewählten Rätinnen im Rahmen der feierlichen Vesper in ihr Amt eingeführt. Pater Prof. Dr. Dr. Michael Plattig sprach den Schwestern den Segen zu mit den Worten:

„Die Grundlage all unseres Handelns ist die Überzeugung, dass Gott immer mit uns ist. Möget ihr in diesem Glauben und Vertrauen wandeln, unter der Führung des Heiligen Geistes, mit einem hörenden, liebenden Herzen.“

Schwester Maria Fidelis, Schwester M. Nichola, Schwester M. Theodora, Schwester M. Philippa, Schwester M. Martina

Dank an die bisherige Provinzleitung

Unser herzlicher Dank gilt Schwester M. Vianney Kawaguchi, Schwester M. Pacis Kyonoku und Schwester M. Goretti Vien Tran Nha Quyen für ihren engagierten Dienst als Provinzrätinnen in den vergangenen Jahren.

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Neue Provinzleitung der Deutschen Provinz

Vom 4. bis 16. September 2025 fand in unserem Mutterhaus das Provinzkapitel der deutschen Provinz statt. Unter dem Leitwort „Pilgerinnen der Hoffnung“ durften wir Tage des Gebets, des Austauschs, der Beratung und der Entscheidung erleben.

Geistlicher Auftakt

Pater Michael Plattig eröffnete das Kapitel mit einer Eucharistiefeier, in der er uns einlud, auf den Geist Gottes zu vertrauen – und das Kapitel zugleich als Fest zu begehen. Ein besonderes Zeichen war das Entzünden der Kapitelskerze durch Sr. Leemary, Symbol für das Licht des Heiligen Geistes, das uns begleitet hat.

Arbeit und geistliche Impulse

Sr. M. Margarete gab uns in ihrem Impuls zum Thema „Pilgerinnen der Hoffnung“ eine wertvolle Grundlage für Austausch und gemeinsame Reflexion. Unsere Tage waren geprägt von Gesprächsrunden, Gebetszeiten, einem täglichen Bibliolog sowie dem Teilen persönlicher Hoffnungsgeschichten. So wuchs eine tiefe Verbundenheit und Ausrichtung auf die Zukunft.

Dank und Erinnerung

In der Vesper gedachten wir in würdevoller Weise der 104 Schwestern, die in den vergangenen vier Jahren verstorben sind. Ihr Zeugnis bleibt lebendig in unserer Gemeinschaft.

Wahl der neuen Provinzleitung

Am 13. September begann das Wahlkapitel unter dem Vorsitz unserer Generaloberin Sr. M. Margarete und Moderatorin Sr. Ruth Pucher. Wir freuen uns über die neu gewählte Provinzleitung:

  • Sr. M. Diethilde Bövingloh
  • Sr. Marianne Kamlage
  • Sr. Leemary Sebastian
  • Sr. M. Vera Lütkebohmert

Wir danken ihnen für ihre Bereitschaft, diesen Dienst zu übernehmen, und wünschen ihnen Gottes reichen Segen.

Ein festlicher Abend, eine gemeinsame Wallfahrt nach Telgte zu unserem Gründungsort und die feierliche Unterzeichnung des Schlussdokuments rundeten die Tage ab.

Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf das Provinzkapitel 2025 zurück. Gestärkt durch das gemeinsame Gebet und getragen vom Zuspruch Gottes gehen wir unseren Weg weiter – als Pilgerinnen der Hoffnung.

Schwester Leemary, Schwester M. Diethilde, Schwester Marianne, Schwester M. Vera

Dank an die bisherige Provinzleitung

Unser herzlicher Dank gilt Schwester M. Cäcilia für ihren engagierten Dienst als Provinzrätinnen in den vergangenen Jahren.

Schwester M. Irmgardis

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Pilgerinnen der Hoffnung (9): Unterstützung

Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im September: Unterstützung

Dieser Artikel wurde im September 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.

25.09.2025. Vor einem Jahr, Mitte September 2024, wurden weite Teile Osteuropas von Starkregen und Überschwemmungen heimgesucht. Etliche Menschen verloren ihr Leben. In Polen war genau die Region besonders betroffen, in denen die Mauritzer Franziskanerinnen seit 1848 tätig sind: Als ein Staudamm brach, ergoss sich eine Flutwelle in den niederschlesischen Ort Ołdrzychowice Kłodzkie mit dem Mutterhaus unserer Polnischen Provinz. Straßen, Mauern, Autos, Zäune, Bäume wurden einfach fortgerissen und weggespült, Häuser liefen voll. Als das Wasser endlich ablief, zeigte sich das ganze schlimme Ausmaß der Verwüstung.

Das Mutterhaus der Polnischen Provinz war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten

Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Provinzoberin der Polnischen Provinz, Schwester M. Maksymiliana Pilarska, mit einer Delegation von Mitschwestern in Münster, um am Generalkapitel der internationalen Kongregation teilzunehmen. „Mit der Hälfte unserer Gruppe reisten wir so schnell wie möglich zu unserem Mutterhaus zurück,“, erinnert sie sich heute. Was die Schwestern vorfanden, übertraf ihre schlimmsten Befürchtungen. „Die Gebäude standen meterhoch voll Wasser. Es gab keinen Strom, keine Heizung, kein frisches Wasser, kein Telefon, kein Internet.“ Auch ein Jahr später sind die Renovierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen.

Schwester M. Stella Kowalska sorgte für Wärme und Essen

Doch der Blick zurück ist nicht nur von Entsetzen geprägt, sondern auch von Dankbarkeit. „Die Unterstützung, die wir in dieser Notsituation erfahren haben, war unglaublich – vor Ort und international.“ Diese Unterstützung kam sowohl von den Nachbarn, von Menschen aus der Region und von der polnischen Regierung als auch von den Familien der Schwestern und der internationalen Ordensgemeinschaft. „Das Generalat, unsere internationale Leitung in Münster, beschaffte Generatoren, Trockengeräte und Materialien, die in unserer Region sofort vergriffen waren“, berichtet Schwester Maksymiliana. „Außerdem Medikamente, Wasser, Lebensmittel und vieles mehr.“ Auch die Deutsche Ordensprovinz, die St. Franziskus-Stiftung und die Pfarrei St. Antonius in Münster beteiligten sich an der Soforthilfe, genauso wie die Spedition Fiege Healthcare Logistics, die für den Transport sorgte. Dringend notwendige finanzielle Hilfe kam ebenfalls aus Münster und von vielen Menschen in Polen und der ganzen Welt. Bis November 2024 gingen 369 Geldspenden bei den Schwestern ein, kleine und größere. Die Schwestern teilten diese Sach- und Geldmittel mit anderen Betroffenen vor Ort. „Bei all unseren Unterstützern möchten wir uns nochmals von ganzem Herzen bedanken“, betont Schwester Maksymiliana.

Kurze Pause für Provinzoberin Schwester M. Maksymiliana Pilarska beim Brennholz-Schlagen

„Dass wir uns in Notlagen gegenseitig helfen können, gehört zu den großen Genschenken unserer Internationalität“, sagt die Generaloberin der Mauritzer Franziskanerinnen, Schwester M. Margarete Ulager. Doch ist die weltweite Hilfe der Franziskanerinnen weder auf akute Situationen begrenzt noch auf die eigene Gemeinschaft. So haben die Schwestern in USA, die seit 1875 im Gesundheitsdienst tätig sind und viele Krankenhäuser im Mittleren Westen gegründet haben, „Mission Outreach“ ins Leben gerufen: Die Organisation mit Sitz in Springfield, Illinois, kümmert sich um die dringenden medizinischen Bedürfnisse von Menschen in ressourcenarmen Gebieten auf der ganzen Welt, indem sie in US-amerikanischen Krankenhäusern medizinische Hilfsgüter und Geräte sammelt, diese sortiert, bei Bedarf repariert und dann weltweit an Krankenhäuser und medizinische Hilfsorganisationen verteilt.

Unterstützung durch mehr als 300 Freiwillige

Die Abteilung für Biomedizintechnik von „Mission Outreach“ testet und verwaltet jedes Jahr 700 medizinische Geräte mit den dazugehörigen Verbrauchsmaterialien. Bei der Verpackung, Inventarisierung und Versendung der Hilfsgüter kann die Organisation auf die Unterstützung von mehr als 300 Freiwilligen zählen. So ist es seit der Gründung im Jahr 2002 gelungen, medizinische Hilfsgüter und Geräte im Wert von über 85 Millionen Dollar zu retten, die sonst auf Mülldeponien gelandet wären. Weltweit konnten schon 530 medizinische Hilfsorganisationen unterstützt werden; im August 2024 freute sich das Team von „Mission Outreach“ darüber, dass mit einer Lieferung nach Burundi das 100. Land erreicht wurde.

„Was kann ich persönlich tun, um Not zu lindern – jetzt und hier, mit meinen Mitteln und Möglichkeiten?“ Diese Frage hat bereits vor 800 Jahren unseren Namenspatron bewegt, den Hl. Franziskus von Assisi. Er verschenkte all seinen weltlichen Besitz und widmete sein Leben dem Dienst an Gott und den Menschen, die krank und ausgegrenzt waren. Inspiriert von seinem Vorbild, haben wir Mauritzer Franziskanerinnen seit der Gründung der Ordensgemeinschaft 1844 weltweit immer wieder neue Antworten auf diese Frage gesucht. Und haben voller Dankbarkeit die Unterstützung angenommen, die uns gewährt wird. Zum Beispiel von Leoś, einem 10-jährigen polnischen Jungen: Von dem Geld, das er zur Kommunion geschenkt bekommen hatte, kaufte er den Schwestern in Ołdrzychowice Kłodzkie einen Luft-Entfeuchter.

Schwester M. Beata Kapica, Claudia Berghorn

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Pilgerinnen der Hoffnung (8): Ankommen

Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im August: Ankommen.

Dieser Artikel wurde im August 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.

25.08.2025. Das Pilgern liegt seit einiger Zeit voll im Trend. Zum Beispiel der Jakobsweg, der 1987 vom Europarat zum europäischen Kulturroute erhoben und besonders empfohlen wurde. Auf der offiziellen Website der deutschen Jakobsweg-Zentrale ist zu lesen, dass im bisherigen „Rekordjahr“ 2024 erstmals knapp eine halbe Million Menschen auf dem „Camino“ unterwegs waren. Sie kamen aus fast 200 Ländern, wobei die Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland statistisch gesehen den vierten Platz belegen – nach Spanien, Amerika und Italien. 

Für die steigende Bekanntheit und Beliebtheit der Pilgerrouten spielen auch die Medien eine große Rolle. Nachdem Hape Kerkeling 2006 seinen Reisebericht „Ich bin dann mal weg“ veröffentlicht hatte, stieg die Zahl der Deutschen auf dem „Camino“ so sprunghaft an, dass die Statistiker sogar von einem „Kerkeling-Effekt“ sprechen. Auch die vielen tausend Fotos der wunderschönen Landschaft, die in den Sozialen Medien gepostet werden, befeuern diesen Trend.

Ausblick vom Kloster Subiaco

Auch wenn das moderne Pilgern nicht immer religiös motiviert ist, steht dahinter doch oft eine spirituelle Sehnsucht: die Suche nach dem Wesentlichen, nach dem eigenen Weg und letztlich nach dem Sinn des Lebens. Viele verbinden mit der Pilgererfahrung die Hoffnung, bei sich selbst anzukommen. Das beginnt schon weit vor Beginn der eigentlichen Reise, wenn die Pilgernden ihre Wanderetappen planen, den Alltag hinter sich lassen und überlegen, was wirklich absolut unverzichtbar ist in einem Rucksack, der im besten Fall nur sechs Kilo wiegt.

Es reist sich besser mit leichtem Gepäck: Eine Metapher für die Lebensreise war das Pilgern schon immer und erlebte seinen ersten Boom bereits im Mittelalter. Schon damals gehörte Santiago de Compostela neben Jerusalem zu den drei wichtigsten christlichen Fernpilgerzielen. Außerdem Rom. Dorthin pilgerte Anfang des 13. Jahrhunderts bereits unser Namenspatron, Franziskus von Assisi – und gehörte als Sohn einer reichen Kaufmannsfamilie zu den wenigen, sich sich das leisten konnten.

Täglich 20.000 Schritte bei 35 Grad

In diesem Heiligen Jahr 2025 werden in der Ewigen Stadt mehr als 40 Millionen Pilgerreisende erwartet, die dem Aufruf und der Einladung von Papst Franziskus folgen, „Pilgernde der Hoffnung“ zu sein. Darunter auch einige Schwestern verschiedenster Nationalitäten aus unserer internationalen Ordensgemeinschaft, u.a. deutsche, indische und japanische. Weitere Schwestern aus unserer Deutschen Provinz sind zum Beispiel auf dem Ludgerusweg nach Gerleve gepilgert und aus der Japanischen Provinz auf den Spuren der Hl. Franziskus und Philippus nach Assisi und Florenz. 

Ein Spannungsfeld ist allen Pilgerreisen gemein: Es handelt sich um einen spirituellen Weg, der in unserer irdischen Welt zurückgelegt wird – im Hier und Jetzt. Das war und bleibt herausfordernd. Im Mittelalter wurden die Pilgernden vor Wegelagerern gewarnt, heute vor Taschendieben. Die Schlangen der Wartenden vor den Heiligen Pforten in Rom sind lang. Die Sicherheitsbeamten am Petersdom sorgen dafür, dass man beim Eintritt durch die „Porta Santa“ nicht trödelt, während ihre Kollegen in Santa Maria Maggiore zu verhindern versuchen, dass die Besucher am Grab von Papst Franziskus Selfies machen.

Papst Leo XIV als Medienstar bei der Generalaudienz

Stille und Besinnlichkeit gibt es kaum, Ablenkung um so mehr. Und auch Pilgernde sind Menschen mit Hunger und Durst, mit Sonnenbrand und wunden Füßen. Daher bedarf es für eine erfolgreiche Pilgerreise nicht nur guter Vorbereitung, sondern auch viel Geduld mit sich selbst und mit den anderen sowie viel Entschlossenheit. 

Das Pilgern ist und bleibt eine Lebenserfahrung, die spirituell und persönlich sehr bereichernd sein kann. Angesichts all der Möglichkeiten, die sich heute bieten, und der vielen Menschen, die unterwegs sind, lohnt es sich dabei mehr denn je, vorab genau zu überlegen, wo man eigentlich ankommen möchte: In Santiago, in Assisi oder in Rom. Auf Instagram, bei sich selbst oder ein Stück näher bei Gott.

Von Schwester M. Hiltrud Vacker und Claudia Berghorn
Fotos: Michael Kestin

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Krankenwagenspende in Pithora

Wie Familie Anil hilft, Leben zu retten

Am 2. Februar 2025 wurde das neu erbaute Anjali-Krankenhaus der Schwestern der Indischen Provinz in Pithora, Raipur, gesegnet und eingeweiht. Als Zeichen der Verbundenheit spendete Herr Anil, der für den Bau des Krankenhausgebäudes verantwortliche Bauunternehmer, den Schwestern einen Krankenwagen für dieses Krankenhaus.

Als Herr Anil Schwester M. Johncy, der Provinzoberin der indischen Provinz, den Schlüssel überreichte, war er sehr bewegt. In seiner Ansprache brachte er seine schmerzhaften Erinnerungen, aber auch seine Freude zum Ausdruck:

Familie Anil spendete einen Krankenwagen in Pithora

„Diesen Krankenwagen schenke ich dem Krankenhaus und seinen Patienten in Erinnerung an meine geliebten Eltern. Als ich ein junger Mann war, war meine Familie in einen tragischen Autounfall verwickelt. Ich erinnere mich noch lebhaft an den Vorfall, der sich nur vier Tage vor meiner Hochzeit ereignete. Meine Eltern wurden schwer verletzt. Obwohl wir alles versuchten, um einen Krankenwagen zu rufen und meine Eltern rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen, gelang es uns nicht. Hilflos standen wir um meinen Vater herum, als er starb. Kurz darauf wurde meine Mutter zwar noch in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht, das 80 Kilometer vom Unfallort entfernt war, aber auch sie starb wenige Monate später.

