Geboren: 1. März 1943 Eintritt: 10. August 1966 Profess: 1. Mai 1969 Gestorben: 13. April 2026
Ihr Namenpatron, der hl. Josef, begleitete unsere Schwester im St. Franziskus-Hospital im Beisein der Mitschwestern und der Angehörigen auf ihren Weg ins himmlische Paradies: Schwester M. Josefa, geborene Josepha Maria Thelink, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
Heiliger Josef, du Patron der arbeitenden Menschen und der Sterbenden, bitte für uns.
Josepha Theling wurde im Kreis von neun Geschwistern in Schapen im Emsland geboren. Hier wuchs sie auf dem elterlichen Bauernhof auf. Eine ihrer Schwestern wurde Dominikanerin. Josefa zog es mit 23 Jahren zu den Mauritzer Franziskanerinnen. Ihr Ordensname war zuerst Schwester M. Thekleta. Später nahm sie ihren Taufnamen Josefa wieder an.
Der heilige Josef war ihr treuer Begleiter. Er war ihr nahe in der Pflegeausbildung in Stadtlohn und danach in Ramsdorf und Lohne. Seit 1977 setzte Schwester M. Josefa sich als Hausmütterchen ein für die Schwestern in Seppenrade und im Mutterhaus. Sie war eine stille Arbeiterin, wie wir das vom heiligen Josef auch überliefert bekommen haben. Gerne sammelte sie unterschiedliche Texte, die wir an den Feiertagen zur Freude aller vortragen konnten. Leider konnte sie wegen ihrer zunehmenden Schwerhörigkeit oft nicht mehr am Gemeinschaftsleben teilnehmen. Das fiel ihr nicht leicht.
Der gute Kontakt zu ihrer Familie war ihr sehr wichtig. Sie zeigte an deren Leben viel Interesse und begleitete alle mit ihrem Gebet.
Schwester M. Josefa freute sich, dass der neue Bischof von Münster, Heiner Wilmer, aus ihrer Heimat kam, aus Schapen. Seinen Werdegang verfolgte sie mit großem Stolz vom Ordenseintritt bis zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Leider kann sie nicht mehr an seiner Amtseinführung in Münster teilnehmen. Dankbar nehmen wir von Schwester M. Josefa Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Montag, den 20. April 2026 verabschieden wir uns von Schwester M. Josefa im Auferstehungsamt um 14 Uhr in der Mutterhauskirche und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Von Gründonnerstag bis zur Osternacht zelebrierte Prof. Dr. Pater Michael Plattig O.Carm. die Heiligen Messen in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen in Münster und hat einige Gedanken aus seinen Predigten für uns zusammengefasst.
„In diesem Jahr feiern wir am 4. Oktober den 800. Todestag des Hl. Franziskus. Ich möchte deshalb in den Gottesdiensten der Hl. Woche verschiedene Texte aus dem Testament des Heiligen oder der Lebensbeschreibung des Thomas von Celano aufgreifen.
Thomas von Celano schreibt im 163. Kapitel der Lebensbeschreibung im Hinblick auf das Sterben des Hl. Franziskus: „Als deshalb die Brüder bitterlichst weinten und untröstlich klagten, ließ sich der heilige Vater Brot bringen. Er segnete es, brach es und reichte jedem ein Stücklein zum Essen. Er ließ auch das Evangelienbuch bringen und bat, man möge ihm das Evangelium nach Johannes vorlesen von der Stelle an, wo es heißt: “Vor dem Osterfeste usw.“ Er erinnerte sich jenes allerheiligsten Abendmahles, das der Herr mit seinen Jüngern zuletzt feierte. Denn zum ehrenden Andenken daran und zum Erweis, welch innige Liebe er zu seinen Brüdern hatte, tat er dies alles.“
Als Trost für seine Brüder feiert Franziskus ein symbolisches letztes Abendmahl, in dem er das Brot bricht und das Evangelium vom Gründonnerstag verlesen lässt, dass wir eben gehört haben. Damit tritt er in den Leidensweg Christi ein, der mit dem letzten Abendmahl beginnt. Dies hatte nach Celanos Auskunft zwei Gründe, das ehrende Andenken an das Abendmahl Christi und das Zeugnis von der Liebe, die Franziskus zu seinen Brüdern hatte.“
Thomas von Celano macht deutlich, dass Franziskus die Eucharistie als Mahl versteht, aus dem ein Auftrag erwächst, nämlich die Liebe, die sich darin zeigt, weiterzutragen und nach dem Beispiel Christi zu handeln.
Im Testament des Hl. Franziskus findet sich ein Gebet, das zum täglichen Gebet der franziskanischen Tradition wurde: „Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, – auch in allen deinen Kirchen, die in der ganzen Welt sind, – und preisen dich, weil du durch dein heiliges Kreuz die Welt erlöst hast.“
Mitleiden mit dem Gekreuzigten und den Leidenden wird zu einem Grundthema seines Lebens, bis er schließlich die Wundmale Christi als erster an seinem eigenen Leib trägt.
Die Botschaft vom Kreuz ist nicht einfach, aber gerade in unserer Zeit notwendig, damit die Leidenden nicht vertröstet und die Opfer nicht vergessen werden und unsere Welt nicht jede Menschlichkeit verliert.
Wie im Sonnengesang heißt Franziskus den Tod, der allen schrecklich und verhasst ist, als seine Sorrella Morte, die Schwester Tod willkommen. Er sieht ihn als Teil der Schöpfung und gleichzeitig als seine Begleiterin in die neue Wirklichkeit des neuen Himmels und der neuen Erde, in die vollendete Schöpfung Gottes, durch den Tod und die Auferstehung hindurch.
Auch die Liturgie der Osternacht verknüpft die Schöpfung mit der Auferstehungsbotschaft.
Die Schöpfung Gottes ist bei allem lobenswerten und wunderbaren nicht die endgültige Wirklichkeit. Gerade angesichts des gegenwärtigen Zustandes der Welt empfinde ich dies als eine tröstliche Botschaft. Diese Wirklichkeit, geprägt vom egoistischen Machtwillen einiger Nationen und ihrer Führer, deshalb verstrickt in Krieg und Leiden ist nicht das letzte Wort, der Mensch hat nicht das letzte Wort, wir haben es gehört GOTT schuf Himmel und Erde und GOTT behält sich die endgültige Erlösung der Schöpfung vor.
Durch Christi Auferstehung, in die wir durch die Taufe hineingenommen sind, haben wir der Schöpfung etwas voraus. Wenn sie einmal aus Sünde und Tod aufersteht, werden wir Auferstandenen mit ihr Gott verherrlichen.
Auf diesen Zusammenhang deutet das Sterben des heiligen Franziskus hin, dass auf die kosmische, die gesamte Schöpfung umfassende Bedeutung der Auferstehung verweist. Das Lob des Schöpfers im Sonnengesang mündet im Sterben des Heiligen ins Lob des Auferstandenen, ins Lob des ewigen Gottes, wohin ihm die Schöpfung folgen wird.
Personalentscheidung wurde feierlich im Dom verkündet
26. März 2026. Papst Leo XIV. hat den derzeitigen Bischof von Hildesheim, Dr. Heiner Wilmer SCJ, zum neuen Bischof von Münster ernannt. Er wird Nachfolger von Bischof em. Dr. Felix Genn, der am 9. März 2025 in den Ruhestand getreten ist. Die Bekanntgabe im St. Paulus-Dom durch Dompropst Hans-Bernd Köppen erfolgte heute am Hochfest des heiligen Ludgerus, der seit 805 erster Bischof von Münster war. Die Amtseinführung von Bischof Wilmer als 77. Bischof von Münster wird am Sonntag, 21. Juni, am Nachmittag sein.
Wir gratulieren dem neuen Bischof von Münster herzlich zu seiner Wahl und wünschen ihm für seinen Dienst alles Gute und Gottes Segen.
Laut einer Pressemeldung des Bistums Münster wurde Heiner Wilmer am 9. April 1961 in Schapen im Emsland geboren. 1980 trat er in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester ein und legte 1985 die Ewige Profess ab. 1987 wurde er in Freiburg zum Priester geweiht. Im Anschluss studierte er von 1987 bis 1993 im Rom und Freiburg. 1991 wurde er in Freiburg in Fundamentaltheologie promoviert.
Von 1993 bis 2007 war er im Schuldienst tätig, zunächst als Referendar in Meppen und nach dem zweiten Staatsexamen von 1995 bis 1997 als Lehrer für Religion, Geschichte und Politik sowie als Schulseelsorger an der Liebfrauenschule in Vechta. 1997 und 1998 war er Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Fordham Preparatory School (Jesuit High School) in New York (Bronx).
1998 wurde Wilmer Schulleiter des Gymnasiums Leoninum in Handrup. Diese Aufgabe nahm er bis 2007 wahr, ehe er Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester in Bonn wurde. 2015 wurde er Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom. Am 6. April 2018 er-nannte ihn Papst Franziskus zum Bischof von Hildesheim. In der Deutschen Bischofskonferenz ist er seit September 2021 Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Er war von 2019 bis 2024 Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Im Februar dieses Jahres wurde Bischof Wilmer zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.
Bei der Vorstellung des neuen Bischofs von Münster im voll besetzten Dom wurde das Generalat der Franziskanerinnen in Abwesenheit von Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager von Generalrätin Schwester M. Lima Arackal und Schwester M. Laetitia Matsunaga, Mitglied der Japanischen Provinz, vertreten.
Mein Name ist Schwester Mary Peter Hiroko Kizawa. Ich wurde am 24. September 1940 in Tokio geboren. Meine Familie ist seit der Generation meiner Großeltern katholisch. Meine Mutter ist vom Protestantismus konvertiert. Ich habe sechs Geschwister. Der Älteste ist mein älterer Bruder, gefolgt von vier Mädchen, und der Jüngste ist mein jüngerer Bruder. Ich bin die älteste Tochter, geboren nach meinem älteren Bruder. Die Kirche, die wir besuchten, war die katholische Kirche Kita-Urawa, die von Franziskanerpriestern betreut wurde.
Mein Großvater und mein Vater waren beide Ärzte. Durch die Pfarrer wurde mein Vater von Dr. Akizuki ins St. Francis Hospital in Nagasaki eingeladen, wo er Operationen an den Opfern des Atombombenabwurfs sowie an Patienten durchführte, die an Tuberkulose und anderen Lungenerkrankungen litten. Obwohl damals viele Menschen starben, verstarb dank der Operationsmethoden meines Vaters keiner seiner Patienten. Unter den Patienten, die er in Nagasaki behandelte, befanden sich auch Priester. Auch in Tokio gehörten Priester aus der Diözese zu denen, die sich einer Lungenoperation durch meinen Vater unterzogen. Mein Vater hatte zudem eine Verbindung zum St. Francis Hospital.
Nachdem ich die Oberschule abgeschlossen und drei Jahre lang gearbeitet hatte, stellte mich mein Vater dem St. Mary’s Hospital in Himeji vor, und so kam ich nach Himeji. Im Gebet versuchte ich zu erkennen, ob Gott mich zum Eheleben oder zum geweihten Leben berief, und ich spürte, dass Seine Gnade mich sanft zur religiösen Berufung führte. Ab April arbeitete ich im Maria-Krankenhaus als Teil meiner Vorbereitung auf das Ordensleben, und im September wurde ich in die Gemeinschaft aufgenommen. 1967 legte ich meine ersten Gelübde ab.
Nach meiner ersten Profess lebte ich in der Oblatenresidenz in Shikoku, während ich an einer Schule für Physiotherapie studierte. Nach Erhalt meiner staatlichen Qualifikation war ich als Physiotherapeutin im St. Maria-Krankenhaus in Himeji tätig. Ab 1983 wurde ich zur Direktorin des St. Francis-Krankenhauses in Nagasaki ernannt. Später, im Jahr 1992, wurde ich zur Direktorin des St. Maria-Krankenhauses in Himeji ernannt, eine Position, die ich fünf Jahre lang innehatte.
Im dritten Jahr meiner Tätigkeit als Krankenhausdirektorin, am Morgen des 17. Januar 1995, als wir gerade unser Morgengebet beginnen wollten, spürten wir plötzlich ein heftiges Beben. In Kobe, nur eine Autostunde von Himeji entfernt, verursachte das große Hanshin-Awaji-Erdbeben katastrophale Zerstörungen, vernichtete Gebäude und löste in der ganzen Stadt massive Brände aus. Glücklicherweise erlitt das St. Mary’s Hospital keine größeren Schäden. Wir entsandten daher Ärzte, Krankenschwestern und anderes Personal und widmeten uns als gesamte Einrichtung dem Katastrophengebiet, um den Betroffenen nahe zu sein und so viele Leben wie möglich zu retten. Mehr als 6.000 Menschen kamen damals durch das Erdbeben ums Leben.
Unter den Patientinnen und Patienten im St. Mary’s Hospital gab es nicht viele katholische Gläubige, und nur wenige glaubten an das ewige Leben, anstatt den Tod als das Ende zu betrachten. Also begann ich, mich mit Seelsorge zu beschäftigen und Patienten zu besuchen. Durch meine Gespräche mit Patientinnen und Patienten an ihrem Krankenbett, darunter auch solche, die dem Tod gegenüberstanden, wurde ich Zeugin, wie Menschen einen neuen Sinn fanden, und mir wurde bewusst, wie bedeutungsvoll diese Arbeit wirklich ist.
Während ich meine Arbeit in der Seelsorge weiter vertiefte, eröffnete ich 1996 eine Palliativstation (Hospiz). In diesem Jahr feiert sie ihr 30-jähriges Jubiläum. Ich wollte den Patienten helfen zu erkennen, dass Jesus jeden Menschen wertschätzt und dass ihr eigenes Leben zutiefst kostbar ist. Im Vertrauen auf Gott und im Gebet, dem Weg zu folgen, den Jesus uns zeigt, führte ich meine Besuche am Krankenbett durch. Ich begann, meine Patientenbesuche und Gespräche aufzuzeichnen, damit sie mir für meine zukünftige Arbeit als Grundlage dienen konnten. Anschließend arbeitete ich in einem Ausbildungszentrum, das zur Entwicklung und Verbesserung der klinischen Seelsorge beiträgt.
Im Jahr 2022 zog ich vom Kloster in Tokio in das Kloster in Himeji. In der Gemeinschaft unterstütze ich Schwestern mit körperlichen Behinderungen, indem ich ihnen mit ihren Rollstühlen helfe und neben denen gehe, die Schwierigkeiten beim Gehen haben, wobei ich sie manchmal stütze, während wir uns gemeinsam fortbewegen. Ich widme mich auch dem Apostolat des Gebets, insbesondere indem ich auf diejenigen eingehe, die besonders auf Gebete angewiesen sind.
Geboren: 13. Juni 1934 Eintritt: 13. April 1957 Profess: 28. Oktober 1959 Gestorben: 6. März 2026
Nach längerer Krankheit, aber doch unerwartet, rief der Gott des Lebens unsere Mitschwester zu sich, Schwester M. Hildburg, geborene Gertrud Landwehr, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
„Singt dem Herrn alle Völker der Erde, Tag für Tag verkündet sein Heil.“
(Gotteslob Nr. 809)
Gertrud Landwehr kam von Herzebrock im Bistum Paderborn zu den Mauritzer Franziskanerinnen nach Münster. Die Verbindung zu ihrem Heimatbistum und zur Bischofsstadt Paderborn mit dem jährlichen Liborifest ist zeitlebens bei ihr lebendig geblieben. Den DOM, die Paderborner Kirchenzeitung, las sie regelmäßig.
Bei der Einkleidung erhielt die junge Frau den Namen Schwester M. Hildburg. Wie alle Schwestern absolvierte sie die Krankenpflegeausbildung und arbeitete in diesem Beruf bis 1993 in Neuenkirchen bei Rheine, in Löningen und Bremen. Schwester M. Hildburg hatte darüber hinaus viele Fähigkeiten, die sie einbrachte in Telgte und im Mutterhaus in Münster.
Sie war eine sehr gute und exakte Näherin und hat mit viel Ideenreichtum und Präzision für die Schwestern genäht. Die ersten Mundschutztücher wurden zu Beginn der Coronazeit von ihr für das Mutterhaus hergestellt, bevor wir die genormten Masken bekamen. Mit ihrer schönen und klaren Stimme hat Schwester M. Hildburg über viel Jahre in den Konventen die Liturgie, besonders das Stundengebet, gestaltet und so „Tag für Tag das Heil Gottes verkündet“, wie es im Lied besungen wird. Als Malerin von Naturbildern war sie eine echte Künstlerin. Ihre Bilder wurden gerne gerahmt und aufgehängt. Schwester M. Hildburg hatte in der Schule noch die altdeutsche Sütterlinschrift gelernt. Deshalb war sie immer sehr gefragt, wenn es galt, alte Brief zu entziffern und ins Hochdeutsche zu übertragen. Auch für unser Archiv hat sie viele alte Dokumente bearbeitet, so dass sie uns heute zugängig sind. Dadurch wird Schwester M. Hildburg weiter unter uns lebendig bleiben.
Seit 2023 war sie Bewohnerin des St. Franziskus-Hauses in Nordwalde, wo sie, liebevoll umsorgt, ihr langes Leben an Gott zurückgab. Dankbar nehmen wir von Schwester M. Hildburg Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr geschwisterlich verbunden.
Am Dienstag, den 10. März 2026 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Hildburg und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird. Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 31. August 1930 Eintritt: 28. Januar 1955 Profess: 28. Oktober 1957 Gestorben: 5. März 2026
95 Jahre lang hat sie Gott den Herrn gelobt und ihm in großer Freude gedient. Dann rief der Herr des Himmels unsere Mitschwester zu sich, Schwester M. Doloris, geborene Maria Jaske, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
„Lobet und preiset meinen Herrnund dienet ihm in großer Freude!“
(Sonnengesang des hl. Franziskus)
Maria Jaske kam aus Brögbern bei Lingen ins Mutterhaus nach Münster. Sie folgte ihrer älteren Schwester, unserer Schwester M. Angelista, ins Kloster und wurde Schwester M. Doloris.
Nach dem Krankenpflegeexamen 1958 war sie einige Jahre im damaligen Krankenhaus in Waldniel eingesetzt. Die meisten von uns kennen sie als Stationsschwester der ehemaligen chirurgischen Schwesternstation oder der Schwesternpflege unten. Hier hat sie von 1973 – 1997 viele Mitschwestern gepflegt und liebevoll betreut und die Novizinnen und junge Schwestern in den schönen Beruf der Krankenpflege eingeführt. Danach kam sie ins St. Anna-Stift nach Kroge, um die älteren Mitschwestern zu pflegen und viele bis in die Sterbestunde zu begleiten. Fast ihr ganzes Ordensleben diente sie den kranken und pflegebedürftigen Mitschwestern. Dafür gebührt ihr unser großer Dank und unsere Hochachtung.
Schwester M. Doloris war eine handfeste und pragmatische Schwester, der keine Arbeit zu viel und kein Weg zu lang war, wenn es darum ging, für die Mitschwestern zu sorgen.
In den letzten Jahren, als ihre Kräfte weniger wurden, haben die Schwestern und die Mitarbeitenden in Kroge sie genauso liebevoll umsorgt, wie sie es früher mit den Mitschwestern getan hat. So durfte sie nun im Beisein der Mitschwestern dort ihr langes Leben zurückgeben an Gott. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie wollen wir Schwester M. Doloris unseren Dank erweisen und für sie beten. So bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Wir feiern das Auferstehungsamt für Schwester M. Doloris am Montag, den 9. März 2026 um 14.30 Uhr in der Klosterkirche in Kroge. Anschließend begleiten wir sie zu ihrer letzten Ruhestätte auf dem Kroger Waldfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen austauschen beim gemeinsamen Kaffeetrinken.
Geboren: 19. Juni 1930 Eintritt: 27. Januar 1951 Profess: 28. Oktober 1953 Gestorben: 20. Februar 2026
Nach einem langen und erfüllten Leben rief der gute und barmherzige Gott unsere Mitschwester zu sich, Schwester M. Isfrieda, geborene Frieda Keuter, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
„Nun lässt Du Herr, deine Dienerin in Frieden scheiden,denn meine Augen haben das Heil gesehen.“
(Aus dem Abendgebet der Kirche)
Das Johannesevangelium berichtet: „Als es Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.“ Da hat er auch unsere Mitschwester im St. Franziskus-Haus empfangen und mit zu sich in den Himmel genommen. Seit 2014 lebte sie als Seniorin in Nordwalde. Still ging sie ihren Weg, auch wenn das Atmen zunehmend schwerer und der Weg beschwerlicher wurde. Bis vor einer Woche konnte sie noch in die Kapelle gehen und an den Mahlzeiten im Refektorium teilnehmen.
Schwester M. Isfrieda kam aus Lingen in die Ordensgemeinschaft, wurde Krankenschwester und hat sich in Friesoythe, Bottrop und Hückeswagen in der Pflege eingesetzt. Danach sah man sie an der Pforte in Gelsenkirchen-Horst, in Damme und Vreden, wo sie die Gäste und Besucher empfing. In Wilhelmshaven versorgte sie die Bücherei und übernahm den Dienst in der Klausur, bis der Konvent aufgelöst werden musste.
Wir haben Schwester M. Isfrieda als bescheidene, liebenswerte und unaufgeregte Mitschwester erlebt, die treu ihren Weg als große Beterin ging. Bis zuletzt hatte sie eine gute Verbindung zu ihrer Familie, die in ihren Gedanken immer präsent war. Dankbar nehmen wir von Schwester M. Isfrieda Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Geboren: 24. August 1940 Eintritt: 4. Februar 1961 Profess: 28. Oktober 1963 Gestorben: 19. Februar 2026
Für uns alle plötzlich und unerwartet rief Gott der Herr, in dessen Dienst sie ihr Leben vor 63 Jahren gestellt hatte, unsere Mitschwester zu sich, Schwester M. Seraphinis, geborene Anna Hoffterheide, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
„Mein Gott und mein Alles.“
(Franz von Assisi)
Schwester M. Seraphinis wurde in Kirchhellen geboren, wo sie auch die Mauritzer Franziskanerinnen kennenlernte. Nach der allgemeinbildenden Schule und der Haushaltungsschule arbeitete die junge Frau bei den Schwestern im dortigen Krankenhaus bis zu ihrem Eintritt ins Kloster in Münster.
