Geboren: 18. März 1935 Eintritt: 11. August 1956 Profess: 3. Mai 1959 Gestorben: 8. Juli 2026
Voll Vertrauen legte unsere Mitschwester ihr irdisches Leben in Gottes Hand und folgte ihm auf den Weg in das neue Leben: Schwester M. Adelgera, geborene Maria Herzig, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist. Du hast mich erlöst, Du treuer Gott.
(Psalm 31,6)
Als Maria Herzig wurde unsere Mitschwester in Scheibe in der Grafschaft Glatz als Tochter eines Bauern geboren. 1946 wurde die Familie aus Schlesien vertrieben und kam nach Ostfriesland, wo Maria ihre letzten Schuljahre verbrachte. Sie selbst sagte dazu, dass diese Jahre die schwersten in ihrem Leben waren. Danach kam sie bis zu ihrem Ordenseintritt zu den Mauritzer Franziskanerinnen ins Borromäus-Hospital in Leer, zuerst in die Küche und später in die Pflege.
Ihren Eltern ist sie sehr dankbar dafür, dass sie sie bei der Flucht und beim Einleben in Ostfriesland liebevoll behütet und beschützt haben. Diese Geborgenheit hat Schwester M. Adelgera zeit ihres ganzen Lebens auch bei Gott gefunden, dem sie, seit 1956 siebzig Jahre lang, als Ordensschwester gedient hat.
Die Liebe zu ihrer Heimat ist ihr nicht verlorengegangen. Mit Begeisterung hat sie an den regelmäßigen Treffen der Glatzer Landsmannschaft in Telgte teilgenommen und dort viel Kraft geschöpft für ihren Glauben und ihr Leben. Bis zuletzt hat sie die Verbindung nach Schlesien aufrechterhalten, besonders auch zu den schlesischen Mitschwestern. Einige Tage vor ihrem Tod bekam sich noch Besuch von Schwester M. Maximiliana, der polnischen Provinzoberin, und von Schwester M. Alexandra, die sich zur internationalen Archivkonferenz in Münster aufhielten. Dabei hat sie sich bei ihnen nach allen Schwestern erkundigt und sie besonders grüßen lassen.
Schwester M. Adelgera war lange auf der Intensivstation des St. Bernhard-Hospitals in Kamp-Lintfort tätig, bevor sie 1994 nach Münster ins St. Heriburg-Haus versetzt wurde, um die älteren Mitschwestern zu pflegen und die Kapelle zu betreuen. Jetzt durfte sie ihr Leben in die Hand Gottes zurückgeben.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Adelgera Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Montag, den 13. Juli 2026, verabschieden wir uns von Schwester M. Adelgera im Auferstehungsamt um 14 Uhr in der Mutterhauskirche und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Geboren: 27. November 1943 Eintritt: 5. Mai 1967 Profess: 28. Oktober 1969 Gestorben: 1. Juli 2026
Nach längerer Krankheit hat Gott unsere Mitschwester an die Hand genommen und zu sich in den Himmel gerufen: Schwester M. Margrith, geborene Gerda van Beeck, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
Gott hat uns in seine Hand geschrieben, und Gottes Hände sind gute Hände.
(Kardinal Höffner)
Geboren wurde Schwester M. Margrith in Heessen, heute Hamm, und hat ihre hauswirtschaftliche Ausbildung bei den Vorsehungsschwestern gemacht. Mit 24 Jahren trat sie bei uns Mauritzer Franziskanerinnen ein und absolvierte die Kin-derkrankenpflegeausbildung am St. Franziskus-Hospital in Münster. Danach kam sie nach Lichtenvoorde in Holland, um dort in der Kinderstation zu arbeiten.
Zurückgekehrt nach Deutschland, absolvierte sie die Ausbildung für die Gemeindekrankenpflege auf dem Arenberg bei Koblenz und arbeitete in der ambulanten Krankenpflege in Friesoythe. In Borghorst und Dorsten übernahm sie später hauswirtschaftliche Tätigkeiten und die Betreuung der Wohnheime.
Besonders gut in Erinnerung geblieben ist allen ihr Orgel- und Harmoniumspiel, mit dem sie die Gottesdienste begleitete. Nach Auflösung des Konventes in Dorsten wurde sie Altenheimbewohnerin, zuerst im St. Heriburg-Haus in Münster; später zog sie wegen des Umbaus ins St. Franziskus-Haus nach Nordwalde.
Schwester M. Margrith gab ihr Leben am späten Abend vor dem 182. Gründungstag der Ordensgemeinschaft zurück an Gott. Sie war die 7228. Schwester der deutschen Franziskanerinnen und hat am Ordensgründungstag vor 51 Jahren ihre ewige Profess abgelegt. Im Himmel feiert sie nun dieses Fest mit den Mitschwestern, die ihr vorausgegangen sind.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Margrith Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr geschwisterlich verbunden.
Am Dienstag, den 7. Juli 2026, feiern wir um 10 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Margrith und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird. Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 8. März 1940 Eintritt: 12. August 1965 Profess: 3. Mai 1968 Gestorben: 19. Juni 2026
Der gütige und barmherzige Gott rief in den frühen Morgenstun-den unsere Mitschwester zu sich in die ewige Heimat: Schwester M. Gerburgis, geborene Hedwig Ungruh, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
Als es Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.
(Joh. 21.4)
Schwester M. Gerburgis wurde in Hörstel-Ostenwalde geboren und wuchs dort mit ihren vier Geschwistern auf.
Mit fünfundzwanzig Jahren trat sie in den Orden ein und wurde Mauritzer Franziskanerin. Hier wurde sie Kinderkrankenschwester und arbeitete auf den Kinderstationen in Ahlen und im St. Franziskus-Hospital in Münster. Nach ihrer Ausbildung zur Pflegedienstleiterin leitete sie die Schulkinderstation. Zu den ehemaligen Kolleginnen hielt sie immer einen guten Kontakt.
1991 wurde sie Konventsoberin in Gladbeck und übernahm zusätzlich seelsorgliche Aufgaben im Krankenhaus, für die sie sich durch eine Ausbildung in München qualifiziert hatte. Später ging sie ins Krankenhaus nach Leer / Ostfriesland und danach nach Ahaus. Nach der Auflösung des Konvents kam sie zurück ins Mutterhaus uns setzte sich dort an der Pforte ein, bis ihre schwere Krankheit das nicht mehr zuließ.
Von 2001 bis 2006 übernahm sie als Provinzrätin die Mitverantwortung für die deutschen Schwestern.
Vor einiger Zeit wurde sie dialysepflichtig. In der Krankheit verglich sie sich mit ihrer Mutter, die ebenfalls nierenkrank war. Sie wusste somit, was auf sie zukam. Ganz bewusst und selbstbestimmt ging sie ihren Weg bis zuletzt. Am letzten Morgen sagte sie, dass sie keine Dialysebehandlung mehr möchte und ab jetzt Palliativpatientin werden möchte. Am Abend bat sie um die Krankensalbung, die sie bewusst mitgefeiert hat. Einige Stunden später ist sie dann ruhig eingeschlafen im Beisein der indischen Schwestern, die im Heriburg-Haus ihren Dienst taten. So friedlich sterben zu dürfen, das war ihr Wunsch, den sie immer geäußert hatte.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Gerburgis Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag den 23. Juni 2026 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Gerburgis und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Münster, 22.06.2026.Dr. Heiner Wilmer ist neuer Bischof von Münster. Im vollbesetzten St.-Paulus-Dom in Münster wurde am 21. Juni der Gottesdienst zu seiner Amtseinführung gefeiert. Im Anschluss fand ein Fest der Begegnung auf dem Domplatz statt. Wilmer ist der 77. Bischof von Münster und der 76. Nachfolger des Bistumsgründers, des heiligen Liudger, der 805 erster Bischof von Münster wurde.
Zu Beginn der Amtseinführung stand die Übergabe der päpstlichen Ernennungsurkunde an Dompropst Hans-Bernd Köppen und die Prüfung ihrer Rechtmäßigkeit durch das Domkapitel. Dann wurde die Urkunde allen Anwesenden feierlich präsentiert und in deutscher Übersetzung verlesen. Anschließend sagte der Dompropst, an Bischof Heiner gewandt:
Mit Freude stellen wir fest, dass Sie der rechtmäßige Bischof von Münster sind.
Anschließend wurde der Bischofsstab aus der Figur des hl. Liborius an Bischof em. Dr. Felix Genn überreicht, der ihn an den 76. Nachfolger des hl. Liudger weitergab mit den Worten: „Nimm hin den Stab des heiligen Liudger. Trage Sorge für die Kirche von Münster, trage Sorge für die ganze Herde Christi. Der Heilige Geist, der dich zum Bischof bestellt hat, möge dir helfen, das Volk Gottes zu leiten. „Entsprechend eines seit dem 17. Jahrhundert bestehenden Brauches wurde dieser Stab mit Beginn der Sedisvakanz der Figur entnommen. Im Rahmen des Pontifikalamtes am Hochfest Peter und Paul, am 29. Juni 2026 wird er der Figur wieder beigegeben.
Ausgestattet mit dem Bischofsstab, wurde Bischof Heiner vom Erzbischof und Metropoliten der Kölner Kirchenprovinz, Rainer Maria Kardinal Woelki, zur Kathedra geführt und nahm darauf Platz.
Vertreterinnen und Vertreter des Klerus, der Ordensgemeinschaften und verschiedener Gruppen im Pastoralen Raum erklärten ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem neuen Bischof. Für die Ordensgemeinschaften im Bistum Münster gab Schwester M. Margarete Ulager, Generaloberin der internationalen Kongregation der Mauritzer Franziskanerinnen, folgende Erklärung ab:
Wir Ordensleute leben und arbeiten sehr gern im Bistum Münster. Heute bitten wir Sie um Ihr Vertrauen. Wir wünschen uns mit Ihnen eine gute, geschwisterliche Zusammenarbeit im Dienst an den Menschen unseres Bistums.
In seiner Predigt blickte Bischof Dr. Wilmer, der seit Februar auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, auf die Pilgerwege zurück, die er in der Woche vor seiner Amtseinführung mit verschiedenen Gruppen im Bistum Münster gegangen war und verband diese Erfahrung mit dem Tagesevangelium, das berichtet, wie Jesus die Jünger aussendet. Dabei sagt er ihnen: „Wer sich zu mir bekennt, zu dem bekennt sich auch der Vater im Himmel.“ Dazu betonte Bischof Wilmer: „Bekennen heißt, mit Gott übereinstimmen – und es sichtbar werden lassen.“ Gerade in der heutigen unruhigen Zeit stelle sich die Frage, zu wem man gehöre und zu wem man sich bekenne. „Bekennen heißt: sich ausrichten. Sich festmachen. Sich nicht verstecken“, sagte er. „Gelebte Antworten“ hätten unter anderem „prophetische Stimmen“ von Personen gegeben, die aus dem Bistum Münster stammten, wie Annette von Droste-Hülshoff (1797 bis 1848), Maria Droste zu Vischering (1863 bis 1899) und die 2001 selig gesprochene Schwester Maria Euthymia (1914 bis1955). „Schwester Maria Euthymia steht für die laute Stille der prophetischen Stimme und beherztes Handeln“, unterstrich Bischof Wilmer.
Grußworte sprachen der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, der Oberbürgermeister von Münster, Tilman Fuchs, der Stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Michael Gerber aus Fulda, sowie Brigitte Lehmann und Ulrich Vollmer für das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster. Musikalisch gestalteten die Chöre der Dommusik unter Leitung von Domkapellmeister Alexander Lauer und Domkantorin Verena Schürmann den Gottesdienst. Domorganist Thomas Schmitz spielte die Orgel, begleitet vom Orchester STRINGent & Freunde.
Mit bewegenden Worten und in vielen verschiedenen Sprachen dankte Bischof Dr. Heiner Wilmer Gott und allen, die ihn bisher auf seinem Weg begleitet und die ihn so freudig in Münster empfangen haben. „Ich freue mich auf Sie!“, rief er abschließend und beendete seinen Dank mit einem westfälischen „Chut chaon!“
Nach dem feierlichen Auszug des neuen Bischofs fand auf dem Domplatz ein großes Begegnungsfest statt.
Münster, 19.06.2026.Zum Abschluss der ersten Internationalen Archivkonferenz wurden heute die vielfältigen Eindrücke und Ergebnisse der Woche zusammengetragen und die Weichen für die zukünftige Archivarbeit in der Kongregation gestellt – sowohl an den verschiedenen Standorten als auch international.
Der letzte Tag der Internationalen Archivkonferenz begann mit einer von Prof. Pater Dr. Dr. Michael Plattig O.Carm. auf Deutsch und Englisch zelebrierten Eucharistiefeier. In seiner Predigt nahm Pater Michael das Thema des Evangeliums auf und bezeichnete die Dankbarkeit als eine wichtige und höchst aktuelle Haltung, die auch in den Worten des deutschen Theologen Dietrich Bonhoeffers zum Ausdruck kommt: „Dankbarkeit macht das Leben reicher.“ Er betonte, dass der große Schatz der Kongregation im Persönlichen liege – in der Beziehung zu Gott, in den Schwestern und Mitarbeitenden und in den Spuren aller Schwestern, deren Geschichten in den Archiven gesammelt werden.
Der spirituelle Impuls aus der Indischen Provinz bestand aus einer Meditation in Text und Bild zum Thema Wurzeln. So wie Bäume von unsichtbaren Wurzeln gehalten und genährt werden, so können auch wir Menschen durch starke Wurzeln ein erfülltes, freudvolles Leben erfahren. „Wie der heilige Franziskus war auch unser Gründer Pater Christoph Bernsmeyer der Überzeugung, dass die Kraft des geweihten Lebens nicht aus äußerem Erfolg stammt, sondern aus Herzen, die tief in Christus und im Evangelium verwurzelt sind“, führte die Provinzoberin der Indischen Provinz Schwester M. Johncy aus. „Als Mitglieder unserer Kongregation sind wir aufgerufen, uns mit diesen starken Wurzeln zu verbinden.“
Die zentrale inhaltliche Arbeit des Tages bestand in der Auswertung aller Informationen und Impulse aus der Archivkonferenz sowie in der gemeinsamen Entwicklung einer Strategie für die Zukunft der Archivarbeit innerhalb der internationalen Ordensgemeinschaft. Übereinstimmend berichteten die Teilnehmenden, dass sie neue Perspektiven auf die hohe Bedeutung und Komplexität der Archivarbeit gewinnen konnten und wertvolles theoretisches und praktischen Wissen mit in ihre jeweiligen Heimatländer nehmen – und viele Ideen, wie die Archivarbeit vor Ort zukünftig gestaltet werden kann. Ebenfalls kam zum Ausdruck, wie wertvoll die persönliche Zusammenkunft und internationale Vernetzung für die Teilnehmenden war.
Ein wichtiges Ergebnis der Konferenz ist der gemeinsame Beschluss, eine internationale Arbeitsgruppe zu gründen, die sich der zukünftigen Gestaltung der Archivarbeit in der Kongregation widmet. „Ein Ziel wird es sein, verbindliche gemeinsame Kriterien für unsere Archive zu entwickeln“, sagte Generaloberin Schwester M. Margarete. „Gleichzeitig gilt es auch zu fragen: Was ist verschieden an den Standorten und muss es auch bleiben?“
„Mein Herz ist von zwei großen Gefühlen erfüllt“, sagte Generalökonomin und Archivarin Schwester M. Beata Kapica in ihrer Abschlussrede, „von der Dankbarkeit Gott gegenüber und vom mutigen Geist des Aufbruchs, den anstehenden Wandel aktiv zu gestalten. Lasst uns diesen neuen Weg mutig und Hand in Hand weitergehen.“ Sie dankte den Moderatoren, allen Mitwirkenden und Teilnehmenden sowie allen, die auch hinter den Kulissen zum Erfolg der ersten Internationalen Archivkonferenz beigetragen haben: den Dolmetschenden, dem Team im Marienhaus und dem Team der Generalleitung.