Durch diese erschütternde Erfahrung wurde mir bewusst, wie verletzlich das menschliche Leben ist. Ich wurde auch Zeuge mehrerer anderer kritischer Fälle im Krankenhaus und sah, wie Menschen leiden, wenn in kritischen Situationen keine rechtzeitige Hilfe verfügbar ist. Der Schmerz über diesen Verlust blieb – ein Schmerz, den ich noch immer in mir trage. Ich hätte meinen Vater nicht verloren, wenn rechtzeitig ein Krankenwagen verfügbar gewesen wäre…

Jetzt, wo ich hier stehe und Ihnen genau das übergebe, was meinen Vater hätte retten können, ist mein Herz voller schmerzhafter Erinnerung und doch voller Freude. Als ich mit der Arbeit an diesem Krankenhausprojekt begann, fassten meine Familie und ich einen Entschluss, der uns sehr am Herzen lag: Wir wollten Ihrem Krankenhaus einen Krankenwagen schenken, in der Hoffnung, damit so viele Leben wie möglich zu retten. Was meinem Vater widerfahren ist und was meine Mutter durchgemacht hat, sollte keinem anderen Unfallopfer mehr passieren. Wir sind froh, dass wir das tun können. Das Geld für den Kauf dieses Fahrzeugs haben wir als Familie gemeinsam gesammelt. Sogar meine Kinder haben ihr gesamtes Taschengeld gespendet, um diesen Betrag zusammenzubekommen.“

Herr Anlil übergibt den Schlüssel des Krankenwagens an Schwester M. Johncy, Provinzoberin der Indischen Provinz

Die Schwestern unserer Indischen Provinz und der gesamten internationalen Ordensgemeinschaft sind Herrn Anil und seiner Familie für diese wunderbare und lebensrettende Spende zutiefst dankbar.

Mit der Gründung dieses Krankenhauses in Pithora ist ein Lebenstraum der ersten Missionarinnen Schwester M. Vulmara Hannöver und Schwester M. Gerburg Aufderheide, der Schwestern der Indischen Provinz und aller Schwestern unserer der Kongregation, die an der Planung und Betreuung der Indienmission beteiligt waren, in Erfüllung gegangen. Vor 52 Jahren reiste Schwester M. Vulmara nach Indien, und im folgenden Jahr, 1974, kam Schwester M. Gerburg in Pithora an. Sie mussten bei Null anfangen.

Das Leben war für beide sehr hart. Die Menschen im Dorf waren sehr arm. Wenn jemand im Dorf krank war, baten sie die Schwestern um Tabletten gegen Fieber, Malaria, Typhus, Krätze…Damals fanden Geburten oft zu Hause statt. Bei Komplikationen halfen die Schwestern bei der Geburt des Kindes… Diese Erfahrungen haben sie dazu bewogen, auf sehr bescheidene Weise eine kleine Krankenstation einzurichten…

Ein Foto aus den 70er Jahren: Sr. Gerburg versorgt Kinder in Pithora

Bei der Einweihung des neu erbauten Gebäudes, des Anjali-Krankenhauses, sagte unsere Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager in ihrer Ansprache an die Schwestern: „Wenn ich an all das zurückdenke, was hier in den zweiundfünfzig Jahren des Bestehens der Indischen Provinz geschehen ist, liebe Schwestern, bin ich voller Demut, vor Ihnen zu stehen. Sie alle haben so viel erreicht und immer versucht, Gottes Willen in der Realität Ihres täglichen Lebens zu finden. Was vor mehr als 50 Jahren aus den bescheidenen Anfängen von Schwester Gerburg entstanden ist, ist unglaublich. Schwester Gerburg, Sie haben Indien zu Ihrer Heimat gemacht und sind gleichzeitig ‚Amma‘ geworden, eine Mutter für so viele Menschen: ihre Krankenschwester, ihre Hebamme, ihre Lehrerin, ihre Versorgerin, ihre Lebensretterin und ihre Trösterin.“

Die indische Provinz hat fast hundert Mitglieder, die an 17 verschiedenen Orten in ganz Indien tätig sind. Geleitet von der Vision unseres Gründers Pater Christopher Bernsmeyer aus dem Jahr 1844, führen die Schwestern seine Mission fort, indem sie als Gesundheitsfachkräfte, Lehrerinnen und Sozialarbeiterinnen dienen – in dem Bestreben, die heilende Gegenwart Christi zu sein und zu werden.

Sr. M. Lima Arackal

Erinnerung an die Baustelle des Anjali-Krankenhauses in Pithora

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Pilgerinnen der Hoffnung (7): Geschwisterlichkeit

Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Juli: Geschwisterlichkeit.

Dieser Artikel wurde im Juli 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.

25.07.2025. Im Jahr 2018 erregte eine Schlagzeile aus Großbritannien große Aufmerksamkeit: Im Vereinigten Königreich wurde das weltweit erste „Ministerium gegen Einsamkeit“ eingerichtet. Zwei Jahre später folgte Japan diesem Beispiel. Eine internationale Studie, die über 140 Staaten untersuchte, stellte im Oktober 2023 fest, dass weltweit fast jeder vierte Mensch unter Einsamkeit leidet. Fast zeitgleich erarbeitete unsere Bundesregierung eine „Strategie gegen Einsamkeit“ und legte kürzlich das neuste „Einsamkeitsbarometer“ vor, in der jedes Jahr das Einsamkeitserleben der deutschen Bevölkerung analysiert wird. Tendenz steigend.

Alle sind sich einig: Einsamkeit ist ein großes Problem unserer Zeit. Denn Einsamkeit belastet nicht nur die Seele, sondern auch den Köper: Ihre toxische Wirkung soll einer täglichen Packung Zigaretten entsprechen. Die Studien verweisen sogar auf eine Gefahr für die Demokratie, denn Personen mit erhöhter Einsamkeitsbelastung zeigen deutlich weniger Vertrauen in politische Institutionen und einen stärkeren Hang zum Extremismus.

Besonders betroffen von Einsamkeit sind seit jeher Menschen, die Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. Zu Lebzeiten des hl. Franziskus von Assisi waren es die Aussätzigen, die vor die Tore der Stadt verbannt und ihrem Schicksal überlassen wurden. Die Chroniken berichten, dass die persönliche Begegnung mit einem Aussätzigen Franziskus‘ Leben veränderte: Der reiche, verwöhnte junge Mann stieg von seinem Pferd und umarmte den Kranken, in dem er seinen Bruder, in dem er Jesus erkannte. Später widmeten Franziskus und seine Gefährten ihr Leben ebendiesen Kranken und Ausgegrenzten und bezogen die gesamte Schöpfung in ihre geschwisterliche Fürsorge ein. Davon zeugt auch der „Sonnengesang“, den Franziskus vor 800 Jahren schrieb. Er bezeichnet darin alle Mitgeschöpfe sowie Sonne, Mond und die Elemente als seine Geschwister.

Inspiriert vom Beispiel des hl. Franziskus haben wir Mauritzer Franziskanerinnen seit der Gründung unserer Gemeinschaft immer wieder versucht, diese Geschwisterlichkeit im Dienst an Gott und den Menschen zu leben. Anfang der 1990er Jahre führte diese Haltung Schwester M. Juvenalis Lammers und mich nach Berlin. Es war die Zeit, als das HI-Virus (HIV) Angst und Schrecken verbreitete und eine Infektion einem Todesurteil gleichkam. In der Hauptstadt lebten und starben besonders viele Infizierte, einsam und ausgegrenzt wie „neue Aussätzige“, verstoßen von der Gesellschaft, von der Kirche, einige selbst von ihren Familien.

Sr. M. Hannelore Huesmann, Sr. M. Juvenalis Lammers und Sr. M. Margret Steggemann vor dem „Gedenkvorhang“ in Erinnerung an die Menschen, die vom Hospizdienst Tauwerk begleitet wurden

Im November 1992 zogen wir nach Genehmigung durch unsere Münsteraner Ordensleitung nach Berlin-Pankow. Als ausgebildete Krankenschwestern arbeiteten wir vier Jahre lang in Kliniken und in der ambulanten Pflege, um Erfahrung in der Behandlung von an AIDS Erkrankten zu sammeln. Schnell wurde klar, dass es eine Versorgungslücke speziell bei der Begleitung sterbender AIDS-Kranker gab. Um diese Lücke zu schließen, gründeten wir 1997 mit Gleichgesinnten den ambulanten „Hospizdienst Tauwerk e.V.“.

Schwester M. Juvenalis und Schwester M. Margret im Kreis der Ehrenamtlichen

Seither haben wir gemeinsam mit entsprechend geschulten Ehrenamtlichen, zu denen seit 2009 auch Schwester M. Margret Steggemann gehört, mehr als 500 an AIDS Erkrankte begleitet, um ihnen statt Einsamkeit und Ausgrenzung die Lebenserfahrung von Annahme, Interesse, Dialog und Solidarität zu vermitteln. Wir freuen uns, dieses Engagement für Menschen mit AIDS seit diesem Jahr unter dem Dach des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin weiterführen zu können.

Schwester M. Juvenalis mit einem an AIDS Erkrankten

Franziskus brauchte keine internationalen Studien, um zu wissen: Die beste Medizin gegen Einsamkeit ist Beziehung, ist sozialer Kontakt. Auch wir haben in der Begleitung der Sterbenden immer wieder gespürt, wieviel Trost darin liegt, wenn einfach jemand da ist – wenn statt der Ausgrenzung eine heilende Verbundenheit spürbar wird, weil wir uns als Menschen, als Geschwister begegnen. Und zwar nicht nur in Krankheit und Tod, sondern auch mitten im Leben; nicht nur in Assisi und Berlin, sondern überall. Denn wenn statistisch gesehen jeder vierte Mensch einsam ist, gibt es ganz praktisch gesehen für jede und jeden von uns genug zu tun, wo auch immer wir sind.

Von Schwester M. Hannelore Huesmann und Claudia Berghorn
Fotos: privat

Weitere Informationen und Impressionen vom Hospizdienst Tauwerk sind im folgenden Film zu finden, der im Jahr 2022 in Zusammenarbeit mit der St. Franziskus-Stiftung und der Deutschen Provinz unserer Gemeinschaft entstand.

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Pilgerinnen der Hoffnung (6): Verständnis

Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Juni: Verständnis.

Dieser Artikel wurde im Juni 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.

29.06.2025. Kürzlich haben wir an Pfingsten die Geburtsstunde der Kirche gefeiert. Der Text des Evangeliums fasziniert jedes Jahr aufs Neue: Voller Furcht hatten sich die Jünger versammelt und versteckt. Dann kam der Hl. Geist wie mit Feuerzungen auf sie herab, ermutigte und inspirierte sie. Die Jünger begannen zu predigen, und das Wunder geschah: „Jeder hörte sie in seiner Sprache reden.“

Dieser Hinweis macht deutlich, dass die Sprache schon immer eine große Bedeutung für die Verkündigung der frohen Botschaft hatte, zuerst im Vielvölkerstaat Israel, der damals zum römischen Weltreich gehörte.

Franziskus von Assisi, unser Namenspatron, und die Brüder seiner Gemeinschaft hätten sich wohl auch manchmal ein solches Pfingstwunder gewünscht. Sie waren erfüllt davon, die Botschaft Jesu in der Welt zu verbreiten und Zeugnis zu geben durch ihr einfaches Leben nach dem Evangelium, im Dienst Gottes und der Menschen. Noch zu Lebzeiten des Heiligen brachen sie von Assisi aus in die ganze Welt auf, meist zu zweit oder in kleinen Gruppen. Aber ihr Glaube und ihr Mut waren deutlich größer als ihre Weltkenntnis, so dass einige Missionsreisen scheiterten.

Statue des Hl. Franziskus in Assisi (Foto: Kestin)

So auch 1219, als etwa 60 Brüder über die Alpen ins heutige Deutschland zogen, ohne die dortige Sprache zu sprechen. Ob sie Unterkunft und Nahrung bräuchten, fragte man sie. Sie versuchten es mit „Ja“ und wurden freundlich aufgenommen. Die Brüder beschlossen, nunmehr jede Frage mit „Ja“ zu beantworten. Ob sie Ketzer seien? „Ja!“ antworten sie und waren erstaunt, dass sie mit Schimpf und Schande davongejagt wurden. Eine misslungene, aber lehrreiche Begegnung. Als die Brüder zwei Jahre später wieder über die Alpen zogen, war ihre Mission dank sorgfältiger Vorbereitung und besserer Sprachkenntnisse erfolgreich: Mit der Niederlassung in Augsburg 1221 begann die Geschichte der Franziskaner in Deutschland.

Auch für uns Mauritzer Franziskanerinnen hatte die Sprache schon immer eine große Bedeutung. So war es schon 1875, als 20 unserer jungen Ordensfrauen nach Amerika gingen – ausgebildete Krankenschwestern ohne Englischkenntnisse, die sich anfangs hauptsächlich um die Versorgung deutscher Einwanderer kümmerten. Nach kurzer Zeit empfanden sie die Sprachbarriere als so hinderlich für ihren Dienst, dass sie zusammen mit Grundschulkindern die Schulbank drückten und Englisch lernten. Die neue Sprachkompetenz half ihnen dabei, die Amerikanische Provinz aufzubauen, Krankenhäuser zu gründen und die erste katholische Krankenpflegeschule der USA. Sie half natürlich auch bei der Verkündigung ihres Glaubens. Auch bei weiteren Missionen in Europa, Ostasien, Afrika und Indien stellte sich für unsere Schwestern die Aufgabe der Verständigung immer wieder neu.

Sprache und Kultur in Irland: Generalrätin Sr. M. Teresa Wawrowicz (Mitte) mit ihren polnischen Mitschwestern Sr. M. Katarzyna (li.) und Sr. M. Dominika (Foto: Generalat)

Heute leben weltweit 500 Mauritzer Franziskanerinnen in unserer internationalen Ordensgemeinschaft. Die Vielfalt der Nationen, Sprachen und Kulturen ist ein großer Schatz und eine große Aufgabe. Als gemeinsame Sprache, die uns verbindet, haben wir Englisch gewählt – für die meisten unserer Schwestern eine Fremdsprache! So auch für unsere polnische Mitschwester Sr. M. Teresa Wawrovicz. „In der Schule habe ich mich eher für die mathematischen Fächer interessiert“, sagt die 36-jährige. Sie studierte Finanzmanagement und Rechnungswesen und arbeitete seit 2019 als Provinzökonomin in der Polnischen Provinz, bevor sie im September 2024 auf dem Generalkapitel in Münster zur Generalrätin gewählt wurde. Sofort war ihr klar, dass sie für ihre neuen Aufgaben in der internationalen Ordensleitung ihre Sprachkenntnisse verbessern musste. Seit Jahresanfang lebt sie in Dublin, um dort für ein halbes Jahr Englisch zu lernen. Sobald sie wieder in Münster ist, steht Deutsch auf dem Programm. 

Beim Sprachenlernen geht es für uns nicht nur um reines inhaltliches Verstehen, sondern um interkulturelles Verständnis. Eine wichtige Zukunftskompetenz, die wir im Ausbildungsprogramm für die jungen Schwestern unserer Gemeinschaft verankert haben. So lernen inzwischen auch Sr. M. Katarzyna und Sr. M. Dominka, zwei weitere Schwestern aus der Polnischen Provinz, Englisch in Irland; als Europäerinnen brauchen sie dort kein Visum.