Wie alle Ordensschwestern absolvierte Schwester M. Seraphinis die Krankenpflegeausbildung und später ein Jahresseminar für leitende Schwestern in Köln-Hohenlind. Von 1966 – 1977 arbeitete sie als Krankenschwester im St. Franziskus-Hospital in Münster, in Cloppenburg und in Lingen. Danach wurde Schwester M. Seraphinis Pflegedienstleiterin im St. Joseph-Stift in Bremen und später zusätzlich die Konventsoberin. Ihre große fachliche Expertise und ihre berufliche Erfahrung konnte sie zusätzlich von 1998 – 2004 in den damaligen Aufsichtsrat der Hospitalgesellschaften der Mauritzer Franziskanerinnen einbringen. Ihre Offenheit, ihre positive Art, auf alle Menschen zuzugehen, und ihre gradlinige Haltung, die aus ihrem christlichen Glauben erwachsen sind, prägten ihren Dienst als Franziskanerin.
2008 erhielt Schwester M. Seraphinis noch einmal eine große Aufgabe innerhalb des Ordens. Sie wurde die Oberin im St. Anna-Stift in Lohne Kroge. Das Amt hat sie bis zu ihrem Tod ausgefüllt und sich liebevoll um die älteren und pflegebedürftigen Mitschwestern gekümmert. In diese Zeit fiel auch die Übergabe des Ordensaltenheimes in die Trägerschaft der Familien Zerhusen, Blömer und Bertels. Diese große Umstrukturierung hat sie aktiv mitgestaltet und immer positiv mitgetragen.
Schwester M. Seraphinis Wahlspruch lautete: „Gib dem Haus eine Seele und derSeele ein Haus.“ Das haben viele Menschen positiv erfahren und so wird sie uns in guter Erinnerung bleiben. Dankbar nehmen wir von ihr Abschied.
Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Wir feiern das Auferstehungsamt für Schwester M. Seraphinis am Donnerstag, 26. Februar 2026, um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche in Münster. Anschließend begleiten wir sie zu ihrer letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen austauschen beim gemeinsamen Kaffeetrinken.
Schwester M. Johncy Kurisunkal für zweite Amtszeit gewählt
Am Samstag, 31. Januar 2026, wurde im vierten Provinzkapitel der Indischen Provinz die neue Provinzleitung für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt. Provinzoberin Schwester M. Johncy Kurisunkal wurde in ihrem Amt bestätigt. Wir gratulieren Schwester M. Johncy herzlich und danken ihr, dass sie das Amt der Provinzoberin und die Verantwortung für die Provinz für die kommenden vier Jahre erneut übernommen hat.
Die neue Provinzleitung der Indischen Provinz, v.l.n.r.: Provinzoberin Schwester M. Johncy, Provinzvikarin Schwester M. Riji und die Provinzrätinnen Schwester M. Stella und Schwester M. Renita
Die Schwestern des Provinzrats der neu gewählten Leitung sind Provinzvikarin Schwester M. Riji Kannampuzha und die Provinzrätinnen Schwester M. Stella Madathil und Schwester M. Renita Thenakarayil. Schwester M. Riji und Schwester M. Stella wurden für eine erste Amtszeit gewählt. Schwester M. Renita wurde für eine zweite Amtszeit gewählt und war bereits in der vergangenen Amtszeit Provinzvikarin. Die festgelegte Anzahl der Mitglieder der Provinzleitung beim Provinzkapitel der indischen Provinz beträgt vier Schwestern.
Im Namen aller Schwestern der Kongregation gratuliert Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager dem neue gewählten Leitungsteam der Indischen Provinz
Wir danken insbesondere den neu gewählten Schwestern dafür, dass sie in dieser außergewöhnlichen Zeit in der Kirche und unserer Welt „Ja“ gesagt und den Dienst in der Provinzleitung angenommen haben. Schwester M. Tessy und Schwester M. Mercy, den ehemaligen Provinzrätinnen, sprechen wir unseren aufrichtigen Dank für ihren treuen und hingebungsvollen Dienst in der Provinzleitung der Indischen Provinz während der vergangenen vier Jahre aus. Möge Gott sie reichlich für ihren engagierten Dienst belohnen.
Das „Ordentliche Provinzsach- und Wahlkapitel“ der Indischen Provinz unserer internationalen Kongregation mit dem Thema „Eph‘ phatha – Öffne dich“ wurde am 23. Januar 2026 feierlich in Raipur eröffnet. Historisch gesehen ist es das achte Kapitel und das vierte Provinzkapitel der Indischen Provinz, seit die indische Region 2013 den Status einer Provinz erhielt.
Ich wurde 1944 in Pokój bei Oppeln geboren. Ehrlich gesagt verdanke ich meine religiöse Berufung zum Teil meinen geliebten Eltern. Bei ihrer Hochzeit versprachen sie einander, so viele Kinder anzunehmen, wie Gott ihnen schenken würde, und dass eines von ihnen Priester werden könne (falls es ein Sohn würde) oder Ordensschwester (falls es eine Tochter würde). Gott hat wirklich Sinn für Humor! Wir entschieden uns beide für das Ordensleben!
Ich trat der Kongregation der Krankenschwestern vom Regulierten dritten Orden des hl. Franziskus bei, und meine jüngere Schwester Elżbieta schloss sich der Kongregation der Töchter des Erlösers in Deutschland an. Wir sind beide Krankenschwestern.
Bei meiner Ersten Heiligen Kommunion versprach ich dem Herrn Jesus, täglich an der Eucharistie teilzunehmen und Ihn in mein Herz aufzunehmen. Es war ein Versprechen eines kleinen Mädchens, aber ich habe es wirklich gehalten.
Als ich 16 Jahre alt war, sagte ich meinen Eltern, dass ich in ein Kloster eintreten möchte. Ich wollte eine Schwester sein wie unsere Franziskanerinnen hier aus meinem Heimatort, die im Krankenhaus arbeiten. Mein Vater meinte, es wäre gut, wenn ich eine Zeit lang mit ihnen arbeiten und dieses Leben kennenlernen würde, da ich noch zu jung sei, um eine so wichtige Entscheidung zu treffen.
Ich hörte auf ihn und ging mit Schwester Camiliana (der Leiterin des Konvents in Pokój) nach Ołdrzychowice. Dort konnte ich frei mit der Provinzoberin, Mutter Ludwiga, sprechen. Ich arbeitete weniger als ein Jahr mit den Schwestern in Ołdrzychowice, beobachtete ihr Leben, und mein Wunsch, eine von ihnen zu werden, wuchs immer mehr.
Am 6. Januar 1961 wurde ich mit der Erlaubnis der Generaloberin in die Kongregation aufgenommen, da ich erst 17 Jahre alt war. So begann mein Ordensleben – und es dauert bis heute an.
In der Zwischenzeit absolvierte ich eine zweijährige medizinische Ausbildung, und ein weiterer Traum von mir ging in Erfüllung: die Arbeit mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen.
Heute begehe ich das 60-jährige Jubiläum meiner Ordensgelübde, und ich bin genauso glücklich wie an dem Tag, an dem ich in den Orden eingetreten bin. Ich habe nur einen Wunsch: dass eines Tages bei meiner Begräbnismesse das Lied gesungen wird: „Meine Mutter, mein Orden …“
Geboren: 8. April 1921 Eintritt: 8. September 1944 Profess: 24. September 1947 Gestorben:21. Januar 2026
Im Kanonischen Haus in Springfield/ USA verstarb unsere Mitschwester Schwester Pacis Bao, OSF, Krankenschwester vom Regulierten dritten Orden des hl. Franziskus.
Denn ich, ich kenne die Gedanken, die ich für euch denke.
Jer 29, 11
Unsere Schwester Pacis Bao, OSF (104), die letzte der 35 chinesischen Schwestern und 26 amerikanischen Missionarinnen, die in China tätig waren, verstarb am Mittwoch, dem 21. Januar 2026, um 6:25 Uhr im HSHS St. John’s Hospital.
Obwohl ihre frühen Jahre von Verlusten geprägt waren, entschied sie sich, auf Gott zu vertrauen, auch wenn die Welt ihr allen Grund gegeben hatte, sich abzuwenden. Auch als sie mit weiteren Enttäuschungen konfrontiert wurde, blieb sie standfest. Gott wurde ihre Zuflucht und ihre Stärke. Passenderweise war ihr Name lateinisch für „Frieden“ und wurde ihr am 17. Oktober 1945 gegeben, zu der Zeit, als in China das Doppelzehnten-Abkommen unterzeichnet wurde. Frieden war mehr als nur ihr Name. Ihr Frieden wurde in ihrer Trauer geschmiedet und durch den Glauben aufrechterhalten. Mit ihren pflegenden Händen heilte sie viele Körper, und mit ihrem Da-Sein viele Herzen.
Ihr außergewöhnlichstes Glaubenszeugnis zeigte sich in ihrer Fähigkeit zu vergeben. Im Jahr 2000 vergab sie durch Gnade und Gebet denen, die ihrer Familie Unverzeihliches angetan hatten. Ihre Vergebung war ein Beweis dafür, dass die Liebe den Hass überwinden kann. Sie zeigte uns, dass Heiligkeit still lebt und sich in Ausdauer ausdrückt. Sie war eine Zeugin, die durch ihre Verehrung der Heiligen Jungfrau Maria Wunder vollbrachte.
Schwester Pacis, geborene Catherine (Bao Yuan Ying), wurde am 8. April 1921 in Fei Cheng Bao-kiatang-tze, Shan-Tung, China, als Tochter von Bao Tsing Ben und Bao Chang Shih geboren. In den folgenden Jahren zogen ihre Eltern mit ihr weiter weg von ihrem Zuhause, um sie zu schützen. 1932 wurde sie in eine Schule in Jinan, China, eingeschrieben, und Schwester Clementia Dasenbrock, Oberin des St. Joseph’s Hospital in Jinan, besuchte sie, um mit ihr über das religiöse Leben und das Krankenhaus zu sprechen. Sechs Jahre später nahm Peter, einer der Brüder von Schwester Pacis, sie mit zu seinen Freunden im St. Joseph’s Hospital, wo sie von Schwester Clementia und Schwester Elise Waletzko willkommen geheißen wurde. Schwester Pacis setzte ihre Ausbildung fort, während sie im St. Joseph’s Hospital lebte und arbeitete, und der Heilige Geist führte sie zu ihrer Berufung. Am 8. September 1944 trat sie in die Ordensgemeinschaft ein und legte am 24. September 1947 ihre ersten Gelübde ab. Am 12. Mai 1948 reiste sie mit mehreren anderen Mauritzer Franziskanerinnen, die in Jinan tätig waren, mit der „SS General Meigs“ nach San Francisco, Kalifornien, und kam am 5. Juni 1948 in Springfield an. Sie setzte ihre Ausbildung fort, schloss 1963 die St. John’s Hospital Krankenpflegeschule ab und arbeitete dann im St. John’s Hospital und im St. Vincent Hospital tätig war. Am 8. August 1968 begann sie zusammen mit vier anderen chinesischen Schwestern in der Star of the Sea Clinic in Kaohsiung, Taiwan, Kranke zu pflegen. Schwester Pacis war dort bis August 2002 tätig, dann kehrte sie nach Springfield zurück.
Außer ihren Eltern starben vor ihr auch ihre beiden Schwestern und vier Brüder sowie deren Familien. Sie hinterlässt zwei Großneffen und deren Familien in China.
Die Totenwache findet am Donnerstag, dem 22. Januar 2026, von 16 bis 19 Uhr im St. Francis Convent statt, mit einer Trauerfeier um 18 Uhr.
Das Requiem wird am Freitag, dem 23. Januar 2026, um 11 Uhr in der St. Clare of Assisi Adoration Chapel von Pater Joseph Jiang zelebriert, einem Verwandten von Schwester Peter Damian Chiang, OSF. Die Beisetzung findet auf dem Crucifixion Hill Cemetery beim St. Francis Convent statt.
Mögen wir ihr Andenken ehren, indem wir den Glauben über die Angst, das Mitgefühl über den Groll und den Frieden über den Hass stellen. Möge ihr Beispiel uns daran erinnern, dass eine in Gott verankerte Seele selbst in den dunkelsten Tagen gedeihen kann.
Geboren: 15. Juni 1942 Eintritt: 5. September 1965 Profess: 22. August 1968 Gestorben: 8. Januar 2026
Im Kanonischen Haus in Springfield/ USA verstarb unsere Mitschwester Schwester Sherrey Murphy, OSF, Krankenschwester vom Regulierten dritten Orden des hl. Franziskus.
Dränge mich nicht, dich zu verlassen und umzukehren! Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott.
Ruth 1,16
Am frühen Morgen des 8. Januars 2026, um 8:20 Uhr Ortszeit, wurde unsere liebe Schwester Sherrey Murphy unerwartet zu Gott heimgerufen; mehrere Schwestern und Mitarbeiterinnen waren an ihrer Seite.
Diese Tochter einer zu 100 Prozent irischen Familie war eine Schwester des Glaubens, des Mitgefühls, des Mutes und des Humors. Sie lebte ihr Leben im Zeichen des Dienens, der Demut und der Liebe. Dieses junge Mädchen aus Süd Dakota wurde von 1994 bis 2018 zu einer Weltreisenden im Dienst der Schwestern ihrer internationalen Kongregation. Wo immer sie auch war, verkörperte sie den franziskanischen Geist – sie hörte aufmerksam zu, leitete sanft und setzte sich unermüdlich mit unerschütterlichem Vertrauen in Gottes Vorsehung ein. Das Leben von Schwester Sherrey war ein Zeugnis des Segens einer erfüllt gelebten Berufung. Sie begleitete unzählige Schwestern und stärkte das Apostolat, den Dienst der Schwestern in Deutschland, Polen, den USA, Japan und Indien. Ihre globale Vision überschattete nie ihre Herzensgüte. Sie blieb jeder Schwester gegenüber aufmerksam und glaubte, dass jeder Mensch, dem sie begegnete, ein Geschenk war.
Ob als Krankenschwester, in Leitungspositionen, als Generalrätin oder als 10. Generaloberin der Kongregation: Sie war im Gebet verwurzelt, ließ sich vom Geist der Unterscheidung leiten und zeichnete sich durch Demut aus. In der Leitung suchte sie nicht den eigenen Ruhm, sondern sie leitete die Gemeinschaft im Gehorsam gegenüber dem Ruf der Kirche und zum Wohl der Kongregation. Sie bildete Generationen von Schwestern aus und ermutigte sie, indem sie sie daran erinnerte, dass das religiöse Leben in erster Linie eine Antwort auf die Liebe Gottes ist.
Schwester Sherrey (83) wurde am 15. Juni 1942 in Mitchell, South Dakota, als Tochter von Francis A. und Eileen A. (Dunn) Murphy geboren. Am 5. September 1965 trat sie in den Orden der Krankenschwestern des hl. Franziskus ein und legte am 22. August 1968 ihre ersten Gelübde ab. Das religiöse Leben von Schwester Sherrey umfasste eine Vielzahl von Aufgaben. Vor allem diente sie 24 Jahre lang der internationalen Kongregation und lebte in dieser Zeit in Deutschland, in Münster. Von 2006 bis 2018 war Schwester Sherrey Generaloberin und von 1994 bis 2006 Generalrätin. Zuvor war sie im St. Francis Convent in Springfield für Verwaltung, Berufungen und Ausbildung zuständig und übernahm Aufgaben in der Krankenpflege und der Verwaltung im St. Vincent Hospital (Green Bay, Wisconsin), im St. John’s Hospital (Springfield, Illinois) und im St. Mary’s Hospital (Decatur, Illinois).
Schwester Sherrey schloss 1963 ihr Studium an der St. Joseph Mercy School of Nursing in Sioux City, Iowa, ab. 1970 erwarb sie einen Bachelor-Abschluss in Krankenpflege am Marillac College und 1988 einen Master-Abschluss in Verwaltung an der University of Notre Dame.
Neben ihren Eltern starb auch ihr Bruder James Murphy vor ihr. Sie hinterlässt ihre Schwestern Colleen Moerke und Peggy Fischer, ihre Brüder Patrick, Michael und Daniel sowie mehrere Nichten, Neffen, Großnichten und Großneffen. Die Verabschiedung findet am Sonntag, dem 11. Januar 2026, von 16 bis 19 Uhr im St. Francis Convent in Springfield statt. Die Eucharistiefeier und die christliche Begräbniszeremonie werden am Montag, 12. Januar 2026, von Pater Richard Chiola, SJ, in der St.-Klara-von-Assisi-Anbetungskapelle im St. Francis Convent gehalten; die Beisetzung findet auf dem Crucifixion-Hill-Friedhof statt.
Das Leben von Schwester Sherrey geht weiter in der ewigen Umarmung Gottes, dem sie so treu gedient hat. Möge sie in Frieden ruhen und uns alle, die wir dem franziskanischen Weg des Dienens, des Mitgefühls und der Liebe folgen möchten, mit ihrem Beispiel weiterhin leiten und inspirieren, und mögen ihre irischen Augen uns immer mit einem freundlichen Lächeln begleiten.
Generalrätin Schwester M. Teresa Wawrowicz, Mitglied der Polnischen Provinz, verbrachte Weihnachten und Silvester bei Schwester M. Weronika Jerzewska in Kamyschenka. Ein Bericht aus der polnischen Mission unserer Ordensgemeinschaft in Kasachstan.
Die Mission in Kasachstan wurde im Jahr 2009 eröffnet und nahm ihre Arbeit in Schtschutschinsk auf. Eine Zeit lang wirkten dort vier unserer Schwestern: Sr. M. Benita, Sr. M. Weronika, Sr. M. Rufina und Sr. M. Arturis. Ihre Präsenz war ein wahres Geschenk für die Menschen in Kasachstan. Mit hohem Engagement und großer Herzensgüte teilten sie den Alltag der Menschen und brachten ihnen Hilfe und das Zeugnis des Glaubens. Ihr Dienst war geprägt von vielen Mühen, Opfern und Herausforderungen, die sie in Liebe und Treue zu ihrer Berufung annahmen. Dafür sind wir von Herzen dankbar.
Im Jahr 2017 errichtete die Polnische Provinz eine zweite Mission in Kamyschenka; die Mission in Schtschutschinsk wurde 2020 geschlossen. Sr. M. Arturis kehrte als Erste nach Polen zurück, gefolgt von Sr. M. Rufina. Leider musste auch Sr. M. Benita krankheitsbedingt nach Polen zurückkehren. Nur Sr. M. Weronika blieb in Kasachstan und verharrt bis heute treu in der ihr anvertrauten Mission.
Damit sie nicht ganz allein ist, sorgten sich die Schwestern der Polnischen Provinz um sie und schickten konkrete Unterstützung. Einige von ihnen erklärten sich bereit, sie zu besuchen und einige Zeit bei ihr zu verbringen, ihren Alltag zu teilen und sie durch ihr Dasein zu stärken. Auch die Schwestern des Generalats begleiten Sr. M. Weronika kontinuierlich durch ihre Nähe, ihr Interesse und verantwortungsvolle Sorge für die Mission. Unsere Aufgabe ist es, für unsere Schwestern da zu sein; deshalb fragte mich Sr. M. Margarete, ob ich bereit sei, nach Kasachstan zu gehen.
Es hätte kaum eine bessere Zeit geben können, um gemeinsam unterwegs zu sein, als die Weihnachtszeit. So machte ich mich am 15. Dezember 2025 über Warschau auf den Weg nach Kasachstan und kam am Morgen des 16. Dezember in Astana an. Am Flughafen warteten bereits Sr. M. Weronika und Pater Tomasz auf mich. Nicht nur ihre Umarmungen waren herzlich – sie hatten auch eine Thermoskanne mit heißem Kaffee und leckere Sandwiches mitgebracht. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie schwierig die Wetterbedingungen aufgrund starken Schneefalls und heftiger Winde waren und dass viele Straßen bereits gesperrt waren. Bis zu unserem Ziel lagen noch etwa zwei Stunden Fahrt vor uns. So erlebte ich zum ersten Mal die Straßen in Kasachstan. Zunächst war die Sicht vergleichbar mit einem Flug durch Wolken. Ich dachte, schlimmer könne es kaum noch werden. Doch am Ende führte die Fahrt über ein zugefrorenes Flussbett, durch die Steppe und über festgefahrenen Schnee voller Spurrillen und Schneeverwehungen. Ich fühlte mich ein wenig wie bei einer Offroad-Rallye.
Generalrätin Schwester M. Teresa Wawrovicz besuchte zum Jahreswechsel das frostige Kasachstan
Als wir im Konvent ankamen, feierten wir die Hl. Messe. Anschließend lud Sr. M. Weronika zum Mittagessen ein. Die folgenden Tage wurden immer intensiver. Die Vorbereitungen auf Weihnachten waren in vollem Gange: Die Kirche wurde geschmückt, Altartücher für alle Kapellen gebügelt, das Krippenspiel mit den Kindern geprobt und der Konvent vorbereitet. Außerdem besuchten wir alle Kranken. Das nahm viel Zeit in Anspruch, da zur Pfarrei auch sechs Dörfer gehören, die viele Kilometer voneinander entfernt liegen. Wir besuchen diese Orte regelmäßig, weil die Menschen sich danach sehnen, an der Eucharistie teilzunehmen.
Schwester M. WeronikaSchwester M. Teresa
Die Menschen hier sind sehr gläubig und wirklich bemerkenswert. Ihre Gastfreundschaft, Offenheit und Großzügigkeit haben mich tief berührt. Manche brachten selbstgemachte Vorräte oder Gebäck mit, und eine Frau schenkte uns sogar eine gebratene Ente. Außerdem zeichnen sich die Menschen, die hier leben, durch ihre außergewöhnliche Widerstandskraft angesichts der Härten des Lebens aus. Die Lebensbedingungen sind sehr schwierig. Allein die extremen Temperaturen stellen eine große Herausforderung dar: Im Winter herrscht strenger Frost, im Sommer kann es unglaublich heiß werden. Die Menschen haben gelernt, diese Bedingungen zu ertragen, und ich konnte sehen, wie die Bauern bei -25 °C auf den Feldern arbeiteten.