Schwester M. Johncy, Provinzoberin der Indischen Provinz, dankte im Namen der internationalen Delegationen, der Teilnehmenden und Gäste von ganzem Herzen Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager, Generalökonomin Schwester M. Beata Kapica und dem Team des Generalats für die Organisation der informativen und zukunftsweisenden Tagung. „Dies war ein wunderbarer Beginn für die weitere gemeinsame Arbeit“, betonte sie. „Wir freuen uns auf die nächsten Schritte.“
Neben vielfältigen Informationen und Anregungen nahmen die Teilnehmenden auch die neuste Ausgabe des internationalen Magazins der Kongregation, TauNews, mit auf den Heimweg.
Am Ende dieser erfüllten Woche verabschiedeten sich die Schwestern und das Team der Generalleitung herzlich von den internationalen Gästen und wünschten allen eine gute und gesegnete Heimreise, ein erholsames Wochenende – und eine inspirierende Lektüre.
Münster, 18.06.2026.Was ist in den Bereichen Digitalisierung und Datenschutz bei der Archivarbeit zu beachten? Diese komplexe Thematik stand heute im Mittelpunkt der internationalen Archivkonferenz der Mauritzer Franziskanerinnen.
Der vierte Sitzungstag der Archivkonferenz begann mit einem Impuls aus der Japanischen Provinz. „Die Gnade Gotte hört niemals auf“: Mit dieser zentralen Botschaft bezog sich Provinzoberin Schwester Maria Fidelis Furukawa auf Psalm 136 und präsentierte den Teilnehmenden ein Video mit meditativen Texten, Fotos und Musik, das von den vietnamesischen Schwestern der Provinz erstellt worden war.
Am Vormittag sprach Lennart Metken, stellvertretender Leiter des Diözesanarchivs Münster, über die vielfältigen digitalen Herausforderungen in der Archivarbeit und stellte Möglichkeiten zur Archiv-Strukturierung sowie zur Digitalisierung von Papier- und Fotodokumenten vor. Dabei können schon einfache Maßnahmen wie die standardisierte und inhaltliche Benennung von Fotos und Dokumenten erheblich zur Auffindbarkeit von Archivgut beitragen.
Frank Kunz, Datenschutzbeauftragter des Generalats, erhielt schon zu Beginn seines Vortrags großen Applaus, als er alle internationalen Teilnehmenden in ihrer jeweiligen Landessprache begrüßte – Deutsch, Englisch, Polnisch, Japanisch und Hindi. Umfassend und verständlich erläuterte er die Entstehung, den Sinn und grundsätzliche rechtliche Aspekte des Datenschutzes. „Im Mittelpunkt des Datenschutzes steht der Mensch“, betonte er, und wies darauf hin, dass den Kirchen eine Vorreiterfunktion im Datenschutz haben: „Die Geschichte des Datenschutzes begann mit dem Beichtgeheimnis, das im Jahr 1215 auf dem IV. Laterankonzil festgelegt wurde.“ Grundsätzlich, so Frank Kunz, sei die Weitergabe persönlicher Daten nicht erlaubt; allerdings gebe es Ausnahmen z.B. im beruflichen Kontext und auch in der Archivarbeit. Er empfahl, durch Transparenz in der Datenverarbeitung und durch Datenminimierung Vertrauen zu schaffen.
Lennart MetkenFrank Kunz
Eine Vortragspause wurde genutzt, um einige Jubiläen zu würdigen: Die Teilnehmenden gratulierten Schwester M. Maksymiliana Pilarska, Provinzoberin der Polnischen Provinz, zum 25-jährigen Ordensjubiläum, Schwester M. Marianne Kamlage, Provinzvikarin der Deutschen Provinz, zum 40-jährigen Ordensjubiläum und Schwester Maria Fidelis Furukawa, Provinzoberin der Japanischen Provinz, zum Goldenen Professjubiläum. Ebenfalls geehrt wurden Brian Blasco für 30 Jahre im Dienst der Schwestern in USA und Rolf Lehmann, der seit 50 Jahren als Dolmetscher für die internationale Kongregation tätig ist.
Abschließend berichteten Generalrätin Schwester M. Lima Arackal und Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager über die erfolgreich abgeschlossene Überarbeitung der Generalkonstitutionen.
Bei hochsommerlichen Temperaturen waren abends alle Teilnehmenden der Archivkonferenz zum Grillabend im Mutterhaus eingeladen. Als besondere Gäste wurden die Vorstandsvorsitzenden der St. Franziskus-Stiftung und Vertreter aus dem St. Franziskus-Hospital und dem Stiftungskuratorium herzlich begrüßt.
Münster, 17.06.2026. Die Teilnehmenden und Gäste der internationalen Archivkonferenz besuchten heute die Benediktinerabtei Gerleve und erhielten vielfältige Eindrücke vom Leben und Wirken der Brüder. In der Zeit zwischen der gemeinsamen Feier der Eucharistie am Morgen und dem Mittagsgebet in der Klosterkirche wurden die Teilnehmenden von den Benediktinern durch die Bibliothek und das Archiv, die Buchbindereiund den Klausurbereich des Klostergartens geführt. Das Mittagessen in der Klostergaststätte rundete den Besuch ab, bevor es mit dem Bus zurück ins Mutterhaus in Münster ging.
Kurz vor neun Uhr begrüßte Abt Andreas Werner OSB die internationalen Gäste aus Münster herzlich und führte sie in die Klosterkirche zur morgendlichen Feier der Eucharistie, die von den Patres zelebriert und mit lateinischen Gesängen gestaltet wurde. Danach wurden die Teilnehmenden in drei Gruppen durch das Kloster und den umgebenden Park geführt.
Pater Bartholomäus Denz OSB öffnete den Besuchern aus Münster das Archiv der 1899 gegründeten Abtei und erläuterte auch seine Tätigkeiten in der Buchbinderei. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Abtei Gerleve trug Pater Bartholomäus selbst eine Chronik der Abtei von 1899 – 1998 zusammen und stellte eine Auflage von zehn Exemplaren her. Auch eine Nekrologie mit den Biografien der verstorbenen Brüder und einem begleitenden Bildband stammen aus seiner Werkstatt.
Pater Daniel Hörnemann OSB gewährte Einblicke in die Klosterbibliothek, die etwa 250 tausend vor allem theologische Bücher und Zeitschriften umfasst. Das älteste Fragment der Bibliothek stammt aus dem 9. Jahrhundert, etwa 3000 Werke aus der Zeit vor 1800. Das kleinste dort gehütete Buch ist kleiner als ein Daumennagel und wird mit der notwendigen Lupe in einer etwa vier mal vier Zentimeter großen gefütterten Schatulle aufbewahrt.
Durch den Klausurgarten – eine 30 Morgen große Parklandschaft – führte Bruder Michael Brun OSB, der 1984 in den Orden eintrat und seit 1988 für die Grünflächen auf dem 64 Hektar großen Gelände der Abtei verantwortlich ist. Der wunderbare Baumbestand geht auf Abt Pater Raphael zurück, der von 1906 – 1948 der erste Abt in Gerleve war. Zu Zeiten seines Eintritts, so berichtete Bruder Michael, habe es auch noch Obst- und Gemüsegärten gegeben, in denen damals 20 Mönche arbeiteten.
Nach all diesen Eindrücken konnten die Teilnehmenden noch Karten, Bücher, Devotionalien und vor Ort produzierte Marmeladen und Gebäck im Klosterladen einkaufen und sich dann in der Klostergaststätte beim Mittagessen, Kaffee und Kuchen zu stärken. Alle waren sich einig: Ein sehr gelungener Ausflug mit vielen wunderbaren Begegnungen und spannenden Einblicken in das Leben und Wirken der Mönche. „Wir danken den Benediktinern von Gerleve und ihrem wunderbaren Team ganz herzlich für ihre große Gastfreundschaft und die vielen inspirierenden Eindrücke“, sagte Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager im Namen aller Teilnehmenden der internationalen Archivkonferenz.
Münster, 16.06.2026. Heute standen fachliche Aspekte der Archivarbeit und der kollegiale Austausch im Mittelpunkt der internationalen Archivkonferenz der Mauritzer Franziskanerinnen. Als externe Referenten waren Dr. Heinz Mestrup, Leiter des Diözesanarchivs Münster, und Vertreter der AUGIAS-Data GmbH eingeladen, deren Archiv-Software im Archiv des Generalats verwendet wird. Die Teilnehmenden der Konferenz erhielten durch einen Besuch in diesem Archiv im Mutterhaus und durch den Vortrag von Archivarin Marie Brandl spannende Einblicke in die Arbeit vor Ort.
Der Sitzungstag begann mit einem Impuls von Schwester M. Marianne Kammlage, Provinzvikarin der Deutschen Provinz. Schwester M. Marianne nahm Bezug auf das Motto des letzten Provinzkapitels, „Pilgerinnen der Hoffnung“, und erinnerte daran, das alle Schwestern der Kongregation Pilgerinnen mit einer langen gemeinsamen Geschichte sind, in der jede einzelne Schwester wichtig ist. „Wie wir heute im Hier und Jetzt denken und handeln, entscheidet darüber, welche neuen Erinnerungen wir für die Zukunft schaffen“, sagte sie.
Welche Bedeutung Ordensarchive für das Diözesanarchiv Münster haben, erläuterte dessen Leiter Dr. Heinz Mestrup. „Das Diözesanarchiv hat bereits einige Ordensarchive übernommen“, erklärte er und wies darauf hin, dass ein regionaler Bezug der Ordensgemeinschaft für eine solche Übernahme wichtig ist. Zu den weiteren Aspekten seines Vortrags gehörten die notwendigen Vorarbeiten und die rechtlichen Rahmenbedingungen für mögliche Übernahmen.
Dipl.-Phys. Henning Ruppel, einer der Geschäftsführer der AUGIAS-Data GmbH aus Senden, und sein Kollege Jürgen Markert, Beratung und Produktentwicklung, stellten das Archivprogramm „Augias Archiv X“ vor und beschrieben Produkterweiterungen, an denen das Unternehmen aktuell arbeitet. Dazu gehörten sowohl Einsatzgebiete der KI wie auch Cloud-Lösungen, die für Organisationen mit mehreren Standorten interessant sind.
Am Nachmittag erläuterte Marie Brandl, Archivarin im Archiv des Generalats, die archivischen Kernaufgaben und beschrieb zahlreiche hilfreiche Maßnahmen zum Schutz von Archivgut – von der Klimatisierung der Archivräume über Brandschutzmaßnahmen bis zum Schutz vor Schimmel und Insekten.
Abschließend tauschten sich die Teilnehmenden über die vielfältigen Informationen und Impulse aus den Fachvorträgen aus und stellten dar, welche Fragen und Aufgaben sich daraus für ihre zukünftige Arbeit an ihrem jeweiligen Standort ergeben.
Einige Eindrücke des Tages:
Impuls von Schwester M. Marianne Kammlage, Provinzvikarin der Deutschen ProvinzVortrag von Dr. Heinz Mestrup, Leiter des Diözesanarchivs MünsterDipl.-Phys. Henning Ruppel und Jürgen Markert, AUGIAS GmbHBesuch im Archiv des Generalats im Mutterhaus in MünsterDas Archiv-Team des Generalats mit den internationalen Delegationen der ArchivkonferenzDie Teilnehmenden, Gäste und Dolmetschenden der Archivkonferenz
15.06.26. Heute begann die erste Internationale Archivkonferenz der Mauritzer Franziskanerinnen mit einer feierlichen Eucharistiefeier – Votivmesse zum Heiligen Geist – in der Mutterhauskirche und dem ersten Sitzungstag im Marienhaus in Münster. Dabei wurde nicht nur die große Bedeutung der Archivarbeit für die internationale Ordensgemeinschaft deutlich, sondern auch die Spannbreite der Themen und Herausforderungen in den Archiven der weltweiten Standorte der Schwestern.
Im Marienhaus wurden die Teilnehmenden und Gäste der Archivkonferenz herzlich durch Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager und Schwester M. Diethilde Bövingloh, Oberin der Deutschen Provinz, begrüßt. Moderiert wird die Konferenz von Dompropst Hans-Bernd Köppen und Prof. Dr. Margaret Nemann.
Schwester M. Margarete erläuterte in ihrem einleitenden Vortrag die große Bedeutung der Archivarbeit für die Internationale Ordensgemeinschaft, die im Motto der Konferenz zum Ausdruck kommt: „Heute das Gestern für morgen bewahren.“ Zu den Zielen der Konferenz gehört es, sich über den Stand der Archivarbeit an den verschiedenen internationalen Standorten zu informieren, über die Herausforderungen vor Ort auszutauschen und gemeinsam zu entscheiden, wie zukünftig mit dem Erbe der Kongregation umgegangen werden soll. „Um diese große Aufgabe zu erfüllen, ist es auch hilfreich und wichtig, dass sich alle Beteiligten persönlich kennen lernen und ein lebendiges Netzwerk aufbauen“, sagte Schwester M. Margarete und danke den internationalen Delegationen dafür, dass sie die teils sehr weiten Wege auf sich genommen haben.
Prof. Pater Dr. Dr. Michael Plattig O.Carm., Spiritual der internationalen Ordensgemeinschaft, erläuterte in seinem Impulsvortrag die geistliche Dimension der Archivarbeit und die Bedeutung einer reflektierten und auch kritischen Erinnerungskultur, zu der Archive einen wichtigen Beitrag leisten.
Schwester M. Beata Kapica, Generalökonomin und Archivarin des Generalats, führte in die inhaltliche Arbeit der Archivkonferenz ein. „Die Archivarbeit ist ein wertvoller Dienst am Gedächtnis der Gemeinschaft“, betonte sie. „Gemeinsam sichern wir das Erbe, das uns anvertraut wurde – und gemeinsam wollen wir unserer Geschichte eine Zukunft geben.“
Am Nachmittag gaben die Delegierten und Archivare aus den internationalen Standorten und dem Generalat Einblicke in ihre Arbeit. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedlich die Herausforderungen sind, die sich durch die historische Entwicklung, aber auch durch die kulturellen und klimatischen Bedingungen vor Ort ergeben.
Einige Impressionen des Tages:
Feierliche EröffnungsmesseModeratoren und LeitungBegrüßung und Impulse am VormittagBericht aus der Indischen ProvinzBericht aus der Japanischen ProvinzBlick in die Dolmetscher-KabinenZeit für BegegnungDie Schwestern aus PolenVortragende des NachmittagsBlick in den Konferenzraum
Geboren: 22. Februar 1939 Eintritt: 3. Februar 1962 Profess: 28. Oktober 1964 Gestorben: 13. Juni 2026
In der Zuversicht, dass Jesus lebt und auch sie bei und mit ihm, gab unsere Mitschwester ihr Leben zurück in Gottes Hand: Schwester M. Edelbertis, geborene Ludwine Gevers, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
Jesus lebt, mit ihm auch ich! Das ist meine Zuversicht.
Ludwine Gevers wurde als elftes von dreizehn Kindern in Vreden-Dömern an der holländischen Grenze in einer katholischen Familie geboren. In dem Jahr, als ihre ältere Schwester, unsere Mitschwester M. Nicasia bei den Mauritzer Franziskanerinnen eintrat, kam Ludwine zur Erstkommunion. 1960 trat Schwester M. Christhild ein und Schwester Friedburga ging zu den Clemensschwestern. Als letzte wurde Ludwine Ordensschwester und bekam den Namen Schwester M. Edelbertis.