Schwierig war es, Jahresvisa für drei junge vietnamesische Schwestern aus unserer Japanischen Provinz zu erhalten. Aktuell leben Sr. M. Hilary Nguyen, Sr. M. Josepha Bui und Sr. M Angela Hoang bei uns im Mutterhaus. Ein halbes Jahr lang werden sie in Münster Deutsch lernen, danach soll es zum Englischlernen nach Malta gehen. Ihre erste Fremdsprache beim Eintritt in unsere Ordensgemeinschaft war übrigens Japanisch. Bei ihrer weiten Reise nach Deutschland wurden die drei Schwestern von Schwester Maria Fidelis Furukawa, Provinzoberin der Japanischen Provinz, und der japanischen Provinzrätin Schwester M. Vianney Kawaguchi begleitet.

V.l.n.r.: Die japanische Provinzoberin Schwester Maria Fidelis Furukawa mit Provinzrätin Schwester M. Vianney Kawaguchi und den vietnamesischen Schwestern Sr. M. Angela Hoang, Sr. M. Hilary Nguyen, Sr. M. Josepha Bui (Foto: Kestin)

Die verbindende Sprache unserer Gemeinschaft ist nicht nur im persönlichen Kontakt wichtig, sondern auch für unser Glaubensleben. „Zuerst habe ich die Gebete und die Liturgie auf Englisch gelernt“, berichtet Schwester Teresa. Denn Ordensleben ist Beziehung – Beziehung zu Gott, zu den Mitschwestern und zu allen Menschen, denen wir begegnen. Dabei fördert die interkulturelle Kompetenz unsere Toleranz und unser Verständnis, wo auch immer wir sind und was auch immer wir tun.

Von Schwester Rita Edakkoottathil und Claudia Berghorn
Fotos: Michael Kestin

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Pilgerinnen der Hoffnung (5): Frieden

Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Mai: Frieden.

Dieser Artikel wurde im Mai 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.

25.05.2025. Hoffnung auf… Frieden

Am 8. Mai 2025 erinnerte der Deutsche Bundestag in einer Gedenkstunde an das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 80 Jahren. Damals, 1945, war endlich wieder Frieden in Europa. Ein Frieden, der nicht bis zur Gedenkstunde hielt.

Am gleichen Tag wurde Robert Francis Prevost zum 267. Pontifex von weltweit 1,4 Milliarden katholischen Gläubigen gewählt. Die ersten Worte, die er als Papst Leo XIV. sprach, lauteten: „Der Frieden sei mit Euch allen!“ Tatsächlich war ‚Frieden‘ ein Schlüsselwort in seiner Rede, und seither hoffen viele, dass er als ‚Friedenspapst‘ dazu beitragen möge, die aktuellen Kriege zu beenden und die großen Krisen in der Welt zu überwinden.

Krieg und Frieden gehören seit jeher zu den drängendsten Themen der Menschheitsgeschichte. So nahm Franziskus von Assisi, der Namenspatron unserer Ordensgemeinschaft, 1202 an einem Krieg gegen die Nachbarstadt Perugia teil und verbrachte mehr als ein Jahr als Kriegsgefangener im Kerker. Als kranker und gebrochener Mann kehrte er nach Assisi zurück und änderte sein Leben: Er gab seinen gesamten weltlichen Besitz auf und wandte sich Gott und den Armen und Ausgegrenzten zu. Der Frieden zwischen den Menschen, Nationen und Religionen wurde ihm ein wichtiges Anliegen: Im Jahr 1219 reiste Franziskus als Missionar nach Palästina und schloss sich Kreuzfahrern an. In der Hoffnung, Frieden zu schaffen, predigte er im Lager des muslimischen Heeres vor Sultan Al-Kamil. Leider wurde seine Hoffnung nicht erfüllt.

Auch viele unserer Schwestern können noch von Kriegserfahrungen berichten, die ihren Lebensweg beeinflusst haben. So auch Schwester M. Manuela Musholt, die im Februar 1940 auf einem kleinen Bauernhof in Gescher-Estern als elftes von 15 Kindern zur Welt kam.

„Meine beiden ältesten Brüder wurden kurz vor Kriegsende vom Hof geholt und an die Front geschickt, als sie 17 und 16 Jahre alt waren“, berichtet sie. „Vier Jahre lang galten sie als vermisst, bevor sie Weihnachten 1949 krank und traumatisiert aus der Kriegsgefangenschaft in Sibirien zurückkehrten.“ Schwester Manuela erinnert sich an die Nächte gegen Ende des Krieges, als abends alle Fenster verdunkelt wurden, und an das Geräusch der alliierten Bomber, die über das Haus flogen. „Wir haben viel gebetet in diesen Nächten“, erzählt sie, „natürlich auch für unsere Brüder an der Front.“ Überhaupt war das religiöse Leben damals sehr wichtig in ihrer Familie. Bei Schwester Manuela entwickelte sich früh der Wunsch, für Gott und die Menschen da zu sein – und zwar als Krankenschwester. So trat sie mit 19 Jahren bei den Mauritzer Franziskanerinnen ein und begann schon während ihres Noviziats mit ihrer Ausbildung im Krankenhaus.

Nach vielen Berufsjahren in der Krankenpflege, in der Ergotherapie und später in der Provinzleitung der Deutschen Provinz betreut Schwester Manuela seit 2018 das Museum im Mutterhaus der Mauritzer Franziskanerinnen. Hier wird auch an die vielen Mitschwestern erinnert, die ihren Dienst in Kriegslazaretten versahen – erstmals im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, nur 20 Jahre nach Gründung der Ordensgemeinschaft. 34 Schwestern aus Münster pflegten die Kriegsverwundeten in den Lazaretten des österreichischen Heeres in Schleswig-Holstein. Als Dank erhielt die damalige Oberin ein Messgewand vom österreichischen Kaiserpaar, das nun im Museum als „Sissis Messgewand“ viele Blicke auf sich zieht.

Auch in den Kriegen von 1866 und 1870/71 sowie in beiden Weltkriegen standen die Schwestern im Lazarettdienst, sowohl an den Fronten als auch in den Krankenhäusern und Konventen des Ordens, in denen Lazarette eingerichtet waren. Dafür wurden sie z.B. vom Roten Kreuz angefordert. Etliche Schwestern erhielten Orden und Auszeichnungen für ihre Arbeit – und nicht wenige starben Seite an Seite mit den Verwundeten, die sie versorgten.

Auf den alten Fotos im Museum wird das Leid und die Unmenschlichkeit des Krieges deutlich. „Sowohl als Krankenschwestern als auch als Franziskanerinnen werden wir uns immer für den Frieden einsetzen“, sagt Schwester Manuela. Ganz im Sinne des Hl. Franziskus, dessen Gruß uns verbindet: „Pace e bene“, Frieden und alles Gute.

Von Schwester M. Margarete Ulager und Claudia Berghorn

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Pilgerinnen der Hoffnung (4): Erneuerung

Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im April: Erneuerung.

Dieser Artikel wurde im April 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.

30.04.2025. Im Zyklus der Natur ist der April ein Monat der Erneuerung: Endlich werden die Tage wieder länger, und jedes Jahr aufs Neue dürfen wir uns am leuchtenden Gelb der Osterglocken erfreuen und am zarten Grün der ersten Blätter.

Auch unser Kirchenjahr folgt einem Zyklus von Werden und Vergehen, der seinen Höhepunkt in der Karwoche findet. Hier liegen Sterben und Erneuerung besonders nah zusammen. Die gute Nachricht: Der Tod Jesu am Kreuz ist nicht etwa das Ende, sondern die Voraussetzung für einen neuen Anfang, für die Auferstehung. Jedes Jahr bestärkt uns diese Osterbotschaft in unserem Glauben und in der Hoffnung, dass ein Neu-Anfang, dass Erneuerung möglich ist.

Davon war auch unser Namenspatron überzeugt, der Hl. Franziskus von Assi, der ein besonders enges Verhältnis zur Natur hatte. Im Jahr 1225, schon sterbenskrank, schrieb Franziskus sein Loblied auf Gottes Schöpfung, den „Sonnengesang“, vielen bekannt als „Laudato Si“. Dieses Jahr, 2025, feiert die franziskanische Familie das 800-jährige Jubiläum dieses bedeutenden Werkes.

Zu einer Zeit, als das Wort „Nachhaltigkeit“ noch lange nicht erfunden war, lebte Franziskus in echtem Einklang mit der Natur. In seinem „Sonnengesang“ dankte er Gott für seine Schöpfung und für alle Geschöpfe. Voller Respekt und gleichzeitig sehr nah spricht er von Sonne, Mond und den Elementen als seinen „Geschwistern“ und hat keine Angst vor „Bruder Tod“, der ja ein natürlicher Teil des Zyklus ist, der Leben heißt. 1979 wurde Franziskus von Papst Johannes Paul II. zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie ernannt.

Auch in seiner Lebensführung würde man Franziskus heute als „nachhaltig“ bezeichnen: Er verzichtete auf persönlichen Besitz und Konsum und hatte nur das Nötigste zum Leben – eine bewusste Beschränkung, die ihn frei machte für seinen Dienst an Gott und den Menschen.

Nach diesen Grundsätzen des Hl. Franziskus richten wir Franziskanerinnen unser Leben aus, schon seit der Gründung unserer Ordensgemeinschaft 1844. So geloben wir bei unserem Eintritt, fortan in „Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam“ zu leben. Früher gehörte dazu auch, dass die Ordensgemeinschaft möglichst autark und im Einklang mit der Natur lebte: Bis weit nach dem 2. Weltkrieg gehörte zum Mutterhaus in Münster auch eine Landwirtschaft; wir Schwestern betrieben auch eine Gärtnerei und eine Bäckerei, unser eigenes Waschhaus und eine Großküche, mit der wir nicht nur uns selbst, sondern auch die Patienten im St. Franziskus-Hospital und viele Bedürftige versorgten.

Dies hat sich Schritt für Schritt verändert, aber in einem Bereich sind wir weiterhin Selbstversorgerinnen: Im Mutterhaus betreiben wir eine Schneiderei, in der die Kleider und Schleier für alle Schwestern der Deutschen Provinz und der Generalleitung in Maßanfertigung hergestellt werden.

Seit 1976 arbeitet hier Schwester M. Pankratia Stüwe, die im Februar 86 Jahre alt geworden ist und letztes Jahr ihr 60. Professjubiläum feierte. „Aktuell kleiden wir etwa 250 Schwestern ein“, erzählt Schwester Pankratia. Ursprünglich hat sie, wie alle Schwestern früher, die Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und einige Jahre in der Pflege gearbeitet. Doch dann wurde Unterstützung in der Schneiderei benötigt, und Schwester Pankratia wechselte ihren Einsatzort und lernte das Schneiderhandwerk von Grund auf von ihren Mitschwestern. Heute arbeitet sie mit zwei Maßschneiderinnen zusammen und ist spezialisiert auf das Nähen und Anpassen der Ordenskleider und Schleier. In den fast 50 Jahren ihrer Tätigkeit hat sie es nur zweimal erlebt, dass sich die Tracht der Schwestern änderte – zuletzt 1989. „Das Ordenskleid ist jetzt einfach viel praktischer“, erklärt sie.

Alle Stoffe sind robust und langlebig. Beim Schleier können wir Schwestern wählen zwischen einem festlichen schwarzen und einem weißen Modell, das Kleid gibt es in vier Farben: anthrazit oder hellgrau für den Alltag, schwarz für Feiertage und weiß für die Arbeit. So sind wir immer richtig angezogen. Was braucht frau mehr?

©Kube

Nachhaltige Kleidung, nachhaltig produziert: Seit 2022 setzen wir auf erneuerbare Energie. Auf 1316 qm Dachfläche haben wir 690 Solarmodule installieren lassen. Mit dieser Photovoltaik-Anlage decken wir mehr als die Hälfte des Energiebedarfs unseres Mutterhauses und sparen jährlich 122 Tonnen CO2. Das würde dem Hl. Franziskus sicher gefallen. Genauso wie die Ansicht des Dachs unserer Mutterhauskirche im Dunkeln: Die Solarmodule bilden eine Kreuzform, die nachts von LEDs beleuchtet wird. Und dieses leuchtende Kreuz erinnert uns immer wieder an Gott, den Quell unseres Glaubens und unserer Hoffnung auf Erneuerung.

Von Schwester M. Diethilde Bövingloh und Claudia Berghorn

(Fotos in der Schneiderei ©Kestin)

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Pilgerinnen der Hoffnung (3): Heilung

Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im März: Heilung.

Dieser Artikel wurde im März 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.

30.03.2025. Fasten liegt im Trend, wie eine aktuelle Umfrage der Krankenkasse DAK belegt: Während 2013 rund 50 Prozent der Deutschen bereit waren, für ihre Gesundheit eine Zeit lang auf Alkohol, Süßigkeiten oder Zigaretten zu verzichten, sind es heute im Schnitt schon 72 Prozent.

Bewusster Verzicht mit heilendem Effekt: Diesen positiven Aspekt unserer vorösterlichen Fastenzeit müssen wir also kaum noch erklären. Aber welche religiösen Aspekte kommen für uns dazu, die ebenfalls heilsam sein können?

Ganz persönlich schätze ich die Fastenzeit als Chance für einen inneren Prozess, der mit einer achtsamen Bestandsaufnahme beginnt. Es ist mir wichtig, inne zu halten und mein Herz zu befragen: Wie lebe ich jetzt und hier mit Gott und mit den Menschen? Gibt es vielleicht etwas, das es zu heilen gilt? – Eine Bestandsaufnahme, die eine innere und äußere Neuausrichtung zur Folge haben kann.

Dieser Prozess der Neuausrichtung, der mich in der Fastenzeit begleitet, durchzieht auch die Geschichte der Mauritzer Franziskanerinnen, gegründet 1844 als Krankenpflege-Orden – damals eine konkrete Antwort auf soziale Not und den Mangel an Krankenversorgung. Seither entwickelten sich neben der Krankenpflege zusätzliche Arbeitsbereiche, weil die Schwestern immer achtsam auf die Zeichen der Zeit reagierten und Gott und ihr Herz befragten. So gibt es heute in unserer internationalen Ordensgemeinschaft z.B. auch Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen und Seelsorgerinnen, Sozialarbeiterinnen, Ärztinnen und Juristinnen.

Was all diese Tätigkeiten vereint, ist die innere Haltung, in der Nachfolge des Hl. Franziskus „Christi heilende Gegenwart zu den Menschen zu bringen“. So heißt es in unserem Mission Statement. Anders formuliert, ist es unser Ziel, die Liebe Gottes zu den Menschen zu bringen – und zwar so, wie die Menschen es gerade brauchen. Das bedeutet eben auch, dass wir immer bereit sind, uns weiter zu entwickeln – insgesamt als Ordensgemeinschaft, aber auch jede einzelne von uns persönlich.

Das kann eine riesige Herausforderung sein. So zum Beispiel bei Schwester M. Gerburg Aufderheide, die 1974 nach Indien ging und dort den ersten Konvent mitbegründet hat. Schwester Gerburg, geboren 1935 in Ennigerloh, hatte als junges Mädchen traditionell Hauswirtschaft gelernt, dann wurde sie Kindergärtnerin und lernte nach ihrem Ordenseintritt die Krankenpflege.

Auf diese Qualifikationen konnte sie in Indien beim Aufbau einer medizinisch-pflegerischen Anlaufstelle zurückgreifen. Nicht gerechnet hatte sie damit, dass man ihr Kinder brachte – Säuglinge und Kleinkinder, die auf dem Müll gefunden wurden oder auf Bahngleisen, weil niemand sie haben wollte. Schwester Gerburg nahm diese Kinder auf und zog sie groß, sorgte später für ihre Schulbildung und inzwischen auch für entsprechende Ehepartner – Aufgaben, die traditionell den Eltern zugekommen wären. 27 Mädchen und Jungen hat sie auf diese Weise vor dem sicheren Tod gerettet.