Auch die missionarische Arbeit hier erfordert außergewöhnliche Ausdauer. Ich bin voller Bewunderung für den Dienst von Pater Tomasz und Sr. M. Weronika, die oft den ganzen Tag brauchen, um die entfernt wohnenden Menschen zu erreichen und ihnen die Begegnung mit Christus in der Eucharistie zu ermöglichen. Für mich persönlich ist die hier verbrachte Zeit ein wunderbares Geschenk. Sie erlaubt mir, intensiv auf den Sinn unseres Charismas zu schauen, die heilende Gegenwart Christi zu den Menschen zu bringen. Ich habe hier einen Moment innegehalten, um zu schauen, zu hören, nachzudenken und tiefer in das Geheimnis unserer franziskanischen Lebensweise einzutauchen.
Brief von Schwester M. Margarete Ulager, Generaloberin der Kongregation der Krankenschwestern vom Regulierten dritten Orden des Hl. Franziskus
Münster,8. Januar 2026.
Liebe Schwestern, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde!
Heute, am 8. Januar 2026, erhielten wir die traurige Nachricht von Schwester Maureen O’Connor, Oberin des U.S. Kanonischen Hauses, dass unsere liebe Schwester Sherrey Murphy, OSF, um 8:20 Uhr amerikanischer Zeit plötzlich und unerwartet verstorben ist.
Erst vor zwei Monaten, Anfang November, trafen wir Schwester Sherrey bei guter Gesundheit während der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum der Präsenz unserer Schwestern in den USA, wie oben auf dem Foto aller Oberinnen unserer internationalen Kongregation zu sehen ist.
Mit schwerem Herzen und tiefer Trauer nehmen wir heute Abschied von Schwester Sherrey Murphy, OSF, unserer ehemaligen Generaloberin.
Schwester Sherrey verbrachte 24 Jahre in Deutschland, davon 12 Jahre als Generalrätin und 12 Jahre als Generaloberin. Wir sind zutiefst dankbar für die Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben, und für alles, was sie in ihrem Leben und als Generaloberin unserer Kongregation geleistet hat – für jede einzelne Schwester, für unsere internationale Kongregation und weit darüber hinaus. Möge Gott sie für all ihre Güte belohnen. Jetzt, verborgen im Geheimnis der Ewigkeit und nahe bei Gott, ist sie sicherlich eine große Fürsprecherin für uns.
Wir sprechen Schwester Sherreys Familie, Schwester Maureen O’Connor, der Oberin, allen Schwestern und Mitarbeitenden des U.S. Kanonischen Hauses unser herzliches und tiefes Beileid aus. Wir sind sicher, dass Christus, unser Herr, am Ufer ihres Lebens stand, als Schwester Sherrey sich auf ihre letzte Reise begab. Dort hat er sie sicherlich mit weit geöffneten Armen empfangen. Möge Schwester M. Sherrey in Frieden ruhen!
In Liebe und tiefster Dankbarkeit
Schwester M. Rita, Schwester M. Lima, Schwester M. Hiltrud, Schwester M. Teresa, Schwester M. Beata, Schwester Christa Maria, Schwester M. Laetitia, Pater Michael Plattig, alle Mitarbeitenden des Generalats, Hildegard Benölken (Schwester Sherreys langjährige Sekretärin) und
Schwester M. Margarete Ulager Generaloberin der Kongregation der Krankenschwestern vom Regulierten dritten Orden des Hl. Franziskus
In Erinnerung an Schwester Sherrey Murphy, OSF (1942 – 2026), Generaloberin der Kongregation der Krankenschwestern vom Regulierten dritten Orden des Hl. Franziskus von 2006 – 2018.
Mauritzer Franziskanerinnen und „Wolltäterinnen“ übergeben Spende
Münster,07.01.2026. Vom 21. bis 23. November 2025 fand wieder der beliebte Benefiz-Weihnachtsbasar im Foyer des St. Franziskus-Hospitals statt – ein gemeinsames Projekt der Mauritzer Franziskanerinnen und der Mitarbeitenden-Kreativgruppe des St. Franziskus-Hospitals, die „Wolltäterinnen“. Mit Klassikern wie handgestrickten Socken, wärmenden Mützen und Schals und weihnachtlicher Deko nahmen die Handarbeiterinnen eine Summe von 7600 Euro ein. Im Dezember übergaben sie das Geld als Spende an das im St. Franziskus-Hospital angesiedelte Programm „Babylotsen“ und die Kinderklinik des Hauses.
Neben der Babylotsin Hjördis Bayer bedankten sich auch Dr. Meike Franssen, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und der Kaufmännische Direktor des Hospitals Dr. David Lewers bei den Organisatorinnen des Basars. „Wir freuen uns sehr über diese tolle Spende, die uns dabei hilft, Kinder und ihre Mütter und Familien in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen und ihren Weg auch nach dem Krankenhausaufenthalt positiv beeinflussen zu können,“ sagte Dr. Lewers. (Presse-Information des St. Franziskus-Hospitals)
Weitere Informationen zu unseren Schwestern, die jedes Jahr zu diesem Basar beitragen, finden Sie hier.
Geboren: 8. Juni 1934 Eintritt: 30. Januar 1959 Profess: 28. Oktober 1961 Gestorben: 4. Januar 2026
Der hl. Josef, ihr Namenspatron und der Patron der Sterbenden, begleitete auf ihrem Weg in die ewige Heimat im Himmel Schwester unsere Mitschwester Josefa Maria, geborene Josefa Meyer, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
Heiliger Josef, wir preisen dich, denn Gott hat dich erwählt zum Pflegevater seines Sohnes.
(Gebet aus der Klostertradition)
Schwester Josefa Maria, die bei der Einkleidung den Namen Schwester Dalmatia erhalten hatte, wechselte ihn später und nahm ihren Taufnamen wieder an. Der hl. Josef hat ihr Leben begleitet. Ihm vertraute sie sich gerne an und betete zu ihm.
Schwester Josefa Maria wurde in Emstek geboren und trat bei den Mauritzer Franziskanerinnen ein, die sie im Cloppenburger Krankenhaus kennengelernt hatte. Bei Schwester M. Landeline lernte sie „das Kochen und alles, was sie für ihr Leben brauchte“. So steht es in ihrem Zeugnis.
Nach dem Noviziat absolvierte sie die Krankenpflegeausbildung im St. Franziskus-Hospital in Münster und arbeitete danach auf der Frauenstation in Harsewinkel und Horstmar. Später trafen wir sie in dem „Kaffeestübchen auf dem Exerzitienflur des Mutterhauses an und von 2003 – 2013 in der Mutterhausbibliothek. Danach übernahm sie noch kleine Dienste im St. Heriburg-Haus, blieb aber im Mutterhaus wohnen. 2021 wechselte sie als Bewohnerin ins St. Heriburg-Haus und lebte in der letzten Zeit in der Klara-Station für demenziell erkrankte Schwestern. Dort hat sie sich am vierten Abend des neuen Jahres 2026 auf den Weg zu Gott gemacht, liebevoll umsorgt von den Mitschwestern und den Mitarbeiterinnen.
Dankbar nehmen wir von Schwester Josefa Maria Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden. Unser Mitgefühl gilt Schwester M. Ursula, die sie noch am Tag vor ihrem Tod besuchen konnte.
Am Donnerstag, den 8. Januar 2026, verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester Josefa Maria und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Mein Name ist Schwester Marianna Shiraki. Ich wurde 1941 in eine strenggläubige buddhistische Familie hineingeboren. Die ersten Begegnungen mit Christen, an die ich mich erinnere, hatte ich im Alter von etwa acht oder neun Jahren, vielleicht etwas früher. Damals beobachtete ich im Bahnhof in Tatebayashi, etwa 80 Kilometer nördlich von Tokyo, wie sich ein Mann und eine Frau auf der anderen Seite des Bahnsteigs unterhielten. Diese Frau trug ein großes silbernes Kreuz an einer Kette um den Hals. Als ich das sah, verspürte ich ein unbeschreibliches Gefühl, das mich zum Weinen brachte, aber auch mein Herz vor Freude höher schlagen ließ.
Als ich in den höheren Klassen der Grundschule war, sah ich auch einmal zwei Ordensschwestern und einige Kinder, die an einem heißen Tag einen Ausflug machten. Die Schwestern waren verschwitzt, ihre Wangen waren heiß und rosa, sie trugen schwarze Ordenstrachten und große schwarze Schleier. Die beiden unterhielten sich ernsthaft, und ihr Lächeln machte einen sehr sanften Eindruck.
Als ich 13 Jahre alt war, fand ich hinter einem Spiegel ein altes Foto der Heiligen Mutter mit dem Kind. Auf dem Foto küsste die Heilige Mutter die Hand des schlafenden Jesus, und Tränen liefen ihr über die Wangen. Dieses heilige Bild wurde mein größter Schatz. Ich wusste nicht, warum es mich so anzog. Ich fragte mich, wonach ich suchte.
In Fernkursen studierte ich die christliche Religion – allerdings den Protestantismus. In Sano gab es zwei Kirchen, eine katholische und eine protestantische. In der katholischen Kirche waren fröhliche Menschen, und es schien ein lustiger Ort zu sein. Die protestantische Kirche war ein solides schwarzes Gebäude, immer still, ohne Anzeichen von Menschen.
Als ich neunzehn war, fragte ich meine Pflegeeltern, ob ich Nonne werden könnte. Was würden meine beiden jüngeren Brüder tun? Man sagte mir, dass ich meine Meinung in Zukunft vielleicht ändern würde, also beschloss ich, noch einmal darüber nachzudenken. Mein nächstjüngerer Bruder heiratete, und mein jüngster Bruder war 24 Jahre alt. Ich entschied mich von ganzem Herzen für Christus.
Als ich fünfundzwanzig war, wurde immer öfter davon gesprochen, dass ich heiraten solle. Ich dachte intensiv darüber nach, wie ich mein Leben wirklich leben wollte. In der Weihnachtsnacht dieses Jahres hätte ich heiraten müssen, wie es mir empfohlen wurde, wenn die Kirchentüren geschlossen gewesen wären und ich nicht hätte eintreten können. Aber die Türen waren offen.
Als ich sechsundzwanzig war, wurde ich in der katholischen Sano-Kirche getauft. Mein Taufname ist Anna. Ich las in der Kirche ein Buch über Nagasaki und wollte Nagasaki besuchen. Der Priester, der mich getauft hatte, war ein Franziskaner, und er schlug mir vor, mich zunächst in Himeji an das Klima zu gewöhnen, anstatt direkt nach Nagasaki zu fahren. Der Priester stellte mich dieser Kongregation vor, und ich wurde im St. Mary’s Hospital in Himeji aufgenommen. Ich wollte an einem Ort arbeiten, an dem ich Kontakt zu Patienten haben konnte, deshalb wollte ich im Haushalt arbeiten. Nachdem ich zwei Jahre lang im Wohnheim des St. Mary’s Hospital gearbeitet hatte, beschloss ich, nach Nagasaki zu gehen, da ich immer noch Nonne werden wollte. Ich wohnte im Wohnheim unserer Kongregation in Nagasaki, arbeitete halbtags im Krankenhaus, besuchte den anderen halben Tag die Krankenpflegeschule und konnte so eine Krankenpflege-Lizenz erwerben.
In der Zwischenzeit ging mein Wunsch, der Ordensgemeinschaft beizutreten, in Erfüllung, und ich zog nach Himeji, um mein religiöses Leben zu beginnen. Ich trat zusammen mit Sr. De Deo ein und legte 1976 zusammen mit Sr. Zita Sugita und Sr. Maria Fidelis Furukawa meine ersten Gelübde ab. Nach meinen Ewigen Gelübden erfuhr ich, dass die meisten unserer Schwestern zwar als Krankenschwestern arbeiteten, dass aktuell aber Ernährungsberaterinnen für die Schwestern benötigt wurden. Also ging ich wieder zur Schule und erwarb eine weitere Qualifikation als zertifizierte Ernährungsberaterin.
Als Apostolat arbeitete ich als Krankenschwester in der chirurgischen Abteilung des St. Mary’s Hospitals in Himeji und des St. Francis-Hospitals in Nagasaki. Als Ernährungsberaterin arbeitete ich im Francisco Villa, East Village, und im Maria Villa, wo ich 13 Jahre lang für die Mahlzeiten zuständig war.
Als ich mit der apostolischen Arbeit begann, wusste ich nichts, aber meine Kolleginnen und Kollegen brachten mir alles ausführlich bei. Ich war glücklich, eine schöne Zeit im Team zu verbringen.
Jeder Tag ist ein Segen, und nächstes Jahr werde ich mein 50-jähriges Ordensjubiläum feiern. Meine aktuelle Aufgabe ist der Gebetsdienst: Alles vertraue ich Gott im Gebet an.
Geboren: 14. Februar 1939 Eintritt: 3. Februar 1962 Profess: 28. Oktober 1964 Gestorben: 31. Dezember 2025
Am Silvesterabend 2025 nahm der gute und barmherzige Gott unsere Mitschwester an die Hand und vollendete die irdische Zeit von Schwester M. Pankratia, geborene Maria Strüwe, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
„Meine Zeit steht in Deinen Händen.“
(Psalm 31, 17)
Aus dem niedersächsischen Bawinkel kam Maria Strüwe zu den Mauritzer Franziskanerinnen nach Münster. Wie alle Schwestern legte sie das Krankenpflegeexamen ab; von 1967 bis 1974 war sie in der Infektionsabteilung des neu gegründeten St. Bernhard-Hospitals in Kamp-Lintfort tätig. Danach kam sie zurück ins Mutterhaus und fand ihre berufliche Erfüllung als Schneiderin. 51 Jahre lang arbeitete sie in der Mutterhausschneiderei. Dort hat sie mehrere Veränderungen mitgemacht, die Wechsel unserer Ordenstracht, den Wechsel vom alten Nähzimmer in die heutige Schneiderei und auch mehrere Wechsel der Mitschwestern und Mitarbeiterinnen. Schwester M. Pankratia war dabei in ihrer ruhigen und korrekten Art eine konstante Größe und immer für alle erreichbar. Bis zu ihrem plötzlichen Tod hat sie für die Schleier der Schwestern gesorgt. Ihre letzten Aufträge konnte sie nicht mehr zu Ende bringen, und sie hatte auch keine Gelegenheit mehr, ihren Arbeitsplatz zu übergeben und sich zu verabschieden. Für alles, was sie für uns Mitschwestern getan hat, sind wir ihr sehr dankbar.
Schwester M. Pankratia war auch eine beständige und ausdauernde Beterin. Sie fehlte nie beim gemeinsamen Gebet und hat der Gemeinschaft viele Jahre als Vorbeterin gedient. Auch davon machte sie kein Aufsehen, sie war einfach da.
Am Sonntag nach Weihnachten ist sie nachmittags in ihrem Zimmer so unglücklich gestürzt, dass sie eine Hirnblutung bekam, von der sie sich nicht mehr erholte. Drei Tage später ist sie im Clemenshospital in Münster gestorben.
Die letzten Jahre wurden für Schwester M. Pankratia immer schwerer durch ihre zunehmende Hörschwäche. Das machte sie einsam. Gesehnt hat sie sich auch nach Schwester M. Gerharda, mit der sie über die Arbeit in der Schneiderei auch mitschwesterlich eng verbunden war. Wir wünschen beiden Schwestern, dass sie sich jetzt im Himmel wieder begegnen.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Pankratia Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie beten und singen wir für sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Mittwoch, den 7. Januar 2026, verabschieden wir uns um 14 Uhr von Schwester M. Pankratia in der Mutterhauskirche und begleiten sie danach zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Beim anschließenden Kaffee im Mutterhaus können wir unsere Erinnerungen austauschen.
Im Heiligen Jahr 2025 waren viele Schwestern und Mitarbeitende unserer internationalen Ordensgemeinschaft als „Pilgernde der Hoffnung“ unterwegs. In Rom erlebten sie Papst-Audienzen (manche mit Papst Franziskus, andere mit Papst Leo XIV.) und durchschritten die Heiligen Pforten; sie pilgerten zu verschiedensten spirituellen Orten u.a. in Rom, Subiaco und Assisi, aber auch auf Malta, in China und in ihren jeweiligen Heimatländern.
Einige der im Generalat vorliegenden Eindrücke und bewegende Momente dieser internationalen Pilgerreisen haben wir exemplarisch ausgewählt und in einem Video zusammengestellt, das wir zum Abschluss des Heiligen Jahres mit Euch und Ihnen teilen möchten. Alle Pilgernden, die hier gezeigt werden, hatten im Herzen auch immer all jene Schwestern unserer internationalen Ordensgemeinschaft dabei, die sich nicht selbst auf den Weg machen konnten.
Durch den Film führen Generalrätin Schwester M. Hiltrud Vacker, Claudia Berghorn (Internationale Kommunikation im Generalat) und Dr. Ulrike Teßarek (Wertemanagement in der St. Franziskus-Stiftung), die Ende Juni 2025 gemeinsam nach Rom reisten.
Alle Schwestern und Mitarbeitende des Generalats wünschen Euch und Ihnen ein friedliches und gesegnetes Neues Jahr! Möge Gott Euch/ Sie und alle, die Euch und Ihnen am Herzen liegen, segnen und beschützen.
PACE E BENE!
Übrigens: Diesen Film und weitere spannende Videos finden Sie auch in unserer Mediathek.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Dezember: Würde.
Dieser Artikel wurde im Dezember 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
30.12.2025. Die Würde des Menschen ist unantastbar: Wie wunderbar wäre es, wenn dieser Satz nicht nur in unserem Grundgesetz stünde, sondern weltweit eine Selbstverständlichkeit wäre. Doch auch heute noch müssen viele Menschen um ihre Würde kämpfen, leiden unter Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Not. Manchmal sind ganze Gruppen aufgrund ihrer Religion betroffen oder durch Kriege und Naturkatastrophen; manchmal sind es persönliche Schicksalsschläge oder Erkrankungen, die Menschen an den Rand der Gesellschaft drängen. Gerade im Dezember, wenn wir die Ankunft unseres Herrn erwarten, denke ich besonders häufig darüber nach. Denn so romantisch die Geburt in einem Stall heute auch dargestellt wird: Die Heilige Familie hätte es sich sicher lieber zu Hause gemütlich gemacht.
Auch denke ich an unseren Ordenspatron, den Hl. Franziskus von Assisi, der sein Leben den Kranken und Ausgegrenzten gewidmet hat. Eine seiner prägendsten, schicksalhaften Begegnungen war die mit einem Aussätzigen vor den Toren von Assisi. Dort, außerhalb der Stadt, lebten seinerzeit die an Lepra erkrankten Menschen. Doch auch heute noch gibt es Lepra, gibt es diese Ausgrenzung. Zum Beispiel in Indien, in Ramgarh im Bundesstaat Jharkhand. Seit 1982 unterstützen die Schwestern unserer internationalen Ordensgemeinschaft dort Menschen in einer Lepra-Siedlung – sowohl medizinisch als auch dadurch, dass sie den Schulbesuch ihrer Kinder ermöglichen. Gesundheit und Ausbildung: Zwei wichtige Aspekte für ein Leben in Würde.
Schwester M. Stefania Gembalczyk (li.) in der Indischen Provinz der Mauritzer Franziskanerinnen im Konvent in Ramgarh
Gegründet wurde der Konvent in Ramgarh von Schwester M. Vulmara Hannöver, die 1973 als erste Mauritzer Franziskanerin von Münster nach Indien ging. Von 1989 an hat sich eine unserer polnischen Mitschwestern besonders in Ramgarh engagiert, Schwester M. Stefania Gembalczyk. Mehr als 25 Jahre lang versorgte sie als Krankenschwester die Lepra-Kranken; sie wurde von ihnen „unsere Mutter Theresa“ genannt.
Außer in der Gesundheitsfürsorge sind unsere indischen Schwestern in Ramgarh vor allem in der Bildung tätig. Vor zwei Jahren eröffneten sie eine neue englischsprachige Schule, in der inzwischen 914 Kinder unterrichtet werden.
Wie wichtig die Arbeit unserer Schwestern in Ramgarh ist, habe ich bei meinen Besuchen dort erlebt. Einmal war es bereits dunkel, als wir die Lepra-Kolonie erreichten. Offene Feuer erhellten die engen Gassen und warfen mildes Licht auf die Menschen, die dort lebten. Sie luden uns ein in ihre armseligen Hütten – Hütten, die an die Darstellungen des Stalls in Bethlehem erinnerten. Später trafen wir einen alten Mann; er begrüßte uns freundlich, indem er sich nach vorne beugte und seine Hände an seine Stirn hob – so dachten wir. Dann wurde uns klar, dass er gar keine Hände mehr hatte, sondern nur noch Stümpfe.
Er freute sich sehr über unseren Besuch, war aber traurig, weil wir so spät kamen. Und er bat uns, bei Tageslicht zurückzukommen, damit er unsere Gesichter sehen könne. Obwohl dieser alte Mann spärlich in Lumpen gekleidet war, strahlte er eine große Würde aus. Seine Einladung ging uns sehr zu Herzen. Wir fühlten uns klein und beschämt – Tränen standen uns in den Augen in der Dunkelheit.
Im Licht der Heiligen Nacht wirkt diese Erinnerung besonders nach. Gott lädt uns ein in die armseligen Hütten dieser Welt. Er lädt uns ein in den armseligen Stall zu Bethlehem, damit wir uns ansehen lassen von Jesus Christus, der Mensch geworden ist und uns schon durch das Geheimnis seiner Liebe „Ansehen“ verleiht. Er schenkt uns sein Licht und eine Würde, die uns niemals mehr genommen werden kann. Denn: „In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis.“
Unser Glaube wird in der Art und Weise sichtbar, wie wir den Menschen begegnen, unabhängig von Krankheit oder gesellschaftlicher Position. Das Kind in der Krippe ist der Garant dafür, dass der Mensch niemals seine königliche Würde verliert. Heute mehr denn je ist es wichtig für uns Christen, persönlich Zeugnis zu geben von der heilenden Gegenwart Gottes. Beten wir füreinander, dass sich unser Glaube an die Menschwerdung Gottes vertieft. Der Blick auf Jesus Christus, unseren Herrn, der im Stall geboren wurde, lässt uns all jene Menschen sehen, die obdachlos geworden sind, arm und krank, die hungrig sind und Leid ertragen müssen; die Liste ist lang. Weihnachten lädt uns ein, wieder neu auf Gottes Wort zu hören und Seinen Willen zu suchen für uns und unsere Kirche in dieser Stunde unserer Geschichte.