Schwester M. Edelbertis erkrankte nach der Krankenpflegeausbildung so schwer, dass die Krankheit ihr Leben begleitete und prägte. Sie fand Verständnis bei den Ordensoberen, die sie danach in der Verwaltung, im Pfortenbereich und in der Patientenaufnahme einsetzten.
Sie selbst schrieb: „Durch meine langen Ausfallszeiten und gesundheitlichen Grenzen habe ich lernen dürfen, wie es Menschen in solchen Zeiten der Krankheiten oder mit sonstigen Gebrechen geht, wenn sie gerade im Krankenhaus verständnisvoll und wohlwollend empfangen werden.“
In ihrer freien Zeit malte Schwester M. Edelbertis gerne. Ihre Naturbilder hängen unter anderem im Mutterhaus und erfreuen die Betrachter. Sie sagte dazu: „Auch wenn ich mich nicht als große Künstlerin sehe, so finde ich auch darin meine Erfüllung und Zufriedenheit.“ Ihr Rezept für ein glückliches Leben lautete: „Den Glauben behalten, die Hoffnung nicht verlieren, für gesunde Tage beten und für alles, was ich bisher erlebt habe, danken.“
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Edelbertis Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Mittwoch, den 17. Juni 2026, verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Edelbertis und begleiten sie zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen
Münster, 12.06.26.„Heute das Gestern für Morgen bewahren“: So lautet das Motto der ersten Internationalen Archivkonferenz der Mauritzer Franziskanerinnen, die auf Einladung der Generalleitung der internationalen Kongregation vom 15. – 19. Juni 2026 in Münster stattfindet.
Zu den rund 50 Teilnehmenden gehören die Oberinnen und Leitungen der Archive im Generalat und in den Standorten in Deutschland, Polen, USA, Japan und Indien. Heute wurden bereits die Delegationen aus Polen und Japan herzlich im Mutterhaus in Münster begrüßt; die Teilnehmenden aus USA und Indien werden morgen erwartet.
„Die Bewahrung unseres historischen Erbes ist weit mehr als eine rein administrative Aufgabe: Sie ist ein Dienst am Gedächtnis unserer Gemeinschaft und der Geschichte des jeweiligen Landes sowie ein Zeugnis unseres Wirkens in der Welt“, erläutert Generalökonomin Schwester M. Beata Kapitza, die für das Generalatsarchiv verantwortlich ist und die Tagung leitet. „Um diesen Auftrag zeitgemäß und fachgerecht zu erfüllen, möchten wir uns im Rahmen der internationalen Konferenz über aktuelle Standards, Herausforderungen und Best-Practice-Beispiele austauschen.“ Neben Berichten aus den verschiedenen Ordensarchiven stehen auch Vorträge von externen Fachleuten auf dem Programm sowie eine Besichtigung des Archivs im Kloster Gerleve.
„Die Dokumentation unserer internationalen Kongregation und die Aufarbeitung unserer Geschichte zeigen eindrucksvoll, wie Archivarbeit Brücken bauen kann“, erläutert Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager. „Wir freuen uns sehr darauf, uns mit unseren Gästen aus aller Welt zu diesem wichtigen Thema auszutauschen.“
Die internationale Konferenz wurde bereits seit mehreren Monaten von den Schwestern und dem Team des Generalats vorbereitet. Inzwischen ist auch der Konferenzsaal für die Tagung ausgestattet – inklusive der Dolmetscherkabinen. Alle Redebeiträge werden in Deutsch, Englisch, Polnisch und Japanisch zu hören sein.
Wenn ich auf den Weg meiner Berufung zurückblicke, sehe ich, dass es ein Prozess war. Als ich ein Teenager war, starb mein Großvater, den ich sehr liebte und der mir sehr nahestand. Damals verstand ich die Bedeutung dieses Verlusts nicht; ich rebellierte und ging nicht mehr in die Kirche. Das dauerte zwei Jahre. Auf meinem Lebensweg tauchte ein Junge auf. Ich war begeistert von seiner Familie, ihrer Authentizität und ihrer gegenseitigen Liebe, die aus der lebendigen Teilnahme am Leben der Kirche entsprang. Eines Tages schlug er mir vor, mit ihm zu einem Bildungstreffen der Weltleben-Bewegung (Oasis) zu gehen. Ich wehrte mich innerlich dagegen, willigte aber nach einiger Zeit ein. Ich erinnere mich bis heute an die strahlenden Gesichter dieser Menschen und die unglaubliche Freude, die sie ausstrahlten. Da dachte ich: „Das möchte ich auch machen…“. Ich ging in meine Pfarrei und sagte vor dem Bild des Barmherzigen Jesus: „Wenn du existierst – beweise es mir.“ Ich wurde von der Oasis zu fünftägigen Exerzitien eingeladen, wo ich die unermessliche Gnade erlebte, Jesus im Sakrament der Buße und Versöhnung mit Liebe zu umarmen.
Ich begann eine Ausbildung bei Oasis, die die Entwicklung meines spirituellen Lebens prägte. Ich fing an, täglich an der Eucharistie teilzunehmen, das Wort Gottes zu studieren und tiefer in eine freundschaftliche Beziehung zu Jesus einzutreten. Bei einer der Oasis-Exerzitien gab es eine Passage aus dem Markus-Evangelium zur Betrachtung, in der mich die Worte „Folge mir nach…“ tief innehalten ließen und mich sehr bewegten; diese Worte wirkten sehr stark auf mich, und es kam der Gedanke auf, einer Ordensgemeinschaft beizutreten.
Doch wieder ich wies diese Gedanken von mir und erklärte Jesus, dass ich schließlich einen Freund habe. Ein weiteres Jahr verging, in dem sich der Wunsch verstärkte, ausschließlich für Jesus da zu sein. Bei einer weiteren Exerzitienwoche hörte ich bei der Anbetung des Allerheiligsten Sakraments in meinem Herzen: „Ich bin es, der dich liebt…“, und Tränen liefen mir aus den Augen. Doch ich redete mir weiterhin ein, dass ich mir diese Berufung nur einbilde.
Im Laufe des nächsten Jahres ermahnte mich Jesus sanft auf verschiedene Weise. Ich spürte in meinem Herzen, dass ich unendlich gerne ganz für Ihn da sein wollte, aber ich wusste nicht sicher, ob dies von Ihm kam. Und so beschloss ich, mich von meinem Freund zu trennen, um die Berufung noch ein weiteres Jahr lang zu prüfen. Während dieser Zeit fand ich unsere Kongregation im Internet. Ich fuhr nach Oldrzychowice Klodzkie, und als ich dort war, spürte ich, dass es genau das Richtige war…
Nach vielen inneren Kämpfen verließ ich eine Welt, in der ich enge Freunde, Familie und die Oasis hatte, mit denen ich stark verbunden war. Ich vertraute sie alle dem Herrn an und trat am 4. Oktober 2017 in das Vor-Noviziat ein. Es war schwer, meine Lieben zu verlassen und sie weinen und verzweifeln zu sehen, aber der Herr gab mir die Kraft und die Gnade, das durchzustehen. Seit dem Tag meines Eintritts ist mein Herz von Frieden und Glück erfüllt, weil ich eine lebendige Beziehung zum Herrn Jesus und zu seinem liebenden Herzen erlebe. Ich bin Gott dankbar, dass er mich berufen und mir die Kraft gegeben hat, seinem Ruf zu folgen.
Geboren: 16. Juli 1931 Eintritt: 9. August 1952 Profess: 3. Mai 1955 Gestorben: 12. Mai 2026
Den großen Festplatz im Himmel durfte unsere Mitschwester nun betreten, um Gott zu preisen und ihm für seine Taten zu danken: Schwester M. Norbertis, geborene Katharina Eggenwirth, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
Geht durch die Tempeltore mit einem Danklied, betretet den Festplatz mit Lobgesang. Preist ihn, dankt ihm für seine Taten!
(Psalm 100,4)
Schwester M. Norbertis kam von Neuenkirchen bei Wiedenbrück zu den Mauritzer Franziskanerinnen. Nach der Krankenflegeausbildung im St. Franziskus-Hospital in Münster bekam sie ihren Einsatz im St. Bonifatius-Hospital in Leeuwarden in Holland. Dort wurde sie OP- und Anästhesieschwester. Die Fachausbildung absolvierte sie dort in der holländischen Sprache. Diese Sprache und ihre Liebe zu Holland prägten sie bis in ihr hohes Alter.
1975 kam sie zurück nach Deutschland, absolvierte auf dem Arenberg die Ausbildung zur ambulanten Pflege und setzte sich in den Sozialstationen in Dortmund-Aplerbeck und Bösensell ein. Seit 2000 wohnte sie im Schwesternkonvent im Stift Tilbeck, fuhr aber weiter nach Bösensell und übernahm Aufgaben in der Pfarrgemeinde und in der Seniorenbetreuung. 2015 wurde sie dann selbst Seniorin im St. Franziskus-Haus in Nordwalde, wo sie, liebevoll betreut durch die Mitschwestern und die Mitarbeitenden, ihr langes und intensives Leben vollenden durfte.
In Erinnerung bleiben werden uns Schwester M. Norbertis strahlende Augen, ihre große Offenheit für alles, was in der Gemeinschaft, in der Kirche und in der Politik geschah, und ihre Zufriedenheit und besonders der Dank, den sie immer wieder ausdrückte.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Norbertis Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 19. Mai 2026, feiern wir um 10 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Norbertis und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird. Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 3. Februar 1933 Eintritt: 4. März 1967 Profess: 28. Oktober 1969 Gestorben: 21. April 2026
Am 21. April 2026, in 93 Lebensjahr, ist im Herrn entschlafen unsere liebe Schwester M. Casildis, geborene Marta Kokot, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
Kommt mit Dank durch seine Tore, mit Lobgesang in seine Höfe! Dankt ihm, preist seinen Namen.
(Psalm 100, 4)
Schwester M. Casildis wurde am 3. Februar 1933 in Chróścice bei Oppeln geboren. Sie trat am 4. März 1967 in unserer Kongregation ein. Ihre erste Profess legte sie am 28. Oktober 1969 ab.
Schwester M. Casildis begann ihren Dienst in unserer Kongregation bereits während ihres Postulats im Kinderheim in Rückers (Grafschaft Glatz). Nach der ersten Profess war sie meistens als Köchin engagiert, und gleichzeitig besuchte sie Kochschule in Breslau, wo sie im Jahre 1975 das Diplom einer Meisterköchin erwarb. Seitdem wurde das Kochen zu ihrer Leidenschaft und zu einem Mittel, um denen Liebe zu bringen, zu denen sie gesandt wurde. Das Schwesternkonvent In Glatz-Scheibe war ihr letzter Einsatzort. Hier kochte sie und bereitete den Schwestern Mahlzeiten zu, solange es ihr Gesundheitszustand dies zuließ.
Aus diesen Jahren ihres treuen Dienstes für Gott erinnern wir uns an Schwester M. Casildis als eine fürsorgliche und den Menschen, denen sie diente, sehr zugewandte Person. Sie scherzte gern und erzählte verschiedene Geschichten aus ihrem Leben, die unsere Schwesternversammlungen oft verschönerten. Oft erzählte sie auch von ihrer Familie, zu der sie einen guten Kontakt hatte und die sie mit ihrer Liebe, ihrer Anwesenheit und ihren Gebeten unterstützte.
Schwester M. Casildis war eine große Verehrerin des heiligen Antonius und der heiligen Marta, ihrer Namenspatronin, deren Haltung des Dienens sie als Köchin umsetzte. So verband sie in ihrem Leben die Haltung der Marta und Maria aus dem Evangelium, indem sie ihre Arbeit und ihre Gebete Gott darbrachte.
Im Jahr 2024 zog sie in das Kloster der Schwestern in Groß Döbern, wo die Schwestern der Gemeinschaft sie liebevoll umsorgten. Sie trennte sich nie von ihrem Rosenkranz, denn wie sie selbst sagte, „er sei er meine Waffe“. Nach den Mühen des irdischen Lebens wurde sie bei ihrem Namen gerufen und ging, um dem Herrn zu begegnen. Wir vertrauen darauf, dass sie sich an seiner Nähe erfreut.
Die Trauerfeier für Schwester M. Casildis findet am Montag, dem 27. April 2026, um 11 Uhr in der St.-Rochus-Kirche in Dobrzeń Wielki statt. Der Rosenkranz wird um 10.30 Uhr gebetet.
Auf dem Katholikentag in Würzburg vom 14. – 17. Mai 2026 ist die internationale Ordensgemeinschaft der Mauritzer Franziskanerinnen mit einem Stand auf der „Kirchenmeile“ vertreten.Das Team der Schwestern aus den Provinzen in Deutschland, Polen, Japan und Indien und dem internationalen Generalat wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Münster unterstützt.
„Unser Ziel auf dem Katholikentag ist es, unsere internationale Ordensgemeinschaft vorzustellen und mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen“, erläutern Generalrätin Schwester M. Hiltrud Vacker (hinten, 2.v.l.) und Schwester M. Irmgardis Taphorn aus der Deutschen Provinz (3.v.l.), die auf Instagram über den Katholikentag berichten wird [@franziskanerinnenmuenster].
Wer die Franziskanerinnen in Würzburg besuchen möchte, findet sie ab dem 14. Mai 2026 am Stand FB-G-07. Das Motto des diesjährigen Katholikentag lautet „Hab Mut, steh auf!“ Bereits heute erhielt die erste Gruppe vor dem Mutterhaus in Münster den Reisesegen und machte sich in Richtung Würzburg auf den Weg.
„All unsere Schwestern in Münster und weltweit, die nicht mit nach Würzburg reisen können, sind im Herzen dabei“, betont das Team, „und einige auch visuell, auf den beiden Roll-ups, die auf unserem Stand zu sehen sein werden.“ So zum Beispiel die vietnamesische Schwester M. Nichola Truong Thi Hoang Oanh, seit Oktober letzten Jahres Provinzvikarin der Japanischen Provinz (links), sowie Schwester M. Vincentia Hülskamp (mit Blumen), die 1963 der franziskanischen Ordensgemeinschaft beitrat, und Schwester M. Beatinis Thünemann, die im Mutterhaus in Münster gerade ihr 65. Ordensjubiläum feierte.
Schwester M. Beatinis (li.) und Schwester M. Vincentia freuen sich, dass sie durch ihr Foto auf dem Katholikentag in Münster präsent sein werden.
Geboren: 13. März 1938 Eintritt: 4. Februar 1961 Profess: 28. Oktober 1963 Gestorben: 25. April 2026
Der hl. Josef, ihr Namenspatron und der Patron der Sterbenden, begleitete unsere Mitschwester auf ihrem Weg in die ewige Heimat: Schwester M. Josefa, geborene Josefa von Wulfen, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
Heiliger Josef, wir preisen dich, denn Gott hat dich erwählt zum Pflegevater seines Sohnes.
(Gebet aus der Klostertradition)
Schwester M. Josefa kam aus Hollenstede im Kreis Bersenbrück zu den Mauritzer Franziskanerinnen. Mit ihren Geschwistern wuchs sie dort auf einem Bauernhof auf. Zwei Geschwister starben bereits im Kindesalter und ihre Mutter vor dem Eintritt ganz plötzlich an Herzversagen. Josefa musste vorübergehend den Haushalt übernehmen. Mit 23 Jahren konnte sie in den Orden eintreten und erhielt bei der Einkleidung den Schwesternnamen Schwester M. Ascelina, den sie später eintauschte gegen ihren Taufnamen Josefa.
Schwester M. Josefa wurde Krankenschwester und Wirtschafterin und hat so in mehreren Krankenhäusern und ordenseigenen Einrichtungen gearbeitet. 1998 absolvierte sie einen Pastoralkurs für die Seelsorge an kranken und alten Menschen. Damit konnte sie ihren Krankendienst erweitern um die seelsorgliche Komponente.