Schwester M. Gerburg Aufderheide in Pithora/ Indien mit den von ihr geretteten und aufgezogenen Kindern

Parallel legte Schwester Gerburg den Grundstein für die Indische Provinz, beginnend 1979 mit vier indischen Kandidatinnen. Sie leistete weiter Krankenpflege und war gleichzeitig Haushälterin, Fahrerin und Handwerkerin in der jungen Gemeinschaft. Die Verständigung in Englisch und Hindi war mühsam, das Klima fremd, die Krankheitsbilder auch. „Zum Glück mochte ich die Hitze von Anfang an“, sagt Schwester Gerburg, die im Herbst 90 Jahre alt wird, „aber wie man Schlangenbisse versorgt, musste ich erst lernen.“

Schwester Gerburg (Mitte) in Münster mit Schwestern aus der Indischen Provinz anlässlich ihres 65. Profess-Jubiläums 2023 (Foto: Kestin)

Heute wirken in unserer Indischen Provinz fast 100 Schwestern in 17 Konventen in sieben Bundesländern, und gerade wurde ein Krankenhaus genau an dem Ort eröffnet, wo Schwester Gerburg vor mehr als 50 Jahren ihr Wirken begann. Das Vorbild von Schwester Gerburg zeigt mir, wie viel jede und jeder Einzelne von uns bewegen kann, wenn unser Herz offen dafür ist, im Kontakt mit den Menschen ein Werkzeug der Liebe Gottes zu sein – immer wieder neu, immer wieder anders. Auch wenn es vielleicht nicht die Schlangenbisse sind, die wir zu heilen haben, sondern unsere Beziehung zu Gott und den Menschen um uns herum.

Von Schwester M. Hiltrud Vacker und Claudia Berghorn

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Pilgerinnen der Hoffnung (2): Demokratie

Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Februar: Demokratie.

Dieser Artikel wurde im Februar 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.

23.02.2025. Demokratie ist aktuell ein heiß diskutiertes Thema – und ein sehr komplexes. Greifbar wird es für mich, wenn ich frage: Was würde mir eigentlich fehlen – ohne Demokratie? Was würde uns allen fehlen – ohne unser Grundgesetz? Zum Beispiel ohne den Artikel 4, der uns Glaubens- und Gewissensfreiheit zusichert und ausführt: „Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“

Die Geschichte unserer internationalen Ordensgemeinschaft bietet viele Antworten auf diese Fragen. Angefangen bei unserem Gründer, Franziskanerpater Christoph Bernsmeyer. Als die Truppen Napoleons 1811 Münster besetzten, hoben sie das Franziskanerkloster auf. Das bedeutete für Pater Christoph, keine Heimat und keine brüderliche Gemeinschaft mehr zu haben. Eine neue Heimat fand er schließlich in Telgte, wo er 1844 unsere Ordensgemeinschaft gründete.

Für die Mauritzer Franziskanerinnen spielte die Politik auch weiterhin eine große Rolle. So wütete vor 150 Jahren der Kulturkampf in Preußen. Die 1875 erlassenen Klostergesetze bedrohten die Existenz der Ordensgemeinschaften, auch unserer in Münster. Daher war unsere damalige Oberin offen für die Bitte von Bischof Baltes aus Alton im US-Bundesstaat Illinois, Schwestern für die Krankenpflege nach Amerika zu senden. Im Oktober 1875 machten sich 20 unserer Schwestern von Münster aus mutig auf den Weg – ohne Kenntnis der englischen Sprache oder der amerikanischen Kultur, aber mit großer Hoffnung auf die Demokratie, auf ein freies Leben als Ordensschwestern im Dienst Gottes und der Menschen. Diese Hoffnung ging auf: Kurz nach ihrer Ankunft gründeten sie vier Krankenhäuser und die erste katholische Krankenpflegeschule der Vereinigten Staaten; viele weitere Gesundheitseinrichtungen folgten. Dieses Jahr feiern wir unsere 150-jährige Präsenz in USA gemeinsam mit fast 13 tausend Mitarbeitenden in 13 Krankenhäusern, die etwa zwei Millionen Menschen jährlich versorgen. Dafür danken wir Gott, unseren Schwestern – und der Demokratie.

Mauritzer Franziskanerinnen auf der Schiffsreise nach USA (Foto: Amerikanisches Ordensarchiv)

Politische Verfolgung gab es auch in unserer Polnischen Provinz. Bereits 1848 gingen einige Mauritzer Franziskanerinnen ins damalige Schlesien, um die Opfer einer Typhus-Epidemie zu versorgen. Sie blieben, bauten ein Waisenhaus und Krankenhäuser, gründeten eine eigene Ordensprovinz. Doch nach dem 2. Weltkrieg beschlagnahmten die kommunistischen Machthaber die Krankenhäuser und vertrieben die Schwestern. Viele Mitglieder anderer Orden wurden damals in Arbeitslager geschafft; ein schlimmes Schicksal, dem die Mauritzer Franziskanerinnen nur entgingen, weil die damalige Provinzoberin niederländische Staatsbürgerin war und das Mutterhaus unter den Schutz der niederländischen Königin stellte. Trotzdem war das religiöse Leben hinter dem „Eisernen Vorhang“ extrem hart, und die Generaloberinnen aus Münster hatten 35 Jahre lang keine Möglichkeit, ins schlesisch-polnische Provinzhaus zu reisen.

Heute, im demokratischen Europa, arbeiten zwei polnische Schwestern in der internationalen Generalleitung in Münster. Auch zwei Schwestern aus Indien, mit 1,4 Milliarden Menschen der zahlenmäßig größten Demokratie der Welt. Die indische Verfassung garantiert Gleichheit vor dem Gesetz und Nicht-Diskriminierung aufgrund von Religion, Kaste, Geschlecht und Herkunft. Laut „Open Doors“ steht Indien jedoch auf dem Weltverfolgungsindex an zehnter Stelle und hat damit Nordkorea überholt. Hierin zeigt sich, dass der Kern einer gesunden Demokratie nicht nur in ihren institutionellen Strukturen liegt, sondern auch im zwischenmenschlichen Umgang und der Fähigkeit, Vielfalt, Interkulturalität und Differenzen zu schätzen.

Demokratische Wahlen während des Internationalen Generalkapitels 2024 in Münster. (Foto: Kestin)

Dies erleben wir auch in unserer eigenen Gemeinschaft, die demokratisch strukturiert ist: Sowohl die Provinzleitungen als auch die internationale Generalleitung werden von den Ordensmitgliedern für eine begrenzte Amtszeit gewählt. Zuletzt im Generalkapitel im September 2024, als Delegierte aus allen Ländern, in denen unsere Schwestern leben und arbeiten, in Münster zusammenkamen.

Demokratie ist unsere Verantwortung!

Demokratie ist unsere Verantwortung! Unsere Freiheit lebt davon, dass wir uns für sie einsetzen, sowohl privat als auch in Kirche und Gesellschaft. Deshalb beteiligen wir Mauritzer Franziskanerinnen uns an der Demokratiekampagne des Bistums Münster. Und deshalb werden wir am 23. Februar wählen gehen.

Wir hoffen sehr, dass wir Sie an der Wahlurne treffen. Denn bestimmt gibt es auch etwas, das Ihnen fehlen würde – ohne unsere Demokratie.

Von Schwester M. Margarete Ulager und Claudia Berghorn

Die Mauritzer Franziskanerinnen beteiligten sich auch an der Demokratikampagne des Bistums Münster, „Lebe Freiheit!“. Mit Vertreterinnen und Vertretern der St. Franziskus-Stiftung brachte Generalrätin Schwester M. Hiltrud Vacker am 7. Februar das Kampagnenlogo auf dem Bauzaun der neu entstehenden Franziskus-Gesundheitsakademie auf.

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Pilgerinnen der Hoffnung (1): Versöhnung

Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Januar: Versöhnung.

31.01.2025. Im Heiligen Jahr 2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal – ein Krieg, der von Deutschland ausging und unfassbares Leid in die Welt brachte. In diesem Jahr gedenken wir unter anderem der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945 und des Abwurfs der amerikanischen Atombomben auf Japan am 6. und 9. August 1945.

In Auschwitz wurden insgesamt mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet, etwa eine Million von ihnen waren Juden. Allein in Hiroshima starben vor 80 Jahren etwa 80.000 Menschen unmittelbar nach der Bombenexplosion, in Nagasaki waren es 22.000. Den langfristigen Folgen der Strahlung erlagen in Japan in den folgenden Monaten mehr als 200.000 Zivilisten.

Und während wir noch immer versuchen, die Folgen dieses schon Jahrzehnte zurückliegenden Krieges zu verarbeiten, fordern die aktuellen Kriege auf dieser Welt täglich neue Opfer, erzeugen neuen Hass und lassen vielerorts den Ruf nach Vergeltung laut werden.

Wie können wir in diesem globalen Irrsinn die Hoffnung auf Versöhnung wachhalten?

Dazu möchten wir Ihnen zwei Beispiele aus unserer internationalen Ordensgemeinschaft erzählen.

In Mutterhaus unserer Deutschen Provinz in Münster lebt Schwester M. Jacintha Altenburg, die 1939 in einem kleinen katholischen Dorf in Friesland in den Niederlanden geboren wurde und ihre ersten Lebensjahre unter deutscher Besatzung erlebte. „Unsere Eltern versuchten natürlich, uns Kinder zu schützen“, erzählt Schwester Jacintha. So wusste sie damals nicht, dass ihr Vater eine wichtige Rolle im Widerstand gegen die Deutschen spielte. Er überlebte, aber ein Onkel von Schwester Jacintha gehörte zu den vielen Opfern der Besatzungszeit: Er wurde von den Deutschen erschossen.

Trotzdem und gegen den Willen einiger Familienmitglieder entschloss sich die Niederländerin nach dem Krieg, in unsere Ordensgemeinschaft einzutreten, die ja aus Deutschland kam, dem Land der verhassten Besatzer. Zuerst arbeitete sie als Krankenschwester in den Niederlanden, dann baute sie das von unseren Schwestern gegründete Krankenhaus in Kamp-Lintfort mit auf.

Und als wir 2007 einen Konvent am ehemaligen Konzentrationslager in Esterwegen gründeten, um als Orden an der Gestaltung der Gedenkstätte mitzuwirken, gehörte Schwester Jacintha zu den ersten Schwestern vor Ort.

Unter den Menschen, die in Esterwegen interniert, gequält und getötet wurden, waren auch viele Widerstandskämpfer aus den Niederlanden, Belgien und Frankreich; ihnen und ihren Familien half Schwester Jacintha, das Unfassbare zu verarbeiten, und kam dabei selbst immer wieder an ihre Grenzen. „Dass ich jetzt auch noch an einem Ort der Täter lebte, haben einige zu Hause nicht verstanden. Einer meiner Brüder hat nicht mehr mit mir gesprochen – bis er auf dem Sterbebett lag.“

Auch auf der Gründung der japanischen Niederlassung unserer Gemeinschaft lag der Schatten des Zweiten Weltkriegs. Denn es waren gerade zwei Mauritzer Franziskanerinnen aus der Amerikanischen Provinz, die 1948 in Nagasaki ankamen und dort das 1922 gegründete St.-Francis-Hospital übernahmen, das durch den Atombombenabwurf ihrer Landsleute zerstört worden war. Bereits 1951 traten die ersten japanischen Schwestern als Novizinnen in unsere Ordensgemeinschaft ein. Noch heute leben im Mutterhaus der Japanischen Provinz in Himeji vier hochbetagte Schwestern aus Nagasaki, die den Bombenabwurf selbst erlebt und überlebt haben. So auch Schwester M. Veronica, Jahrgang 1932.

Schwester M. Veronica aus der Japanischen Provinz, Jahrgang 1932, überlebte den Atombomben-Abwurf in Nagasaki. (Foto: Kestin)

Wenn man sie heute fragt, ob sie denn nicht Hass auf die Amerikaner verspürt habe, verneint sie. Und sie erklärt, genauso wie Schwester Jacintha im weit entfernten Deutschland:

Wenn wir es nicht schaffen mit der Versöhnung, wer dann?

Dies also haben wir aus den beeindruckenden Lebensgeschichten der internationalen Mitschwestern gelernt: So viele Kriege auch zwischen den Ländern und Nationen geführt werden – zwischen uns Menschen gibt es immer Hoffnung auf Versöhnung. Hier und jetzt, morgen und überall, für jede und jeden von uns. Wenn wir damit anfangen.

Von Schwester M. Margarete Ulager und Claudia Berghorn

Dieser Artikel wurde im Januar 2025 zuerst online in „Kirche+Leben“ veröffentlicht, dann in der Printversion – zur Großen Freude auch von Schwester M. Jacintha!

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Benefiz-Weihnachtsbasar mit Rekord-Spendenerlös

14.01.2025. Vom 22. – 24. November 2024 wurde im St. Franziskus-Hospital zum sechsten Mal der traditionelle Weihnachtsbasar mit Handarbeiten von Mauritzer Franziskanerinnen und einigen Mitarbeiterinnen des Hospitals veranstaltet. Mit einem Erlös von 9200 Euro wurde der Rekord aus dem Vorjahr nochmals übertroffen. Das Geld wurde nun als Spende jeweils zur Hälfte an zwei Projekte im St. Franziskus-Hospital übergeben: die „Babylotsen“ und „Mütter helfen Müttern“.

Gemeinsam mit dem Chefarzt der Klinik für Allgemeine Kinder- und Jugendmedizin PD Dr. Michael Böswald und den Verantwortlichen des Programms „Babylotsen“ bedankte sich der Kaufmännische Direktor des St. Franziskus-Hospitals, Dr. David Lewers, ganz herzlich bei den Organisatorinnen des Basars: „Diese fantastische Spendensumme trägt dazu bei, dass wir die wichtige und immer häufiger in Anspruch genommene Unterstützung für hilfsbedürftige Mütter und Familien weiterführen und stetig verbessern können.“

Die Ordensschwestern, die einen Großteil der Handarbeiten zum jährlichen Basar beisteuern, sind schon lange ein eingespieltes Team: Sie leben und arbeiten zusammen im Mutterhaus der Mauritzer Franziskanerinnen in der Wohngruppe St. Elisabeth (v.l.n.r.): Schwester M. Beatinis Thünemann, Schwester M. Rainette Schwager, Schwester M. Leonardi Reiter, Schwester M. Vera Lütkebohmert und Schwester M. Stephanie Müller.

„Nach dem Basar ist für uns vor dem Basar“, sagt Schwester Vera. „Wir arbeiten das ganze Jahr über auf den Novembertermin hin.“ Um viele verschiedene Produkte anbieten zu können, haben sich die Schwestern sogar spezialisiert: So strickt Schwester Vera vor allem Socken für Erwachsene, Schals und Pullunder, während Schwester Stephanie die Babysöckchen besonders gut von der Hand gehen. Schwester Leonardi, die lange Zeit die Physiotherapie im St. Franziskus-Hospital geleitet hat, ist bekannt für ihre gehäkelten Therapiebälle. Genauso wie Schwester Beatinis strickt und häkelt sie aber auch viele Pulswärmer, Stulpen, Schals und Socken in unterschiedlichsten Farben und Formen – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Das liegt auch daran, dass die Schwestern immer wieder Wolle geschenkt bekommen. „Letztes Jahr haben wir einen ganzen Transporter voll Wolle als Spende erhalten“, berichtet Schwester Vera. „Wir freuen uns und sind sehr dankbar dafür, dass wir dadurch die Materialkosten sparen können.“

Eher zu Schere und Papier greift Schwester Rainette: Sie stellt mit viel Geduld und Liebe zum Detail wunderbaren Weihnachtsschmuck her. „Für jeden meiner Goldsterne schneide ich zum Beispiel sieben einzelne Sterne in verschiedenen Größen aus, die dann mit kleinen Klebeblöcken zusammengeklebt werden“, erläutert sie. Ein Verkaufsschlager sind auch ihre großen gefalteten Papiersterne.