An Heiligabend, dem 24. Dezember 1968, erreichten die drei US-Astronauten Frank Borman, William Anders und James Lovell an Bord der Apollo 8 den Mond. Von dort aus schickten die Raumfahrer die damals wohl weitesten Weihnachtsgrüße der Geschichte zur Erde. Die drei Astronauten waren drei Tage zuvor, am 21. Dezember 1968, zur ersten bemannten Mondfahrt aufgebrochen. Die Mission der NASA sollte dazu dienen, die Oberfläche des Mondes zu fotografieren und eine geeignete Landestelle für eine spätere Mondlandung zu finden. Doch bei der vierten von insgesamt zehn geplanten Umrundungen des Mondes geschah am 24. Dezember 1968, Heiligabend, etwas vollkommen Unerwartetes: Die Astronauten sahen plötzlich im weiten Universum die Rückseite des Mondes und die Erde über dem Horizont des Mondes „aufgehen“, in unendlicher Stille, ähnlich wie man den Mond auf der Erde aufgehen sieht.
Erstaunt über diesen grandiosen Anblick und darüber, wie klein unsere Erde in den Weiten des Weltalls schien, wurde sich der Astronaut Frank Borman der Gegenwart Gottes und unserer menschlichen Realität auf der Erde sehr bewusst. Zur Überraschung aller sprach ein Gebet:
„Schenke uns, o Gott, die Fähigkeit, Deine Liebe in dieser Welt zu sehen, trotz unseres menschlichen Versagens.
Schenke uns den Glauben, trotz unserer Unwissenheit und Schwäche, Deiner Güte zu vertrauen.
Schenke uns Erkenntnis, damit wir nicht aufhören zu beten mit einem verstehenden Herzen.
Und zeige uns, was jeder von uns tun kann, um der Welt den Frieden zu bringen.
Frank Bormann, US-Astronaut, 24. Dezember 1968
Dieser historische Rückblick erinnert daran, dass das Fest der Menschwerdung Gottes kein simples Ereignis auf dem Kalender ist, kein Ereignis im Jahreskreis, keine historisch-geschichtliche Markierung im Laufe der Jahrhunderte. Sondern es ist das ALLMÄCHTIGE WORT (Joh 1,14), hineingeboren in unser tiefstes Sein, als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war (Weish 18, 14), Grund und Quelle allen Lebens.
Von Herzen wünschen wir Ihnen, Euch und allen, die Ihnen und Euch verbunden sind, ein gesegnetes, friedvolles und gnadenreiches Weihnachtsfest, verbunden mit allen guten Wünschen für das Neue Jahr 2026.
Herzlichen Dank für jedes Gebet und alle Unterstützung! Möge der Stern der Weihnacht uns allen im Neuen Jahr 2026 milde leuchten oder glänzend strahlen, so wie wir es gerade brauchen.
Es grüßen Sie und Euch herzlich, Pater Michael Plattig O.Carm., Schwester M. Rita, Schwester M. Lima, Schwester M. Hiltrud, Schwester M. Teresa, Schwester M. Beata, Schwester M. Laetitia, Schwester Christa Maria, unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Ihre/ Eure
Für weltweit etwa 2,5 Milliarden Christen ist der Advent eine ganz besondere Zeit im Kirchenjahr: Eine Zeit voller Erwartung und Vorbereitungen auf Weihnachten, dem Fest der Menschwerdung unseres Herrn. Eine Zeit der Stille, der Besinnung, der vielfältigen Traditionen.
Diese Traditionen wollten wir uns einmal genauer ansehen und haben die Mitglieder unserer multinationalen und multikulturellen Gemeinschaft gefragt, wie die Adventszeit in ihrer Heimat gefeiert wird.
Das Ergebnis: Es gibt große Gemeinsamkeiten! So werden an all unseren Standorten besonders festliche Adventsgottesdienste gefeiert, Kerzen an den Adventskränzen entzündet und im Dezember täglich die Türen von Adventskalendern geöffnet. Auch wird das Warten aufs Weihnachtsfest überall als Zeit des Gebetes und der spirituellen Reflexion genutzt. Und das Licht spielt eine große Rolle: Lichter in dunkler Zeit, der Stern am Horizont: Denn es wird kommen der Herr. Aber es gibt auch Unterschiede. Einige davon haben wir zusammengestellt.
Advent mit unseren internationalen Schwestern im Mutterhaus in Münster, von links nach rechts: Schwester M. Laetitia mit einem Weihnachtsstern, der in Japan genauso beliebt ist wie in Deutschland. Schwester M. Lima zeigt einen „Stutenkerl“ und Schwester M. Benedikte einen Schuh, der vom Nikolaus gefüllt wurde. Schwester M. Teresa zeigt selbstgebackene Lebkuchen aus der Polnischen Provinz.
Deutschland
In Deutschland stellen die Kinder am Vorabend des 6. Dezember ihre schön geputzten Schuhe oder Stiefel vor die Haustür – und finden darin am Morgen kleine Geschenke und Süßigkeiten des Hl. Nikolaus. Diesen Heiligen soll auch der „Stutenkerl“ darstellen. Früher erhielten ihn Kranke oder Menschen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen konnten, als Segenszeichen.
Der Beginn der Adventszeit wird in der Mutterhauskirche in Münster mit einer besonders feierlich gestalteten Vesper gefeiert. Dabei zündet ein Priester die erste Kerze am Adventskranz an, während die Schwestern das Lied singen: „Wir sagen Euch an den lieben Advent…“. Seit einigen Jahren wird in der Mutterhauskirche auch ein festliches Benefiz-Konzert mit Weihnachtsliedern zu Gunsten des Johannes-Hospizes Münster veranstaltet. 400 Kerzen brannten bei den „Christmas Carols 2025“ am 7. Dezember 2025 mit dem Konzertchor Münster; es waren auch viele Kinder beteiligt. Auch die beeindruckende Lichtshow und unser Organist Markus Schröder trugen zum Erfolg des Konzertes bei.
Ich erinnere mich an eine Tradition aus meiner Grundschulzeit: Jedes Kind, das eine gute Tat vollbracht hatte, legte in der Adventszeit dafür einen Strohhalm in die Krippe, damit das göttliche Kind an Weihnachten weich gebettet werden konnte.
Schwester M. Benedikte
Was wäre der Advent ohne Plätzchen? In unserem Mutterhaus in Münster haben unsere vietnamesischen Mitschwestern mit Schwester M. Vera viele Plätzchen gebacken und dann mit Schwester M. Rita im Generalat mit Schokolade verziert. Zum Adventsbesuch fuhren die Schwestern auch nach Kroge.
Polen
In vielen Gegenden in Polen bringen Kinder symbolisch das Licht zu den Häusern der Menschen, und in den Klöstern werden Krippen und Adventskrippen liebevoll gestaltet. Die Schwestern der Polnischen Provinz bieten spirituelle und materielle Hilfe an, indem sie Weihnachtspakete für Bedürftige organisieren und Treffen und Gespräche mit sozial ausgegrenzten Menschen anbieten.
Eines der charakteristischsten Merkmale des Advents in Polen ist die Rorate-Messe – eine Liturgie, die zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria in den frühen Morgenstunden, meist vor Sonnenaufgang, gefeiert wird. Die Teilnehmer bringen Kerzen oder Laternen mit, die die Erwartung des kommenden „Lichts der Welt“ – Jesus Christus – symbolisieren.
Schwester M. Teresa
In Oldrzychowice in unserer Polnischen Provinz organisierten Schwester M. Franciska Wanat und einige Ehrenamtliche einen Nikolausbesuch für die Kinder, die von der Flutkatastrophe im September 2024 betroffen waren. 52 Kinder nahmen an der Veranstaltung teil und verbrachten einen schönen Nachmittag zusammen.
USA
In USA haben die Adventskalender 25 Türchen, weil Weihnachten nicht an Heiligabend gefeiert wird, sondern am 25. Dezember.
Ich singe sehr gerne Adventslieder, um mich auf die Ankunft unseres Herrn vorzubereiten. Vor etwa 40 Jahren habe ich Händels Messias kennengelernt und höre ihn oft.Als ich ein Kind war, hatte die Krippe in unserem Haus einen ganz besonderen Stellenwert. Im Noviziat übten wir uns jeden Tag mit besonderen Gedanken im spirituellen Aufbau der Krippe.
Schwester Janelle Athorp, OSF
Japan
In Mutterhaus in Himeji verwenden die Schwestern seit etwa 20 Jahren violette und rosafarbene Kerzen, die sie aus der koreanischen Mission mitgebracht haben. Violett steht für Reue, Rosafarben für Freude. Wenn sich die Farben der Kerzen von drei tiefvioletten zu drei hellvioletten und dann zu einer rosafarbenen Kerze verändern, rückt Weihnachten näher.
Unsere Gemeinschaft hat die Tradition der Missionarinnen übernommen, eine „geistige Krippe“ zu gestalten. Wir bereiten uns darauf vor, Christus willkommen zu heißen, indem wir diese Krippe bauen und „Stroh“ in unseren Herzen auslegen, indem wir Gebete, Opfer und gute Taten sammeln.
Schwester M. Laetitia
Indien
In einigen Regionen Indiens werden im Advent Rosenplätzchen, Kulkuls und Früchtebrot gebacken. Über soziale Medien und Gemeindegruppen beteiligen sich viele Menschen in Indien an Wohltätigkeitsaktionen und Hilfsprogrammen, sodass die Adventszeit nicht nur der spirituellen Vorbereitung dient, sondern auch dazu, Liebe und Freude mit anderen zu teilen.
In Indien empfinden wir tief, was es bedeutet, erwartungsvoll zu warten – auf den Monsun, auf die Ernte, darauf, dass das Licht die Dunkelheit besiegt. Wenn wir die Kerzen am Adventskranz entzünden, erinnere ich mich an die Diyas von Diwali – beide leuchten als Zeichen der Hoffnung.
An alle meine Schwestern auf der ganzen Welt: Möge dieser Advent uns helfen, die Schönheit des Wartens wiederzuentdecken – nicht mit Angst, sondern mit Frieden und Vertrauen. Mögen unsere Herzen zu demütigen Wiegen der Hoffnung werden, bereit, den Friedensfürsten zu empfangen. Und möge unser Leben, wo immer wir auch sind, wie kleine Lampen leuchten und die Wärme und das Licht der Liebe Christi an alle weitergeben, denen wir begegnen.
Schwester M. Renita
Wir danken den Schwestern unserer internationalen Ordensgemeinschaft, die uns Informationen zum Advent in ihren Heimatländern geschickt haben: Schwester M. Benedikte (Deutschland), Schwester Teresa (Polen), Schwester Schwester Janelle (USA), Schwester M. Laetitia (Japan) und Schwester M. Renita (Indien).
Geboren: 27. Juli 1932 Eintritt: 12. September 1951 Profess: 13. Juni 1954 Gestorben: 5. Dezember 2025
Im Kanonischen Haus in Springfield/ USA verstarb unsere Mitschwester Schwester Mary Kelly, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
„Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten.“
(Mt. 13, 43)
Ähnlich wie beim Umblättern einer Buchseite veränderte sich das irdische Leben von Schwester Mary Kelly sanft, als Gott die Seite umblätterte und ihr ewiges Leben begann. Das Leben, auf das sie 93 Jahre lang gewartet hatte, begann am 5. Dezember um 7:30 Uhr morgens mit Schwester Josephine Vanitha, Lori Wright und Rylie Ackman an ihrer Seite. In den Tagen zuvor bereitete sie sich auf ihr Ableben vor und wurde dabei liebevoll von den Mitarbeitenden im Loretto Home betreut. Sie erhielt häufig Besuch von Schwestern und Mitarbeitenden, die ihr ihre Liebe und Wertschätzung ausdrückten.
Schwester Mary wurde am 27. Juli 1932 in Kincaid, Illinois, geboren und wuchs in Nokomis, Illinois, auf. Nach ihrer Klassenfahrt in der 8. Klasse zum Mutterhaus begann sie, Gottes Ruf zu einem religiösen Leben und zur Krankenpflege zu spüren, der sich während ihrer Highschool-Zeit vertiefte.
Im Jahr 1940 begann sie ihre Ausbildung an der Krankenpflegeschule des St. John’s Hospitals und erlebte die Mauritzer Franziskanerinnen als Vorbild. Am 1. Januar 1951, bevor ihre Abendschicht begann, nahm sie um 15:45 Uhr in der Kapelle des St. John’s Hospital Gottes Einladung an. Vier Monate später teilte sie ihrer Mutter ihre Entscheidung mit und schrieb am 19. August 1951: „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Vater. (…) Ich trete in den Orden ein.” Am 12. September 1951 trat sie in die Ordensgemeinschaft ein und legte am 13. Juni 1954 ihre ersten Gelübde ab.
Schwester Mary verband die italienische Kultur ihrer Mutter und die irische Kultur ihres Vaters mit Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen, Humor und einer friedlichen Spiritualität in ihrer Beziehung zu Gott. Man könnte sagen, dass die Wärme ihres Geistes durch ihre Lieblingsbeschäftigung, Zeit in der Sonne zu verbringen, bereichert wurde – schließlich war sie halb Italienerin.
Ihre Führungsqualitäten wurden durch ihre charakteristische ruhige Stimme unterstrichen, die sie oft beim Gemeinschaftsgebet zum Ausdruck brachte. Liebe war ihre Motivation – insbesondere für ihre Familie, ihre Freunde und ihr Umfeld.
Schwester Mary ist Absolventin der Krankenpflegeschule des St. John’s Hospital aus dem Jahr 1955 und erwarb 1958 einen Bachelor-Abschluss in Krankenpflege an der Marquette University sowie 1985 einen Master-Abschluss in Krankenpflegeverwaltung an der Catholic University of America.
Ihr Leben im Dienste anderer umfasste folgende Positionen: Führungspositionen im Krankenpflegebereich an HSHS-Krankenhäusern in Illinois und Wisconsin, Krankenpflegeausbildung am Marillac College, Provinzvikarin und Oberin des Mutterhauses, Direktorin des HSHS-Boards und HSHS-Rezeptionistin.
Möge sie in Frieden ruhen in der Wärme von Bruder Sonne.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im November: Respekt
Dieser Artikel wurde im November 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
25.11.2025. Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Der November ist traditionell ein Monat, in dem wir zurückschauen auf unser eigenes Leben und auf das Leben derer, die vor uns waren, beginnend mit Allerheiligen und Allerseelen. Oft ist es eine nachdenkliche Zeit. Viele Menschen überlegen, was aus ihren Plänen vom Jahresanfang geworden ist und was sie in ihrem Leben insgesamt schon erreicht haben. Und wenn wir die Kerzen auf den Gräbern unserer Verstorbenen anzünden, ist diese Geste auch ein Ausdruck von Respekt gegenüber deren Leben, deren Lebenswerk. So auch bei uns Mauritzer Franziskanerinnen.
Viel „Frauen-Power“, Pioniergeist und Mut zeigt sich in der über 180-jährigen Geschichte unserer internationalen Kongregation. Mit Blick auf Beruf und Gesellschaft waren unsere Schwestern oft ihrer Zeit voraus. Denn in den von unserer Ordensgemeinschaft gegründeten Einrichtungen gab es schon immer Frauen in Leitungspositionen. Nicht nur die Pflege von Patientinnen und Patienten lag vollständig in der Hand der Schwestern, sondern auch die Gesamtleitung der Krankenhäuser. Ordensfrauen konnten sich also lange Zeit beruflich viel freier verwirklichen als die Frauen außerhalb eines Klosters: In Deutschland beispielsweise wurden verheiratete Frauen erst nach 1969 als geschäftsfähig angesehen, und bis 1977 mussten sie ihre Ehemänner um Erlaubnis fragen, wenn sie arbeiten wollten. Zu der Zeit leitete Schwester M. Ambrosina Bettmer das St. Franziskus-Hospital in Münster mit mehreren hundert Schwestern und zivilen Beschäftigten.
Traditionell lernten alle Schwestern, die unserer Ordensgemeinschaft beitraten, die Krankenpflege – aber je nach den Positionen und Aufgaben, die in der Kongregation zu besetzen waren, blieb diese Ausbildung oft nicht die einzige. Wie bei Schwester M. Dietmara Ahlmann, Jahrgang 1937: Als die Ordensleitung Anfang der 1960er Jahre beschloss, die zahnärztliche Versorgung der vielen Schwestern in Münster „inhouse“ zu gewährleisten, wurde Schwester Dietmara für diese Aufgabe ausgewählt.
Zahnärztin Schwester M. Dietmara Ahlmann in ihrer Praxis im St. Franziskus-Hospital
Die gelernte Krankenschwester machte auf dem zweiten Bildungsweg ihr Abitur nach und studierte ab 1968 Zahnmedizin in Münster – als einzige Frau in ihrem Jahrgang. Als Zahnärztin versorgte sie dann 35 Jahre lang ihre Mitschwestern in einer voll eingerichteten Praxis im Untergeschoss des St. Franziskus-Hospitals. Parallel war sie ab 1983 in der Provinz- und Generalleitung tätig und reiste in die Niederlassungen und Projekte unserer Kongregation in Japan, Taiwan, Korea, Indien, USA, Haiti, Arizona, Polen und Tschechien.
Schwester M. Dietmara Ahlmann (2.v.r.) als Generalrätin bei den Mauritzer Franziskanerinnen in Indien Anfang der 1990er Jahre
Pioniergeist zeichnete auch unsere Schwestern aus, die für Missionsprojekte in die Welt zogen, verbunden mit Mut aus der Kraft des Glaubens. So zum Beispiel die jungen Frauen, die vor 100 Jahren, im September 1925, aus der Amerikanischen Provinz der Mauritzer Franziskanerinnen nach Tsinan (heute Jinan) in China gingen, um dort ein Krankenhaus aufzubauen. Vorher gab es unter den amerikanischen Schwestern einen Bewerbungsprozess für diesen Missionseinsatz: Gesucht wurde nach Freiwilligen „von guter Gesundheit und jünger als 40 Jahre“. Dass sie ausgebildete Krankenschwestern waren, verstand sich von selbst. 67 Schwestern meldeten sich; fünf wurden schließlich ausgesucht. Die jüngste von ihnen, die 29-jährige Schwester Evangelista Sanders, bezahlte ihren Mut mit dem Leben: Sie starb bereits nach anderthalb Jahren ihres Dienstes. Die Präsenz der Mauritzer Franziskanerinnen in China aber bestand weiter, bis die Schwestern nach dem Zweiten Weltkrieg vom Kommunistischen Regime enteignet und vertrieben wurden. Zwei der Schwestern flohen nach Shanghai, von wo aus man sie 1948 nach Japan rief, um ein Krankenhaus in Nagasaki zu übernehmen – die Keimzelle der heutigen Japanischen Provinz.
Schwester Engelberta Beyer und Schwester Euphrosine Fischer in China, 1926
An all diese Schwestern erinnern wir uns mit großem Respekt. Aber unser Respekt gilt auch jenen Mitschwestern, die ein weniger bewegtes Leben hatten und in Stille und Treue ihren Dienst versahen und bis heute versehen, ob im Krankenhaus, in einer Schule oder Gemeinde, ob bei ihrer Arbeit in der Hauswirtschaft oder bei der Besinnung im Gebet. Und ganz im Sinne unseres Ordenspatrons, des Hl. Franziskus von Assisi, blicken wir mit großem Respekt auf das Leben eines jeden Menschen: Jede und jeder von uns ist mit individuellen Fähigkeiten und Hoffnungen, Zielen und Herausforderungen in diese Welt gestellt. Manches gelingt uns auf unserem Lebensweg, manches nicht – auch das ist zutiefst menschlich. Wenn wir jetzt im November also Rückschau halten, sollten wir immer auch unser Bemühen würdigen – mit Respekt und mit den Augen der Liebe.
Geboren: 26. August 1943 Eintritt: 12. August 1965 Profess: 3. Mai 1968 Gestorben: 22. November 2025
In der Universitätsklinik in Münster starb nach schwerer Krankheit unsere Mitschwester Schwester M. Waldemara, née Anna Koop, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
Jesus spricht:
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
(Joh. 14.6)
Schwester M. Waldemara wurde auf dem Bauernhof der Familie Koop in Altenberge bei Meppen geboren und wuchs dort im Kreis ihrer sechs Geschwister auf. Zwei Jahre nach dem Eintritt ihrer älteren Schwester M. Herlinde, folgte sie ihr in unsere Gemeinschaft.
Schwester M. Waldemara war eine typische Krankenschwester, die sich auf den Stationen im St. Franziskus-Hospital in Münster, in Ennigerloh, Waldniel, Dorsten und Haltern einsetzte. In Freiburg absolvierte sie den Stationsleiterkurs und nahm später am Pastoralkurs für die Seelsorge an alten und kranken Menschen in Münster teil. Seit 2013 lebte sie in der Pfarrgemeinde in Ahaus – Wüllen und sorgte unter anderem für die alten und immobilen Menschen, die sie besuchte und ihnen die Krankenkommunion brachte. Im Schwesternkonvent übernahm sie das Amt der Oberin und empfing dort viele Gäste.
Mitte des Jahres 2025 bat Schwester M. Waldemara darum, von ihrem Amt entlastet und ins St. Franziskus-Haus nach Nordwalde versetzt zu werden. Ihre Kräfte wurden zusehends weniger. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt im St. Franziskus-Hospital in Münster ging sie nach Nordwalde, anfangs um sich zu erholen. Es war ihr leider nicht mehr möglich, sich von den Schwestern im Konvent und von den Menschen in Wüllen zu verabschieden. Vor einigen Tagen musste sie wegen einer akut aufgetretenen Krankheit in die Uniklinik nach Münster gebracht werden, wo sie friedlich ihr Leben in die Hände Gottes zurückgegeben hat.