Wie sie selbst erzählte, waren ihre schönsten Jahre ab 2007 in Lingen-Biene in einem kleinen Konvent, in dem sie die hauswirtschaftlichen Aufgaben übernahm. Die Schwestern waren zusammengewachsen wie eine kleine Familie. Als der Konvent 2022 aufgelöst werden musste, kamen sie gemeinsam zurück nach Münster und gingen ins St. Heriburg-Haus. Auch zu ihrer eigenen Familie hatte Schwester M. Josefa immer eine gute Beziehung und freute sich über jede Begegnung.
Die Musik war Schwester M. Josefas große Leidenschaft. Sie spielte Trompete, sang im Chor und gestaltete das Breviergebet mit ihrer guten Singstimme.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Josefa Abschied. Wie damals ihre Mutter ist auch sie plötzlich an ihrer Herzerkrankung gestorben. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Unser besonderes Mitgefühl gilt ihrer Familie und den noch lebenden Schwestern des ehemaligen Konventes in Lingen-Biene, Schwester Angela Maria und Schwester M. Emilianis. Schwester M. Ancilla wird sie im Himmel erwarten.
Am Mittwoch, den 29. April 2026, verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Josefa und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Geboren: 1. März 1943 Eintritt: 10. August 1966 Profess: 1. Mai 1969 Gestorben: 13. April 2026
Ihr Namenpatron, der hl. Josef, begleitete unsere Schwester im St. Franziskus-Hospital im Beisein der Mitschwestern und der Angehörigen auf ihren Weg ins himmlische Paradies: Schwester M. Josefa, geborene Josepha Maria Thelink, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
Heiliger Josef, du Patron der arbeitenden Menschen und der Sterbenden, bitte für uns.
Josepha Theling wurde im Kreis von neun Geschwistern in Schapen im Emsland geboren. Hier wuchs sie auf dem elterlichen Bauernhof auf. Eine ihrer Schwestern wurde Dominikanerin. Josefa zog es mit 23 Jahren zu den Mauritzer Franziskanerinnen. Ihr Ordensname war zuerst Schwester M. Thekleta. Später nahm sie ihren Taufnamen Josefa wieder an.
Der heilige Josef war ihr treuer Begleiter. Er war ihr nahe in der Pflegeausbildung in Stadtlohn und danach in Ramsdorf und Lohne. Seit 1977 setzte Schwester M. Josefa sich als Hausmütterchen ein für die Schwestern in Seppenrade und im Mutterhaus. Sie war eine stille Arbeiterin, wie wir das vom heiligen Josef auch überliefert bekommen haben. Gerne sammelte sie unterschiedliche Texte, die wir an den Feiertagen zur Freude aller vortragen konnten. Leider konnte sie wegen ihrer zunehmenden Schwerhörigkeit oft nicht mehr am Gemeinschaftsleben teilnehmen. Das fiel ihr nicht leicht.
Der gute Kontakt zu ihrer Familie war ihr sehr wichtig. Sie zeigte an deren Leben viel Interesse und begleitete alle mit ihrem Gebet.
Schwester M. Josefa freute sich, dass der neue Bischof von Münster, Heiner Wilmer, aus ihrer Heimat kam, aus Schapen. Seinen Werdegang verfolgte sie mit großem Stolz vom Ordenseintritt bis zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Leider kann sie nicht mehr an seiner Amtseinführung in Münster teilnehmen. Dankbar nehmen wir von Schwester M. Josefa Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Montag, den 20. April 2026 verabschieden wir uns von Schwester M. Josefa im Auferstehungsamt um 14 Uhr in der Mutterhauskirche und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Von Gründonnerstag bis zur Osternacht zelebrierte Prof. Dr. Pater Michael Plattig O.Carm. die Heiligen Messen in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen in Münster und hat einige Gedanken aus seinen Predigten für uns zusammengefasst.
„In diesem Jahr feiern wir am 4. Oktober den 800. Todestag des Hl. Franziskus. Ich möchte deshalb in den Gottesdiensten der Hl. Woche verschiedene Texte aus dem Testament des Heiligen oder der Lebensbeschreibung des Thomas von Celano aufgreifen.
Thomas von Celano schreibt im 163. Kapitel der Lebensbeschreibung im Hinblick auf das Sterben des Hl. Franziskus: „Als deshalb die Brüder bitterlichst weinten und untröstlich klagten, ließ sich der heilige Vater Brot bringen. Er segnete es, brach es und reichte jedem ein Stücklein zum Essen. Er ließ auch das Evangelienbuch bringen und bat, man möge ihm das Evangelium nach Johannes vorlesen von der Stelle an, wo es heißt: “Vor dem Osterfeste usw.“ Er erinnerte sich jenes allerheiligsten Abendmahles, das der Herr mit seinen Jüngern zuletzt feierte. Denn zum ehrenden Andenken daran und zum Erweis, welch innige Liebe er zu seinen Brüdern hatte, tat er dies alles.“
Als Trost für seine Brüder feiert Franziskus ein symbolisches letztes Abendmahl, in dem er das Brot bricht und das Evangelium vom Gründonnerstag verlesen lässt, dass wir eben gehört haben. Damit tritt er in den Leidensweg Christi ein, der mit dem letzten Abendmahl beginnt. Dies hatte nach Celanos Auskunft zwei Gründe, das ehrende Andenken an das Abendmahl Christi und das Zeugnis von der Liebe, die Franziskus zu seinen Brüdern hatte.“
Thomas von Celano macht deutlich, dass Franziskus die Eucharistie als Mahl versteht, aus dem ein Auftrag erwächst, nämlich die Liebe, die sich darin zeigt, weiterzutragen und nach dem Beispiel Christi zu handeln.
Im Testament des Hl. Franziskus findet sich ein Gebet, das zum täglichen Gebet der franziskanischen Tradition wurde: „Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, – auch in allen deinen Kirchen, die in der ganzen Welt sind, – und preisen dich, weil du durch dein heiliges Kreuz die Welt erlöst hast.“
Mitleiden mit dem Gekreuzigten und den Leidenden wird zu einem Grundthema seines Lebens, bis er schließlich die Wundmale Christi als erster an seinem eigenen Leib trägt.
Die Botschaft vom Kreuz ist nicht einfach, aber gerade in unserer Zeit notwendig, damit die Leidenden nicht vertröstet und die Opfer nicht vergessen werden und unsere Welt nicht jede Menschlichkeit verliert.
Wie im Sonnengesang heißt Franziskus den Tod, der allen schrecklich und verhasst ist, als seine Sorrella Morte, die Schwester Tod willkommen. Er sieht ihn als Teil der Schöpfung und gleichzeitig als seine Begleiterin in die neue Wirklichkeit des neuen Himmels und der neuen Erde, in die vollendete Schöpfung Gottes, durch den Tod und die Auferstehung hindurch.
Auch die Liturgie der Osternacht verknüpft die Schöpfung mit der Auferstehungsbotschaft.
Die Schöpfung Gottes ist bei allem lobenswerten und wunderbaren nicht die endgültige Wirklichkeit. Gerade angesichts des gegenwärtigen Zustandes der Welt empfinde ich dies als eine tröstliche Botschaft. Diese Wirklichkeit, geprägt vom egoistischen Machtwillen einiger Nationen und ihrer Führer, deshalb verstrickt in Krieg und Leiden ist nicht das letzte Wort, der Mensch hat nicht das letzte Wort, wir haben es gehört GOTT schuf Himmel und Erde und GOTT behält sich die endgültige Erlösung der Schöpfung vor.
Durch Christi Auferstehung, in die wir durch die Taufe hineingenommen sind, haben wir der Schöpfung etwas voraus. Wenn sie einmal aus Sünde und Tod aufersteht, werden wir Auferstandenen mit ihr Gott verherrlichen.
Auf diesen Zusammenhang deutet das Sterben des heiligen Franziskus hin, dass auf die kosmische, die gesamte Schöpfung umfassende Bedeutung der Auferstehung verweist. Das Lob des Schöpfers im Sonnengesang mündet im Sterben des Heiligen ins Lob des Auferstandenen, ins Lob des ewigen Gottes, wohin ihm die Schöpfung folgen wird.
Personalentscheidung wurde feierlich im Dom verkündet
26. März 2026. Papst Leo XIV. hat den derzeitigen Bischof von Hildesheim, Dr. Heiner Wilmer SCJ, zum neuen Bischof von Münster ernannt. Er wird Nachfolger von Bischof em. Dr. Felix Genn, der am 9. März 2025 in den Ruhestand getreten ist. Die Bekanntgabe im St. Paulus-Dom durch Dompropst Hans-Bernd Köppen erfolgte heute am Hochfest des heiligen Ludgerus, der seit 805 erster Bischof von Münster war. Die Amtseinführung von Bischof Wilmer als 77. Bischof von Münster wird am Sonntag, 21. Juni, am Nachmittag sein.
Wir gratulieren dem neuen Bischof von Münster herzlich zu seiner Wahl und wünschen ihm für seinen Dienst alles Gute und Gottes Segen.
Laut einer Pressemeldung des Bistums Münster wurde Heiner Wilmer am 9. April 1961 in Schapen im Emsland geboren. 1980 trat er in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester ein und legte 1985 die Ewige Profess ab. 1987 wurde er in Freiburg zum Priester geweiht. Im Anschluss studierte er von 1987 bis 1993 im Rom und Freiburg. 1991 wurde er in Freiburg in Fundamentaltheologie promoviert.
Von 1993 bis 2007 war er im Schuldienst tätig, zunächst als Referendar in Meppen und nach dem zweiten Staatsexamen von 1995 bis 1997 als Lehrer für Religion, Geschichte und Politik sowie als Schulseelsorger an der Liebfrauenschule in Vechta. 1997 und 1998 war er Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Fordham Preparatory School (Jesuit High School) in New York (Bronx).
1998 wurde Wilmer Schulleiter des Gymnasiums Leoninum in Handrup. Diese Aufgabe nahm er bis 2007 wahr, ehe er Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester in Bonn wurde. 2015 wurde er Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom. Am 6. April 2018 er-nannte ihn Papst Franziskus zum Bischof von Hildesheim. In der Deutschen Bischofskonferenz ist er seit September 2021 Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Er war von 2019 bis 2024 Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Im Februar dieses Jahres wurde Bischof Wilmer zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.
Bei der Vorstellung des neuen Bischofs von Münster im voll besetzten Dom wurde das Generalat der Franziskanerinnen in Abwesenheit von Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager von Generalrätin Schwester M. Lima Arackal und Schwester M. Laetitia Matsunaga, Mitglied der Japanischen Provinz, vertreten.
Mein Name ist Schwester Mary Peter Hiroko Kizawa. Ich wurde am 24. September 1940 in Tokio geboren. Meine Familie ist seit der Generation meiner Großeltern katholisch. Meine Mutter ist vom Protestantismus konvertiert. Ich habe sechs Geschwister. Der Älteste ist mein älterer Bruder, gefolgt von vier Mädchen, und der Jüngste ist mein jüngerer Bruder. Ich bin die älteste Tochter, geboren nach meinem älteren Bruder. Die Kirche, die wir besuchten, war die katholische Kirche Kita-Urawa, die von Franziskanerpriestern betreut wurde.
Mein Großvater und mein Vater waren beide Ärzte. Durch die Pfarrer wurde mein Vater von Dr. Akizuki ins St. Francis Hospital in Nagasaki eingeladen, wo er Operationen an den Opfern des Atombombenabwurfs sowie an Patienten durchführte, die an Tuberkulose und anderen Lungenerkrankungen litten. Obwohl damals viele Menschen starben, verstarb dank der Operationsmethoden meines Vaters keiner seiner Patienten. Unter den Patienten, die er in Nagasaki behandelte, befanden sich auch Priester. Auch in Tokio gehörten Priester aus der Diözese zu denen, die sich einer Lungenoperation durch meinen Vater unterzogen. Mein Vater hatte zudem eine Verbindung zum St. Francis Hospital.
Nachdem ich die Oberschule abgeschlossen und drei Jahre lang gearbeitet hatte, stellte mich mein Vater dem St. Mary’s Hospital in Himeji vor, und so kam ich nach Himeji. Im Gebet versuchte ich zu erkennen, ob Gott mich zum Eheleben oder zum geweihten Leben berief, und ich spürte, dass Seine Gnade mich sanft zur religiösen Berufung führte. Ab April arbeitete ich im Maria-Krankenhaus als Teil meiner Vorbereitung auf das Ordensleben, und im September wurde ich in die Gemeinschaft aufgenommen. 1967 legte ich meine ersten Gelübde ab.
Nach meiner ersten Profess lebte ich in der Oblatenresidenz in Shikoku, während ich an einer Schule für Physiotherapie studierte. Nach Erhalt meiner staatlichen Qualifikation war ich als Physiotherapeutin im St. Maria-Krankenhaus in Himeji tätig. Ab 1983 wurde ich zur Direktorin des St. Francis-Krankenhauses in Nagasaki ernannt. Später, im Jahr 1992, wurde ich zur Direktorin des St. Maria-Krankenhauses in Himeji ernannt, eine Position, die ich fünf Jahre lang innehatte.
Im dritten Jahr meiner Tätigkeit als Krankenhausdirektorin, am Morgen des 17. Januar 1995, als wir gerade unser Morgengebet beginnen wollten, spürten wir plötzlich ein heftiges Beben. In Kobe, nur eine Autostunde von Himeji entfernt, verursachte das große Hanshin-Awaji-Erdbeben katastrophale Zerstörungen, vernichtete Gebäude und löste in der ganzen Stadt massive Brände aus. Glücklicherweise erlitt das St. Mary’s Hospital keine größeren Schäden. Wir entsandten daher Ärzte, Krankenschwestern und anderes Personal und widmeten uns als gesamte Einrichtung dem Katastrophengebiet, um den Betroffenen nahe zu sein und so viele Leben wie möglich zu retten. Mehr als 6.000 Menschen kamen damals durch das Erdbeben ums Leben.
Unter den Patientinnen und Patienten im St. Mary’s Hospital gab es nicht viele katholische Gläubige, und nur wenige glaubten an das ewige Leben, anstatt den Tod als das Ende zu betrachten. Also begann ich, mich mit Seelsorge zu beschäftigen und Patienten zu besuchen. Durch meine Gespräche mit Patientinnen und Patienten an ihrem Krankenbett, darunter auch solche, die dem Tod gegenüberstanden, wurde ich Zeugin, wie Menschen einen neuen Sinn fanden, und mir wurde bewusst, wie bedeutungsvoll diese Arbeit wirklich ist.
Während ich meine Arbeit in der Seelsorge weiter vertiefte, eröffnete ich 1996 eine Palliativstation (Hospiz). In diesem Jahr feiert sie ihr 30-jähriges Jubiläum. Ich wollte den Patienten helfen zu erkennen, dass Jesus jeden Menschen wertschätzt und dass ihr eigenes Leben zutiefst kostbar ist. Im Vertrauen auf Gott und im Gebet, dem Weg zu folgen, den Jesus uns zeigt, führte ich meine Besuche am Krankenbett durch. Ich begann, meine Patientenbesuche und Gespräche aufzuzeichnen, damit sie mir für meine zukünftige Arbeit als Grundlage dienen konnten. Anschließend arbeitete ich in einem Ausbildungszentrum, das zur Entwicklung und Verbesserung der klinischen Seelsorge beiträgt.
Im Jahr 2022 zog ich vom Kloster in Tokio in das Kloster in Himeji. In der Gemeinschaft unterstütze ich Schwestern mit körperlichen Behinderungen, indem ich ihnen mit ihren Rollstühlen helfe und neben denen gehe, die Schwierigkeiten beim Gehen haben, wobei ich sie manchmal stütze, während wir uns gemeinsam fortbewegen. Ich widme mich auch dem Apostolat des Gebets, insbesondere indem ich auf diejenigen eingehe, die besonders auf Gebete angewiesen sind.