Der große Verkaufserfolg des Basars hat wieder gezeigt: Die Mühe der kreativen Schwestern lohnt sich und wird von vielen Menschen in Münster sehr geschätzt. Dabei sind sich die Schwestern einig: „Der schönste Erfolg für uns ist, dass wir mit dem Erlös des Basars vielen Babys und jungen Familien helfen können.“ Dieser Gedanke ist es, der sie jeden Tag anspornt.

(Fotos und Text: St. Franziskus-Hospital / Generalat)

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„Christus segne dieses Haus“: Besuch der Sternsingerinnen

3. Januar 2025. Heute freuten sich die Schwestern in Münster über den Besuch der Sternsingerinnen. Begleitet von Schwester M. Dietmara Ahlmann aus der Deutschen Provinz und Schwester Laetitia Matsunaga aus dem Generalt brachten die Zwillinge Franziska und Charlotte mit ihren Freundinnen Lucie und Rosa den Segen für 2025 ins Mutterhaus, ins St. Heriburg-Haus und ins Altenheim Maria Trost: „Allen ein helles und segensreiches Jahr wünschen Caspar, Melchior und Balthasar!“

Im Refektorium des Mutterhauses waren die Sternsingerinnen schon von von vielen Schwestern, Brüdern und Mitarbeitenden erwartet worden. Nachdem sie einige Lieder für die Schwestern und mit ihnen gesungen hatten, verteilten die Mädchen die Segens-Aufkleber „20*C+M+B+25“ für die Wohnungen und Büros. Dann wurde der Segen noch mit Kreide an die Pforte des Mutterhauses geschrieben, bevor die Sternsingerinnen die Krippe in der Mutterhauskirche besuchten.

In der bekannten Abkürzung des Segens steht der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Zugleich ist er Zeichen für Christus. Die Buchstaben C, M und B standen ursprünglich für die Initialen der Heiligen Drei Könige: Caspar, Melchior und Balthasar. Heute werden sie als lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus“ gedeutet. Die drei Kreuze bedeuten die Dreifaltigkeit: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Die bundesweite Aktion Dreikönigssingen 2025 wurde am 28. Dezember 2024 in Paderborn eröffnet. Das Motto dieser 67. Aktion lautet: ,Erhebt eure Stimme! – Sternsingen für Kinderrechte‘. Denn noch immer ist die Not von Millionen von Kindern groß: 250 Millionen von ihnen, vor allem Mädchen, gehen weltweit nicht zur Schule. 160 Millionen Kinder müssen arbeiten, rund die Hälfte unter ausbeuterischen Bedingungen. Ziel des Dreikönigssingen ist es deshalb, die Rechte von Kindern weltweit stärken und ihre Umsetzung weiter voranzutreiben.

Auf der Website des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, werden die Ziele der Aktion und die in diesem Jahr geförderten Regionen wie folgt vorgestellt: „Mit der Aktion Dreikönigssingen 2025 ermutigen wir Kinder und Jugendliche, sich gemeinsam mit Gleichaltrigen aller Kontinente für die Achtung, den Schutz und die Umsetzung ihrer Rechte einzusetzen. Sternsinger und Sternsingerinnen erfahren ganz konkret, wie sie mit ihrem Engagement dazu beitragen, Kinderrechte weltweit zu stärken. In diesem Sinne: Erhebt eure Stimme!

Mit dem Spendenerlös werden in diesem Jahr vor allem zwei Regionen gefördert: In der Turkana im Norden Kenias haben Kinder kaum Zugang zu Schulen oder medizinischer Versorgung. Wetterextreme sorgen dafür, dass der Teller häufig leer bleibt. Unsere Partnerorganisation macht sich für die Kinderrechte auf Gesundheit, Ernährung und Bildung stark und betreibt u.a. Schulen. 

In Kolumbien seht ihr, wie sich unser Sternsinger-Projektpartner für die Rechte von Kindern auf Schutz, Bildung und Mitbestimmung einsetzt. Denn viel zu oft müssen Kinder hier Gewalt und Vernachlässigung erleben. Programme zur Friedenserziehung und Partizipation, aber auch konkrete Therapien stärken Kinder wieder.“

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Frohe Weihnachten und alles Gute für 2025!

23. Dezember 2024. Weihnachten ist eine Zeit der Freude und der persönlichen Herzensverbindung, eine Zeit des Miteinanders und der Begegnung – und eine Zeit des Rückblicks auf die prägenden Ereignisse des Jahres. All dies kommt im folgenden Video zum Ausdruck, das einige der vielen schönen gemeinsamen Momente während des 21. Internationalen Generalkapitels der Mauritzer Franziskanerinnen im September 2024 in Münster zusammenfasst. Mit diesem Einblick „hinter die Kulissen“ wünscht die internationale Generalleitung allen Schwestern weltweit, allen Mitarbeitenden und allen, die der Ordensgemeinschaft verbunden sind, frohe und gesegnete Weihnachten und alles Gute für ein hoffentlich friedvolleres 2025! Möge das neue Jahr gesegnet sein und ebenfalls viele Momente der Freude bringen!

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Rorate caeli: Lichtermesse in der Mutterhauskirche

10. Dezember 2024. Heute früh um sieben Uhr wurde in der Mutterhauskirche eine stimmungsvolle Rorate-Messe gefeiert. Gestaltet wurde die Lichtermesse von Kristina Jansen und Linus Richter, die in Vorbereitung ihres Theologie-Studiums ein Sprachenjahr im Priesterseminar Borromaeum absolvieren.

„Licht, insbesondere Kerzenlicht, strahlt Ruhe aus“, formulierte Kristina Jansen in ihrer Einführung. „Es ist ein hoffnungsvolles Zeichen, das auch unser Herz mit Licht und Wärme erfüllt.“ Und weiter: „Gott hat uns dazu berufen, Licht in einer dunklen Welt zu sein. Dann kann sich seine Liebe und sein Licht in menschlichen Beziehungen widerspiegeln, um auch denen Hoffnung zu geben, die sich von Dunkelheit umgeben fühlen.“

Nach der Messe, die von Pater Dr. Michael Plattig zelebriert wurde, lud Mutterhausoberin Schwester Cäcilia die Studierenden zum gemeinsamen Frühstück im Refektorium ein und dankte ihnen im Namen aller Schwestern für den stimmungsvollen Start in den Tag.

Die Roratemesse im eigentlichen, ursprünglichen Sinn stellt die Messe vom vierten Adventssonntag dar, die nach der Antiphon des Introitus-Gesanges Rorate ihren Namen hat. Davon abgeleitet ist die Roratemesse als Votivmesse zu Ehren Mariens. Bereits im vierten Jahrhundert sind Wechselgesänge belegt, in denen die lateinischen Worte „Rorate caeli“ („Tauet, Himmel“) als Kehrvers dienten.

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Auf Wiedersehen!

23. September 2024. Heute heißt es Abschied nehmen! Nach der intensiven, spannenden, produktiven und gesegneten gemeinsamen Zeit des Generalkapitels hat die Abreise der internationalen Kapitularinnen und Gäste begonnen.

Um 12 Uhr wurde noch gemeinsam im Mutterhaus zu Mittag gegessen; auch das Kuratorium der St. Franziskus-Stiftung war zu Gast. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Dr. Ludger Hellenthal, und Dr. Ulrich Knopp, Mitglied des Vorstands der Franziskus Stiftung, überbrachten herzliche Grüße, auch im Namen von Dr. Nils Brüggemann, dem Vorstandsvorsitzenden der Franziskus Stiftung, und gratulierten Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager und dem neuen Team der Generalleitung.

Schwester Maureen O’Connor, Oberin des U.S. Kanonisches Hauses, Schwester M. Johncy, Indische Provinz, und Schwester Maria Fidelis, Japanische Provinz, bedankten sich im Namen ihrer Delegationen für die Gastfreundschaft des Generalates und der Deutschen Provinz. Schwester M. Diethilde, Provinzoberin der Deutschen Provinz, dankte für die multikulturelle Erfahrung und betonte, dass sie sich auf das Wiedersehen freut – gerne, wie sie sagte, wieder im Mutterhaus!

Schwester M. Hiltrud, noch in ihrer Funktion als Mutterhausoberin, richtete herzliche Grüße der polnischen Delegation aus, die wegen der Flutkatastrophe in der Polnischen Provinz bereits abgereist war, und wünschte gemeinsam mit Generaloberin Schwester M. Margarete allen Reisenden einen guten, gesegneten Heimweg.

Die tägliche Berichterstattung über das 21. Generalkapitel endet heute mit einer Auswahl von Fotos der gemeinsamen Zeit zur Melodie des Gebetes des Hl. Franziskus, gespielt von Brian Blasco, Direktor Kommunikation und Archivar des U.S. Kanonischen Hauses und Mitglied der internationalen Mediengruppe, die speziell für das Generalkapitel zusammengekommen ist und sich hiermit nun ebenfalls verabschiedet: Schwester M. Franciszka Wanat, Polnische Provinz, und Schwester M. Laetitia Matsunaga, Japanische Provinz, mit Michael Kestin (Fotos und Videos) und Claudia Berghorn, Leitung Kommunikation im Generalat.

Vielen Dank, auf bald und „Pace e bene!“

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Ein Tag voller Dankbarkeit

22. September 2024. Der heutige Tag war geprägt von Dankbarkeit.

Um 14 Uhr versammelten sich die Kapitularinnen, Schwestern und Gäste zur Abschlussmesse in der Mutterhauskirche. Pater Michael wies darauf hin, dass das Wort „Eucharistie“ ja „Danksagung“ bedeutet, und beschrieb das Kapitel mit einem Zitat aus dem Matthäusevangelium:

Wenn zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen.

Nach der Kirche waren alle ins Mutterhaus zu Kaffee und Kuchen eingeladen – eine willkommene Gelegenheit, sich über Erfahrungen der letzten Wochen auszutauschen.

Parallel fand heute auch die letzte der Heiligen Messen statt, die in Assisi in der Basilika des Heiligen Franziskus für die Anliegen des Kapitels und für die neue Generalleitung gefeiert wurden. Diese Messintentionen waren ein Geschenk der Indischen Provinz für das Generalkapitel – seit Beginn des Kapitels eine tägliche spirituelle Unterstützung, Leitstern und Freude.

Viel Freude machten den Kapitularinnen auch die weiteren Geschenke aus den verschiedenen Ländern, jedes auf seine besondere Weise. Diese Geschenke taten Körper, Geist und Seele gut und waren außerdem auch sehr praktisch: So stärkten sich die Kapitularinnen und Gäste mit Süßigkeiten aus der Deutschen und Polnischen Provinz und freuten sich u.a. über einen besonderen Kugelschreiber aus Japan und ein Näh-Etui aus Polen.

Nochmals gedankt wurde heute auch den Mitarbeitenden des Borromeaums für ihre wahrhaft franziskanische Gastfreundschaft und Fürsorge.

Einige Eindrücke des heutigen Tages im folgenden englischsprachigen Video.

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Eindrücke und Einsichten

21. September 2024. Gegen Ende des Generalkapitels teilten einige Kapitularinnen ihre persönlichen Gedanken und Erkenntnisse der vergangenen drei Wochen.

Schwester M. Hiltrud Vacker aus der Deutschen Provinz freut sich, dass Kapitularinnen aus aller Welt zusammengekommen sind, um gemeinsam nachzudenken, sich auszutauschen und Entscheidungen zu treffen, die richtungsweisend für den Weg der internationalen Kongregation in die Zukunft sind.

Schwester M. Franciszka Wanat aus der polnischen Provinz brachte ihre Dankbarkeit mit Worten des Friedens, der Hoffnung, des Glaubens und der Liebe zum Ausdruck und verabschiedet sich mit dem franziskanischen Gruß „Pace e bene“.

Schwester MaryAnn Falbe aus dem U.S. Kanonischen Haus kehrt voller Freude und franziskanischer Dankbarkeit nach Hause zurück – und mit dem guten Gefühl, sich in der großen Gemeinschaft aller Schwestern gemeinsam auf den Weg in die Zukunft zu machen.

Die jüngste Kapitularin, die vietnamesische Schwester M. Nichola Truong Thie Hoang Oanh aus der Japanischen Provinz, fühlt sich geehrt, am internationalen Generalkapitel teilgenommen zu haben, und dankt für die wertvolle multikulturelle Erfahrung.

Schwester M. Cecilia aus der Indischen Provinz möchte alle Schwestern mit folgendem Motto inspirieren:

Lasst unser Lächeln unser Logo sein. Lasst unsere Persönlichkeit unsere Visitenkarte sein und lasst das gute Gefühl, das wir anderen vermitteln, unser Markenzeichen sein.

Die englischsprachigen Beiträge der Schwestern finden Sie im folgenden Video:

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21. Internationales Generalkapitel beendet

20. September 2024. Heute wurde das 21. Generalkapitel offiziell beendet. Nach abschließenden Diskussionen wurde das Abschlussdokument verlesen, und die Kapitularinnen und Gäste unterzeichneten das Dokument, das den Generalrat in den nächsten sechs Jahren leiten wird.

Die Kapitularinnen bedankten sich für die interkulturelle Erfahrung während des Kapitels. Die jungen Schwestern, die zu Gast waren, waren besonders dankbar, weil sie das Charisma der Gemeinschaft erleben durften. Am Generalkapitel teilzunehmen, war für alle Kapitularinnen und Gäste ein besonderes spirituelles und persönliches Erlebnis.

Schwester M. Margarete nahm nochmals Bezug auf das Motto des Generalkapitels, „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Sie dankte allen, die zum Erfolg des Kapitels beigetragen haben, und zitierte abschließend die Fastenrede 2024 von Bischof Dr. Felix Genn, die mit einem Zitat aus dem Alten Testament begann (Sprüche 4:23):

Mehr als alles hüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.

Einige Eindrücke des Tages im folgenden englischsprachigen Film.

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Weichen für die Zukunft gestellt

19. September 2024. Seit 180 Jahren vertraut die Kongregation auf das Wirken des Heiligen Geistes – auch während dieses 21. Generalkapitels.

Im Rahmen des Sachkapitels haben zwei Gruppen an wichtigen Dokumenten gearbeitet, die das Leben der Schwestern in den nächsten sechs Jahren bestimmen werden:

1. Redaktionsgruppe: Die Generalkonstitutionen wurden anhand von Vorschlägen von Mitgliedern der Kongregation überarbeitet. Dann war es Aufgabe einer Redaktionsgruppe, klare Formulierungen zu finden, die gut in den verschiedenen Sprachen verstanden werden können.

2. Schlussdokument-Gruppe: Vor dem Generalkapitel wurden alle Schwestern gebeten, Vorschläge für zukünftige Schwerpunktbereiche einzureichen. Alle Vorschläge, die genehmigt wurden, wurden von dieser Gruppe in ein Schlussdokument integriert, das dem neuen Generalrat als Leitfaden dienen wird.

Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager informierte über die erste Ratssitzung der neuen Generalleitung und stellte die Aufgaben ihres neuen Teams und die erste geplante Initiativen vor.

Schwester M. Rita und Schwester M. Hiltrud werden für die internationale Ausbildung verantwortlich sein. Schwester M. Hiltrud wird auch die Öffentlichkeitsarbeit koordinieren. Schwester M. Lima wird neue Generalsekretärin, mit Schwester M. Laetita als Assistentin. Schwester M. Beata wurde als Generalökonomin wiedergewählt und wird von Generalrätin Schwester M. Teresa unterstützt, deren erste Aufgabe es sein wird, Englisch und Deutsch zu lernen. Schwester M. Beata wird auch für das Generalarchiv verantwortlich sein. Sowohl Schwester M. Beata als auch Schwester Christa Maria werden im Generalatshaus wohnen bleiben, mit Schwester Christa Maria als Konventsoberin.

Das neue Generalatsteam arbeitet bereits eng mit allen Provinzen und dem U.S. Kanonischen Haus sowie der St. Franziskus-Stiftung und weiteren Partnern zusammen, um internationale Hilfe für die Schwestern in Polen zu koordinieren, die von den schrecklichen Überschwemmungen betroffen sind.

