
Gedanken zum Osterfest
Von Gründonnerstag bis zur Osternacht zelebrierte Prof. Dr. Pater Michael Plattig O.Carm. die Heiligen Messen in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen in Münster und hat einige Gedanken aus seinen Predigten für uns zusammengefasst.
„In diesem Jahr feiern wir am 4. Oktober den 800. Todestag des Hl. Franziskus. Ich möchte deshalb in den Gottesdiensten der Hl. Woche verschiedene Texte aus dem Testament des Heiligen oder der Lebensbeschreibung des Thomas von Celano aufgreifen.
Thomas von Celano schreibt im 163. Kapitel der Lebensbeschreibung im Hinblick auf das Sterben des Hl. Franziskus: „Als deshalb die Brüder bitterlichst weinten und untröstlich klagten, ließ sich der heilige Vater Brot bringen. Er segnete es, brach es und reichte jedem ein Stücklein zum Essen. Er ließ auch das Evangelienbuch bringen und bat, man möge ihm das Evangelium nach Johannes vorlesen von der Stelle an, wo es heißt: “Vor dem Osterfeste usw.“ Er erinnerte sich jenes allerheiligsten Abendmahles, das der Herr mit seinen Jüngern zuletzt feierte. Denn zum ehrenden Andenken daran und zum Erweis, welch innige Liebe er zu seinen Brüdern hatte, tat er dies alles.“
Als Trost für seine Brüder feiert Franziskus ein symbolisches letztes Abendmahl, in dem er das Brot bricht und das Evangelium vom Gründonnerstag verlesen lässt, dass wir eben gehört haben. Damit tritt er in den Leidensweg Christi ein, der mit dem letzten Abendmahl beginnt. Dies hatte nach Celanos Auskunft zwei Gründe, das ehrende Andenken an das Abendmahl Christi und das Zeugnis von der Liebe, die Franziskus zu seinen Brüdern hatte.“
Thomas von Celano macht deutlich, dass Franziskus die Eucharistie als Mahl versteht, aus dem ein Auftrag erwächst, nämlich die Liebe, die sich darin zeigt, weiterzutragen und nach dem Beispiel Christi zu handeln.
Im Testament des Hl. Franziskus findet sich ein Gebet, das zum täglichen Gebet der franziskanischen Tradition wurde: „Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, – auch in allen deinen Kirchen, die in der ganzen Welt sind, – und preisen dich, weil du durch dein heiliges Kreuz die Welt erlöst hast.“
Mitleiden mit dem Gekreuzigten und den Leidenden wird zu einem Grundthema seines Lebens, bis er schließlich die Wundmale Christi als erster an seinem eigenen Leib trägt.
Die Botschaft vom Kreuz ist nicht einfach, aber gerade in unserer Zeit notwendig, damit die Leidenden nicht vertröstet und die Opfer nicht vergessen werden und unsere Welt nicht jede Menschlichkeit verliert.
Wie im Sonnengesang heißt Franziskus den Tod, der allen schrecklich und verhasst ist, als seine Sorrella Morte, die Schwester Tod willkommen. Er sieht ihn als Teil der Schöpfung und gleichzeitig als seine Begleiterin in die neue Wirklichkeit des neuen Himmels und der neuen Erde, in die vollendete Schöpfung Gottes, durch den Tod und die Auferstehung hindurch.
Auch die Liturgie der Osternacht verknüpft die Schöpfung mit der Auferstehungsbotschaft.
Die Schöpfung Gottes ist bei allem lobenswerten und wunderbaren nicht die endgültige Wirklichkeit. Gerade angesichts des gegenwärtigen Zustandes der Welt empfinde ich dies als eine tröstliche Botschaft. Diese Wirklichkeit, geprägt vom egoistischen Machtwillen einiger Nationen und ihrer Führer, deshalb verstrickt in Krieg und Leiden ist nicht das letzte Wort, der Mensch hat nicht das letzte Wort, wir haben es gehört GOTT schuf Himmel und Erde und GOTT behält sich die endgültige Erlösung der Schöpfung vor.
Durch Christi Auferstehung, in die wir durch die Taufe hineingenommen sind, haben wir der Schöpfung etwas voraus. Wenn sie einmal aus Sünde und Tod aufersteht, werden wir Auferstandenen mit ihr Gott verherrlichen.
Auf diesen Zusammenhang deutet das Sterben des heiligen Franziskus hin, dass auf die kosmische, die gesamte Schöpfung umfassende Bedeutung der Auferstehung verweist. Das Lob des Schöpfers im Sonnengesang mündet im Sterben des Heiligen ins Lob des Auferstandenen, ins Lob des ewigen Gottes, wohin ihm die Schöpfung folgen wird.



























































































































