Geboren: 13. Juni 1934 Eintritt: 13. April 1957 Profess: 28. Oktober 1959 Gestorben: 6. März 2026
Nach längerer Krankheit, aber doch unerwartet, rief der Gott des Lebens unsere Mitschwester zu sich, Schwester M. Hildburg, geborene Gertrud Landwehr, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
„Singt dem Herrn alle Völker der Erde, Tag für Tag verkündet sein Heil.“
(Gotteslob Nr. 809)
Gertrud Landwehr kam von Herzebrock im Bistum Paderborn zu den Mauritzer Franziskanerinnen nach Münster. Die Verbindung zu ihrem Heimatbistum und zur Bischofsstadt Paderborn mit dem jährlichen Liborifest ist zeitlebens bei ihr lebendig geblieben. Den DOM, die Paderborner Kirchenzeitung, las sie regelmäßig.
Bei der Einkleidung erhielt die junge Frau den Namen Schwester M. Hildburg. Wie alle Schwestern absolvierte sie die Krankenpflegeausbildung und arbeitete in diesem Beruf bis 1993 in Neuenkirchen bei Rheine, in Löningen und Bremen. Schwester M. Hildburg hatte darüber hinaus viele Fähigkeiten, die sie einbrachte in Telgte und im Mutterhaus in Münster.
Sie war eine sehr gute und exakte Näherin und hat mit viel Ideenreichtum und Präzision für die Schwestern genäht. Die ersten Mundschutztücher wurden zu Beginn der Coronazeit von ihr für das Mutterhaus hergestellt, bevor wir die genormten Masken bekamen. Mit ihrer schönen und klaren Stimme hat Schwester M. Hildburg über viel Jahre in den Konventen die Liturgie, besonders das Stundengebet, gestaltet und so „Tag für Tag das Heil Gottes verkündet“, wie es im Lied besungen wird. Als Malerin von Naturbildern war sie eine echte Künstlerin. Ihre Bilder wurden gerne gerahmt und aufgehängt. Schwester M. Hildburg hatte in der Schule noch die altdeutsche Sütterlinschrift gelernt. Deshalb war sie immer sehr gefragt, wenn es galt, alte Brief zu entziffern und ins Hochdeutsche zu übertragen. Auch für unser Archiv hat sie viele alte Dokumente bearbeitet, so dass sie uns heute zugängig sind. Dadurch wird Schwester M. Hildburg weiter unter uns lebendig bleiben.
Seit 2023 war sie Bewohnerin des St. Franziskus-Hauses in Nordwalde, wo sie, liebevoll umsorgt, ihr langes Leben an Gott zurückgab. Dankbar nehmen wir von Schwester M. Hildburg Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr geschwisterlich verbunden.
Am Dienstag, den 10. März 2026 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Hildburg und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird. Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 31. August 1930 Eintritt: 28. Januar 1955 Profess: 28. Oktober 1957 Gestorben: 5. März 2026
95 Jahre lang hat sie Gott den Herrn gelobt und ihm in großer Freude gedient. Dann rief der Herr des Himmels unsere Mitschwester zu sich, Schwester M. Doloris, geborene Maria Jaske, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
„Lobet und preiset meinen Herrnund dienet ihm in großer Freude!“
(Sonnengesang des hl. Franziskus)
Maria Jaske kam aus Brögbern bei Lingen ins Mutterhaus nach Münster. Sie folgte ihrer älteren Schwester, unserer Schwester M. Angelista, ins Kloster und wurde Schwester M. Doloris.
Nach dem Krankenpflegeexamen 1958 war sie einige Jahre im damaligen Krankenhaus in Waldniel eingesetzt. Die meisten von uns kennen sie als Stationsschwester der ehemaligen chirurgischen Schwesternstation oder der Schwesternpflege unten. Hier hat sie von 1973 – 1997 viele Mitschwestern gepflegt und liebevoll betreut und die Novizinnen und junge Schwestern in den schönen Beruf der Krankenpflege eingeführt. Danach kam sie ins St. Anna-Stift nach Kroge, um die älteren Mitschwestern zu pflegen und viele bis in die Sterbestunde zu begleiten. Fast ihr ganzes Ordensleben diente sie den kranken und pflegebedürftigen Mitschwestern. Dafür gebührt ihr unser großer Dank und unsere Hochachtung.
Schwester M. Doloris war eine handfeste und pragmatische Schwester, der keine Arbeit zu viel und kein Weg zu lang war, wenn es darum ging, für die Mitschwestern zu sorgen.
In den letzten Jahren, als ihre Kräfte weniger wurden, haben die Schwestern und die Mitarbeitenden in Kroge sie genauso liebevoll umsorgt, wie sie es früher mit den Mitschwestern getan hat. So durfte sie nun im Beisein der Mitschwestern dort ihr langes Leben zurückgeben an Gott. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie wollen wir Schwester M. Doloris unseren Dank erweisen und für sie beten. So bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Wir feiern das Auferstehungsamt für Schwester M. Doloris am Montag, den 9. März 2026 um 14.30 Uhr in der Klosterkirche in Kroge. Anschließend begleiten wir sie zu ihrer letzten Ruhestätte auf dem Kroger Waldfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen austauschen beim gemeinsamen Kaffeetrinken.
Geboren: 19. Juni 1930 Eintritt: 27. Januar 1951 Profess: 28. Oktober 1953 Gestorben: 20. Februar 2026
Nach einem langen und erfüllten Leben rief der gute und barmherzige Gott unsere Mitschwester zu sich, Schwester M. Isfrieda, geborene Frieda Keuter, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
„Nun lässt Du Herr, deine Dienerin in Frieden scheiden,denn meine Augen haben das Heil gesehen.“
(Aus dem Abendgebet der Kirche)
Das Johannesevangelium berichtet: „Als es Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.“ Da hat er auch unsere Mitschwester im St. Franziskus-Haus empfangen und mit zu sich in den Himmel genommen. Seit 2014 lebte sie als Seniorin in Nordwalde. Still ging sie ihren Weg, auch wenn das Atmen zunehmend schwerer und der Weg beschwerlicher wurde. Bis vor einer Woche konnte sie noch in die Kapelle gehen und an den Mahlzeiten im Refektorium teilnehmen.
Schwester M. Isfrieda kam aus Lingen in die Ordensgemeinschaft, wurde Krankenschwester und hat sich in Friesoythe, Bottrop und Hückeswagen in der Pflege eingesetzt. Danach sah man sie an der Pforte in Gelsenkirchen-Horst, in Damme und Vreden, wo sie die Gäste und Besucher empfing. In Wilhelmshaven versorgte sie die Bücherei und übernahm den Dienst in der Klausur, bis der Konvent aufgelöst werden musste.
Wir haben Schwester M. Isfrieda als bescheidene, liebenswerte und unaufgeregte Mitschwester erlebt, die treu ihren Weg als große Beterin ging. Bis zuletzt hatte sie eine gute Verbindung zu ihrer Familie, die in ihren Gedanken immer präsent war. Dankbar nehmen wir von Schwester M. Isfrieda Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Geboren: 24. August 1940 Eintritt: 4. Februar 1961 Profess: 28. Oktober 1963 Gestorben: 19. Februar 2026
Für uns alle plötzlich und unerwartet rief Gott der Herr, in dessen Dienst sie ihr Leben vor 63 Jahren gestellt hatte, unsere Mitschwester zu sich, Schwester M. Seraphinis, geborene Anna Hoffterheide, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
„Mein Gott und mein Alles.“
(Franz von Assisi)
Schwester M. Seraphinis wurde in Kirchhellen geboren, wo sie auch die Mauritzer Franziskanerinnen kennenlernte. Nach der allgemeinbildenden Schule und der Haushaltungsschule arbeitete die junge Frau bei den Schwestern im dortigen Krankenhaus bis zu ihrem Eintritt ins Kloster in Münster.
Wie alle Ordensschwestern absolvierte Schwester M. Seraphinis die Krankenpflegeausbildung und später ein Jahresseminar für leitende Schwestern in Köln-Hohenlind. Von 1966 – 1977 arbeitete sie als Krankenschwester im St. Franziskus-Hospital in Münster, in Cloppenburg und in Lingen. Danach wurde Schwester M. Seraphinis Pflegedienstleiterin im St. Joseph-Stift in Bremen und später zusätzlich die Konventsoberin. Ihre große fachliche Expertise und ihre berufliche Erfahrung konnte sie zusätzlich von 1998 – 2004 in den damaligen Aufsichtsrat der Hospitalgesellschaften der Mauritzer Franziskanerinnen einbringen. Ihre Offenheit, ihre positive Art, auf alle Menschen zuzugehen, und ihre gradlinige Haltung, die aus ihrem christlichen Glauben erwachsen sind, prägten ihren Dienst als Franziskanerin.
2008 erhielt Schwester M. Seraphinis noch einmal eine große Aufgabe innerhalb des Ordens. Sie wurde die Oberin im St. Anna-Stift in Lohne Kroge. Das Amt hat sie bis zu ihrem Tod ausgefüllt und sich liebevoll um die älteren und pflegebedürftigen Mitschwestern gekümmert. In diese Zeit fiel auch die Übergabe des Ordensaltenheimes in die Trägerschaft der Familien Zerhusen, Blömer und Bertels. Diese große Umstrukturierung hat sie aktiv mitgestaltet und immer positiv mitgetragen.
Schwester M. Seraphinis Wahlspruch lautete: „Gib dem Haus eine Seele und derSeele ein Haus.“ Das haben viele Menschen positiv erfahren und so wird sie uns in guter Erinnerung bleiben. Dankbar nehmen wir von ihr Abschied.
Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Wir feiern das Auferstehungsamt für Schwester M. Seraphinis am Donnerstag, 26. Februar 2026, um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche in Münster. Anschließend begleiten wir sie zu ihrer letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen austauschen beim gemeinsamen Kaffeetrinken.
Schwester M. Johncy Kurisunkal für zweite Amtszeit gewählt
Am Samstag, 31. Januar 2026, wurde im vierten Provinzkapitel der Indischen Provinz die neue Provinzleitung für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt. Provinzoberin Schwester M. Johncy Kurisunkal wurde in ihrem Amt bestätigt. Wir gratulieren Schwester M. Johncy herzlich und danken ihr, dass sie das Amt der Provinzoberin und die Verantwortung für die Provinz für die kommenden vier Jahre erneut übernommen hat.
Die neue Provinzleitung der Indischen Provinz, v.l.n.r.: Provinzoberin Schwester M. Johncy, Provinzvikarin Schwester M. Riji und die Provinzrätinnen Schwester M. Stella und Schwester M. Renita
Die Schwestern des Provinzrats der neu gewählten Leitung sind Provinzvikarin Schwester M. Riji Kannampuzha und die Provinzrätinnen Schwester M. Stella Madathil und Schwester M. Renita Thenakarayil. Schwester M. Riji und Schwester M. Stella wurden für eine erste Amtszeit gewählt. Schwester M. Renita wurde für eine zweite Amtszeit gewählt und war bereits in der vergangenen Amtszeit Provinzvikarin. Die festgelegte Anzahl der Mitglieder der Provinzleitung beim Provinzkapitel der indischen Provinz beträgt vier Schwestern.
Im Namen aller Schwestern der Kongregation gratuliert Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager dem neue gewählten Leitungsteam der Indischen Provinz
Wir danken insbesondere den neu gewählten Schwestern dafür, dass sie in dieser außergewöhnlichen Zeit in der Kirche und unserer Welt „Ja“ gesagt und den Dienst in der Provinzleitung angenommen haben. Schwester M. Tessy und Schwester M. Mercy, den ehemaligen Provinzrätinnen, sprechen wir unseren aufrichtigen Dank für ihren treuen und hingebungsvollen Dienst in der Provinzleitung der Indischen Provinz während der vergangenen vier Jahre aus. Möge Gott sie reichlich für ihren engagierten Dienst belohnen.
Das „Ordentliche Provinzsach- und Wahlkapitel“ der Indischen Provinz unserer internationalen Kongregation mit dem Thema „Eph‘ phatha – Öffne dich“ wurde am 23. Januar 2026 feierlich in Raipur eröffnet. Historisch gesehen ist es das achte Kapitel und das vierte Provinzkapitel der Indischen Provinz, seit die indische Region 2013 den Status einer Provinz erhielt.
Ich wurde 1944 in Pokój bei Oppeln geboren. Ehrlich gesagt verdanke ich meine religiöse Berufung zum Teil meinen geliebten Eltern. Bei ihrer Hochzeit versprachen sie einander, so viele Kinder anzunehmen, wie Gott ihnen schenken würde, und dass eines von ihnen Priester werden könne (falls es ein Sohn würde) oder Ordensschwester (falls es eine Tochter würde). Gott hat wirklich Sinn für Humor! Wir entschieden uns beide für das Ordensleben!
Ich trat der Kongregation der Krankenschwestern vom Regulierten dritten Orden des hl. Franziskus bei, und meine jüngere Schwester Elżbieta schloss sich der Kongregation der Töchter des Erlösers in Deutschland an. Wir sind beide Krankenschwestern.
Bei meiner Ersten Heiligen Kommunion versprach ich dem Herrn Jesus, täglich an der Eucharistie teilzunehmen und Ihn in mein Herz aufzunehmen. Es war ein Versprechen eines kleinen Mädchens, aber ich habe es wirklich gehalten.
Als ich 16 Jahre alt war, sagte ich meinen Eltern, dass ich in ein Kloster eintreten möchte. Ich wollte eine Schwester sein wie unsere Franziskanerinnen hier aus meinem Heimatort, die im Krankenhaus arbeiten. Mein Vater meinte, es wäre gut, wenn ich eine Zeit lang mit ihnen arbeiten und dieses Leben kennenlernen würde, da ich noch zu jung sei, um eine so wichtige Entscheidung zu treffen.
Ich hörte auf ihn und ging mit Schwester Camiliana (der Leiterin des Konvents in Pokój) nach Ołdrzychowice. Dort konnte ich frei mit der Provinzoberin, Mutter Ludwiga, sprechen. Ich arbeitete weniger als ein Jahr mit den Schwestern in Ołdrzychowice, beobachtete ihr Leben, und mein Wunsch, eine von ihnen zu werden, wuchs immer mehr.
Am 6. Januar 1961 wurde ich mit der Erlaubnis der Generaloberin in die Kongregation aufgenommen, da ich erst 17 Jahre alt war. So begann mein Ordensleben – und es dauert bis heute an.
In der Zwischenzeit absolvierte ich eine zweijährige medizinische Ausbildung, und ein weiterer Traum von mir ging in Erfüllung: die Arbeit mit Kindern mit besonderen Bedürfnissen.
Heute begehe ich das 60-jährige Jubiläum meiner Ordensgelübde, und ich bin genauso glücklich wie an dem Tag, an dem ich in den Orden eingetreten bin. Ich habe nur einen Wunsch: dass eines Tages bei meiner Begräbnismesse das Lied gesungen wird: „Meine Mutter, mein Orden …“
Geboren: 8. April 1921 Eintritt: 8. September 1944 Profess: 24. September 1947 Gestorben:21. Januar 2026
Im Kanonischen Haus in Springfield/ USA verstarb unsere Mitschwester Schwester Pacis Bao, OSF, Krankenschwester vom Regulierten dritten Orden des hl. Franziskus.
Denn ich, ich kenne die Gedanken, die ich für euch denke.
Jer 29, 11
Unsere Schwester Pacis Bao, OSF (104), die letzte der 35 chinesischen Schwestern und 26 amerikanischen Missionarinnen, die in China tätig waren, verstarb am Mittwoch, dem 21. Januar 2026, um 6:25 Uhr im HSHS St. John’s Hospital.