Einige Eindrücke des Tages im folgenden englischsprachigen Film.

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Teamwork

18. September 2024. Heute Morgen gestalteten die Schwestern der Deutschen Provinz die Heilige Messe mit Musik und Gebet. In seiner Predigt sprach Pater Michael über die Bedeutung von Akzeptanz und Vergebung.

Ein Generalkapitel durchzuführen, erfordert viel Teamwork. Seit vielen Jahren arbeiten Professor Dr. Margret Nemann und Dompropst Pater Hans-Bernd Köppen als Moderatoren mit dem Generalat zusammen. Professor Pater Dr. Dr. Michael Plattig O.Carm. ist der Spiritual des Generalats und des Kapitels.

Auch einige Gäste nehmen an diesem Generalkapitel teil. Dazu gehören junge Schwestern aus den Provinzen Polen, Japan und Indien, außerdem das IT-Team des Mutterhauses und die Sekretärinnen der Deutschen Provinz und des Generalats, Mechthild Decker, Birgit Reinermann und Hildegard Benölken. Zum ersten Mal nehmen auch Mitarbeitende teil, die keine Ordensleute sind: Prof. Dr. Michael Möllmann, Mitglied des Vorstands des Generalats, Finanzdirektor Martin Krawinkel und das Medienteam: Claudia Berghorn/Generalat, Brian Blasco/ U.S. Kanonisches Haus und der Fotograf und Videograf Michael Kestin.

Einige Eindrücke des Tages im folgenden englischsprachigen Film.

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Fortsetzung des Sachkapitels

17. September 2024. Heute wurde das Sachkapitel fortgesetzt; vorab wurde in der Heiligen Messe der Stigmatisierung des Hl. Franziskus vor 800 Jahren gedacht.

Schwester M. Birgitte Herrmann aus der Deutschen Provinz berichtete über Erkenntnisse aus der Analyse der Kongregation, die in sechs Themenbereiche gegliedert war: neue Mitglieder, Leitung, offener Umgang mit Veränderungen, Internationalität, die Verbindung mit Laien und die heutige Sendung der Kongregation. Sie erklärte, dass Einsamkeit eine große Not unserer Zeit sei und die franziskanische Gastfreundschaft ein wirksames Gegenmittel.

Dann erläuterten Schwester Marianne Kamlage (Deutsche Provinz), Schwester M. Beata Kapica (Polnische Provinz), Schwester M. Laetitia Matsunaga (Japanische Provinz) und Schwester M. Lima Arackal (Indische Provinz) die Geschichte ihrer Provinzen, und Brian Blasco sprach über das Erbe des U.S. Kanonischen Hauses.

Dabei wurde deutlich, was die Gründungsschwestern aller Standorte verbindet: ihr starker Glaube an Gott, ihre Weitsicht, ihr Mut, ihr Durchhaltevermögen und die große Tatkraft, mit der sie Antworten auf die jeweiligen Herausforderungen ihrer Zeit fanden. Damit bieten sie Vorbild und Inspiration für die Gegenwart und die Zukunft der Schwestern heute.

Am Nachmittag wurde die Diskussion und Abstimmung der Anträge fortgesetzt.

Einige Eindrücke des heutigen Tages im folgenden englischsprachigen Film.

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Eröffnung des Sachkapitels

16. September 2024. Heute wurde das Sachkapitel eröffnet. In den nächsten Tagen werden die Kapitularinnen die Überarbeitungen der Generalkonstitutionen diskutieren sowie Anträge erörtern, die von den Mitgliedern der internationalen Kongregation eingereicht wurden.

Die Generalkonstitutionen wurden 2006 vom Generalkapitel genehmigt. Sie bieten den Schwestern Inspiration und Kraft bei ihrem Bestreben, im Geiste des heiligen Franziskus und der heiligen Klara von Assisi zu leben – ihren Vorbildern für ein Leben in Einheit mit Christus.

Ziel der Diskussionen ist es, die Generalkonstitutionen zu aktualisieren, um sie den Bedürfnissen der Zeit anzupassen und Antworten auf die aktuellen Herausforderungen zu finden, mit denen die Kongregation konfrontiert ist. Die Kapitularinnen haben bereits über Themen wie Englisch als gemeinsame Sprache, über den Gebrauch sozialer Medien und über Möglichkeiten für den aktiven Umweltschutz abgestimmt.

Schwester M. Maksymiliana, Provinzoberin der Polnischen Provinz, informierte über die schweren Überschwemmungen in Polen, die auch ihre Provinz betreffen. Einige der polnischen Kapitularinnen werden morgen nach Hause zurückkehren, um bei den Rettungs- und Wiederaufbaumaßnahmen zu helfen.

Einige Eindrücke des Tages im folgenden englischsprachigen Video.

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Amtseinführung der Generalrätinnen

15. September 2024. Heute Nachmittag wurden die neuen Generalrätinnen von Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager während der Vesper in der Mutterhauskirche eingesetzt.

Um 15.30 Uhr versammelten sich die Kapitularinnen und viele Gäste im Garten des Wohnhauses der Generalleitung. Pater Michael segnete ein Geschenk des kanonischen Hauses in den USA – einen Zedernbaum als Symbol für die Wurzeln, die Ausdauer und die Stärke der Kongregation.

Während der anschließenden Zeremonie zur Amtseinführung bei einer Vesper in der Mutterhauskirche wünschte Pater Michael dem neuen Führungsteam die Flexibilität und Stabilität des Zedernbaums. Auf die Frage von Schwester Margarete erklärten sich die neuen Generalrätinnen, die gestern Nachmittag gewählt wurden – Schwestern M. Rita, M. Lima, M. Hiltrud und M. Teresa – zum Dienst in der internationalen Ordensleitung bereit und baten alle Schwestern um ihr Gebet und ihre Unterstützung. Sie erhielten eine Kerze als Trägerinnen des Lichts Christi und den Segen aller Schwestern.

Vor dem Abendessen im Mutterhaus wurde die Multikulturalität der Ordensgemeinschaft durch Vorführungen der Schwestern aus Japan, Indien und Vietnam deutlich. Sie begeisterten alle mit ihren Kostümen und ihrem Tanz. Ein starkes Gefühl franziskanischer Gastfreundschaft war zu spüren, als alle gemeinsam aßen und als Familie zusammenkamen.

Einige Eindrücke des Tages im folgenden englischsprachigen Film.

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Wahl der neuen Generaloberin und ihres Rates

14. September 2024. Am heutigen Samstag, 14. September 2024, wurde Schwester M. Margarete Ulager erneut zur Generaloberin der Kongregation der Krankenschwestern vom Regulierten Dritten Orden des Hl. Franziskus gewählt.

Am Morgen begrüßten die Kapitularinnen Bischof Dr. Felix Genn im Borromaeum. Bischof Felix zelebrierte die Heilige Messe und begab sich anschließend mit den Kapitularinnen zur Wahl der neuen Generaloberin in den Kapitelsaal.

Nach der Wahl, die nur eine halbe Stunde dauerte, fuhren die Kapitularinnen mit einem roten Doppeldeckerbus zur Mutterhauskirche, wo bereits viele Schwestern und Gäste warteten. Zum Läuten der Kirchenglocken schritt Schwester Margarete mit Bischof Felix in die Mutterhauskirche, wo sie mit stehenden Ovationen begrüßt wurde. Dann legte Schwester Margarete den Amtseid ab, und Bischof Felix überreichte ihr das Siegel und den Schlüssel der Kongregation.

Zurück im Kapitelsaal, wurde am Nachmittag auch noch der neue Generalrat gewählt mit Schwester M. Rita Edakkoottathil als Generalvikarin und Schwester M. Lima Arackal, Schwester M. Hiltrud Vacker und Schwester M. Teresa Wawrowicz als Generalrätinnen.

Im Bild v.l.n.r.: Schwester M. Teresa Wawrowicz, OSF, Generalrätin (Polnische Provinz), Schwester Lima Arackal, OSF, Generalrätin (Indische Provinz), Schwester M. Margarete Ulager, OSF, Generaloberin (Deutsche Provinz), Schwester M. Rita Edakkoottathil, OSF, Generalvikarin (Indische Provinz), und Schwester M. Hiltrud Vacker, OSF, Generalrätin (Deutsche Provinz).

Wir gratulieren Schwester M. Margarete Ulager und ihrem Team und beten für Gottes Segen für ihre neue Amtszeit.

Im folgenden englischsprachigen Film haben wir einige Eindrücke des Tages zusammengefasst.

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Tag der Stille und des Gebets

13. September 2024. In spiritueller Vorbereitung auf die morgige Wahl der neuen Generaloberin halten die Kapitularinnen und Gäste heute einen Tag der Stille und des Gebets. Zusätzlich zu allen persönlichen Gebeten werden die Teilnehmenden geeint vom Kapitelsgebet, das im Vorfeld des Generalkapitels ausgewählt wurde:

Höchster, glorreicher Gott, erleuchte die Finsternis meines Herzens und schenke mir den rechten Glauben, gefestigte Hoffnung und vollkommene Liebe. Gib mir, Herr, das rechte Empfinden und Erkenntnis, damit ich deinen heiligen Auftrag erfülle, den du mir in Wahrheit gegeben hast. Amen.

Zu dieser Zeit der Besinnung möchten wir mit einer meditativen Ansicht aus der Kapelle des Borromaeums beitragen.

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Franziskanisch unterwegs

12. September 2024. Heute Morgen wurde die Messe in der Kapelle des Borromaeums mit Gebeten und Musik der indischen Schwestern gefeiert. Um neun Uhr kehrten die Kapitularinnen in den Kapitelsaal zurück, um hinter verschlossenen Türen ihre Diskussionen über die Wahl fortsetzten.

Einige Schwestern, die nicht am Kapitel teilnehmen, besuchten ein bischöfliches Mädchengymnasium in Münster, die Marienschule, wo sie über ihr Ordensleben berichteten und Fragen der Schülerinnen beantworteten. Glücklicherweise sprach eine der Schülerinnen Vietnamesisch und konnte für ihre deutschen Mitschülerinnen übersetzen.

Nach einem wunderbaren Mittagessen fuhr die Gruppe bei schönstem Wetter mit dem Schiff über den Aasee zum nahegelegenen Zoo, wo Pater Michael dazukam. Den Nachmittag in der Natur und mit vielen Tieren zu verbringen, erinnerte an den Ordensgründer, den heiligen Franziskus von Assisi, und seine Liebe zu allen Geschöpfen Gottes – den großen und den kleinen.

Einige Eindrücke des Tages im folgenden englischsprachigen Film.

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Arbeit hinter verschlossenen Türen

11. September 2024. Heute Morgen gestalteten die Schwestern aus der Japanischen Provinz die Messe mit Musik und Gebeten; gestern waren es die Schwestern aus dem Kanonischen Haus in den USA.

Nach dem Frühstück wurde die Perspektivarbeit mit Schwester Carol Zinn fortgesetzt.

Um 15 Uhr heute Nachmittag wurden die Türen des Kapitelsaals für die Gäste geschlossen, da die Kapitularinnen nun die Wahl des neuen Generalrats vorbereiten. Beginnen werden sie mit der Erstellung der Wahllisten.

Hinter den verschlossenen Türen geht auch die Arbeit der Dolmetscher weiter, die bereits seit Ankunft der Delegierten und Gäste Ende August die Gespräche und Diskussionen auf Deutsch, Englisch, Polnisch und Japanisch ermöglichen.

Der dienstälteste Dolmetscher ist Rolf Lehmann. Er arbeitet seit 48 Jahren für die Kongregation, beginnend mit dem Generalkapitel 1976. Er übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche und umgekehrt.

Für Rolf Lehmann, der in diesem Jahr 90 Jahre alt wurde, ist es das 9. Generalkapitel der Mauritzer Franziskanerinnen. Auch außerhalb der Kapitel hat er bereits viele internationale Veranstaltungen begleitet. Die Schwestern schätzen seine Sprachkenntnisse und seinen Einblick in die internationalen Aspekte der Kongregation und sind dankbar für seine Freundschaft und Unterstützung in all diesen Jahren.

Einige Eindrücke des Tages im folgenden englischsprachigen Film.

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Berichte und Verabschiedung der Generalleitung

10. September 2024. Im Mittelpunkt des heutigen Tages standen die Berichte des Generalrats, mit denen Generalvikarin Schwester M. Rita Edakkoottathil gestern begonnen hatte, indem sie die internationale Ausbildung der Kongregation erläuterte.

Heute Morgen diskutierte Generalrätin Schwester M. Lima Arackal die Weltsynode, bevor Generalökonomin Schwester M. Beata Kapica und Finanzdirektor Martin Krawinkel den Finanzbericht der Generalleitung vorstellten.

Anschließend gab Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager den Bericht des Generalats für die Jahre 2018 bis 2024 ab. Dabei blickte sie auf eine Amtszeit zurück, die sowohl aufgrund äußerer Faktoren wie Naturkatastrophen, der Covid-Pandemie und des Ausbruchs von Kriegen sehr herausfordernd war, aber auch wegen vieler struktureller Veränderungen innerhalb der Kongregation.

Veränderungen gab es auch in der Generalleitung selbst. Dankbar gedachte Schwester Margarete der 2018 zur Generalvikarin gewählten Schwester M. Christella Watanabe aus der Japanischen Provinz, die im April 2023 verstarb. Im Mai 2023 wurde dafür Generalökonomin Schwester Beata Kapica für die verbleibende Amtszeit als Generalrätin gewählt. Außerdem wurde Schwester Laetitia Matsunaga aus der japanischen Provinz als Assistentin der Generalverwaltung ins Team aufgenommen. „Ich werde für immer dankbar sein für die Liebe und Unterstützung meiner Schwestern im Generalat und aller Schwestern, die diesen Weg in den letzten sechs Jahren mit mir gegangen sind“, so die Generaloberin.

Wir bleiben immer Kinder unserer Nationen und Kulturen – aber keine Provinz ist eine Insel!

(Schwester M. Margarete Ulager)

Angesichts der dramatischen Veränderung in der Altersstruktur der Mitglieder betonte Schwester Margarete in ihrer Ansprache die große Bedeutung einer weitsichtigen Planung und aktiven Gestaltung der gemeinsamen Zukunft. „Der Willen Gottes muss immer wieder neu erspürt werden“, führte sie aus, „und so finden unsere Schwestern schon seit 180 Jahren immer wieder neue Antworten darauf, wie wir die heilende Gegenwart Christi in die Welt bringen können.“ Abschließend hielt die Generaloberin ein emotionales Plädoyer für die Stärkung der Internationalität der Kongregation und für eine Kommunikation, die Brücken baut sowohl zwischen den weltweiten Standorten als auch zwischen den älteren und jüngeren Schwestern.

Voller Dankbarkeit und Respekt gratulierten die Kapitularinnen Schwester Margarete und ihrem Team für ihre Leitung und ihren Dienst und erteilten dem Generalrat Entlastung.

Die Sitzung wurde mit der Perspektivarbeit von Schwester Carol Zinn fortgesetzt, die sehr deutlich machte, dass man einen neuen Standpunkt einnehmen und seinen Blick weiten muss, um eine bessere Perspektive für die Zukunft der internationalen Kongregation zu gewinnen.

Der folgende englischsprachige Film bietet Ihnen einige Eindrücke des heutigen Tages.

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Gebet, Musik und Fakten: Kultur und Infos teilen

9. September 2024. Heute Morgen um sieben Uhr wurde in der schönen Kapelle des Borromaeums eine Messe mit Gebeten und Musik der polnischen Schwestern gefeiert. Täglich werden die internationalen Kapitularinnen nun abwechselnd die Liturgie gestalten und so ihre Kultur teilen, um die Internationalität der Kongregation zu würdigen und das geistliche Leben des Generalkapitels zu fördern.