Schwester M. Waldemara hat in ihrem Leben Kraft geschöpft aus dem Wort Jesu: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Dieser Spruch war ihr vertraut durch das Altarbild in ihrer Heimatkirche in Altenberge. Auf die Frage, die ihr einmal gestellt wurde, wen sie im Himmel treffen möchte, antwortete sie: „Jesus und alle meine Lieben.“ Möge ihr das nur vergönnt sein.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Waldemara Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr geschwisterlich verbunden.
Am Freitag, den 28. November 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamtfür Schwester M. Waldemara und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Oktober: Zukunft
Dieser Artikel wurde im Oktober 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
25.10.2025. „Die Zukunft des Denkens“: So lautete kürzlich das Titelthema der Wochenzeitung die „Zeit“. Darin ein großes Interview mit dem amerikanischen Wissenschaftler, Erfinder und Unternehmer Ray Kurzweil (77), der schon als Kind von Technik fasziniert war und zur Entwicklung künstlicher Intelligenz beiträgt, seit er 1960 als 12-jähriger in New York den ersten Computer zu Gesicht bekam. Kurzweil ist davon überzeugt, dass die KI bereits in vier Jahren, 2029, intelligenter sein wird als der Mensch. Dann werde es auch möglich sein, den Menschen durch Implantate im Gehirn dieses Wissen jederzeit zur Verfügung zu stellen. „Mit der KI zu verschmelzen, ist der einzige Weg, nicht von ihr dominiert zu werden“, sagt Kurzweil, ohne diese Entwicklung ethisch zu bewerten.
Was ist möglich – und was ist richtig? Dürfen wir alles tun, was möglich ist? Diese Fragen beschäftigen uns Menschen immer wieder, nicht nur mit Blick auf Wissenschaft und Technik, sondern auch mit Blick auf unseren persönlichen Lebensweg. Das war schon im 13. Jahrhundert so. Damals hätte der Namenspatron unserer Ordensgemeinschaft, Franziskus von Assisi, Sohn eines reichen Kaufmanns, die Möglichkeit gehabt, ein Leben in Luxus und Bequemlichkeit zu führen. Doch nach persönlichen, gesundheitlichen und spirituellen Krisen entschied er sich im Alter von 25 Jahren für den unbequemen Weg, der für ihn richtig und wichtig war: Inspiriert vom Evangelium, verschenkte er seinen weltlichen Besitz, um Gott und den Menschen zu dienen. Dabei ahnte er nicht, wie stark seine Entscheidung die Zukunft beeinflussen würde: Viele Menschen schlossen sich ihm an, und die franziskanischen Ordensgemeinschaften und Laien feiern bis heute am Franziskustag Anfang Oktober sein Leben und Wirken.
Die Zukunft vorherzusagen, ist trotz KI noch immer unmöglich. Wir können uns nur so gut es geht auf die Anforderungen einstellen, die sich durch die neuen Entwicklungen abzeichnen. Und wir können Position beziehen, wenn es um die christlich-franziskanischen Werte geht, die uns wichtig sind und nach denen wir auch zukünftig unser Leben und Wirken ausrichten wollen: Die Menschen eben nicht zu reduzieren auf ihr Denken und ihre Leistung, sondern jede und jeden als einzigartiges und wertvolles Geschöpf Gottes zu begreifen – ganzheitlich, mit Körper, Seele und Geist.
Seit der Gründung unserer Gemeinschaft 1844 prägt dieses ganzheitliche Denken unseren Einsatz für die Menschen in Krankheit, Alter und Not. Er prägt aber auch die Art und den Inhalt der Ausbildung, mit denen wir die jungen Mitglieder unseres internationalen Ordens auf ihre Zukunft vorbereiten.
Natürlich erhalten die jungen Frauen in Polen, Japan und Indien fundierte Berufsausbildungen, um zum Beispiel als Gesundheits- und Krankenpflegerin, Ärztin, Lehrerin, Sozialarbeiterin, Pastoralreferentin, Wirtschaftsprüferin, Juristin oder Theologin und beizeiten in der Leitung unserer Gemeinschaft tätig werden zu können. Auf dem Lehrplan aller jungen Schwestern steht auch Englisch als gemeinsame Sprache unserer Kongregation sowie die besonderen Traditionen und Bräuche der jeweiligen Kultur, seien es besondere Tänze oder die Teezeremonie.
Doch parallel schulen und fördern wir die intensive Glaubens- und Herzensbildung unserer Schwestern, die sie dazu befähigt, Zeugnis abzulegen durch ihren Dienst an Gott und den Menschen und ein Leben in unserer Gemeinschaft zu führen: Ein menschliches Leben in all seinen Facetten, in dem zukünftig sicher auch die KI einen Platz haben wird – auf dem Lehrplan und hoffentlich durch medizinischen Fortschritt, den unsere Schwestern zum Wohle ihrer Patienten einsetzen können.
Zurück zu Ray Kurzweil. Er lässt keinen Zweifel daran, dass er manches für zwingend hält, wenn er sagt: „Die Weiterentwicklung der KI ist ein weltweiter Wettbewerb, wenn wir da nicht mitmachen, machen es andere Länder.“ Vielleicht sollten wir Christen uns mit Blick auf die Zukunft die Freiheit nehmen, einen parallelen Wettbewerb starten: einen Wettbewerb der Menschlichkeit. Denn wenn wir das nicht vormachen, wer dann?
Neue Provinzleitung der Japanischen Provinz gewählt
Kurz nach dem Ende des Provinzkapitels der Deutschen Provinz begann am 10. Oktober 2025 das Provinzkapitel der ‚Japanischen Provinz‘ in Himeji mit dem Thema
„Gott ist mit uns – brennende Herzen, schreitende Füße“.
Am 13. Oktober 2025 wurde Schwester Maria Fidelis Furukawa für eine zweite Amtszeit als Provinzoberin der japanischen Provinz wiedergewählt. Als Kongregation gratulieren wir ihr von Herzen und danken ihr für ihre Bereitschaft, dieses Amt erneut zu übernehmen.
Zur Provinzvikarin und ersten Provinzrätin wurde Schwester M. Nichola Truong Thi Hoang Oanh gewählt. Auch ihr gilt unser Dank und unsere Unterstützung für den neuen Dienst in der Provinzleitung.
Am Nachmittag des gleichen Tages wählten die Kapitularinnen folgende Schwestern zu Provinzrätinnen:
Schwester M. Theodora Wakatsuki
Schwester M. Philippa Sato
Schwester M. Martina Du The Thanh
Wir gratulieren allen Schwestern herzlich zu ihrer Wahl und danken ihnen, dass sie den Dienst in der Provinzleitung angenommen haben. Wir bitten auch um das Gebet für alle genannten Schwestern – für Kraft, Weisheit und Vertrauen auf Gottes Führung.
Am Abend des Wahltages wurden Schwester Maria Fidelis und die neu gewählten Rätinnen im Rahmen der feierlichen Vesper in ihr Amt eingeführt. Pater Prof. Dr. Dr. Michael Plattig sprach den Schwestern den Segen zu mit den Worten:
„Die Grundlage all unseres Handelns ist die Überzeugung, dass Gott immer mit uns ist. Möget ihr in diesem Glauben und Vertrauen wandeln, unter der Führung des Heiligen Geistes, mit einem hörenden, liebenden Herzen.“
Schwester Maria Fidelis, Schwester M. Nichola, Schwester M. Theodora, Schwester M. Philippa, Schwester M. Martina
Dank an die bisherige Provinzleitung
Unser herzlicher Dank gilt Schwester M. Vianney Kawaguchi, Schwester M. Pacis Kyonoku und Schwester M. Goretti Vien Tran Nha Quyen für ihren engagierten Dienst als Provinzrätinnen in den vergangenen Jahren.
Geboren: 18. Oktober 1962 Eintritt: 8. September 1983 Profess: 21. Januar 1988 Gestorben: 27. Oktober 2025
Unsere liebe Schwester M. Princy Vadakkadath, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus, die an die Worte der heiligen Klara von Assisi glaubte, die ihr auf dem Sterbebett zugeschrieben werden, hat am 27. Oktober 2025, um 10:30 Uhr ihr Leben in die Hände Gottes zurückgegeben.
… Gesegnet seist du, o Gott, dass du mich erschaffen hast.
(Heilige Klara von Assisi)
Seit mehr als zehn Jahren lebte sie mit der Diagnose einer bösartigen Krankheit ihr irdisches Leben in völliger Hingabe an den Willen Gottes – nach dem Vorbild der seligen Jungfrau Maria, die sie sowohl in Zeiten der Gesundheit als auch im Leiden zutiefst liebte und treu nachahmte.
Schwester M. Princy wurde am 18. Oktober 1962 in Poovathussery im Distrikt Thrissur in Kerala als Tochter von Herrn Varghese und seiner Frau Rosy geboren. Sie war das älteste von insgesamt fünf Kindern, darunter drei Brüder und eine Schwester. Nach Abschluss ihrer Schulausbildung trat sie am 8. September 1983 in unsere Kongregation ein. Am 21. Januar 1988 legte sie ihre erste Profess ab, am 25. Januar 1993 ihre Ewige Profess.
Schwester M. Princy war eine aufrichtige und engagierte Ordensfrau, die ihr Leben mit unerschütterlicher Ausdauer und Liebe lebte. Nach ihrer ersten Profess absolvierte sie eine Ausbildung zur Schneiderin. Nach ihrer ersten Profess absolvierte sie eine Ausbildung zur Schneiderin. Von 1989 bis 1991 arbeitete sie als Schneiderin in Anjali Niketan, Pithora. Von 1992 bis 2001 wurde ihr die Verantwortung für die Schneiderschule im neu gegründeten St. Francis Convent in Valiaveli, Kerala, übertragen. Später kehrte sie nach Anjali Niketan in Pithora zurück, wo sie von 2001 bis 2003 erneut die Leitung der Nähstube übernahm. Während dieser Zeit ergriff sie die Initiative und nähte Uniformen für die Schüler und Schülerinnen von Anjali Vidyalaya und Anjali Bal Niketan in Pithora. Darüber hinaus absolvierte sie erfolgreich einen Diplomkurs in Stickerei und Nähen in Wardha, Maharashtra.
Zwei Jahre später wurde Schwester M. Princy zur Lehrerin an der Anjali Bal Niketan in Pithora ernannt. Sie erfüllte diese Aufgabe mit großer Liebe und Hingabe und kümmerte sich liebevoll um die ihr anvertrauten Kinder. Ihre Freude am Unterrichten und ihre Zuneigung zu den Kindern zeigten sich in allem, was sie tat. Im Jahr 2012 wurde sie jedoch mit einer schweren Prüfung konfrontiert, als bei ihr eine bösartige Erkrankung diagnostiziert wurde. In den folgenden vier Jahren unterzog sie sich einer Behandlung im Regional Cancer Center in Trivandrum und im Sanjivani Hospital in Raipur.
Die Behandlung zeigte positive Ergebnisse und ihr Gesundheitszustand verbesserte sich allmählich. Im Mai 2016 wurde Sr. M. Princy nach St. Francis Vidya Bhawan in Kapa versetzt. Dort diente sie etwa vier Jahre lang treu als leitende Schwester der Gemeinschaft.
Im Oktober 2020 wurde Schwester M. Princy nach Anjali Niketan in Pithora versetzt. Allmählich verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand, sodass sie mehr Pflege und Ruhe benötigte. Da sie diese Zeit sinnvoll und produktiv nutzen wollte, widmete sie sich einer Arbeit der Nächstenliebe. Als treue Verehrerin der Gottesmutter begann sie, Rosenkränze von Hand zu knüpfen – mit tiefer Hingabe und Engagement. Mit Freude und Zufriedenheit verschenkte sie diese an unsere Schwestern und Gönner. An den Missionssonntagen wurden ihre handgefertigten Rosenkränze versteigert, um Geld für die Missionen zu sammeln.
Sr. M. Princy war im Herzen eine echte Franziskanerin: Sie war einfach, fleißig und fröhlich. Sie zeigte großes Engagement und Hingabe und freute sich über das Wachsen der ihr anvertrauten Dienste. Durch ihren festen Glauben an Gott und ihre Verehrung der Gottesmutter war sie ein standhaftes Zeugnis und ein leuchtendes Vorbild, insbesondere für die jüngeren Mitglieder der Provinz.
Wir sprechen Pater Thomas Vadakkadath, ihrem Onkel väterlicherseits, der Sr. M. Princy dazu ermutigt und angeleitet hat, unserer Kongregation beizutreten, unser tief empfundenes Beileid aus. In dieser Zeit der Trauer sind wir in Gebet und Solidarität mit ihrem geliebten Vater, ihren Brüdern, ihrer Schwester und allen Mitgliedern ihrer Familie verbunden.
Liebe Schwestern, der Tod von Schwester M. Princy hinterlässt bei uns ein tiefes Gefühl des Verlustes und der Leere. Ihr Leben, das sie voller Hingabe, in stiller Dienstbarkeit und mit unerschütterlichem Glauben geführt hat, hat uns alle tief berührt. Ihre Abwesenheit wird in vielerlei Hinsicht spürbar sein. Wir glauben, dass Schwester M. Princy nun in der ewigen Gegenwart des Herrn jubelt – in liebevoller Gesellschaft mit der seligen Jungfrau Maria, die sie ihr ganzes Leben lang innig geliebt und nachgeahmt hat.
Schwester M. Princy wird am 29. Oktober 2025 um 10:30 Uhr auf dem Friedhof des Anjali-Niketan-Campus beigesetzt.
„Lebewohl, liebe Schwester M. Princy. In Dankbarkeit für das Geschenk deines Lebens empfehlen wir dich der liebevollen Umarmung Gottes. Wir freuen uns, dass du nun in dem Herrn ruhst, den immer gepriesen und dem du so treu gedient hast. Möge Er dich mit seiner ewigen Liebe empfangen.“
Geboren: 19. Juli 1932 Eintritt: 4. August 1951 Profess: 3. Mai 1954 Gestorben: 21. Oktober 2025
Christus, dem sie im Leben besonders vertraute holte unsere Mitschwester am 21.10.2025 zu sich. Wir gedenken Schwester M. Eufredis, geb. Helga Magdalena Scharnert, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
„CHRISTUS, mein Christus!“
(Gebet von Sr. M. Eufredis)
Schwester M. Eufredis wurde in Marienburg im damaligen Westpreußen geboren und erlebte dort die ersten Jahre der Kindheit. Der Vater wurde als Polizeibeamter nach Briesen versetzt, wo Helga die höhere Schule besuchen konnte. Da die Ostfront immer näher rückte, musste die Familie die Heimat 1944 verlassen und kam über viele Umwege in die überwiegend evangelische Stadt Bremerhaven. Damals war es üblich, dass die katholischen Familien bewusst in evangelische Gebiete verschickt wurden und umgekehrt. Diese schwere Zeit hat sie sehr geprägt. Davon erzählte sie immer wieder. Um einen Schulabschluss zu bekommen, ging das Mädchen in die Volksschule und besuchte danach die Handelsschule. Im St. Josefs-Hospital lernte sie als Lernköchin die Franziskanerinnen kennen und konnte 1951 bei ihnen in Münster eintreten.
Nach dem Krankenpflegeexamen arbeitete sie in mehreren Krankenhäusern in der Pflege und im Labor. Viele von uns kennen Schwester M. Eufredis als freundliche Schwester mit strahlenden Augen an der Pforte in Kroge. Danach durfte sie noch für einige Jahre in Brake sein, mit Blick auf Bremerhaven, ihrer zweiter Heimat. 2006 kam Schwester M. Eufredis ins St. Heriburg-Haus und übernahm lange den Besuchsdienst für die Mitschwestern. Seit 2015 war sie dort als Seniorin und seit einem Jahr Bewohnerin der Wohngruppe St. Klara, wo sie liebevoll umsorgt morgens um 7.00 Uhr ihr irdisches Leben zurückgab. Schwester M. Eufredis war tief geprägt von den Erfahrungen der Flucht, die sich nicht losließen. Ihr Halt war dann immer Christus, zu dem sie betete: „Christus mein Christus!“.
Vom 4. bis 16. September 2025 fand in unserem Mutterhaus das Provinzkapitel der deutschen Provinz statt. Unter dem Leitwort „Pilgerinnen der Hoffnung“ durften wir Tage des Gebets, des Austauschs, der Beratung und der Entscheidung erleben.
Geistlicher Auftakt
Pater Michael Plattig eröffnete das Kapitel mit einer Eucharistiefeier, in der er uns einlud, auf den Geist Gottes zu vertrauen – und das Kapitel zugleich als Fest zu begehen. Ein besonderes Zeichen war das Entzünden der Kapitelskerze durch Sr. Leemary, Symbol für das Licht des Heiligen Geistes, das uns begleitet hat.
Arbeit und geistliche Impulse
Sr. M. Margarete gab uns in ihrem Impuls zum Thema „Pilgerinnen der Hoffnung“ eine wertvolle Grundlage für Austausch und gemeinsame Reflexion. Unsere Tage waren geprägt von Gesprächsrunden, Gebetszeiten, einem täglichen Bibliolog sowie dem Teilen persönlicher Hoffnungsgeschichten. So wuchs eine tiefe Verbundenheit und Ausrichtung auf die Zukunft.
Dank und Erinnerung
In der Vesper gedachten wir in würdevoller Weise der 104 Schwestern, die in den vergangenen vier Jahren verstorben sind. Ihr Zeugnis bleibt lebendig in unserer Gemeinschaft.
Wahl der neuen Provinzleitung
Am 13. September begann das Wahlkapitel unter dem Vorsitz unserer Generaloberin Sr. M. Margarete und Moderatorin Sr. Ruth Pucher. Wir freuen uns über die neu gewählte Provinzleitung:
Sr. M. Diethilde Bövingloh
Sr. Marianne Kamlage
Sr. LeemarySebastian
Sr. M. VeraLütkebohmert
Wir danken ihnen für ihre Bereitschaft, diesen Dienst zu übernehmen, und wünschen ihnen Gottes reichen Segen.
Ein festlicher Abend, eine gemeinsame Wallfahrt nach Telgte zu unserem Gründungsort und die feierliche Unterzeichnung des Schlussdokuments rundeten die Tage ab.
Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf das Provinzkapitel 2025 zurück. Gestärkt durch das gemeinsame Gebet und getragen vom Zuspruch Gottes gehen wir unseren Weg weiter – als Pilgerinnen der Hoffnung.
Schwester Leemary, Schwester M. Diethilde, Schwester Marianne, Schwester M. Vera
Dank an die bisherige Provinzleitung
Unser herzlicher Dank gilt Schwester M. Cäcilia für ihren engagierten Dienst als Provinzrätinnen in den vergangenen Jahren.
Geboren: 20. Mai 1942 Eintritt: 1. Oktober 1971 Profess: 1. Mai 1974 Gestorben: 2. Oktober 2025
Der gute und barmherzige Gott rief unsere Mitschwester nach einer langen Zeit der Krankheit zu sich. Wir gedenken Schwester M. Lea, geb. Hilde Leusmann, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
Nun lässt Du Herr, deine Dienerin
in Frieden scheiden,
denn meine Augen haben das Heil gesehen.
(Aus dem Abendgebet der Kirche)
Schwester M. Lea wurde als drittes Kind der Bauernfamilie Leusmann in Greven geboren. Schon früh wünschte sie sich, ins Kloster gehen zu dürfen, doch die Eltern hatten anderes mit ihr vor. Sie sollte nach der Schulzeit zuhause bleiben und ihre Großeltern und später die Eltern versorgen. Mit 29 Jahren war es endlich so weit, dass Hilde bei den Mauritzer Franziskanerinnen eintreten konnte.
Nach dem Krankenpflegeexamen am St. Franziskus-Hospital in Münster besuchte sie später einen Stationsleiterkurs in Freiburg. So ausgestattet arbeitete sie von 1983 bis 1988 im St. Josefs-Stift in Bremen und kam danach zum St. Rochus-Hospital nach Telgte und betreute die psychisch kranken Frauen auf der geschützten Station St. Michael. Danach übernahm sie die Fußpflege für die Mitschwestern und den Pfortendienst im Haus Maria Hilf in Telgte.
2018 kam Schwester M. Lea als Bewohnerin ins St. Franziskus-Haus in Nordwalde, da ihre Kräfte kontinuierlich nachließen. Lange Zeit konnte sie ihr Zimmer nicht mehr verlassen. Wenn man sie besuchte, war sie immer aufgeschlossen und zugewandt. Sie hat viel gebetet, gelesen und mit Schwester M. Marialdis gehandarbeitet. Nun hat der Herr seine Dienerin Schwester M. Lea in Ruhe scheiden lassen, am Tag nach ihrem 54. Eintrittstag in die Ordensgemeinschaft.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Lea Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 7. Oktober 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Lea und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 30. Dezember 1936 Eintritt: 11.Februar 1956 Profess: 17.September 1958 Gestorben: 3. Oktober 2025
Nachdem sie ihre irdische Mission erfüllt hatte, wurde unsere liebe Schwester M. Johanna Kataoka am Freitag, dem 3. Oktober 2025, dem Gedenktag des Sterbens unseres Ordensvaters Franziskus, in den frühen Morgenstunden um 6:08 Uhr, friedlich und mit einem Lächeln im Gesicht von Gott heimgerufen. Schwester M. Vianney stand ihr in diesen Stunden treu zur Seite.
Herr, Du bist das Licht meines Lebens, mein Ein und mein Alles.
(Schwester M. Johanna nach Ps. 119)
Schwester M. Johanna wurde am 30. Dezember 1936 in Nagasaki, Japan geboren und erlebte im Alter von 9 Jahren den Atombombenabwurf. Mit guter Gesundheit gesegnet, schien sie bei der Ausübung ihres Dienstes und bei allem, was sie tat, stets voller Energie zu sein. Vor etwa anderthalb Jahren stellte ihr Hausarzt bei einer Routineuntersuchung ein inoperables Gallen- und Leberkarzinom fest.
Nach reiflicher Überlegung und betend im Vertrauen auf Gottes Hilfe entschied sie sich, sich keiner Chemotherapie oder Operation mehr zu unterziehen, sondern alles Gottes Willen und dem natürlichen Lauf des Lebens und Sterbens zu überlassen. Schwester M. Johanna äußerte den Wunsch, ihre letzten Tage in der Palliativstation und im Hospiz zu verbringen.