Obwohl ihre frühen Jahre von Verlusten geprägt waren, entschied sie sich, auf Gott zu vertrauen, auch wenn die Welt ihr allen Grund gegeben hatte, sich abzuwenden. Auch als sie mit weiteren Enttäuschungen konfrontiert wurde, blieb sie standfest. Gott wurde ihre Zuflucht und ihre Stärke. Passenderweise war ihr Name lateinisch für „Frieden“ und wurde ihr am 17. Oktober 1945 gegeben, zu der Zeit, als in China das Doppelzehnten-Abkommen unterzeichnet wurde. Frieden war mehr als nur ihr Name. Ihr Frieden wurde in ihrer Trauer geschmiedet und durch den Glauben aufrechterhalten. Mit ihren pflegenden Händen heilte sie viele Körper, und mit ihrem Da-Sein viele Herzen.
Ihr außergewöhnlichstes Glaubenszeugnis zeigte sich in ihrer Fähigkeit zu vergeben. Im Jahr 2000 vergab sie durch Gnade und Gebet denen, die ihrer Familie Unverzeihliches angetan hatten. Ihre Vergebung war ein Beweis dafür, dass die Liebe den Hass überwinden kann. Sie zeigte uns, dass Heiligkeit still lebt und sich in Ausdauer ausdrückt. Sie war eine Zeugin, die durch ihre Verehrung der Heiligen Jungfrau Maria Wunder vollbrachte.
Schwester Pacis, geborene Catherine (Bao Yuan Ying), wurde am 8. April 1921 in Fei Cheng Bao-kiatang-tze, Shan-Tung, China, als Tochter von Bao Tsing Ben und Bao Chang Shih geboren. In den folgenden Jahren zogen ihre Eltern mit ihr weiter weg von ihrem Zuhause, um sie zu schützen. 1932 wurde sie in eine Schule in Jinan, China, eingeschrieben, und Schwester Clementia Dasenbrock, Oberin des St. Joseph’s Hospital in Jinan, besuchte sie, um mit ihr über das religiöse Leben und das Krankenhaus zu sprechen. Sechs Jahre später nahm Peter, einer der Brüder von Schwester Pacis, sie mit zu seinen Freunden im St. Joseph’s Hospital, wo sie von Schwester Clementia und Schwester Elise Waletzko willkommen geheißen wurde. Schwester Pacis setzte ihre Ausbildung fort, während sie im St. Joseph’s Hospital lebte und arbeitete, und der Heilige Geist führte sie zu ihrer Berufung. Am 8. September 1944 trat sie in die Ordensgemeinschaft ein und legte am 24. September 1947 ihre ersten Gelübde ab. Am 12. Mai 1948 reiste sie mit mehreren anderen Mauritzer Franziskanerinnen, die in Jinan tätig waren, mit der „SS General Meigs“ nach San Francisco, Kalifornien, und kam am 5. Juni 1948 in Springfield an. Sie setzte ihre Ausbildung fort, schloss 1963 die St. John’s Hospital Krankenpflegeschule ab und arbeitete dann im St. John’s Hospital und im St. Vincent Hospital tätig war. Am 8. August 1968 begann sie zusammen mit vier anderen chinesischen Schwestern in der Star of the Sea Clinic in Kaohsiung, Taiwan, Kranke zu pflegen. Schwester Pacis war dort bis August 2002 tätig, dann kehrte sie nach Springfield zurück.
Außer ihren Eltern starben vor ihr auch ihre beiden Schwestern und vier Brüder sowie deren Familien. Sie hinterlässt zwei Großneffen und deren Familien in China.
Die Totenwache findet am Donnerstag, dem 22. Januar 2026, von 16 bis 19 Uhr im St. Francis Convent statt, mit einer Trauerfeier um 18 Uhr.
Das Requiem wird am Freitag, dem 23. Januar 2026, um 11 Uhr in der St. Clare of Assisi Adoration Chapel von Pater Joseph Jiang zelebriert, einem Verwandten von Schwester Peter Damian Chiang, OSF. Die Beisetzung findet auf dem Crucifixion Hill Cemetery beim St. Francis Convent statt.
Mögen wir ihr Andenken ehren, indem wir den Glauben über die Angst, das Mitgefühl über den Groll und den Frieden über den Hass stellen. Möge ihr Beispiel uns daran erinnern, dass eine in Gott verankerte Seele selbst in den dunkelsten Tagen gedeihen kann.
Geboren: 15. Juni 1942 Eintritt: 5. September 1965 Profess: 22. August 1968 Gestorben: 8. Januar 2026
Im Kanonischen Haus in Springfield/ USA verstarb unsere Mitschwester Schwester Sherrey Murphy, OSF, Krankenschwester vom Regulierten dritten Orden des hl. Franziskus.
Dränge mich nicht, dich zu verlassen und umzukehren! Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott.
Ruth 1,16
Am frühen Morgen des 8. Januars 2026, um 8:20 Uhr Ortszeit, wurde unsere liebe Schwester Sherrey Murphy unerwartet zu Gott heimgerufen; mehrere Schwestern und Mitarbeiterinnen waren an ihrer Seite.
Diese Tochter einer zu 100 Prozent irischen Familie war eine Schwester des Glaubens, des Mitgefühls, des Mutes und des Humors. Sie lebte ihr Leben im Zeichen des Dienens, der Demut und der Liebe. Dieses junge Mädchen aus Süd Dakota wurde von 1994 bis 2018 zu einer Weltreisenden im Dienst der Schwestern ihrer internationalen Kongregation. Wo immer sie auch war, verkörperte sie den franziskanischen Geist – sie hörte aufmerksam zu, leitete sanft und setzte sich unermüdlich mit unerschütterlichem Vertrauen in Gottes Vorsehung ein. Das Leben von Schwester Sherrey war ein Zeugnis des Segens einer erfüllt gelebten Berufung. Sie begleitete unzählige Schwestern und stärkte das Apostolat, den Dienst der Schwestern in Deutschland, Polen, den USA, Japan und Indien. Ihre globale Vision überschattete nie ihre Herzensgüte. Sie blieb jeder Schwester gegenüber aufmerksam und glaubte, dass jeder Mensch, dem sie begegnete, ein Geschenk war.
Ob als Krankenschwester, in Leitungspositionen, als Generalrätin oder als 10. Generaloberin der Kongregation: Sie war im Gebet verwurzelt, ließ sich vom Geist der Unterscheidung leiten und zeichnete sich durch Demut aus. In der Leitung suchte sie nicht den eigenen Ruhm, sondern sie leitete die Gemeinschaft im Gehorsam gegenüber dem Ruf der Kirche und zum Wohl der Kongregation. Sie bildete Generationen von Schwestern aus und ermutigte sie, indem sie sie daran erinnerte, dass das religiöse Leben in erster Linie eine Antwort auf die Liebe Gottes ist.
Schwester Sherrey (83) wurde am 15. Juni 1942 in Mitchell, South Dakota, als Tochter von Francis A. und Eileen A. (Dunn) Murphy geboren. Am 5. September 1965 trat sie in den Orden der Krankenschwestern des hl. Franziskus ein und legte am 22. August 1968 ihre ersten Gelübde ab. Das religiöse Leben von Schwester Sherrey umfasste eine Vielzahl von Aufgaben. Vor allem diente sie 24 Jahre lang der internationalen Kongregation und lebte in dieser Zeit in Deutschland, in Münster. Von 2006 bis 2018 war Schwester Sherrey Generaloberin und von 1994 bis 2006 Generalrätin. Zuvor war sie im St. Francis Convent in Springfield für Verwaltung, Berufungen und Ausbildung zuständig und übernahm Aufgaben in der Krankenpflege und der Verwaltung im St. Vincent Hospital (Green Bay, Wisconsin), im St. John’s Hospital (Springfield, Illinois) und im St. Mary’s Hospital (Decatur, Illinois).
Schwester Sherrey schloss 1963 ihr Studium an der St. Joseph Mercy School of Nursing in Sioux City, Iowa, ab. 1970 erwarb sie einen Bachelor-Abschluss in Krankenpflege am Marillac College und 1988 einen Master-Abschluss in Verwaltung an der University of Notre Dame.
Neben ihren Eltern starb auch ihr Bruder James Murphy vor ihr. Sie hinterlässt ihre Schwestern Colleen Moerke und Peggy Fischer, ihre Brüder Patrick, Michael und Daniel sowie mehrere Nichten, Neffen, Großnichten und Großneffen. Die Verabschiedung findet am Sonntag, dem 11. Januar 2026, von 16 bis 19 Uhr im St. Francis Convent in Springfield statt. Die Eucharistiefeier und die christliche Begräbniszeremonie werden am Montag, 12. Januar 2026, von Pater Richard Chiola, SJ, in der St.-Klara-von-Assisi-Anbetungskapelle im St. Francis Convent gehalten; die Beisetzung findet auf dem Crucifixion-Hill-Friedhof statt.
Das Leben von Schwester Sherrey geht weiter in der ewigen Umarmung Gottes, dem sie so treu gedient hat. Möge sie in Frieden ruhen und uns alle, die wir dem franziskanischen Weg des Dienens, des Mitgefühls und der Liebe folgen möchten, mit ihrem Beispiel weiterhin leiten und inspirieren, und mögen ihre irischen Augen uns immer mit einem freundlichen Lächeln begleiten.
Generalrätin Schwester M. Teresa Wawrowicz, Mitglied der Polnischen Provinz, verbrachte Weihnachten und Silvester bei Schwester M. Weronika Jerzewska in Kamyschenka. Ein Bericht aus der polnischen Mission unserer Ordensgemeinschaft in Kasachstan.
Die Mission in Kasachstan wurde im Jahr 2009 eröffnet und nahm ihre Arbeit in Schtschutschinsk auf. Eine Zeit lang wirkten dort vier unserer Schwestern: Sr. M. Benita, Sr. M. Weronika, Sr. M. Rufina und Sr. M. Arturis. Ihre Präsenz war ein wahres Geschenk für die Menschen in Kasachstan. Mit hohem Engagement und großer Herzensgüte teilten sie den Alltag der Menschen und brachten ihnen Hilfe und das Zeugnis des Glaubens. Ihr Dienst war geprägt von vielen Mühen, Opfern und Herausforderungen, die sie in Liebe und Treue zu ihrer Berufung annahmen. Dafür sind wir von Herzen dankbar.
Im Jahr 2017 errichtete die Polnische Provinz eine zweite Mission in Kamyschenka; die Mission in Schtschutschinsk wurde 2020 geschlossen. Sr. M. Arturis kehrte als Erste nach Polen zurück, gefolgt von Sr. M. Rufina. Leider musste auch Sr. M. Benita krankheitsbedingt nach Polen zurückkehren. Nur Sr. M. Weronika blieb in Kasachstan und verharrt bis heute treu in der ihr anvertrauten Mission.
Damit sie nicht ganz allein ist, sorgten sich die Schwestern der Polnischen Provinz um sie und schickten konkrete Unterstützung. Einige von ihnen erklärten sich bereit, sie zu besuchen und einige Zeit bei ihr zu verbringen, ihren Alltag zu teilen und sie durch ihr Dasein zu stärken. Auch die Schwestern des Generalats begleiten Sr. M. Weronika kontinuierlich durch ihre Nähe, ihr Interesse und verantwortungsvolle Sorge für die Mission. Unsere Aufgabe ist es, für unsere Schwestern da zu sein; deshalb fragte mich Sr. M. Margarete, ob ich bereit sei, nach Kasachstan zu gehen.
Es hätte kaum eine bessere Zeit geben können, um gemeinsam unterwegs zu sein, als die Weihnachtszeit. So machte ich mich am 15. Dezember 2025 über Warschau auf den Weg nach Kasachstan und kam am Morgen des 16. Dezember in Astana an. Am Flughafen warteten bereits Sr. M. Weronika und Pater Tomasz auf mich. Nicht nur ihre Umarmungen waren herzlich – sie hatten auch eine Thermoskanne mit heißem Kaffee und leckere Sandwiches mitgebracht. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie schwierig die Wetterbedingungen aufgrund starken Schneefalls und heftiger Winde waren und dass viele Straßen bereits gesperrt waren. Bis zu unserem Ziel lagen noch etwa zwei Stunden Fahrt vor uns. So erlebte ich zum ersten Mal die Straßen in Kasachstan. Zunächst war die Sicht vergleichbar mit einem Flug durch Wolken. Ich dachte, schlimmer könne es kaum noch werden. Doch am Ende führte die Fahrt über ein zugefrorenes Flussbett, durch die Steppe und über festgefahrenen Schnee voller Spurrillen und Schneeverwehungen. Ich fühlte mich ein wenig wie bei einer Offroad-Rallye.
Generalrätin Schwester M. Teresa Wawrovicz besuchte zum Jahreswechsel das frostige Kasachstan
Als wir im Konvent ankamen, feierten wir die Hl. Messe. Anschließend lud Sr. M. Weronika zum Mittagessen ein. Die folgenden Tage wurden immer intensiver. Die Vorbereitungen auf Weihnachten waren in vollem Gange: Die Kirche wurde geschmückt, Altartücher für alle Kapellen gebügelt, das Krippenspiel mit den Kindern geprobt und der Konvent vorbereitet. Außerdem besuchten wir alle Kranken. Das nahm viel Zeit in Anspruch, da zur Pfarrei auch sechs Dörfer gehören, die viele Kilometer voneinander entfernt liegen. Wir besuchen diese Orte regelmäßig, weil die Menschen sich danach sehnen, an der Eucharistie teilzunehmen.
Schwester M. WeronikaSchwester M. Teresa
Die Menschen hier sind sehr gläubig und wirklich bemerkenswert. Ihre Gastfreundschaft, Offenheit und Großzügigkeit haben mich tief berührt. Manche brachten selbstgemachte Vorräte oder Gebäck mit, und eine Frau schenkte uns sogar eine gebratene Ente. Außerdem zeichnen sich die Menschen, die hier leben, durch ihre außergewöhnliche Widerstandskraft angesichts der Härten des Lebens aus. Die Lebensbedingungen sind sehr schwierig. Allein die extremen Temperaturen stellen eine große Herausforderung dar: Im Winter herrscht strenger Frost, im Sommer kann es unglaublich heiß werden. Die Menschen haben gelernt, diese Bedingungen zu ertragen, und ich konnte sehen, wie die Bauern bei -25 °C auf den Feldern arbeiteten.
Auch die missionarische Arbeit hier erfordert außergewöhnliche Ausdauer. Ich bin voller Bewunderung für den Dienst von Pater Tomasz und Sr. M. Weronika, die oft den ganzen Tag brauchen, um die entfernt wohnenden Menschen zu erreichen und ihnen die Begegnung mit Christus in der Eucharistie zu ermöglichen. Für mich persönlich ist die hier verbrachte Zeit ein wunderbares Geschenk. Sie erlaubt mir, intensiv auf den Sinn unseres Charismas zu schauen, die heilende Gegenwart Christi zu den Menschen zu bringen. Ich habe hier einen Moment innegehalten, um zu schauen, zu hören, nachzudenken und tiefer in das Geheimnis unserer franziskanischen Lebensweise einzutauchen.
Brief von Schwester M. Margarete Ulager, Generaloberin der Kongregation der Krankenschwestern vom Regulierten dritten Orden des Hl. Franziskus
Münster,8. Januar 2026.
Liebe Schwestern, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde!
Heute, am 8. Januar 2026, erhielten wir die traurige Nachricht von Schwester Maureen O’Connor, Oberin des U.S. Kanonischen Hauses, dass unsere liebe Schwester Sherrey Murphy, OSF, um 8:20 Uhr amerikanischer Zeit plötzlich und unerwartet verstorben ist.
Erst vor zwei Monaten, Anfang November, trafen wir Schwester Sherrey bei guter Gesundheit während der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Jubiläum der Präsenz unserer Schwestern in den USA, wie oben auf dem Foto aller Oberinnen unserer internationalen Kongregation zu sehen ist.