Im Kapitelsaal stellte die Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager einige der Personen vor, die hinter den Kulissen zum Gelingen des Kapitels beitragen. Sie begrüßte und dankte dem Gastgeber im Borromaeum, Regens Dr. Philip Peters mit seinem Team, und auch den Mitarbeitern des Generalats, die im Büro im Mutterhaus arbeiten.

Danach wurde die gestern begonnene Berichterstattung mit Informationen aus den Provinzen und dem Kanonischen Haus fortgesetzt. Diese umfasst Zahlen und Fakten über die Entwicklung der Mitgliederzahlen sowie des Strukturwandels der letzten sechs Jahre und Entscheidungen, die die heutigen Notwendigkeiten und die Anforderungen der Zukunft widerspiegeln – und das vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Unruhen und der vielen Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft.

Heute berichteten Schwester Maureen O’Connor, Oberin des U.S. Kanonischen Hauses, Schwester Maria Fidelis Furukawa, Provinzoberin der Japanischen Provinz, und Schwester M. Johncy Kurisunkal, Provinzoberin der Indischen Provinz.

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Feierliche Eröffnung des 21. Generalkapitels

8. September 2024. Am heutigen Sonntag, 8. September 2024, wurde das 21. Generalkapitel der internationalen Kongregation der Mauritzer Franziskanerinnen feierlich eröffnet.

Am Vormittag wurde im Dom St. Paulus in Münster eine Messe gefeiert, bei der Repräsentantinnen aus allen Standorten der Ordensgemeinschaft ihre jeweilige Landesflagge trugen. Viele Schwestern aus dem Mutterhaus, zahlreiche Gäste des Kapitels und die Öffentlichkeit nahmen an dieser Messe teil.

Dompropst Hans-Bernd Köppen begrüßte die Schwestern der internationalen Ordensgemeinschaft und stellte in seiner Predigt einen Bezug her zwischen dem Charisma der Ordensgemeinschaft, „die heilende Gegenwart Christi in die Welt zu bringen“, und der Tagelesung aus dem Markusevangelium, in dem Jesus einen Taubstummen heilt (MK 7, 31 – 37). „Dieses Evangelium ermutigt uns, sich den Kranken zuzuwenden“, erläuterte er. „Das christliche Menschenbild schließt Kranke, Arme und Not leidende Menschen ausdrücklich ein; die Sorge um sie ist Kern der Erlösungsbotschaft Christi.“

Konzelebrant Prof. Pater Dr. Dr. Michael Plattig O.Carm., Spiritual der internationalen Ordensgemeinschaft, und Schwestern der Deutschen Provinz der Mauritzer Franziskanerinnen gestalteten die Liturgie mit, die wegen der zahlreichen Gäste aus aller Welt teilweise in englischer Sprache gefeiert wurde. Auch die ergreifende Musik eines Mädchenchores trug zu der bewegenden Messe bei und bestärkte die Kapitelsgemeinschaft in einem Geist von Einheit und Freude.

Am Nachmittag eröffnete Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager im Priesterseminar Borromaeum offiziell das 21. Generalkapitel der internationalen Ordensgemeinschaft und entzündete die Kapitelkerze mit dem Motto „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“.

In ihrer Eröffnungsansprache begrüßte Schwester Margarete alle Teilnehmenden und Gäste und bedankte sich auch im Namen aller Schwestern der Generalleitung sehr herzlich bei allen, die zur erfolgreichen Vorbereitung des Kapitels beigetragen haben.

„Die gemeinsame Reise unserer internationalen Kongregation in den letzten sechs Jahren war ein Auf und Ab, es gab viel Freude, aber auch Trauer – es war ein Wachsen und Loslassen“, gab sie einen ersten kurzen Rückblich auf ihre Amtszeit. Die Ordensgemeinschaft sei ein Spiegel von Kirche und Gesellschaft und stehe in diesen komplexen Zeiten an einem Scheideweg. „Unser Charisma besteht schon seit 180 Jahren und hat alle Tage überdauert, weil unsere Gemeinschaft immer wieder neu auf die Zeichen der Zeit reagiert hat“, sagte die scheidende Generaloberin. „In den kommenden zwei Wochen wird es unsere gemeinsame Aufgabe sein, im Vertrauen auf den Heiligen Geist und voller Zuversicht erneut nach dem Willen Gottes für die Gemeinschaft zu suchen.“

Die Arbeit des Generalkapitels begann sodann mit der Vorstellung des Berichtes der Deutschen Provinz durch Provinzoberin Schwester M. Diethilde Bövingloh und der Polnischen Provinz durch Provinzoberin Schwester M. Maksymiliana Pilarska.

Anbei einige Eindrücke des heutigen Tages.

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Abschließende Vorbereitungen für das 21. Generalkapitel

7. September 2024. Die Organisation eines internationalen Generalkapitels erfordert viel Zeit und Vorbereitung, besonders, wenn es außerhalb des Mutterhauses stattfindet. Heute, am Vorabend der Eröffnung des 21. Generalkapitels, wurden diese Vorbereitungen abgeschlossen.

Der Konferenzraum im Borromaeum ist zum Kapitelsaal umfunktioniert worden. Die Tischordnung wurde nach Ländern und Sprachen organisiert, um die Übersetzung und die Diskussionen unter den Delegierten aus den jeweiligen Provinzen und dem Kanonischen Haus zu erleichtern. Auf den Tischen liegen personalisierte Ordner mit den Unterlagen, die in den nächsten zwei Wochen bearbeitet werden.

Die Schwestern aus der Generalleitung und die Moderierenden sitzen zusammen mit Schwester M. Margarete Ulager, der scheidenden Generaloberin, entlang der linken Seite des Raumes.

Im hinteren Teil des Kapitelsaals werden die Dolmetscherinnen und der Dolmetscher in schalldichten Kabinen arbeiten.

In einer kurzen Sitzung am Nachmittag konnten sich die Delegierten mit dem Raum vertraut machen und erhielten eine Einführung in das Übersetzungssystem. Außerdem wurde die Tagesordnung besprochen und die Geschäftsordnung angenommen.

Möge das 21. Generalkapitel beginnen!

Mit dem folgenden Video möchten wir Sie vor der offiziellen Eröffnung der Veranstaltung zu einem Besuch im Kapitelsaal im Borromaeum einladen.

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Gebaut auf starken Wurzeln: Besuch in Telgte

6. September 2024. Heute Morgen besuchten die Delegierten und Gäste des 21. Generalkapitels Telgte, den Gründungsort der internationalen Kongregation der Mauritzer Franziskanerinnen.

Telgte, vor rund 1.200 Jahren gegründet, ist einer der ältesten Kirchorte im Münsterland. Der Missionar St. Liudger errichtete hier an der Emsfurt, einem Schnittpunkt verschiedener Handelswege, erstmals um das Jahr 800 eine hölzerne Pfarrkirche. Im Jahr 1238 erhielt Telgte die Stadtrechte und gehörte zur Hanse. Heute leben hier etwa 20.000 Menschen.

Nach einem kurzen Spaziergang vom Busparkplatz aus feierte die Gruppe in der Pfarrkirche St. Clemens im Stadtzentrum die Heilige Messe. Es folgte ein Besuch in der Gnadenkapelle, in der Pater Christoph Bernsmeyer am 2. Juli 1844, also vor 180 Jahren, die Mauritzer Franziskanerinnen gründete.

Diese barocke Kapelle wurde 1654 von Fürstbischof Bernhard von Galen eigens für die Pietà der Schmerzhaften Mutter von Telgte erbaut: Eine Marienstatue, die den Leichnam Jesu hält – eine der ältesten Darstellungen dieser Art in Nordwestdeutschland, geschnitzt um 1370 aus Pappelholz. Über ihre Herkunft ist nichts bekannt, und im Laufe der Zeit haben sich viele Legenden gebildet. Ursprünglich war die Statue farbig gefasst. An den Rändern des Gewandes sind noch Spuren der Farben zu sehen.

Seit dem 14. Jahrhundert zieht die Schmerzhafte Mutter von Telgte Pilger aus nah und fern an. In den Jahren des Vikariats von Pater Christoph Bernsmeyer in Telgte, als er auch für die Pilger zuständig war, betete er oft vor der Pietà, und die ersten Franziskanerinnen feierten in dieser Kapelle ihre Investitur.

Nach dem Gebet vor der Pietà besuchte die Gruppe das Klara-Haus, das ehemaligen Wohnhaus von Pater Christopher, in dem heute Schwester M. Theodora lebt, die in der Pfarrei arbeitet und Besucher und Pilger im Geist franziskanischer Gastfreundschaft empfängt.

Ein Besuch am Grab von Pater Christopher Bernsmeyer bildete den Abschluss der heutigen Fahrt nach Telgte. Pater Christoph, der am 15. Mai 1777 in Verl im Bistum Paderborn geboren wurde und 1811 nach Telgte zog, starb dort am 2. Juni 1858 im Alter von 81 Jahren. Der Schwesternfriedhof wurde am 11. Oktober 1950 zu seiner letzten Ruhestätte.

Der Besuch am Gründungsort, den Wurzeln der Kongregation, war ein bewegendes Erlebnis, besonders für die Schwestern und Gäste, die zum ersten Mal hierher kamen. Die Spiritualität von Pater Christopher, die die Kongregation auf der ganzen Welt verbindet, bildet auch die gemeinsame Basis, auf der die Teilnehmerinnen des Generalkapitels bald wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Kongregation treffen werden.

Einige Eindrücke des Tages wurden im folgenden Film eingefangen.

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Zweiter Tag in Bremerhaven

5. September 2024. Am Morgen des zweiten Tages in Bremerhaven wurden die Delegierten und Gäste des 21. Generalkapitels von einem wolkenlos blauen Sommerhimmel begrüßt. Nach einem ausgiebigen Frühstück konnten sie kurz nach neun Uhr ausgechecken und die Koffer bereits wieder in den Bus einladen. Dann spazierten die Teilnehmenden wenige Minuten zu Fuß zum Deutschen Auswandererhaus, das in zwei „Sprachengruppen“ besucht wurde: Die deutsch- und polnischsprachigen Reisenden machten sich mit den Dolmetscherinnen Eva-Maria Steiger und Agata Prochotta Milek auf den Weg, die Englisch und Japanisch Sprechenden wurden von Rolf Lehmann, Reiko Lelli-Tatsumi und Atsuko Matsumoto unterstützt.

Das Auswandererhaus ist den etwa 7,2 Millionen Menschen aus ganz Europa gewidmet, die vom 18. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert von Bremerhaven aus in die Neue Welt aufbrachen, wo sie auf ein besseres Leben hofften. Viele flohen vor Hunger, Arbeitslosigkeit, Krieg, Verfolgung oder Perspektivlosigkeit. Die Besucher der Ausstellung folgen den Spuren realer Lebensgeschichten von Bremerhaven zur Einwanderungsstation Ellis Island und hinein in die Stadt New York bis zur Ankunft in der großen Bahnhofshalle der ‚Grand Central Station‘.

Die historisch detailgetreu rekonstruierten Ausstellungsräume, die Licht- und Sound-Effekte und persönlichen Erinnerungsstücke stimmten nachdenklich und machten die Lebenswirklichkeit der Auswandernden intensiv spürbar. Sehr eindrücklich war zum Beispiel der Schiffskai nachempfunden, an dem die Reisenden früher Abschied von ihrer Heimat nahmen und in eine ungewisse Zukunft aufbrachen. Sehr deutlich wurde auch, welche Lebensbedingungen die Auswandernden während der langen Überfahrt nach Amerika in Kauf nehmen mussten – besonders vor der Erfindung der Dampfschiffe in den 1880er Jahren, als man noch 12 Wochen segeln musste, um den Atlantik zu überqueren. Dank all dieser Informationen können die Delegierten und Gäste des Generalkapitels nun umso mehr den Mut, das Durchhaltevermögen und die Lebensleistung der Mauritzer Franziskanerinnen verstehen und wertschätzen, die als Missionarinnen in fremde Welten reisten.

Auch das Mittagessen wurde gemeinsam im Auswandererhaus eingenommen: Die Teilnehmenden stärkten sich mit „Großmutters Kartoffelsuppe“, Kaffee, Eis und Kuchen. Vor der Abfahrt um 14 Uhr blieb noch Zeit für einen kurzen Spaziergang bei warmem Sonnenschein und frischem Wind.

Während der Rückfahrt wurde im Reisebus eine Vesper in den Muttersprachen der Teilnehmenden gefeiert, bevor die Gruppe um 18 Uhr im westfälischen Landgasthof Overwaul zum Essen einkehrte. Danke schön und Applaus für Planungsteam und alle Beteiligten, die zum Erfolg dieser Reise beigetragen haben.

Einige Eindrücke des zweiten Tages in Bremerhaven haben wir in einem Video zusammengestellt; die deutsche Übersetzung des Textes finden Sie darunter.

„Seit Jahrhunderten haben Menschen das Schicksal der Menschheit beeinflusst und verändert, insbesondere diejenigen, die wie viele unserer Schwestern in ein anderes Land ausgewandert sind. In diesem Sinne besuchten wir das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven, wo uns die Geschichten zahlloser Menschen berührten – und uns einen Einblick in diese Menschen gaben, deren Hoffnungen und Träume ihnen den Weg durch ihr Leben ebneten. Nach dem Mittagessen fuhren wir zurück nach Münster und kehrten zum Abendessen in einem traditionellen westfälischen Restaurant ein.

Dieser Ausflug war nicht nur sehr informativ, sondern bot den Delegierten und Gästen auch eine wunderbare Gelegenheit, Freundschaften zu erneuern und neue zu schließen. Während dieser zwei Tage kamen wir als internationale Familie in der franziskanischen Tradition der Gastfreundschaft und Freude zusammen – eine gute Vorbereitung auf die baldige Eröffnung des 21. Generalkapitels.“

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Erster Tag in Bremerhaven

4. September 2024. Die Delegierten und Gäste des 21. Generalkapitels sind heute auf eine zweitägige Reise nach Bremerhaven aufgebrochen, die von Schwester M. Cäcilia Musekamp, Deligierte aus der Deutschen Provinz, und einem Team aus dem Generalat gemeinsam geplant und organisiert wurde, bestehend aus Schwester M. Beata Kapica, Schwester M. Rita Edakkoottathil und Finanzdirektor Martin Krawinkel.

Nach dem Reisesegen von Spiritual Professor Pater Dr. Dr. Michael Plattig O.Carm. ging die Busreise von Münster aus mit einer kurzen Pause bis ins kleine Örtchen Wremen am Nordseedeich. Unterwegs erläuterte Brian Blasco, Leiter Kommunikation und Archivar des U.S. Kanonischen Hauses, die Geschichte der Gründungsschwestern, die sich von 1875 bis in die 1930er Jahre von Deutschland aus per Schiff auf den Weg nach Amerika machten. An der Nordseeküste angekommen, kehrte die Gruppe nach einem kurzen Spaziergang auf dem Deich zum Mittagessen in die Wremer Fischerstube ein. Dann ging es mit dem Bus weiter nach Bremerhaven, zuerst durch das Hafengebiet mit Blick auf große Containerschiffe und schließlich zum B&B-Hotel.

Von dort aus gingen die Reisenden zu Fuß zum Klimahaus und wurden unterwegs von starkem Regen überrascht – durchaus eine Einstimmung auf die Ausstellung, die sich mit dem Klimawandel beschäftigt. Nach einem Einführungsvortrag über die Konzeption des Hauses – eine Reise entlang des 8. Längengrades – verbrachten die Delegierten und Gäste fast drei Stunden im Klimahaus, bevor der Abend mit einem gemütlichen Essen im Restaurant Kaiserhafen ausklang.

Die gelungene Auswahl der sehr originellen Restaurants war der Ortskenntnis von Schwester M. Cäcilia zu verdanken, die viele Jahre in Bremerhaven gelebt und gearbeitet hat. Für den wunderbaren, eindrucksvollen gemeinsamen Tag bedankte sich die Reisegruppe mit herzlichem Applaus beim Organisationsteam und beim Busfahrer, der trotz der widrigen Wetterbedingungen alle sicher durch den Tag begleitete.