Am 3. September, dem Jahrestag der Gründung der Japanischen Provinz, wurde sie in die Palliativstation des St. Mary’s Hospital aufgenommen, genau einen Monat nach Beginn ihres Kampfes gegen die Krankheit.
In ihrer zweiten Amtszeit als Oberin des Konventes in Himeji widmete sie sich in Liebe mit ganzem Herzen und ganzer Seele den ihr anvertrauten Schwestern in Japan sowie den Schwestern unserer internationalen Gemeinschaft und erfüllte treu ihre heiligen Pflichten.
Im Juli dieses Jahres schrieb Sr. M. Johanna uns Schwestern einen Brief mit dem Titel „Dankbarkeit und Dank“. Darin reflektierte sie über ihr Leben und drückte ihre Dankbarkeit aus für die vielen Segnungen, die sie durch die Schwestern unserer Kongregation erfahren durfte.
Möge Schwester M. Johanna nun in Frieden beim Herrn ruhen, nach dem sie sich ihr ganzes Leben lang gesehnt hat!
Geboren: 15. Juni 1943 Eintritt: 15. August 1962 Profess: 3. Mai 1965 Gestorben: 30. September 2025
In diesem Vertrauen gab unsere Mitschwester, geb. Barbara Stroinski, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus, ihr Leben zurück in die Hände Gottes.
In deine Hände lege ich voll Vertrauenmeinen Geist.
(Psalm 31,6)
Schwester M. Aloysi leitete als letzte Provinzoberin die damalige Rheinische Provinz Christ König mit dem Sitz in Kamp-Lintfort von 1993 bis zur Auflösung 1998. Davor war sie dort Provinzvikarin. Mit Umsicht und Weitsicht leitete sie die Provinz und führte sie in das Kapitel, in dem der Zusammenschluss der beiden deutschen Provinzen beschlossen wurde. Für ihren Dienst bedanken wir uns ganz herzlich bei Schwester M. Aloysi.
Geboren wurde Schwester M. Aloysi in Cottbus in der damaligen DDR. Mit ihren Eltern kam sie später in die Bundesrepublik und lernte unsere Gemeinschaft als Schülerin der Pflegehilfeschule in Datteln kennen. Dort hat die Schulleiterin Schwester M. Ludowika die junge Frau besonders beeindruckt.
Nach dem Eintritt in die Ordensgemeinschaft absolvierte sie die Fachschule für Sozialpädagogik und machte die Ausbildung zur Heimleiterin. Sie leitete danach das Schülerinnenwohnheim in Datteln. Später wurde sie Konventsoberin im Priesterseminar in Bochum-Querenburg. Nach ihrer Zeit als Provinzoberin lebte sie in einem kleinen Konvent in Krefeld und setzte sich dort in der Pastoral ein. Das machte sie ebenso in Billerbeck und in Hamminkeln-Dingden.
2017 kam Schwester M. Aloysi als Bewohnerin ins St. Heriburg-Haus und nahm so lange am Konvents- und Gebetsleben teil, wie es ihr möglich war. In der letzten Zeit war sie ganz auf die Hilfe der Mitarbeitenden und der Mitschwestern angewiesen, die sie sehr gerne hatten, da sie ihre zahlreichen Beschwerden angenommen hat, in dem Vertrauen, dass Gott sie immer trägt und sie auch in den schwierigsten Momenten getragen hat. So hat sie es uns in ihrem persönlichen Testament mitgeteilt.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Aloysi Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 7. Oktober 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Aloysi und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Geboren: 22. Dezember 1926 Eintritt: 30. Januar 1953 Profess: 28. Oktober 1955 Gestorben: 26. September 2025
Jesus Christus, dem sie ihr Leben anvertraut hatte, rief unsere Mitschwester, geb. Paula Vaske, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus, in den frühen Morgenstunden zu sich in die himmlische Heimat.
„Jesus sei mir Jesus!“
(Nils Stensen)
Schwester M. Innozentia kam als eines von acht Kindern der Familie Vaske in Diekhaus bei Emstek zur Welt. Dort wuchs sie auf dem elterlichen Bauernhof behütet auf. Selbst sprach sie von einer glücklichen Kindheit, die vom katholischen Glauben und der Bodenständigkeit geprägt war.
Ihre beiden älteren Schwestern wurden Mauritzer Franziskanerinnen, Schwester M. Bercharia und Schwester M. Melita. Sie waren ihr großes Vorbild. Ihnen folgte Paula mit 27 Jahren und wurde auch unsere Mitschwester, Schwester M. Innozentia.
Schwester M. Innozentia war 24 Jahre Oberin und Konventsleiterin in Epe, Ibbenbüren-Püsselbüren und wieder in Epe. Danach leitete sie die Hauswirtschaft im Bochumer Priesterseminar und im Bernsmeyer-Haus in Telgte. 2011 kam Schwester M. Innozentia zurück ins Mutterhaus und wechselte 2021 als Heimbewohnerin ins St. Heriburg-Haus. In der letzten Zeit ließen ihre Kräfte stark nach, so dass sie zunehmend auf Hilfe angewiesen war. Schwester M. Maris hat ihren Weg über viele Jahre begleitet, sie gestützt und ihr zur Seite gestanden bis in die letzte Phase ihres Lebens, das sie nach 98 Jahren zurückgegeben hat an den Gott, zu dem sie bis zuletzt vertrauensvoll gebetet hat: „Jesus, sei mir Jesus!“
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Innozentia Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Mittwoch, den 1. Oktober 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Innozentia und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Geboren: 4. Mai 1940 Eintritt: 15. August 1963 Profess: 3. Mai 1966 Gestorben: 25. September 2025
Der gute und treue Gott, den sie in der Eucharistie verehrte, rief unsere Mitschwester, Schwester M. Ingeburg, geborene Annemarie Heidermann, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus zu sich.
Gelobt und gepriesen sei ohne End
Jesus Christus im allerheiligsten Sakrament.
(Eucharistische Anbetung)
Schwester M. Ingeburg wurde in Erle bei Dorsten geboren. Ihre Eltern hatten einen Frisörbetrieb. Diesen Beruf lernte auch die Tochter und arbeitete dort einige Jahre mit. Das war aber nicht ihr Lebensziel. 1962 kam sie in den hauswirtschaftlichen Dienst im Krankenhaus in Dorsten und trat von dort aus mit 23 Jahren bei den Mauritzer Franziskanerinnen ein. Nach dem Krankenpflegeexamen war sie 20 Jahre lang im St. Rochus-Hospital in Telgte eingesetzt. Danach hatte sie die Möglichkeit, an einem einjährigen spirituellen Seminar in München teilzunehmen, das sie auf ihren pastoralen Dienst im St. Josefs-Stift in Bremen und in Löningen vorbereitete. Seit 2014 begrüßte Schwester M. Ingeburg die Gäste an der Pforte des St. Franziskus-Hauses in Nordwalde. Vor einigen Monaten wurde sie schwer krank und starb, wie sie es sich gewünscht hatte, im Beisein einer Mitschwester.
Schwester M. Ingeburg lebte stark aus der Eucharistie und aus den Worten, die die Heilige Schrift ihr schenkte.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Ingeburg Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 30. September 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Ingeburg und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 20. September 1936 Eintritt: 8. Oktober 1960 Profess: 3. Mai 1963 Gestorben: 20. September 2025
Am Abend ihres 89. Geburtstages nahm der gute und barmherzige Gott das Kreuz von ihren Schultern und rief unsere Mitschwester, geboren Agnes Tappehorn, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus, zu sich.
Im Kreuz ist Heil,
im Kreuz ist Leben,
im Kreuz ist Hoffnung.
(Edith Stein)
Schwester M. Kunhildis wurde im September 1936 in Friesoythe geboren. Im November 1936 befahl Hitler, im Oldenburger Land die Kreuze aus den Schulen zu entfernen. Das hat Agnes Tappehorn offensichtlich sehr geprägt. Sie wünschte sich das Schlüsselkreuz aus der Friesoyther Kirche für ihren Totenzettel. Zur Muttergottes von Bethen hatte sie auch immer eine gute Beziehung. So lebte sie bis zum Schluss aus der Kraft ihres katholischen Glaubens, den sie durch die Familie und die Oldenburger Heimat kennen- und schätzengelernt hatte.
Mit 24 Jahren wurde sie Mauritzer Franziskanerin. Schwester M. Kunhildis wurde Krankenschwester und absolvierte die Ausbildung zur Masseurin und medizinischen Bademeisterin. Von 1966 bis 1989 war sie im Rheinland eingesetzt in der physikalischen Therapie in Kamp-Lintfort und Meerbusch-Lank. Ihre kreativen Seiten konnte sie später ausleben, als sie in Kamp-Lintfort Nachtwache bei den älteren Mitschwestern machte und im Seniorenkonvent Maria Hilf in Telgte. Seit 2008 lebte Schwester M. Kunhildis in Kroge. Viele Jahre hat sie die Gäste des Klosters liebevoll betreut und sich um die Wäsche gekümmert. In den letzten Monaten wurden ihre Kräfte weniger und sie wünschte sich, zu Gott gehen zu dürfen, dem sie sich in der Profess versprochen hatte.
Schwester M. Kunhildis hatte immer ein gutes Verhältnis zu ihrer Familie. Deshalb freute sie sich sehr, dass sie ihre letzte Lebensphase in Kroge erleben durfte. Den Besuch der Verwandten genoss sie immer sehr. Noch am Sterbetag waren sie bei ihr, eigentlich zum Geburtstagsbesuch, der dann der letzte sein sollte.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Kunhildis Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im September: Unterstützung
Dieser Artikel wurde im September 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
25.09.2025. Vor einem Jahr, Mitte September 2024, wurden weite Teile Osteuropas von Starkregen und Überschwemmungen heimgesucht. Etliche Menschen verloren ihr Leben. In Polen war genau die Region besonders betroffen, in denen die Mauritzer Franziskanerinnen seit 1848 tätig sind: Als ein Staudamm brach, ergoss sich eine Flutwelle in den niederschlesischen Ort Ołdrzychowice Kłodzkie mit dem Mutterhaus unserer Polnischen Provinz. Straßen, Mauern, Autos, Zäune, Bäume wurden einfach fortgerissen und weggespült, Häuser liefen voll. Als das Wasser endlich ablief, zeigte sich das ganze schlimme Ausmaß der Verwüstung.
Das Mutterhaus der Polnischen Provinz war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten
Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Provinzoberin der Polnischen Provinz, Schwester M. Maksymiliana Pilarska, mit einer Delegation von Mitschwestern in Münster, um am Generalkapitel der internationalen Kongregation teilzunehmen. „Mit der Hälfte unserer Gruppe reisten wir so schnell wie möglich zu unserem Mutterhaus zurück,“, erinnert sie sich heute. Was die Schwestern vorfanden, übertraf ihre schlimmsten Befürchtungen. „Die Gebäude standen meterhoch voll Wasser. Es gab keinen Strom, keine Heizung, kein frisches Wasser, kein Telefon, kein Internet.“ Auch ein Jahr später sind die Renovierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen.
Schwester M. Stella Kowalska sorgte für Wärme und Essen
Doch der Blick zurück ist nicht nur von Entsetzen geprägt, sondern auch von Dankbarkeit. „Die Unterstützung, die wir in dieser Notsituation erfahren haben, war unglaublich – vor Ort und international.“ Diese Unterstützung kam sowohl von den Nachbarn, von Menschen aus der Region und von der polnischen Regierung als auch von den Familien der Schwestern und der internationalen Ordensgemeinschaft. „Das Generalat, unsere internationale Leitung in Münster, beschaffte Generatoren, Trockengeräte und Materialien, die in unserer Region sofort vergriffen waren“, berichtet Schwester Maksymiliana. „Außerdem Medikamente, Wasser, Lebensmittel und vieles mehr.“ Auch die Deutsche Ordensprovinz, die St. Franziskus-Stiftung und die Pfarrei St. Antonius in Münster beteiligten sich an der Soforthilfe, genauso wie die Spedition Fiege Healthcare Logistics, die für den Transport sorgte. Dringend notwendige finanzielle Hilfe kam ebenfalls aus Münster und von vielen Menschen in Polen und der ganzen Welt. Bis November 2024 gingen 369 Geldspenden bei den Schwestern ein, kleine und größere. Die Schwestern teilten diese Sach- und Geldmittel mit anderen Betroffenen vor Ort. „Bei all unseren Unterstützern möchten wir uns nochmals von ganzem Herzen bedanken“, betont Schwester Maksymiliana.
Kurze Pause für Provinzoberin Schwester M. Maksymiliana Pilarska beim Brennholz-Schlagen
„Dass wir uns in Notlagen gegenseitig helfen können, gehört zu den großen Genschenken unserer Internationalität“, sagt die Generaloberin der Mauritzer Franziskanerinnen, Schwester M. Margarete Ulager. Doch ist die weltweite Hilfe der Franziskanerinnen weder auf akute Situationen begrenzt noch auf die eigene Gemeinschaft. So haben die Schwestern in USA, die seit 1875 im Gesundheitsdienst tätig sind und viele Krankenhäuser im Mittleren Westen gegründet haben, „Mission Outreach“ ins Leben gerufen: Die Organisation mit Sitz in Springfield, Illinois, kümmert sich um die dringenden medizinischen Bedürfnisse von Menschen in ressourcenarmen Gebieten auf der ganzen Welt, indem sie in US-amerikanischen Krankenhäusern medizinische Hilfsgüter und Geräte sammelt, diese sortiert, bei Bedarf repariert und dann weltweit an Krankenhäuser und medizinische Hilfsorganisationen verteilt.
Unterstützung durch mehr als 300 Freiwillige
Die Abteilung für Biomedizintechnik von „Mission Outreach“ testet und verwaltet jedes Jahr 700 medizinische Geräte mit den dazugehörigen Verbrauchsmaterialien. Bei der Verpackung, Inventarisierung und Versendung der Hilfsgüter kann die Organisation auf die Unterstützung von mehr als 300 Freiwilligen zählen. So ist es seit der Gründung im Jahr 2002 gelungen, medizinische Hilfsgüter und Geräte im Wert von über 85 Millionen Dollar zu retten, die sonst auf Mülldeponien gelandet wären. Weltweit konnten schon 530 medizinische Hilfsorganisationen unterstützt werden; im August 2024 freute sich das Team von „Mission Outreach“ darüber, dass mit einer Lieferung nach Burundi das 100. Land erreicht wurde.
„Was kann ich persönlich tun, um Not zu lindern – jetzt und hier, mit meinen Mitteln und Möglichkeiten?“ Diese Frage hat bereits vor 800 Jahren unseren Namenspatron bewegt, den Hl. Franziskus von Assisi. Er verschenkte all seinen weltlichen Besitz und widmete sein Leben dem Dienst an Gott und den Menschen, die krank und ausgegrenzt waren. Inspiriert von seinem Vorbild, haben wir Mauritzer Franziskanerinnen seit der Gründung der Ordensgemeinschaft 1844 weltweit immer wieder neue Antworten auf diese Frage gesucht. Und haben voller Dankbarkeit die Unterstützung angenommen, die uns gewährt wird. Zum Beispiel von Leoś, einem 10-jährigen polnischen Jungen: Von dem Geld, das er zur Kommunion geschenkt bekommen hatte, kaufte er den Schwestern in Ołdrzychowice Kłodzkie einen Luft-Entfeuchter.
Ich wurde am 25. Dezember 1945 in Madison, Wisconsin, geboren und wuchs in Milwaukee, Wisconsin, auf, wo ich gerne im Michigansee schwamm, Eislaufen ging und Sport trieb. Mein Ziel war es, Krankenschwester zu werden, und obwohl mir der Gedanke an ein religiöses Leben durch den Kopf ging, wusste ich, dass die meisten Schwestern Lehrerinnen, Krankenschwestern oder Sozialarbeiterinnen waren.
Am 8. September 1964 trat ich in den Orden der Hospital Sisters of St. Francis ein und legte am 22. August 1967 meine ersten Gelübde ab. Ich erwarb einen Bachelor-Abschluss in Krankenpflege am Marillac College in St. Louis, Missouri, und erhielt eine Zertifizierung als Neonatal Nurse Clinician von der Georgetown University (Washington, DC). Außerdem absolvierte ich Studien am Institute for Religious Formation (Catholic Theological Union) und am Institute for Spiritual Leadership (Chicago, Illinois). Während meines gesamten Ordenslebens habe ich als Krankenschwester in einigen unserer Krankenhäuser in Illinois und Wisconsin sowie in einem weiteren Franziskanerkrankenhaus in Illinois und einem Gesundheitszentrum in Missouri gearbeitet. Darüber hinaus war ich als Novizenmeisterin tätig.
In den letzten 18 Jahren war ich in Chicago in einer Obdachlosenunterkunft und als spirituelle Begleiterin tätig und unterrichtete das 12-Stufen-Programm (ein internationales Programm zur Unterstützung der Genesung von Substanzabhängigkeit, Verhaltenssüchten und Zwängen). Ich habe Exerzitien für Universitätsstudenten und obdachlose Frauen gegeben, bei denen ich mein Wissen über Krankenpflege, religiöse Bildung, die 12 Schritte und Gemeindearbeit einbringen konnte. Es war eine bereichernde Erfahrung, mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zu leben und zu arbeiten.
Im Laufe meines Lebens habe ich gelernt, wie wichtig es ist, in schwierigen Zeiten die Verbindung zu Gott nicht abzubrechen, immer das zu tun, was man liebt, und Wege zu finden, seine Spiritualität zu pflegen.
Mein Name ist Schwester Maria Fidelis. Ich wurde am 18. Oktober 1951, dem Festtag des Heiligen Lukas, in einem Behandlungszimmer im zweiten Stock des Hauses meines Großvaters geboren, der eine Klinik in Hirado in der Präfektur Nagasaki hatte. Zum Zeitpunkt meiner Geburt hatte ich zwei ältere Brüder und eine drei Jahre ältere Schwester. Als ich geboren wurde, spielte meine Schwester gerade mit einer Haushaltshilfe im Garten, als sie die Geburt des Babys hörte und zu allen, denen sie begegnete, lief und sagte: „Das Baby wurde vom Dach geboren.“ Ich wurde oft gehänselt: „Du bist vom Dach geboren.“ Ich hatte das Glück, im Wartezimmer und im Medikamentenraum dieser Klinik spielen zu dürfen und die Nachbarn zu treffen, die als Patienten kamen, insbesondere die armen Menschen, denen beigebracht worden war, dass sie als Christen verfolgt worden waren und alles verloren hatten, um ihren Glauben zu verteidigen. Ich wuchs hier auf und lebte hier, bis ich die High School abschloss.
Meine Familie war bei meiner Taufe (im Alter von 23 Tagen) nicht anwesend. Es stimmt, dass ich getauft wurde, denn mein Name ist im Taufregister der Kirche als Maria eingetragen. Mein Vater konvertierte als Erwachsener vom Buddhismus zum Protestantismus und später, nach intensiver Suche, zum Katholizismus. Als meine Mutter ihn heiratete und ihren ersten Sohn bekam, dachte sie, es wäre nicht gut für unsere Familie, wenn sie durch unterschiedliche Glaubensbekenntnisse geteilt wäre, also wurden mein ältester Bruder und meine Mutter gemeinsam getauft. Keiner ihrer Verwandten war katholisch. In der Kirche hieß es damals, wenn das Kind nicht früh getauft würde, würde es vom Teufel geholt werden, und die Frau, von der Kirche zu meiner Mutter geschickt worden war, verschwand mit mir für etwa eine Stunde. Mein Vater war auf Geschäftsreise und meine Mutter konnte nach der Geburt das Haus noch nicht verlassen. Es war eine lange Zeit für sie, und sie fühlte sich unwohl und nervös. Ich habe einmal gehört, wie meine Eltern von ihren Verwandten beschimpft und verfolgt wurden, weil sie zum katholischen Glauben übergetreten waren. Damals war ich traurig, aber heute kann ich meinen Eltern nur dafür danken, dass sie den Samen des Glaubens in mir gesät haben.
Meine Heimatstadt Hirado liegt an der westlichsten Spitze des japanischen Festlands und ist eine Hafenstadt mit einer langen Tradition des Wohlstands als Drehscheibe für den Handel mit Übersee, vor allem mit Ostasien, seit der Zeit der Gesandten der Sui-Dynastie, und als internationale Stadt mit Verbindungen zu westlichen Ländern wie Portugal und den Niederlanden während des Zeitalters der Entdeckungen im 16. Jahrhundert. Sie hatte auch Verbindungen zum Missionar Franz Xaver und war einer der Orte, an denen die Saat des katholischen Glaubens gesät wurde. Später, als die Verfolgung des Christentums begann, wurde die Gegend zu einem Zufluchtsort für diejenigen, die als Christen verfolgt wurden und alles verloren hatten, um ihren Glauben zu verteidigen, und viele von ihnen waren arm. Vielleicht aus diesem Grund, oder vielleicht wegen des starken Bildes, dass der Beitritt zum christlichen Glauben gleichbedeutend mit Armut ist, war die Ablehnung meiner Eltern durch die Menschen in ihrer Umgebung außergewöhnlich groß.
Seit meiner Grundschulzeit hatte ich beschlossen, Ärztin zu werden wie mein Großvater, und ich verfolgte diesen Weg bis zu meinem zweiten Jahr an der Oberschule. Dann prägte sich mir jedoch aus irgendeinem Grund „Durch Maria zu Christus” ein. Ich dachte, es müsse eines der vielen Bücher gewesen sein, die ich gerne las, aber ich konnte die Passage nirgendwo finden. Wenn ich an meine religiöse Berufung denke, weiß ich nicht einmal, wann mir zum ersten Mal bewusst wurde, dass mir der Weg einer Ordensschwester offenstand.