Mit schwerem Herzen und tiefer Trauer nehmen wir heute Abschied von Schwester Sherrey Murphy, OSF, unserer ehemaligen Generaloberin.
Schwester Sherrey verbrachte 24 Jahre in Deutschland, davon 12 Jahre als Generalrätin und 12 Jahre als Generaloberin. Wir sind zutiefst dankbar für die Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben, und für alles, was sie in ihrem Leben und als Generaloberin unserer Kongregation geleistet hat – für jede einzelne Schwester, für unsere internationale Kongregation und weit darüber hinaus. Möge Gott sie für all ihre Güte belohnen. Jetzt, verborgen im Geheimnis der Ewigkeit und nahe bei Gott, ist sie sicherlich eine große Fürsprecherin für uns.
Wir sprechen Schwester Sherreys Familie, Schwester Maureen O’Connor, der Oberin, allen Schwestern und Mitarbeitenden des U.S. Kanonischen Hauses unser herzliches und tiefes Beileid aus. Wir sind sicher, dass Christus, unser Herr, am Ufer ihres Lebens stand, als Schwester Sherrey sich auf ihre letzte Reise begab. Dort hat er sie sicherlich mit weit geöffneten Armen empfangen. Möge Schwester M. Sherrey in Frieden ruhen!
In Liebe und tiefster Dankbarkeit
Schwester M. Rita, Schwester M. Lima, Schwester M. Hiltrud, Schwester M. Teresa, Schwester M. Beata, Schwester Christa Maria, Schwester M. Laetitia, Pater Michael Plattig, alle Mitarbeitenden des Generalats, Hildegard Benölken (Schwester Sherreys langjährige Sekretärin) und
Schwester M. Margarete Ulager Generaloberin der Kongregation der Krankenschwestern vom Regulierten dritten Orden des Hl. Franziskus
In Erinnerung an Schwester Sherrey Murphy, OSF (1942 – 2026), Generaloberin der Kongregation der Krankenschwestern vom Regulierten dritten Orden des Hl. Franziskus von 2006 – 2018.
Mauritzer Franziskanerinnen und „Wolltäterinnen“ übergeben Spende
Münster,07.01.2026. Vom 21. bis 23. November 2025 fand wieder der beliebte Benefiz-Weihnachtsbasar im Foyer des St. Franziskus-Hospitals statt – ein gemeinsames Projekt der Mauritzer Franziskanerinnen und der Mitarbeitenden-Kreativgruppe des St. Franziskus-Hospitals, die „Wolltäterinnen“. Mit Klassikern wie handgestrickten Socken, wärmenden Mützen und Schals und weihnachtlicher Deko nahmen die Handarbeiterinnen eine Summe von 7600 Euro ein. Im Dezember übergaben sie das Geld als Spende an das im St. Franziskus-Hospital angesiedelte Programm „Babylotsen“ und die Kinderklinik des Hauses.
Neben der Babylotsin Hjördis Bayer bedankten sich auch Dr. Meike Franssen, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und der Kaufmännische Direktor des Hospitals Dr. David Lewers bei den Organisatorinnen des Basars. „Wir freuen uns sehr über diese tolle Spende, die uns dabei hilft, Kinder und ihre Mütter und Familien in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen und ihren Weg auch nach dem Krankenhausaufenthalt positiv beeinflussen zu können,“ sagte Dr. Lewers. (Presse-Information des St. Franziskus-Hospitals)
Weitere Informationen zu unseren Schwestern, die jedes Jahr zu diesem Basar beitragen, finden Sie hier.
Geboren: 8. Juni 1934 Eintritt: 30. Januar 1959 Profess: 28. Oktober 1961 Gestorben: 4. Januar 2026
Der hl. Josef, ihr Namenspatron und der Patron der Sterbenden, begleitete auf ihrem Weg in die ewige Heimat im Himmel Schwester unsere Mitschwester Josefa Maria, geborene Josefa Meyer, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
Heiliger Josef, wir preisen dich, denn Gott hat dich erwählt zum Pflegevater seines Sohnes.
(Gebet aus der Klostertradition)
Schwester Josefa Maria, die bei der Einkleidung den Namen Schwester Dalmatia erhalten hatte, wechselte ihn später und nahm ihren Taufnamen wieder an. Der hl. Josef hat ihr Leben begleitet. Ihm vertraute sie sich gerne an und betete zu ihm.
Schwester Josefa Maria wurde in Emstek geboren und trat bei den Mauritzer Franziskanerinnen ein, die sie im Cloppenburger Krankenhaus kennengelernt hatte. Bei Schwester M. Landeline lernte sie „das Kochen und alles, was sie für ihr Leben brauchte“. So steht es in ihrem Zeugnis.
Nach dem Noviziat absolvierte sie die Krankenpflegeausbildung im St. Franziskus-Hospital in Münster und arbeitete danach auf der Frauenstation in Harsewinkel und Horstmar. Später trafen wir sie in dem „Kaffeestübchen auf dem Exerzitienflur des Mutterhauses an und von 2003 – 2013 in der Mutterhausbibliothek. Danach übernahm sie noch kleine Dienste im St. Heriburg-Haus, blieb aber im Mutterhaus wohnen. 2021 wechselte sie als Bewohnerin ins St. Heriburg-Haus und lebte in der letzten Zeit in der Klara-Station für demenziell erkrankte Schwestern. Dort hat sie sich am vierten Abend des neuen Jahres 2026 auf den Weg zu Gott gemacht, liebevoll umsorgt von den Mitschwestern und den Mitarbeiterinnen.
Dankbar nehmen wir von Schwester Josefa Maria Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden. Unser Mitgefühl gilt Schwester M. Ursula, die sie noch am Tag vor ihrem Tod besuchen konnte.
Am Donnerstag, den 8. Januar 2026, verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester Josefa Maria und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Mein Name ist Schwester Marianna Shiraki. Ich wurde 1941 in eine strenggläubige buddhistische Familie hineingeboren. Die ersten Begegnungen mit Christen, an die ich mich erinnere, hatte ich im Alter von etwa acht oder neun Jahren, vielleicht etwas früher. Damals beobachtete ich im Bahnhof in Tatebayashi, etwa 80 Kilometer nördlich von Tokyo, wie sich ein Mann und eine Frau auf der anderen Seite des Bahnsteigs unterhielten. Diese Frau trug ein großes silbernes Kreuz an einer Kette um den Hals. Als ich das sah, verspürte ich ein unbeschreibliches Gefühl, das mich zum Weinen brachte, aber auch mein Herz vor Freude höher schlagen ließ.
Als ich in den höheren Klassen der Grundschule war, sah ich auch einmal zwei Ordensschwestern und einige Kinder, die an einem heißen Tag einen Ausflug machten. Die Schwestern waren verschwitzt, ihre Wangen waren heiß und rosa, sie trugen schwarze Ordenstrachten und große schwarze Schleier. Die beiden unterhielten sich ernsthaft, und ihr Lächeln machte einen sehr sanften Eindruck.
Als ich 13 Jahre alt war, fand ich hinter einem Spiegel ein altes Foto der Heiligen Mutter mit dem Kind. Auf dem Foto küsste die Heilige Mutter die Hand des schlafenden Jesus, und Tränen liefen ihr über die Wangen. Dieses heilige Bild wurde mein größter Schatz. Ich wusste nicht, warum es mich so anzog. Ich fragte mich, wonach ich suchte.
In Fernkursen studierte ich die christliche Religion – allerdings den Protestantismus. In Sano gab es zwei Kirchen, eine katholische und eine protestantische. In der katholischen Kirche waren fröhliche Menschen, und es schien ein lustiger Ort zu sein. Die protestantische Kirche war ein solides schwarzes Gebäude, immer still, ohne Anzeichen von Menschen.
Als ich neunzehn war, fragte ich meine Pflegeeltern, ob ich Nonne werden könnte. Was würden meine beiden jüngeren Brüder tun? Man sagte mir, dass ich meine Meinung in Zukunft vielleicht ändern würde, also beschloss ich, noch einmal darüber nachzudenken. Mein nächstjüngerer Bruder heiratete, und mein jüngster Bruder war 24 Jahre alt. Ich entschied mich von ganzem Herzen für Christus.
Als ich fünfundzwanzig war, wurde immer öfter davon gesprochen, dass ich heiraten solle. Ich dachte intensiv darüber nach, wie ich mein Leben wirklich leben wollte. In der Weihnachtsnacht dieses Jahres hätte ich heiraten müssen, wie es mir empfohlen wurde, wenn die Kirchentüren geschlossen gewesen wären und ich nicht hätte eintreten können. Aber die Türen waren offen.
Als ich sechsundzwanzig war, wurde ich in der katholischen Sano-Kirche getauft. Mein Taufname ist Anna. Ich las in der Kirche ein Buch über Nagasaki und wollte Nagasaki besuchen. Der Priester, der mich getauft hatte, war ein Franziskaner, und er schlug mir vor, mich zunächst in Himeji an das Klima zu gewöhnen, anstatt direkt nach Nagasaki zu fahren. Der Priester stellte mich dieser Kongregation vor, und ich wurde im St. Mary’s Hospital in Himeji aufgenommen. Ich wollte an einem Ort arbeiten, an dem ich Kontakt zu Patienten haben konnte, deshalb wollte ich im Haushalt arbeiten. Nachdem ich zwei Jahre lang im Wohnheim des St. Mary’s Hospital gearbeitet hatte, beschloss ich, nach Nagasaki zu gehen, da ich immer noch Nonne werden wollte. Ich wohnte im Wohnheim unserer Kongregation in Nagasaki, arbeitete halbtags im Krankenhaus, besuchte den anderen halben Tag die Krankenpflegeschule und konnte so eine Krankenpflege-Lizenz erwerben.
In der Zwischenzeit ging mein Wunsch, der Ordensgemeinschaft beizutreten, in Erfüllung, und ich zog nach Himeji, um mein religiöses Leben zu beginnen. Ich trat zusammen mit Sr. De Deo ein und legte 1976 zusammen mit Sr. Zita Sugita und Sr. Maria Fidelis Furukawa meine ersten Gelübde ab. Nach meinen Ewigen Gelübden erfuhr ich, dass die meisten unserer Schwestern zwar als Krankenschwestern arbeiteten, dass aktuell aber Ernährungsberaterinnen für die Schwestern benötigt wurden. Also ging ich wieder zur Schule und erwarb eine weitere Qualifikation als zertifizierte Ernährungsberaterin.
Als Apostolat arbeitete ich als Krankenschwester in der chirurgischen Abteilung des St. Mary’s Hospitals in Himeji und des St. Francis-Hospitals in Nagasaki. Als Ernährungsberaterin arbeitete ich im Francisco Villa, East Village, und im Maria Villa, wo ich 13 Jahre lang für die Mahlzeiten zuständig war.
Als ich mit der apostolischen Arbeit begann, wusste ich nichts, aber meine Kolleginnen und Kollegen brachten mir alles ausführlich bei. Ich war glücklich, eine schöne Zeit im Team zu verbringen.
Jeder Tag ist ein Segen, und nächstes Jahr werde ich mein 50-jähriges Ordensjubiläum feiern. Meine aktuelle Aufgabe ist der Gebetsdienst: Alles vertraue ich Gott im Gebet an.
Geboren: 14. Februar 1939 Eintritt: 3. Februar 1962 Profess: 28. Oktober 1964 Gestorben: 31. Dezember 2025
Am Silvesterabend 2025 nahm der gute und barmherzige Gott unsere Mitschwester an die Hand und vollendete die irdische Zeit von Schwester M. Pankratia, geborene Maria Strüwe, Krankenschwester vom Regulierten Dritten Orden des hl. Franziskus.
„Meine Zeit steht in Deinen Händen.“
(Psalm 31, 17)
Aus dem niedersächsischen Bawinkel kam Maria Strüwe zu den Mauritzer Franziskanerinnen nach Münster. Wie alle Schwestern legte sie das Krankenpflegeexamen ab; von 1967 bis 1974 war sie in der Infektionsabteilung des neu gegründeten St. Bernhard-Hospitals in Kamp-Lintfort tätig. Danach kam sie zurück ins Mutterhaus und fand ihre berufliche Erfüllung als Schneiderin. 51 Jahre lang arbeitete sie in der Mutterhausschneiderei. Dort hat sie mehrere Veränderungen mitgemacht, die Wechsel unserer Ordenstracht, den Wechsel vom alten Nähzimmer in die heutige Schneiderei und auch mehrere Wechsel der Mitschwestern und Mitarbeiterinnen. Schwester M. Pankratia war dabei in ihrer ruhigen und korrekten Art eine konstante Größe und immer für alle erreichbar. Bis zu ihrem plötzlichen Tod hat sie für die Schleier der Schwestern gesorgt. Ihre letzten Aufträge konnte sie nicht mehr zu Ende bringen, und sie hatte auch keine Gelegenheit mehr, ihren Arbeitsplatz zu übergeben und sich zu verabschieden. Für alles, was sie für uns Mitschwestern getan hat, sind wir ihr sehr dankbar.
Schwester M. Pankratia war auch eine beständige und ausdauernde Beterin. Sie fehlte nie beim gemeinsamen Gebet und hat der Gemeinschaft viele Jahre als Vorbeterin gedient. Auch davon machte sie kein Aufsehen, sie war einfach da.
Am Sonntag nach Weihnachten ist sie nachmittags in ihrem Zimmer so unglücklich gestürzt, dass sie eine Hirnblutung bekam, von der sie sich nicht mehr erholte. Drei Tage später ist sie im Clemenshospital in Münster gestorben.
Die letzten Jahre wurden für Schwester M. Pankratia immer schwerer durch ihre zunehmende Hörschwäche. Das machte sie einsam. Gesehnt hat sie sich auch nach Schwester M. Gerharda, mit der sie über die Arbeit in der Schneiderei auch mitschwesterlich eng verbunden war. Wir wünschen beiden Schwestern, dass sie sich jetzt im Himmel wieder begegnen.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Pankratia Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie beten und singen wir für sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Mittwoch, den 7. Januar 2026, verabschieden wir uns um 14 Uhr von Schwester M. Pankratia in der Mutterhauskirche und begleiten sie danach zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Beim anschließenden Kaffee im Mutterhaus können wir unsere Erinnerungen austauschen.
Im Heiligen Jahr 2025 waren viele Schwestern und Mitarbeitende unserer internationalen Ordensgemeinschaft als „Pilgernde der Hoffnung“ unterwegs. In Rom erlebten sie Papst-Audienzen (manche mit Papst Franziskus, andere mit Papst Leo XIV.) und durchschritten die Heiligen Pforten; sie pilgerten zu verschiedensten spirituellen Orten u.a. in Rom, Subiaco und Assisi, aber auch auf Malta, in China und in ihren jeweiligen Heimatländern.
Einige der im Generalat vorliegenden Eindrücke und bewegende Momente dieser internationalen Pilgerreisen haben wir exemplarisch ausgewählt und in einem Video zusammengestellt, das wir zum Abschluss des Heiligen Jahres mit Euch und Ihnen teilen möchten. Alle Pilgernden, die hier gezeigt werden, hatten im Herzen auch immer all jene Schwestern unserer internationalen Ordensgemeinschaft dabei, die sich nicht selbst auf den Weg machen konnten.
Durch den Film führen Generalrätin Schwester M. Hiltrud Vacker, Claudia Berghorn (Internationale Kommunikation im Generalat) und Dr. Ulrike Teßarek (Wertemanagement in der St. Franziskus-Stiftung), die Ende Juni 2025 gemeinsam nach Rom reisten.
Alle Schwestern und Mitarbeitende des Generalats wünschen Euch und Ihnen ein friedliches und gesegnetes Neues Jahr! Möge Gott Euch/ Sie und alle, die Euch und Ihnen am Herzen liegen, segnen und beschützen.