Einige Eindrücke des ersten Tags in Bremerhaven bietet der folgende Film.

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Ankunft und erstes Arbeitstreffen

3. September 2024. In den letzten Tagen sind die Delegierten und Gäste des 21. Generalkapitels in Münster angekommen. Wir danken Gott, dem Hl. Franziskus von Assisi und Pater Christoph Bernsmeyer dafür, dass die Reisenden aus Indien, Japan, Vietnam, Korea, Polen, Amerika und Deutschland gut angekommen sind.

Heute haben sich die Schwestern aus Vietnam und der Japanischen Provinz mit Schwester Dr. Carol Zinn, SSJ, Geschäftsführerin der LCWR (Leadership Conference of Women Religious), und den Moderatoren des Generalkapitels, Dompropst Pfarrer Hans-Bernd Köppen und Professorin Dr. Margret Nemann sowie Mitgliedern des Generalats getroffen, um Zukunftsfragen zu diskutieren und Perspektiven zu entwickeln.

Viele andere haben die Zeit genutzt, um ihre Koffer auszupacken und sich mit dem Priesterseminar Borromaeum und der Stadt Münster vertraut zu machen.

Einige Eindrücke dieses Tages finden Sie im folgenden Film.

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Spannende Orte: Ankunft im ‚Borromaeum‘

2. September 2024. Der heutige Montag ist ein weiterer großer Anreisetag für das Generalkapitel 2024: Im Laufe des Tages werden die Delegierten und Gäste aus Amerika, Indien und Polen erwartet. Die Gruppen aus Amerika und Indien werden persönlich am Flughafen abgeholt und ins Mutterhaus gebracht, wo sie vom Team des Generalats und den Schwestern aus der Deutschen Provinz begrüßt werden. Anschließend werden sie zum ‚Borromaeum‘ gefahren, um ihre Zimmer im beziehen: Das Priesterseminar am Domplatz dient für die Zeit des Generalkapitels sowohl als Tagungsort als auch als Unterkunft für alle Teilnehmenden. Die Gruppe aus Polen, die mit dem Auto anreist, wird heute Abend direkt im Borromaeum einchecken. Auch die ersten der sechs Simultan-Übersetzer reisen heute an.

Einige Eindrücke vom Borromaeum gibt der folgende englischsprachige Film. Die deutsche Übersetzung finden Sie darunter.

Da es im Mutterhaus keinen Kapitelsaal mehr gibt, wird unser Generalkapitel 2024 im Stadtzentrum stattfinden, in einem katholischen Priesterseminar am Domplatz, das nach einem italienischen Heiligen „Borromaeum“ genannt wird. Seit 1854 nutzt die Diözese Münster dieses historische Gebäude für die Priesterausbildung und als Wohnheim für Theologiestudenten. Heute bietet der Ostflügel Zimmer für Studentinnen und Studenten aller Fakultäten. Bevor die Deutsche Bischofskonferenz hier 2018 zu Gast war, wurde das Gebäude komplett saniert. Die Besucherinnen und Besucher genießen nun die stilvolle Kombination aus sorgfältig erhaltenen Design-Elementen aus den 50er Jahren und moderner Architektur. Dank des großen Konferenzsaals, zwei schönen Kapellen, komfortablen Zimmern und Vollverpflegung ist das Borromaeum der perfekte Ort für unser Generalkapitel 2024.

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Spannende Orte: Der St. Paulus-Dom in Münster

1. September 2024. In genau einer Woche, am Sonntag, 8. September, wird das 21. Internationale Generalkapitel der Mauritzer Franziskanerinnen um 10 Uhr im Rahmen der Heiligen Messe im St. Paulus-Dom eröffnet. Der Gottesdienst wird von Dompropst Hans-Bernd Köppen zelebriert, mit dem Spriritual der Mauritzer Franziskanerinnen, Professor Pater Dr. Dr. Michael Plattig O.Carm. als Konzelebrant. Diese Heilige Messe wird auf der Internetseite des Bistums Münster, www.bistum-muenster.de, sowie auf dem Youtube- und Facebook-Kanal des Bistums gestreamt.

Im folgenden englischsprachigen Film geben wir Ihnen einige Einblicke in die Geschichte des Doms und des Bistums Münster. Darunter finden Sie die Informationen auf Deutsch.

Am Eröffnungssonntag unseres Generalkapitels feiern wir die Heilige Messe im St. Pauls Dom in Münster. Die Ursprünge der Stadt Münster und ihres Doms reichen bis ans Ende des achten Jahrhunderts zurück. Liudger, ein Missionar, begann mit dem Bau eines Missionszentrums, zu dem ein Kloster, eine Schule und eine kleine Kirche gehörten. Im Jahr 805 wurde Liudger der erste Bischof von Münster und machte diese Kirche zum Zentrum seiner neuen Diözese. Der St. Paulus-Dom, wie wir ihn heute sehen, besteht seit 1956. Frühere Gebäude wurden durch Feuer und die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstört. Als Bischofssitz ist diese Kirche das Herzstück des katholischen Münsters. Im Dom sind wunderschöne Kunstschätze zu bewundern. Viele Besucher sind auch von der astronomischen Uhr fasziniert, die seit 1540 tickt.

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Spannende Orte: Die Mutterhauskirche der Franziskanerinnen

31. August 2024. Im Rahmen des anstehenden Generalkapitels wird in genau zwei Wochen, am Samstag, 14. September, die neue internationale Generaloberin der Mauritzer Franziskanerinnen von den Delegierten aus aller Welt gewählt. Diese geheime Wahl unter Vorsitz von Dr. Felix Genn, Bischof von Münster, findet am zentralen Veranstaltungsort statt, im Priesterseminar Borromaeum am Domplatz. Anschließend versammeln sich alle Schwestern und Gäste in die Mutterhauskirche der Franziskanerinnen, wo die neue Generaloberin von Bischof Dr. Felix Genn in ihr Amt eingeführt wird.

Im folgenden englischsprachigen Film stellen wir Ihnen die wechselvolle Geschichte der Mutterhauskirche vor. Darunter finden Sie die Informationen auf Deutsch.

Die neue Generaloberin wird nach ihrer Wahl in unserer Mutterhauskirche in Münster von Bischof Dr. Felix Genn in ihrem Amt eingeführt. Der Grundstein für die ursprüngliche Mutterhauskirche wurde 1854 gelegt. Leider wurde sie während des Zweiten Weltkriegs bei den Bombenangriffen im Oktober 1944 zerstört. Nach dem Krieg wurde mit finanzieller Unterstützung unserer amerikanischen Schwestern eine neue Kirche gebaut. Die Kirche, wie wir sie heute sehen, wurde 1951 geweiht und in den 1970er Jahren renoviert. Sie bietet Platz für bis zu 800 Personen und ist bekannt für ihre hervorragende Akustik. Das Mosaik im Altarraum wurde als Logo des Generalkapitels 2024 gewählt. Es wurde von Paul von der Forst geschaffen und zeigt den Heiligen Geist über Maria, der Königin, und Christus, dem König.

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Count-Down für’s Generalkapitel: Erste Gäste im Mutterhaus

30. August 2024. Während die Vorbereitungen auf das 21. Generalkapitel im Generalat und im Borromaeum auf Hochtouren laufen, kommen bereits heute Abend die ersten Delegierten und Gäste aus Japan in Münster an. Am Flughafen Münster-Osnabrück werden sie von Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager, Generalvikarin Schwester M. Rita Edakkoottathil, Schwester M. Laetitia Matsunaga aus der Japanischen Provinz und Vorstandsmitglied Prof. Dr. Michael Möllmann abgeholt und ins Mutterhaus der Franziskanerinnen gebracht.

Um auch die Mitschwestern und Interessierten in aller Welt, die nicht persönlich in Münster sein können, das Generalkapitel möglichst nah erleben zu lassen, werden wir in den folgenden Tagen einige wichtige Orte in kurzen Filmbeiträgen in englischer Sprache vorstellen – zuerst das Mutterhaus, dessen Grundstein die Franziskanerinnen bereits Mitte des 19. Jahrhunderts legten.

Im Jahr 1853 zogen die ersten Schwestern von Telgte nach Münster. Das Mutterhaus, das sie errichteten, umfasste einen Konvent, eine Kirche und die Anfänge des St. Franziskus-Hospitals – ein Gebäude, das sich gut für ihr erfülltes Leben in Arbeit und Gebet eignete. Seither wurden Größe, Nutzung und die baulichen Gegebenheiten des Mutterhauses immer wieder den wechselnden Anforderungen der Zeit angepasst. In einer der Umbauphasen wurde der ehemalige Kapitelsaal an das St. Franziskus-Hospital übergeben. Die jüngste Erweiterung des Mutterhauses besteht aus einer moderne Kapelle und einigen Wohnräumen. In den 1960er Jahren lebten etwa 200 Schwestern im Mutterhaus; bei Exerzitien wurden hier bis zu 500 Schwestern untergebracht. Heute leben hier 60 Mauritzer Franziskanerinnen und 24 Brüder und Schwestern anderer Kongregationen. Es ist auch der Sitz der Leitung der Deutschen Provinz und der internationalen Generalleitung, die häufig Besucher aus aller Welt empfängt.

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21. Internationales Generalkapitel der Mauritzer Franziskanerinnen in Münster: Ordensschwestern aus aller Welt tagen vom 8. – 22. September 2024 am Domplatz

Münster, 28. August 2024. Vom 8. – 22. September 2024 findet in Münster das 21. Internationale Generalkapitel der Mauritzer Franziskanerinnen statt. Die 1844 in Telgte gegründete Ordensgemeinschaft mit Standorten in Deutschland, Polen, Amerika, Japan und Indien wird im Bischöflichen Priesterseminar Borromaeum am Domplatz in Münster tagen, um eine neue internationale Generalleitung zu wählen und vielfältige Themen rund um Glauben, Leben und Wirken aller Schwestern weltweit zu diskutieren. Die Wahl der neuen Generaloberin für eine Amtszeit von sechs Jahren findet am 14. September 2024 unter Vorsitz von Bischof Dr. Felix Genn statt, ebenso wie ihre anschließende Amtseinführung in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen. Auch die internationalen Generalrätinnen der Ordensgemeinschaft werden neu gewählt. Vorab haben die weltweit 524 Schwestern der Kongregation dafür 33 wahlberechtigte Delegierte bestimmt, die zum Generalkapitel nach Münster reisen.

Die feierliche Eröffnung des Generalkapitels findet am Sonntag, 8. September 2024, um 10 Uhr im Rahmen einer Eucharistiefeier mit Dompropst Hans-Bernd Köppen im St. Paulus Dom in Münster statt, mit dem Spiritual der Ordensgemeinschaft, Professor Pater Dr. Dr. Michael Plattig als Konzelebrant. Diese Heilige Messe wird auf der Internetseite des Bistums Münster, www.bistum-muenster.de, sowie auf dem Youtube- und Facebook-Kanal des Bistums gestreamt. Über den Verlauf des Generalkapitels wird ab Anfang September auf der Internetseite des Generalats, www.generalat-hsosf.de, fortlaufend berichtet.

Das Generalkapitel ist die höchste beschlussfassende Versammlung der Kongregation und gliedert sich in ein Wahlkapitel zur Neubesetzung der Leitungsämter und ein Sachkapitel mit einer großen Bandbreite von Themen, von der gemeinsamen Spiritualität der internationalen Gemeinschaft über die verschiedenen Dienste der Schwestern bis zur konkreten Lebensgestaltung an den weltweiten Standorten. „Die perspektivische Arbeit wird auf diesem Generalkapitel einen hohen Stellenwert haben“, erläutert die scheidende Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager, die gemeinsam mit ihren Rätinnen am 10. September offiziell aus ihrem Amt verabschiedet wird. „Wir stehen vor der großen Aufgabe, die Zukunft unserer internationalen Gemeinschaft im aktuellen Kontext der weltweit angespannten Situation in Kirche, Gesellschaft und Politik gemeinsam zu planen und zu gestalten – im Vertrauen auf die Führung des Heiligen Geistes.“ Das Motto des Generalkapitels lautet: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh. 14, 6).

Zum anstehenden 21. Generalkapitel sind neben den wahlberechtigten Schwestern erstmals auch Juniorats-Schwestern aus Polen, Japan und Indien eingeladen, um diese perspektivische Arbeit mit zu gestalten und die weltweite Vernetzung zu fördern. Ebenfalls zum ersten Mal sind auch zivile Mitarbeitende der internationalen Gemeinschaft als Gäste dabei. Eine Internationalität, die sich auch in der Sprachenvielfalt zeigt: Englisch ist die gemeinsame Konferenzsprache, aber alle offiziellen Dokumente werden in Deutsch, Polnisch, Englisch und Japanisch erstellt, und die gesamte Veranstaltung wird von sechs Simultan-Übersetzerinnen und -Übersetzern begleitet.

Mit Blick auf ihre zu Ende gehende Amtszeit bedankt sich Schwester M. Margarete sehr herzlich bei den Schwestern ihres Generalrates, allen Mitschwestern weltweit sowie den zivilen Mitarbeitenden und Partnern an den internationalen Standorten der Ordensgemeinschaft für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung. „Es war eine Amtszeit mit einigen Besonderheiten“, sagt die Generaloberin. Als Mitglied der Deutschen Ordensprovinz wurde sie 2018 in den USA gewählt – beim ersten Generalkapitel der internationalen Kongregation, das nicht in Münster stattfand, sondern im Mutterhaus der amerikanischen Mitschwestern in Springfield, Illinois. Außerdem brachte die Corona-Pandemie erhebliche Einschränkungen für ihre internationalen Leitungsaufgaben, zu denen auch die Visitation gehört, also das persönliche Gespräch mit jeder einzelnen Schwester weltweit. Da von Januar 2020 bis Mitte 2022 das Reisen nicht möglich war, konzentrierten sich die Besuche bei den Schwestern in Konventen in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Kasachstan, USA, Japan, Vietnam und Indien auf die vergangenen beiden Jahre. Parallel wurde die Ordensgemeinschaft weltweit mit modernster Technik ausgestattet, um viele Arbeitstreffen per Videokonferenz durchführen zu können.

In den vergangenen sechs Jahren arbeitete Schwester M. Margarete im international besetzten Team der Generalleitung mit einer weiteren deutschen Schwester, zwei Schwestern aus der Indischen Provinz sowie je einer Schwester aus Polen und Japan zusammen. Die dienstälteste Schwester in diesem Team, Generalsekretärin Schwester Christa Maria Frie, die 1964 in die Kongregation eintrat und kürzlich ihren 80. Geburtstag feierte, arbeitet seit 32 Jahren in verschieden Positionen im Generalat und erlebt ihr sechstes Generalkapitel. Als jüngste Delegierte des Generalkapitels reist die vietnamesische Schwester Nichola Truong, Mitglied der Japanischen Provinz, mit einigen Mitschwestern aus den USA an, bei denen sie zurzeit Englisch lernt. Diese Gruppe legt eine Entfernung von etwa 7000 km Luftlinie zurück, um aus Illinois nach Münster zu reisen; so weit ist es auch für die Schwestern aus dem Mutterhaus der Indischen Provinz in Pithora. Die Entfernung vom Mutterhaus der Japanischen Provinz in Himeji beträgt 9000 km Luftlinie; eine vergleichsweise kurze Anreise von etwa 750 Kilometern haben die Schwestern aus dem polnischen Mutterhaus in Ołdrzychowice-Kłodzkie, während die Mitschwestern aus der Deutschen Provinz nur drei Kilometer entfernt wohnen.

Im Rahmen des 21. Internationalen Generalkapitels der Mauritzer Franziskanerinnen in Münster wird Schwester M. Margarete Ulager (vordere Reihe, 3.v.l., hier mit dem internationalen Team der Generalleitung) am 10. September 2024 aus dem Amt der Generaloberin verabschiedet.

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