Die Menschen in meinem Umfeld, einschließlich meiner Familie, konnten nicht glauben, dass ich meine Meinung über den Arztberuf, der seit meiner Kindheit mein Ziel gewesen war, so leicht ändern würde. Entsprechend den Wünschen meiner Eltern wurde beschlossen, meine Berufsentscheidung bis zu meinem 20. Lebensjahr zurückzustellen, und ich wurde ermutigt, eine Ausbildung zur Hausfrau zu machen und nach Tokio zu ziehen, um einige Zeit an einem von den Salesianerinnen geführten College zu verbringen. Das Studium selbst war interessant, und ich hatte das Glück, Freunde zu finden. Während dieser Zeit war ich für mehrere meiner Klassenkameraden und jüngeren Mitschüler die Ersatzmutter bei der Taufe und Firmung. Etwa zu dieser Zeit stellte mir mein Vater einen ihm bekannten Franziskanerpriester vor, und ich begann, regelmäßig die Seta zu besuchen. Ich hatte noch keinen Kontakt zur Kongregation oder zu den Schwestern, daher hatte ich nur eine vage Vorstellung davon, dass ich Schwester werden wollte, aber mein Wunsch, Schwester zu werden, wurde immer stärker.
Ich war mir nicht sicher, welcher Kongregation ich beitreten wollte, also sagte ich: „Ich möchte mich um Kranke kümmern.“ Es schien viele Schwestern in diesem Bereich zu geben, und er nannte mir einen Namen nach dem anderen. Ich entschied mich spontan für die Kongregation der Schwestern des St. Francis Hospital, die der Priester als erste genannt hatte. In den Schulferien fuhr ich nicht nach Hause, sondern besuchte die Konvente in Tokio, Himeji und Nagasaki.
Nach meinem Schulabschluss nahm ich eine Stelle im Büro des St. Francis Hospital in Nagasaki an, wo ich mein erstes Gehalt erhielt und bis zu meiner Aufnahme in die Ordensgemeinschaft im folgenden Jahr arbeitete. Zu dieser Zeit lernte ich Schwester M. Vianney kennen, die bereits als Krankenschwester arbeitete, und wir besuchten jeden Morgen die Messe, auch wenn wir noch müde waren, und aßen gemeinsam in der Cafeteria. Am 11. Februar wurde ich im Alter von 22 Jahren Mitglied unserer Kongregation und habe bis heute alle Stufen des Prozesses durchlaufen.
Als ich meine ersten Gelübde ablegte, wurde ich zur Büroarbeit im St. Mary’s Hospital in Himeji geschickt, und gegen Ende meiner vorläufigen Gelübde wurde ich zur Büroarbeit im Easter Village in Ashikaga geschickt. Nach meiner Ewigen Profess wurde mir vorgeschlagen, eine Apothekerlizenz zu erwerben, und ich konnte mich an einer Universität einschreiben, die nur wenige Gehminuten von unserem Konvent in Tokio entfernt war. Dort bestand ich die nationale Prüfung und konnte mehrere Jahre lang als Apothekerin im St. Mary’s Hospital arbeiten. Im St. Francis Hospital wurde ich dafür geschätzt, dass ich auch dann Dienst leisten konnte, wenn es an Apothekern mangelte. Ich wurde für längere Zeit in Verwaltungspositionen in der Ausbildung und Verwaltung der Schwestern in der Provinz sowie im Apostolat eingesetzt.
Nächstes Jahr jährt sich meine Erste Profess zum 50. Mal. In letzter Zeit habe ich angefangen, mich auf meine Nachfolgerin zu freuen.
Bei dieser Gelegenheit, meine Geschichte zu erzählen, möchte ich unserer Kongregation und der Liebe Gottes, die mich angenommen, mich gefördert und mir die Möglichkeit gegeben hat, Ihnen zu dienen, meinen herzlichen Dank aussprechen.
20. Februar 2025 im Mutterhaus der Japanischen Provinz in Himeji Sr. Maria Fidelis Furukawa Masako
Geboren: 21. September 1938 Eintritt: 4. Februar 1961 Profess: 28. Oktober 1963 Gestorben: 26. August 2025
An der Hand der Gottesmutter und unter ihrem Schutz vollendete unsere Mitschwester ihr irdisches Leben, Schwester M. Kunibalda, geborene Katharina Heuer, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
Jungfrau, Mutter Gottes mein, lass mich ganz dein eigen sein! Dein für Zeit und Ewigkeit!
(Mariengebet)
Schwester M. Kunibalda wurde in Bottrop in eine Bergmannsfamilie hineingeboren. Ihre Kindheit verbrachte sie mit ihren 13 Geschwistern zuerst im Ruhrgebiet und ab 1950 in Legden bei Ahaus. Die Familie war geprägt von einem tiefen christlichen Glauben und dem Leben in der katholischen Kirche.
Nach der Schulzeit half sie ihrer Mutter im Haushalt, verdiente sich eigenes Geld auf einem Bauernhof und kam danach als Stationsmitarbeiterin ins Ahauser Krankenhaus. Von hier aus trat sie bei den Mauritzer Franziskanerinnen in Münster ein und aus Katharina wurde Schwester M. Kunibalda.
Nach dem Krankenpflegeexamen waren ihre Einsätze in der internistischen Männerstation in Waltrop, auf die Intensivstation in Gladbeck und wieder auf einer Männerstation in Wadersloh. In Kamp-Lintfort wurde sie mit den EKG-Untersuchungen vertraut gemacht. Danach war Schwester M. Kunibalda 38 Jahre im Elisabeth-Hospital in Meerbusch-Lank, 20 Jahre in der EKG-Abteilung und danach für den Klausurbereich der Schwestern zuständig. 2020 ging sie, als der Konvent aufgelöst wurde, als Seniorin nach Nordwalde, wo sie in den Abendstunden ihr Leben an Gott zurückgab, liebevoll umsorgt von den Mitschwestern, den Mitarbeitenden und ihrer Nichte, die sie noch am Sterbetag besucht hat.
Schwester M. Kunibalda war eine große Marienverehrerin. Der Gottesmutter hat sie sich immer wieder anvertraut und gerne zu ihr gebetet. Der Mai- und der Oktober als Rosenkranzmonat waren ihr besonders wertvoll. Dankbar nehmen wir von Schwester M. Kunibalda Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Am Montag, den 1. September 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Kunibalda und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 15. Mai 1941 Eintritt: 24. April 1965 Profess: 28. Oktober 1967 Gestorben: 26. August 2025
Nach langer Krankheit rief der gute und barmherzige Gott unsere Mitschwester zu sich, Schwester M. Ulrike, geborene Hedwig Wienand, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus.
Ich bin gewiss zu schauen Gottes Güte im Land der Lebenden.
(Aus Psalm 25)
Schwester M. Ulrike wurde in Stadtlohn geboren und wuchs dort mit ihren vier Brüdern und einer Schwester auf. Der Vater starb nach einem Bombenangriff, als die kleine Hedwig drei Jahre alt war. Das Elternhaus brannte im Krieg ab und die Mutter musste sich mit sechs kleinen Kindern durchschlagen. Das prägte sie und auch das Familienleben. Die junge Frau versuchte mit ihrem selbst verdienten Geld die Familie zu unterstützen. Mit 24 Jahren konnte sie bei den Mauritzer Franziskanerinnen eintreten, die sie im Stadtlohner Krankenhaus kennengelernt hatte. Als Ordensschwester legte Schwester M. Ulrike in Münster die Mittlere Reife ab und machte das Krankenpflegeexamen. Von 1971 – 1986 leitete sie die chirurgische Frauenstation im St. Bernhard-Hospital in Kamp-Lintfort. Danach besuchte sie das Jahresseminar für leitende Schwestern in Göttingen.
Während dieser Zeit hatte sie einen schweren Fahrradunfall, der ihr Leben verändern sollte. Danach wurde sie leider nie wieder so einsatzfähig wie früher. Sie setzte sich als Sakristanin ein im Haus Maria Trost und in dem neu eröffneten Konvent in Bardowick. Sie war danach an der Pforte in Bremen, in Südlohn und Telgte anzutreffen. 2021 ließen ihre Kräfte so stark nach, dass Schwester M. Ulrike als Seniorin ins St. Heriburg-Haus kam. Seit 2022 war sie Bewohnerin der Station Sylvia in Kroge, wo sie jetzt ihr Leben zurückgab in die Hände Gottes. Schwester M. Simone hat sie liebevoll durch die letzten Jahre begleitet und ihr treu bis in die Sterbestunde beigestanden.
Schwester M. Ulrike war eine tief gläubige Schwester, die aus der Kraft des Evangeliums lebte und ganz interessiert alle neuen theologischen Themen aufnahm. Mit ihr zu diskutieren, war immer eine Freude.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Ulrike Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Wir feiern das Auferstehungsamt für Schwester M. Ulrike ist am Freitag, den 29. August 2025 um 14.30 Uhr in der Klosterkirche in Kroge. Anschließend begleiten wir sie zu ihrer letzten Ruhestätte auf dem Kroger Waldfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen beim gemeinsamen Kaffeetrinken austauschen.
Geboren: 20. August 1930 Eintritt: 13. August 1954 Profess: 3. Mai 1957 Gestorben: 25. August 2025
Gott der gute Hirte, dem sie ihr Leben anvertraut hat, führte am 25. August 2025 unsere Mitschwester heim zu sich, um ihren 95jährigen Lebensweg zu vollenden, Schwester M. Liobalda, geborene Johanna Muhle, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus.
Der Herr ist mein Hirte nichts wird mir fehlen.
(Psalm 23)
Schwester M. Liobalda wurde in Olfen im Kreis Lüdinghausen geboren und wuchs bei ihrem Onkel auf. Die Eltern starben, als sie drei Jahre alt war. Zwei ihrer vier Geschwister wurden ebenfalls Ordensschwestern. Bei den Franziskanerinnen im Seppenradener Krankenhaus „lernte sie die Küche“, wie es damals hieß. Mit 24 Jahren trat sie bei den Mauritzer Franziskanerinnen ein, wurde Krankenschwester und Diätassistentin.
In Emstek und Ankum leitete Schwester M. Liobalda die Krankenhausküche und war danach von 1984 bis 1998 die Oberin und hauswirtschaftliche Leiterin im Münsteraner Priesterseminar. In diese Zeit fiel der Besuch von Papst Johannes Paul II in Münster. Er wohnte damals im Priesterseminar. Die nächsten zehn Jahre war Schwester M. Liobalda Konventsoberin im Ahauser Krankenhaus. Danach war sie in der Bücherei des Lüdinghauser Krankenhauses anzutreffen und versorgte die Kapelle im Haus Maria-Trost in Münster.
2016 kam Schwester M. Liobalda als Bewohnerin ins St. Heriburg-Haus. Zunehmend war sie eingeschränkt durch ihre Krankheiten. Das hielt sie aber nicht davon ab, auch im Rollstuhl regelmäßig an den Gottesdiensten teilzunehmen, so lange es ging. Es war ihr Wunsch, dass der Psalmvers: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen“ auf ihrem Totenzettel stehen sollte. Damit wollte sie uns sagen, dass sie sich immer von dem Guten Hirten an die Hand genommen wusste und so ihr langes Leben, auch nach dem frühen Verlust der Eltern und mit ihren schweren Krankheiten, meistern konnte.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Liobalda Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Donnerstag, den 28. August 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Liobalda und begleiten sie zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im August: Ankommen.
Dieser Artikel wurde im August 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
25.08.2025. Das Pilgern liegt seit einiger Zeit voll im Trend. Zum Beispiel der Jakobsweg, der 1987 vom Europarat zum europäischen Kulturroute erhoben und besonders empfohlen wurde. Auf der offiziellen Website der deutschen Jakobsweg-Zentrale ist zu lesen, dass im bisherigen „Rekordjahr“ 2024 erstmals knapp eine halbe Million Menschen auf dem „Camino“ unterwegs waren. Sie kamen aus fast 200 Ländern, wobei die Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland statistisch gesehen den vierten Platz belegen – nach Spanien, Amerika und Italien.
Für die steigende Bekanntheit und Beliebtheit der Pilgerrouten spielen auch die Medien eine große Rolle. Nachdem Hape Kerkeling 2006 seinen Reisebericht „Ich bin dann mal weg“ veröffentlicht hatte, stieg die Zahl der Deutschen auf dem „Camino“ so sprunghaft an, dass die Statistiker sogar von einem „Kerkeling-Effekt“ sprechen. Auch die vielen tausend Fotos der wunderschönen Landschaft, die in den Sozialen Medien gepostet werden, befeuern diesen Trend.
Ausblick vom Kloster Subiaco
Auch wenn das moderne Pilgern nicht immer religiös motiviert ist, steht dahinter doch oft eine spirituelle Sehnsucht: die Suche nach dem Wesentlichen, nach dem eigenen Weg und letztlich nach dem Sinn des Lebens. Viele verbinden mit der Pilgererfahrung die Hoffnung, bei sich selbst anzukommen. Das beginnt schon weit vor Beginn der eigentlichen Reise, wenn die Pilgernden ihre Wanderetappen planen, den Alltag hinter sich lassen und überlegen, was wirklich absolut unverzichtbar ist in einem Rucksack, der im besten Fall nur sechs Kilo wiegt.
Es reist sich besser mit leichtem Gepäck: Eine Metapher für die Lebensreise war das Pilgern schon immer und erlebte seinen ersten Boom bereits im Mittelalter. Schon damals gehörte Santiago de Compostela neben Jerusalem zu den drei wichtigsten christlichen Fernpilgerzielen. Außerdem Rom. Dorthin pilgerte Anfang des 13. Jahrhunderts bereits unser Namenspatron, Franziskus von Assisi – und gehörte als Sohn einer reichen Kaufmannsfamilie zu den wenigen, sich sich das leisten konnten.
Täglich 20.000 Schritte bei 35 Grad
In diesem Heiligen Jahr 2025 werden in der Ewigen Stadt mehr als 40 Millionen Pilgerreisende erwartet, die dem Aufruf und der Einladung von Papst Franziskus folgen, „Pilgernde der Hoffnung“ zu sein. Darunter auch einige Schwestern verschiedenster Nationalitäten aus unserer internationalen Ordensgemeinschaft, u.a. deutsche, indische und japanische. Weitere Schwestern aus unserer Deutschen Provinz sind zum Beispiel auf dem Ludgerusweg nach Gerleve gepilgert und aus der Japanischen Provinz auf den Spuren der Hl. Franziskus und Philippus nach Assisi und Florenz.
Ein Spannungsfeld ist allen Pilgerreisen gemein: Es handelt sich um einen spirituellen Weg, der in unserer irdischen Welt zurückgelegt wird – im Hier und Jetzt. Das war und bleibt herausfordernd. Im Mittelalter wurden die Pilgernden vor Wegelagerern gewarnt, heute vor Taschendieben. Die Schlangen der Wartenden vor den Heiligen Pforten in Rom sind lang. Die Sicherheitsbeamten am Petersdom sorgen dafür, dass man beim Eintritt durch die „Porta Santa“ nicht trödelt, während ihre Kollegen in Santa Maria Maggiore zu verhindern versuchen, dass die Besucher am Grab von Papst Franziskus Selfies machen.
Papst Leo XIV als Medienstar bei der Generalaudienz
Stille und Besinnlichkeit gibt es kaum, Ablenkung um so mehr. Und auch Pilgernde sind Menschen mit Hunger und Durst, mit Sonnenbrand und wunden Füßen. Daher bedarf es für eine erfolgreiche Pilgerreise nicht nur guter Vorbereitung, sondern auch viel Geduld mit sich selbst und mit den anderen sowie viel Entschlossenheit.
Das Pilgern ist und bleibt eine Lebenserfahrung, die spirituell und persönlich sehr bereichernd sein kann. Angesichts all der Möglichkeiten, die sich heute bieten, und der vielen Menschen, die unterwegs sind, lohnt es sich dabei mehr denn je, vorab genau zu überlegen, wo man eigentlich ankommen möchte: In Santiago, in Assisi oder in Rom. Auf Instagram, bei sich selbst oder ein Stück näher bei Gott.
Von Schwester M. Hiltrud Vacker und Claudia Berghorn Fotos: Michael Kestin
Geboren: 7. Mai 1938 Eintritt: 07. Februar 1958 Profess: 28. Oktober 1960 Gestorben: 19. August 2025
Der gute und menschenfreundliche Gott rief zu sich unsere Mitschwester geb. Elisabeth Grevenstette, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus, am 19. August 2025 zu sich.
Maria sprach:
„Was ER euch sagt, das tut.“
(Hochzeit zu Kana, Joh. 2,5)
Schwester M. Siegharda wurde in Gramdorf – Langwege im Kreis Vechta auf einem Bauernhof geboren. Nach der Schulzeit kam sie in die Küche des St. Josefs-Hospitals in Cloppenburg. Hier lernte sie die Schwestern und auch ihren späteren Beruf kennen und schätzen. Im Kloster wurde sie als Krankenschwester zusätzlich Diätassistentin. Um die praktische Ausbildung der Diätschülerinnen im St. Franziskus-Hospital begleiten zu können, besuchte Schwester M. Siegharda das Jahresseminar der Werner-Schule in Göttingen. Vielen Schülerinnen hat sie über fast 30 Jahre geholfen, ihre theoretischen Kenntnisse in die Praxis umzusetzen. So erhielten die Patienten des Hospitals immer eine angemessene und abwechslungsreiche Diät. Neben den Kranken hatte Schwester M. Siegharda immer etwas übrig für bedürftige Menschen, die den Weg zu ihr in die Küche fanden. Ihre offene und positive Ausstrahlung erleichterte ihr den Weg zu den Menschen.
Als Marienverehrerin war ihr das Wort der Mutter Gottes wichtig: „Was ER euch sagt, das tut.“ Sie war fest verwurzelt in ihrem Glauben und setzte sich nach dem Konzil intensiv mit den Neuerungen auseinander, die auch auf die Orden zukamen. In ihrer geringen Freizeit besuchte sie theologische Seminare und Fortbildungen und brachte sich in die Diskussionen ein.
Nach ihrer Zeit als Diätküchenleiterin im St. Franziskus-Hospital kam Schwester M. Siegharda zuerst ins Priesterseminar in Münster, leitete die Küche der Franziskaner in Werl und setzte sich mit zunehmendem Alter noch in Billerbeck und Vreden ein. 2018 kam die Zeit, dass sie als Seniorin ins St. Anna-Stift wechselte. Auch hier hat sie sich immer noch mit den Kräften eingesetzt, die sie hatte. So pflückte sie z.B. Äpfel und kochte sie in der Küche ein. Auch war es ihr ein Anliegen, die Bänke im Garten regelmäßig zu säubern, damit die Schwestern sie benutzen konnten. Im Beisein ihrer Nichte und der Mitschwestern gab sie nun ihr reiches Leben zurück in die Hände Gottes.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Siegharda Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Wir feiern das Auferstehungsamt für Schwester M. Siegharda am Montag, den 25. August 2025 um 14.30 Uhr in der Klosterkirche in Kroge. Anschließend begleiten wir sie zu ihrer letzten Ruhestätte auf dem Kroger Waldfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen austauschen beim gemeinsamen Kaffeetrinken.
Geboren: 13. August 1936 Eintritt: 31. Januar 1959 Profess: 28. Oktober 1961 Gestorben: 14. August 2025
Gott, der uns die Blumen und Kräuter schenkt, rief seine Blumenfreundin und unsere Mitschwester geb. Antonia Fastermann, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus, am 14. August 2025 zu sich.
Gelobt seist du mein Herr für unsere Mutter Erde,
die vielfältige Früchte hervorbringt
bunte Blumen und Kräuter.
(Sonnengesang des hl. Franziskus)
Schwester M. Bernreda war eine echte Franziskanerin, die den Sonnengesang zu ihrem Lebenslied machte. Wir kennen sie als echte Blumenliebhaberin. In allen Konventen erkannte man es an dem Blumenschmuck in der Kapelle und im Haus, dass Schwester M. Bernreda da war. Besonders sind uns ihre 26 Jahre in Seppenrade in Erinnerung. Die Blumen im Klostergarten und auch auf den Gräbern der Schwestern blühten viel größer als anderswo. Darauf angesprochen sagte sie, man müsse mit ihnen sprechen und guten Dünger an die Wurzeln geben. Im Winter trieb sie die Blumen im Gewächshaus vor, die sie dann im Frühjahr ausbrachte. Es kamen Menschen von nah und fern, um ihren Garten zu bewundern. Er machte dem Seppenradener Rosengarten Konkurrenz.
Schwester M. Bernreda war neben der Krankenschwester auch Diätassistentin und 18 Jahre lang Küchenleiterin in Dorsten. Danach absolvierte sie das Jahresseminar für leitende Schwestern in Göttingen und wurde die Assistentin der Oberinnen in Gladbeck und Oberhausen-Osterfeld und selbst Oberin in Liesborn. In Seppenrade konnte sie ihr Blumenhobby endlich zum Hauptberuf machen. Ihr wurde der Garten übertragen. Außerdem übernahm sie den Fahrdienst für die Schwestern und brachte sich mit ihrer guten Singstimme in das Stundengebet des Konventes ein.
Als der Konvent in Seppenrade 2021 aufgelöst wurde, ging sie als Seniorin nach Nordwalde ins St. Franziskus-Haus. Ihre Kraft hatte sie bis dahin aufgebraucht, so dass sie sich liebevoll von den Mitarbeitenden der Pflegestation betreuen ließ, bis sie am Nachmittag nach ihrem 89. Geburtstag ihr Leben in die Hände Gottes zurückgegeben hat.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Bernreda Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 19. August 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Bernreda und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Am 2. Februar 2025 wurde das neu erbaute Anjali-Krankenhaus der Schwestern der Indischen Provinz in Pithora, Raipur, gesegnet und eingeweiht. Als Zeichen der Verbundenheit spendete Herr Anil, der für den Bau des Krankenhausgebäudes verantwortliche Bauunternehmer, den Schwestern einen Krankenwagen für dieses Krankenhaus.
Als Herr Anil Schwester M. Johncy, der Provinzoberin der indischen Provinz, den Schlüssel überreichte, war er sehr bewegt. In seiner Ansprache brachte er seine schmerzhaften Erinnerungen, aber auch seine Freude zum Ausdruck:
Familie Anil spendete einen Krankenwagen in Pithora
„Diesen Krankenwagen schenke ich dem Krankenhaus und seinen Patienten in Erinnerung an meine geliebten Eltern. Als ich ein junger Mann war, war meine Familie in einen tragischen Autounfall verwickelt. Ich erinnere mich noch lebhaft an den Vorfall, der sich nur vier Tage vor meiner Hochzeit ereignete. Meine Eltern wurden schwer verletzt. Obwohl wir alles versuchten, um einen Krankenwagen zu rufen und meine Eltern rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen, gelang es uns nicht. Hilflos standen wir um meinen Vater herum, als er starb. Kurz darauf wurde meine Mutter zwar noch in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht, das 80 Kilometer vom Unfallort entfernt war, aber auch sie starb wenige Monate später.
Durch diese erschütternde Erfahrung wurde mir bewusst, wie verletzlich das menschliche Leben ist. Ich wurde auch Zeuge mehrerer anderer kritischer Fälle im Krankenhaus und sah, wie Menschen leiden, wenn in kritischen Situationen keine rechtzeitige Hilfe verfügbar ist. Der Schmerz über diesen Verlust blieb – ein Schmerz, den ich noch immer in mir trage. Ich hätte meinen Vater nicht verloren, wenn rechtzeitig ein Krankenwagen verfügbar gewesen wäre…
Jetzt, wo ich hier stehe und Ihnen genau das übergebe, was meinen Vater hätte retten können, ist mein Herz voller schmerzhafter Erinnerung und doch voller Freude. Als ich mit der Arbeit an diesem Krankenhausprojekt begann, fassten meine Familie und ich einen Entschluss, der uns sehr am Herzen lag: Wir wollten Ihrem Krankenhaus einen Krankenwagen schenken, in der Hoffnung, damit so viele Leben wie möglich zu retten. Was meinem Vater widerfahren ist und was meine Mutter durchgemacht hat, sollte keinem anderen Unfallopfer mehr passieren. Wir sind froh, dass wir das tun können. Das Geld für den Kauf dieses Fahrzeugs haben wir als Familie gemeinsam gesammelt. Sogar meine Kinder haben ihr gesamtes Taschengeld gespendet, um diesen Betrag zusammenzubekommen.“
Herr Anlil übergibt den Schlüssel des Krankenwagens an Schwester M. Johncy, Provinzoberin der Indischen Provinz
Die Schwestern unserer Indischen Provinz und der gesamten internationalen Ordensgemeinschaft sind Herrn Anil und seiner Familie für diese wunderbare und lebensrettende Spende zutiefst dankbar.
Mit der Gründung dieses Krankenhauses in Pithora ist ein Lebenstraum der ersten Missionarinnen Schwester M. Vulmara Hannöver und Schwester M. Gerburg Aufderheide, der Schwestern der Indischen Provinz und aller Schwestern unserer der Kongregation, die an der Planung und Betreuung der Indienmission beteiligt waren, in Erfüllung gegangen. Vor 52 Jahren reiste Schwester M. Vulmara nach Indien, und im folgenden Jahr, 1974, kam Schwester M. Gerburg in Pithora an. Sie mussten bei Null anfangen.
Das Leben war für beide sehr hart. Die Menschen im Dorf waren sehr arm. Wenn jemand im Dorf krank war, baten sie die Schwestern um Tabletten gegen Fieber, Malaria, Typhus, Krätze…Damals fanden Geburten oft zu Hause statt. Bei Komplikationen halfen die Schwestern bei der Geburt des Kindes… Diese Erfahrungen haben sie dazu bewogen, auf sehr bescheidene Weise eine kleine Krankenstation einzurichten…
Ein Foto aus den 70er Jahren: Sr. Gerburg versorgt Kinder in Pithora
Bei der Einweihung des neu erbauten Gebäudes, des Anjali-Krankenhauses, sagte unsere Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager in ihrer Ansprache an die Schwestern: „Wenn ich an all das zurückdenke, was hier in den zweiundfünfzig Jahren des Bestehens der Indischen Provinz geschehen ist, liebe Schwestern, bin ich voller Demut, vor Ihnen zu stehen. Sie alle haben so viel erreicht und immer versucht, Gottes Willen in der Realität Ihres täglichen Lebens zu finden. Was vor mehr als 50 Jahren aus den bescheidenen Anfängen von Schwester Gerburg entstanden ist, ist unglaublich. Schwester Gerburg, Sie haben Indien zu Ihrer Heimat gemacht und sind gleichzeitig ‚Amma‘ geworden, eine Mutter für so viele Menschen: ihre Krankenschwester, ihre Hebamme, ihre Lehrerin, ihre Versorgerin, ihre Lebensretterin und ihre Trösterin.“
Die indische Provinz hat fast hundert Mitglieder, die an 17 verschiedenen Orten in ganz Indien tätig sind. Geleitet von der Vision unseres Gründers Pater Christopher Bernsmeyer aus dem Jahr 1844, führen die Schwestern seine Mission fort, indem sie als Gesundheitsfachkräfte, Lehrerinnen und Sozialarbeiterinnen dienen – in dem Bestreben, die heilende Gegenwart Christi zu sein und zu werden.
Sr. M. Lima Arackal
Erinnerung an die Baustelle des Anjali-Krankenhauses in Pithora
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Juli: Geschwisterlichkeit.
Dieser Artikel wurde im Juli 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
25.07.2025. Im Jahr 2018 erregte eine Schlagzeile aus Großbritannien große Aufmerksamkeit: Im Vereinigten Königreich wurde das weltweit erste „Ministerium gegen Einsamkeit“ eingerichtet. Zwei Jahre später folgte Japan diesem Beispiel. Eine internationale Studie, die über 140 Staaten untersuchte, stellte im Oktober 2023 fest, dass weltweit fast jeder vierte Mensch unter Einsamkeit leidet. Fast zeitgleich erarbeitete unsere Bundesregierung eine „Strategie gegen Einsamkeit“ und legte kürzlich das neuste „Einsamkeitsbarometer“ vor, in der jedes Jahr das Einsamkeitserleben der deutschen Bevölkerung analysiert wird. Tendenz steigend.
Alle sind sich einig: Einsamkeit ist ein großes Problem unserer Zeit. Denn Einsamkeit belastet nicht nur die Seele, sondern auch den Köper: Ihre toxische Wirkung soll einer täglichen Packung Zigaretten entsprechen. Die Studien verweisen sogar auf eine Gefahr für die Demokratie, denn Personen mit erhöhter Einsamkeitsbelastung zeigen deutlich weniger Vertrauen in politische Institutionen und einen stärkeren Hang zum Extremismus.
Besonders betroffen von Einsamkeit sind seit jeher Menschen, die Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. Zu Lebzeiten des hl. Franziskus von Assisi waren es die Aussätzigen, die vor die Tore der Stadt verbannt und ihrem Schicksal überlassen wurden. Die Chroniken berichten, dass die persönliche Begegnung mit einem Aussätzigen Franziskus‘ Leben veränderte: Der reiche, verwöhnte junge Mann stieg von seinem Pferd und umarmte den Kranken, in dem er seinen Bruder, in dem er Jesus erkannte. Später widmeten Franziskus und seine Gefährten ihr Leben ebendiesen Kranken und Ausgegrenzten und bezogen die gesamte Schöpfung in ihre geschwisterliche Fürsorge ein. Davon zeugt auch der „Sonnengesang“, den Franziskus vor 800 Jahren schrieb. Er bezeichnet darin alle Mitgeschöpfe sowie Sonne, Mond und die Elemente als seine Geschwister.
Inspiriert vom Beispiel des hl. Franziskus haben wir Mauritzer Franziskanerinnen seit der Gründung unserer Gemeinschaft immer wieder versucht, diese Geschwisterlichkeit im Dienst an Gott und den Menschen zu leben. Anfang der 1990er Jahre führte diese Haltung Schwester M. Juvenalis Lammers und mich nach Berlin. Es war die Zeit, als das HI-Virus (HIV) Angst und Schrecken verbreitete und eine Infektion einem Todesurteil gleichkam. In der Hauptstadt lebten und starben besonders viele Infizierte, einsam und ausgegrenzt wie „neue Aussätzige“, verstoßen von der Gesellschaft, von der Kirche, einige selbst von ihren Familien.
Sr. M. Hannelore Huesmann, Sr. M. Juvenalis Lammers und Sr. M. Margret Steggemann vor dem „Gedenkvorhang“ in Erinnerung an die Menschen, die vom Hospizdienst Tauwerk begleitet wurden
Im November 1992 zogen wir nach Genehmigung durch unsere Münsteraner Ordensleitung nach Berlin-Pankow. Als ausgebildete Krankenschwestern arbeiteten wir vier Jahre lang in Kliniken und in der ambulanten Pflege, um Erfahrung in der Behandlung von an AIDS Erkrankten zu sammeln. Schnell wurde klar, dass es eine Versorgungslücke speziell bei der Begleitung sterbender AIDS-Kranker gab. Um diese Lücke zu schließen, gründeten wir 1997 mit Gleichgesinnten den ambulanten „Hospizdienst Tauwerk e.V.“.
Schwester M. Juvenalis und Schwester M. Margret im Kreis der Ehrenamtlichen
Seither haben wir gemeinsam mit entsprechend geschulten Ehrenamtlichen, zu denen seit 2009 auch Schwester M. Margret Steggemann gehört, mehr als 500 an AIDS Erkrankte begleitet, um ihnen statt Einsamkeit und Ausgrenzung die Lebenserfahrung von Annahme, Interesse, Dialog und Solidarität zu vermitteln. Wir freuen uns, dieses Engagement für Menschen mit AIDS seit diesem Jahr unter dem Dach des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin weiterführen zu können.
Schwester M. Juvenalis mit einem an AIDS Erkrankten
Franziskus brauchte keine internationalen Studien, um zu wissen: Die beste Medizin gegen Einsamkeit ist Beziehung, ist sozialer Kontakt. Auch wir haben in der Begleitung der Sterbenden immer wieder gespürt, wieviel Trost darin liegt, wenn einfach jemand da ist – wenn statt der Ausgrenzung eine heilende Verbundenheit spürbar wird, weil wir uns als Menschen, als Geschwister begegnen. Und zwar nicht nur in Krankheit und Tod, sondern auch mitten im Leben; nicht nur in Assisi und Berlin, sondern überall. Denn wenn statistisch gesehen jeder vierte Mensch einsam ist, gibt es ganz praktisch gesehen für jede und jeden von uns genug zu tun, wo auch immer wir sind.
Von Schwester M. Hannelore Huesmann und Claudia Berghorn Fotos: privat
Weitere Informationen und Impressionen vom Hospizdienst Tauwerk sind im folgenden Film zu finden, der im Jahr 2022 in Zusammenarbeit mit der St. Franziskus-Stiftung und der Deutschen Provinz unserer Gemeinschaft entstand.
Geboren: 2. Februar 1931 Eintritt: 8. August 1952 Profess: 3. Mai 1955 Gestorben: 19. Juli 2025
In der Hoffnung, mit Christus ihrer Stärke und ihrem Licht auf dem Weg, gab unsere Mitschwester, geb. Gertrud Schölpen, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus, am 19. Juli 2025 ihr Leben zurück in die Hände des guten und barmherzigen Gottes.
Meine Hoffnung und meine Freude,
meine Stärke, mein Licht,
Christus meine Zuversicht.
Auf dich vertrau ich und fürcht‘ mich nicht.
(Gotteslob Nr. 365)
Schwester M. Alfriedis wurde in Homberg am Niederrhein geboren, kurz vor dem Beginn des Dritten Reiches. Ihre Kinder- und Schulzeit fiel in die Zeit des Nationalsozialismus. Auf ihrem Schulabschlusszeugnis steht ein Stempel mit dem Hakenkreuz. Die katholische Familie hatte es nicht leicht, doch ein starker Glaube hat sie durch diese schwere Zeit getragen und das Leben nachhaltig geprägt.
Mit 21 Jahren trat Gertrud Schölpen in die Ordensgemeinschaft ein und es wurde aus ihr Schwester M. Alfriedis. Die Sorge für die kranken und alten Menschen waren ihr immer ein großes Anliegen. Nach dem Examen war sie 33 Jahre als Kranken- und Stationsschwester in Hückeswagen und Waldniel tätig. Danach absolvierte sie berufsbegleitend das Altenpflegeseminar in Holthausen und wechselte vom Rheinland in die Altenpflege nach Körbecke am Möhnesee, mit einem Zwischenstopp in Dortmund und Sevelen. 2012 durfte sie sich dann ausruhen von ihrem langen Dienst und kam als Seniorin in den Konvent Maria Hilf in Telgte. 2015 wechselte sie ins St. Heriburg-Haus. Hier konnte sie ihre letzten Monate in der neuen Station St. Klara leben und die besondere Atmosphäre dieser Wohngruppe genießen.
Von ihrem Namenspatron dem hl. Alfried wird berichtet, dass er „reich an Tagen“ starb, so war es auch bei Schwester M. Alfriedis, die 94 Jahre alt wurde.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Alfriedis Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Donnerstag, den 24. Juli 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Alfriedis und begleiten sie zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Born: January 3, 1932 Entrance: February 2, 1952 Professed: October 28, 1954 Died: July 16, 2025
On Wednesday, July 16, 2025, at 2:45 p.m., our beloved God called to himself our dear Sister M. Viventia, born by the name of Genowefa Herman, Hospital Sister of the Third Order Regular of St. Francis.
The joy of the Lord is our strength.
Neh.8:10
Sister M. Viventia was born in Katowice/Chebzie.
During her postulancy, Sister M. Viventia worked as a nursing assistant in the surgical ward of St. Adalbert Hospital in Opole. She studied at a nursing school in Krakow and obtained her nursing diploma in 1964. She then worked as a highly competent nurse at the Children’s Clinic for Infectious Diseases in Wroclaw until September 1989. During this time, she was provincial councillor for six years and Superior of the local convent for twelve years. For another seven years, she worked in housekeeping and as matron at the bishop’s residence in Opole. From 1996, she lived in the provincial house, where she took on various household tasks and helped in the infirmary. In 2017, she was transferred to the nursing home in Opole-Stephanshöh because she needed treatment and rehabilitation.
Sister M. Viventia distinguished herself in her service as a nurse and by her superior kindness, goodwill, hospitality, gentleness toward all, and a great sense of humour. She had a generous and kind heart for the poor and needy who knocked on the doors of our convents. She showed great openness toward those who visited our provincial house, offering them a kind word, time, and friendliness. Many who came unexpectedly felt welcome and cared for by Sister M. Viventia, who received them at the gate. She was very conscientious in her duties.
From an early age, she had a special love for St. Thérèse of the Child Jesus. She claimed to be as stubborn as little Teresa herself. Sister M. Viventia was as persistent on the path to holiness as Saint Teresa and, like her, had a gentle and boundless love for Jesus.
She cultivated relationships with her family, showed them love and kindness, and surrounded them with prayer and gratitude.
In her last years, her physical strength declined more and more, which she accepted with resignation to God’s will, and on July 16, in the 71st year of her religious life, she slept peacefully under the protection of Our Lady of Mount Carmel and entered the Kingdom of Heaven.
She is grateful to her fellow sisters for all the kindness and service they have shown her, especially to the sisters in Opole Szczepanowice. We continue to commend herself to our prayers and trust that she will support us from heaven.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Juni: Verständnis.
Dieser Artikel wurde im Juni 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
29.06.2025. Kürzlich haben wir an Pfingsten die Geburtsstunde der Kirche gefeiert. Der Text des Evangeliums fasziniert jedes Jahr aufs Neue: Voller Furcht hatten sich die Jünger versammelt und versteckt. Dann kam der Hl. Geist wie mit Feuerzungen auf sie herab, ermutigte und inspirierte sie. Die Jünger begannen zu predigen, und das Wunder geschah: „Jeder hörte sie in seiner Sprache reden.“
Dieser Hinweis macht deutlich, dass die Sprache schon immer eine große Bedeutung für die Verkündigung der frohen Botschaft hatte, zuerst im Vielvölkerstaat Israel, der damals zum römischen Weltreich gehörte.
Franziskus von Assisi, unser Namenspatron, und die Brüder seiner Gemeinschaft hätten sich wohl auch manchmal ein solches Pfingstwunder gewünscht. Sie waren erfüllt davon, die Botschaft Jesu in der Welt zu verbreiten und Zeugnis zu geben durch ihr einfaches Leben nach dem Evangelium, im Dienst Gottes und der Menschen. Noch zu Lebzeiten des Heiligen brachen sie von Assisi aus in die ganze Welt auf, meist zu zweit oder in kleinen Gruppen. Aber ihr Glaube und ihr Mut waren deutlich größer als ihre Weltkenntnis, so dass einige Missionsreisen scheiterten.
Statue des Hl. Franziskus in Assisi (Foto: Kestin)
So auch 1219, als etwa 60 Brüder über die Alpen ins heutige Deutschland zogen, ohne die dortige Sprache zu sprechen. Ob sie Unterkunft und Nahrung bräuchten, fragte man sie. Sie versuchten es mit „Ja“ und wurden freundlich aufgenommen. Die Brüder beschlossen, nunmehr jede Frage mit „Ja“ zu beantworten. Ob sie Ketzer seien? „Ja!“ antworten sie und waren erstaunt, dass sie mit Schimpf und Schande davongejagt wurden. Eine misslungene, aber lehrreiche Begegnung. Als die Brüder zwei Jahre später wieder über die Alpen zogen, war ihre Mission dank sorgfältiger Vorbereitung und besserer Sprachkenntnisse erfolgreich: Mit der Niederlassung in Augsburg 1221 begann die Geschichte der Franziskaner in Deutschland.
Auch für uns Mauritzer Franziskanerinnen hatte die Sprache schon immer eine große Bedeutung. So war es schon 1875, als 20 unserer jungen Ordensfrauen nach Amerika gingen – ausgebildete Krankenschwestern ohne Englischkenntnisse, die sich anfangs hauptsächlich um die Versorgung deutscher Einwanderer kümmerten. Nach kurzer Zeit empfanden sie die Sprachbarriere als so hinderlich für ihren Dienst, dass sie zusammen mit Grundschulkindern die Schulbank drückten und Englisch lernten. Die neue Sprachkompetenz half ihnen dabei, die Amerikanische Provinz aufzubauen, Krankenhäuser zu gründen und die erste katholische Krankenpflegeschule der USA. Sie half natürlich auch bei der Verkündigung ihres Glaubens. Auch bei weiteren Missionen in Europa, Ostasien, Afrika und Indien stellte sich für unsere Schwestern die Aufgabe der Verständigung immer wieder neu.
Sprache und Kultur in Irland: Generalrätin Sr. M. Teresa Wawrowicz (Mitte) mit ihren polnischen Mitschwestern Sr. M. Katarzyna (li.) und Sr. M. Dominika (Foto: Generalat)
Heute leben weltweit 500 Mauritzer Franziskanerinnen in unserer internationalen Ordensgemeinschaft. Die Vielfalt der Nationen, Sprachen und Kulturen ist ein großer Schatz und eine große Aufgabe. Als gemeinsame Sprache, die uns verbindet, haben wir Englisch gewählt – für die meisten unserer Schwestern eine Fremdsprache! So auch für unsere polnische Mitschwester Sr. M. Teresa Wawrovicz. „In der Schule habe ich mich eher für die mathematischen Fächer interessiert“, sagt die 36-jährige. Sie studierte Finanzmanagement und Rechnungswesen und arbeitete seit 2019 als Provinzökonomin in der Polnischen Provinz, bevor sie im September 2024 auf dem Generalkapitel in Münster zur Generalrätin gewählt wurde. Sofort war ihr klar, dass sie für ihre neuen Aufgaben in der internationalen Ordensleitung ihre Sprachkenntnisse verbessern musste. Seit Jahresanfang lebt sie in Dublin, um dort für ein halbes Jahr Englisch zu lernen. Sobald sie wieder in Münster ist, steht Deutsch auf dem Programm.
Aufbruch nach Dublin, Jan. 2025Gemeinsames Lernen in DublinLernen, verstehen – Verständnis!
Beim Sprachenlernen geht es für uns nicht nur um reines inhaltliches Verstehen, sondern um interkulturelles Verständnis. Eine wichtige Zukunftskompetenz, die wir im Ausbildungsprogramm für die jungen Schwestern unserer Gemeinschaft verankert haben. So lernen inzwischen auch Sr. M. Katarzyna und Sr. M. Dominka, zwei weitere Schwestern aus der Polnischen Provinz, Englisch in Irland; als Europäerinnen brauchen sie dort kein Visum.
Schwierig war es, Jahresvisa für drei junge vietnamesische Schwestern aus unserer Japanischen Provinz zu erhalten. Aktuell leben Sr. M. Hilary Nguyen, Sr. M. Josepha Bui und Sr. M Angela Hoang bei uns im Mutterhaus. Ein halbes Jahr lang werden sie in Münster Deutsch lernen, danach soll es zum Englischlernen nach Malta gehen. Ihre erste Fremdsprache beim Eintritt in unsere Ordensgemeinschaft war übrigens Japanisch. Bei ihrer weiten Reise nach Deutschland wurden die drei Schwestern von Schwester Maria Fidelis Furukawa, Provinzoberin der Japanischen Provinz, und der japanischen Provinzrätin Schwester M. Vianney Kawaguchi begleitet.
V.l.n.r.: Die japanische Provinzoberin Schwester Maria Fidelis Furukawa mit Provinzrätin Schwester M. Vianney Kawaguchi und den vietnamesischen Schwestern Sr. M. Angela Hoang, Sr. M. Hilary Nguyen, Sr. M. Josepha Bui (Foto: Kestin)Im Klostergarten des Mutterhauses in MünsterSprachenstudium für die Zukunft der Kongregation
Die verbindende Sprache unserer Gemeinschaft ist nicht nur im persönlichen Kontakt wichtig, sondern auch für unser Glaubensleben. „Zuerst habe ich die Gebete und die Liturgie auf Englisch gelernt“, berichtet Schwester Teresa. Denn Ordensleben ist Beziehung – Beziehung zu Gott, zu den Mitschwestern und zu allen Menschen, denen wir begegnen. Dabei fördert die interkulturelle Kompetenz unsere Toleranz und unser Verständnis, wo auch immer wir sind und was auch immer wir tun.
Von Schwester Rita Edakkoottathil und Claudia Berghorn Fotos: Michael Kestin