PACE E BENE!
Übrigens: Diesen Film und weitere spannende Videos finden Sie auch in unserer Mediathek.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Dezember: Würde.
Dieser Artikel wurde im Dezember 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
30.12.2025. Die Würde des Menschen ist unantastbar: Wie wunderbar wäre es, wenn dieser Satz nicht nur in unserem Grundgesetz stünde, sondern weltweit eine Selbstverständlichkeit wäre. Doch auch heute noch müssen viele Menschen um ihre Würde kämpfen, leiden unter Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Not. Manchmal sind ganze Gruppen aufgrund ihrer Religion betroffen oder durch Kriege und Naturkatastrophen; manchmal sind es persönliche Schicksalsschläge oder Erkrankungen, die Menschen an den Rand der Gesellschaft drängen. Gerade im Dezember, wenn wir die Ankunft unseres Herrn erwarten, denke ich besonders häufig darüber nach. Denn so romantisch die Geburt in einem Stall heute auch dargestellt wird: Die Heilige Familie hätte es sich sicher lieber zu Hause gemütlich gemacht.
Auch denke ich an unseren Ordenspatron, den Hl. Franziskus von Assisi, der sein Leben den Kranken und Ausgegrenzten gewidmet hat. Eine seiner prägendsten, schicksalhaften Begegnungen war die mit einem Aussätzigen vor den Toren von Assisi. Dort, außerhalb der Stadt, lebten seinerzeit die an Lepra erkrankten Menschen. Doch auch heute noch gibt es Lepra, gibt es diese Ausgrenzung. Zum Beispiel in Indien, in Ramgarh im Bundesstaat Jharkhand. Seit 1982 unterstützen die Schwestern unserer internationalen Ordensgemeinschaft dort Menschen in einer Lepra-Siedlung – sowohl medizinisch als auch dadurch, dass sie den Schulbesuch ihrer Kinder ermöglichen. Gesundheit und Ausbildung: Zwei wichtige Aspekte für ein Leben in Würde.
Schwester M. Stefania Gembalczyk (li.) in der Indischen Provinz der Mauritzer Franziskanerinnen im Konvent in Ramgarh
Gegründet wurde der Konvent in Ramgarh von Schwester M. Vulmara Hannöver, die 1973 als erste Mauritzer Franziskanerin von Münster nach Indien ging. Von 1989 an hat sich eine unserer polnischen Mitschwestern besonders in Ramgarh engagiert, Schwester M. Stefania Gembalczyk. Mehr als 25 Jahre lang versorgte sie als Krankenschwester die Lepra-Kranken; sie wurde von ihnen „unsere Mutter Theresa“ genannt.
Außer in der Gesundheitsfürsorge sind unsere indischen Schwestern in Ramgarh vor allem in der Bildung tätig. Vor zwei Jahren eröffneten sie eine neue englischsprachige Schule, in der inzwischen 914 Kinder unterrichtet werden.
Wie wichtig die Arbeit unserer Schwestern in Ramgarh ist, habe ich bei meinen Besuchen dort erlebt. Einmal war es bereits dunkel, als wir die Lepra-Kolonie erreichten. Offene Feuer erhellten die engen Gassen und warfen mildes Licht auf die Menschen, die dort lebten. Sie luden uns ein in ihre armseligen Hütten – Hütten, die an die Darstellungen des Stalls in Bethlehem erinnerten. Später trafen wir einen alten Mann; er begrüßte uns freundlich, indem er sich nach vorne beugte und seine Hände an seine Stirn hob – so dachten wir. Dann wurde uns klar, dass er gar keine Hände mehr hatte, sondern nur noch Stümpfe.
Er freute sich sehr über unseren Besuch, war aber traurig, weil wir so spät kamen. Und er bat uns, bei Tageslicht zurückzukommen, damit er unsere Gesichter sehen könne. Obwohl dieser alte Mann spärlich in Lumpen gekleidet war, strahlte er eine große Würde aus. Seine Einladung ging uns sehr zu Herzen. Wir fühlten uns klein und beschämt – Tränen standen uns in den Augen in der Dunkelheit.
Im Licht der Heiligen Nacht wirkt diese Erinnerung besonders nach. Gott lädt uns ein in die armseligen Hütten dieser Welt. Er lädt uns ein in den armseligen Stall zu Bethlehem, damit wir uns ansehen lassen von Jesus Christus, der Mensch geworden ist und uns schon durch das Geheimnis seiner Liebe „Ansehen“ verleiht. Er schenkt uns sein Licht und eine Würde, die uns niemals mehr genommen werden kann. Denn: „In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis.“
Unser Glaube wird in der Art und Weise sichtbar, wie wir den Menschen begegnen, unabhängig von Krankheit oder gesellschaftlicher Position. Das Kind in der Krippe ist der Garant dafür, dass der Mensch niemals seine königliche Würde verliert. Heute mehr denn je ist es wichtig für uns Christen, persönlich Zeugnis zu geben von der heilenden Gegenwart Gottes. Beten wir füreinander, dass sich unser Glaube an die Menschwerdung Gottes vertieft. Der Blick auf Jesus Christus, unseren Herrn, der im Stall geboren wurde, lässt uns all jene Menschen sehen, die obdachlos geworden sind, arm und krank, die hungrig sind und Leid ertragen müssen; die Liste ist lang. Weihnachten lädt uns ein, wieder neu auf Gottes Wort zu hören und Seinen Willen zu suchen für uns und unsere Kirche in dieser Stunde unserer Geschichte.
An Heiligabend, dem 24. Dezember 1968, erreichten die drei US-Astronauten Frank Borman, William Anders und James Lovell an Bord der Apollo 8 den Mond. Von dort aus schickten die Raumfahrer die damals wohl weitesten Weihnachtsgrüße der Geschichte zur Erde. Die drei Astronauten waren drei Tage zuvor, am 21. Dezember 1968, zur ersten bemannten Mondfahrt aufgebrochen. Die Mission der NASA sollte dazu dienen, die Oberfläche des Mondes zu fotografieren und eine geeignete Landestelle für eine spätere Mondlandung zu finden. Doch bei der vierten von insgesamt zehn geplanten Umrundungen des Mondes geschah am 24. Dezember 1968, Heiligabend, etwas vollkommen Unerwartetes: Die Astronauten sahen plötzlich im weiten Universum die Rückseite des Mondes und die Erde über dem Horizont des Mondes „aufgehen“, in unendlicher Stille, ähnlich wie man den Mond auf der Erde aufgehen sieht.
Erstaunt über diesen grandiosen Anblick und darüber, wie klein unsere Erde in den Weiten des Weltalls schien, wurde sich der Astronaut Frank Borman der Gegenwart Gottes und unserer menschlichen Realität auf der Erde sehr bewusst. Zur Überraschung aller sprach ein Gebet:
„Schenke uns, o Gott, die Fähigkeit, Deine Liebe in dieser Welt zu sehen, trotz unseres menschlichen Versagens.
Schenke uns den Glauben, trotz unserer Unwissenheit und Schwäche, Deiner Güte zu vertrauen.
Schenke uns Erkenntnis, damit wir nicht aufhören zu beten mit einem verstehenden Herzen.
Und zeige uns, was jeder von uns tun kann, um der Welt den Frieden zu bringen.
Frank Bormann, US-Astronaut, 24. Dezember 1968
Dieser historische Rückblick erinnert daran, dass das Fest der Menschwerdung Gottes kein simples Ereignis auf dem Kalender ist, kein Ereignis im Jahreskreis, keine historisch-geschichtliche Markierung im Laufe der Jahrhunderte. Sondern es ist das ALLMÄCHTIGE WORT (Joh 1,14), hineingeboren in unser tiefstes Sein, als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war (Weish 18, 14), Grund und Quelle allen Lebens.
Von Herzen wünschen wir Ihnen, Euch und allen, die Ihnen und Euch verbunden sind, ein gesegnetes, friedvolles und gnadenreiches Weihnachtsfest, verbunden mit allen guten Wünschen für das Neue Jahr 2026.
Herzlichen Dank für jedes Gebet und alle Unterstützung! Möge der Stern der Weihnacht uns allen im Neuen Jahr 2026 milde leuchten oder glänzend strahlen, so wie wir es gerade brauchen.
Es grüßen Sie und Euch herzlich, Pater Michael Plattig O.Carm., Schwester M. Rita, Schwester M. Lima, Schwester M. Hiltrud, Schwester M. Teresa, Schwester M. Beata, Schwester M. Laetitia, Schwester Christa Maria, unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Ihre/ Eure
Für weltweit etwa 2,5 Milliarden Christen ist der Advent eine ganz besondere Zeit im Kirchenjahr: Eine Zeit voller Erwartung und Vorbereitungen auf Weihnachten, dem Fest der Menschwerdung unseres Herrn. Eine Zeit der Stille, der Besinnung, der vielfältigen Traditionen.
Diese Traditionen wollten wir uns einmal genauer ansehen und haben die Mitglieder unserer multinationalen und multikulturellen Gemeinschaft gefragt, wie die Adventszeit in ihrer Heimat gefeiert wird.
Das Ergebnis: Es gibt große Gemeinsamkeiten! So werden an all unseren Standorten besonders festliche Adventsgottesdienste gefeiert, Kerzen an den Adventskränzen entzündet und im Dezember täglich die Türen von Adventskalendern geöffnet. Auch wird das Warten aufs Weihnachtsfest überall als Zeit des Gebetes und der spirituellen Reflexion genutzt. Und das Licht spielt eine große Rolle: Lichter in dunkler Zeit, der Stern am Horizont: Denn es wird kommen der Herr. Aber es gibt auch Unterschiede. Einige davon haben wir zusammengestellt.
Advent mit unseren internationalen Schwestern im Mutterhaus in Münster, von links nach rechts: Schwester M. Laetitia mit einem Weihnachtsstern, der in Japan genauso beliebt ist wie in Deutschland. Schwester M. Lima zeigt einen „Stutenkerl“ und Schwester M. Benedikte einen Schuh, der vom Nikolaus gefüllt wurde. Schwester M. Teresa zeigt selbstgebackene Lebkuchen aus der Polnischen Provinz.
Deutschland
In Deutschland stellen die Kinder am Vorabend des 6. Dezember ihre schön geputzten Schuhe oder Stiefel vor die Haustür – und finden darin am Morgen kleine Geschenke und Süßigkeiten des Hl. Nikolaus. Diesen Heiligen soll auch der „Stutenkerl“ darstellen. Früher erhielten ihn Kranke oder Menschen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen konnten, als Segenszeichen.
Der Beginn der Adventszeit wird in der Mutterhauskirche in Münster mit einer besonders feierlich gestalteten Vesper gefeiert. Dabei zündet ein Priester die erste Kerze am Adventskranz an, während die Schwestern das Lied singen: „Wir sagen Euch an den lieben Advent…“. Seit einigen Jahren wird in der Mutterhauskirche auch ein festliches Benefiz-Konzert mit Weihnachtsliedern zu Gunsten des Johannes-Hospizes Münster veranstaltet. 400 Kerzen brannten bei den „Christmas Carols 2025“ am 7. Dezember 2025 mit dem Konzertchor Münster; es waren auch viele Kinder beteiligt. Auch die beeindruckende Lichtshow und unser Organist Markus Schröder trugen zum Erfolg des Konzertes bei.
Ich erinnere mich an eine Tradition aus meiner Grundschulzeit: Jedes Kind, das eine gute Tat vollbracht hatte, legte in der Adventszeit dafür einen Strohhalm in die Krippe, damit das göttliche Kind an Weihnachten weich gebettet werden konnte.
Schwester M. Benedikte
Was wäre der Advent ohne Plätzchen? In unserem Mutterhaus in Münster haben unsere vietnamesischen Mitschwestern mit Schwester M. Vera viele Plätzchen gebacken und dann mit Schwester M. Rita im Generalat mit Schokolade verziert. Zum Adventsbesuch fuhren die Schwestern auch nach Kroge.
Polen
In vielen Gegenden in Polen bringen Kinder symbolisch das Licht zu den Häusern der Menschen, und in den Klöstern werden Krippen und Adventskrippen liebevoll gestaltet. Die Schwestern der Polnischen Provinz bieten spirituelle und materielle Hilfe an, indem sie Weihnachtspakete für Bedürftige organisieren und Treffen und Gespräche mit sozial ausgegrenzten Menschen anbieten.
Eines der charakteristischsten Merkmale des Advents in Polen ist die Rorate-Messe – eine Liturgie, die zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria in den frühen Morgenstunden, meist vor Sonnenaufgang, gefeiert wird. Die Teilnehmer bringen Kerzen oder Laternen mit, die die Erwartung des kommenden „Lichts der Welt“ – Jesus Christus – symbolisieren.
Schwester M. Teresa
In Oldrzychowice in unserer Polnischen Provinz organisierten Schwester M. Franciska Wanat und einige Ehrenamtliche einen Nikolausbesuch für die Kinder, die von der Flutkatastrophe im September 2024 betroffen waren. 52 Kinder nahmen an der Veranstaltung teil und verbrachten einen schönen Nachmittag zusammen.
USA
In USA haben die Adventskalender 25 Türchen, weil Weihnachten nicht an Heiligabend gefeiert wird, sondern am 25. Dezember.
Ich singe sehr gerne Adventslieder, um mich auf die Ankunft unseres Herrn vorzubereiten. Vor etwa 40 Jahren habe ich Händels Messias kennengelernt und höre ihn oft.Als ich ein Kind war, hatte die Krippe in unserem Haus einen ganz besonderen Stellenwert. Im Noviziat übten wir uns jeden Tag mit besonderen Gedanken im spirituellen Aufbau der Krippe.
Schwester Janelle Athorp, OSF
Japan
In Mutterhaus in Himeji verwenden die Schwestern seit etwa 20 Jahren violette und rosafarbene Kerzen, die sie aus der koreanischen Mission mitgebracht haben. Violett steht für Reue, Rosafarben für Freude. Wenn sich die Farben der Kerzen von drei tiefvioletten zu drei hellvioletten und dann zu einer rosafarbenen Kerze verändern, rückt Weihnachten näher.
Unsere Gemeinschaft hat die Tradition der Missionarinnen übernommen, eine „geistige Krippe“ zu gestalten. Wir bereiten uns darauf vor, Christus willkommen zu heißen, indem wir diese Krippe bauen und „Stroh“ in unseren Herzen auslegen, indem wir Gebete, Opfer und gute Taten sammeln.
Schwester M. Laetitia
Indien
In einigen Regionen Indiens werden im Advent Rosenplätzchen, Kulkuls und Früchtebrot gebacken. Über soziale Medien und Gemeindegruppen beteiligen sich viele Menschen in Indien an Wohltätigkeitsaktionen und Hilfsprogrammen, sodass die Adventszeit nicht nur der spirituellen Vorbereitung dient, sondern auch dazu, Liebe und Freude mit anderen zu teilen.
In Indien empfinden wir tief, was es bedeutet, erwartungsvoll zu warten – auf den Monsun, auf die Ernte, darauf, dass das Licht die Dunkelheit besiegt. Wenn wir die Kerzen am Adventskranz entzünden, erinnere ich mich an die Diyas von Diwali – beide leuchten als Zeichen der Hoffnung.
An alle meine Schwestern auf der ganzen Welt: Möge dieser Advent uns helfen, die Schönheit des Wartens wiederzuentdecken – nicht mit Angst, sondern mit Frieden und Vertrauen. Mögen unsere Herzen zu demütigen Wiegen der Hoffnung werden, bereit, den Friedensfürsten zu empfangen. Und möge unser Leben, wo immer wir auch sind, wie kleine Lampen leuchten und die Wärme und das Licht der Liebe Christi an alle weitergeben, denen wir begegnen.
Schwester M. Renita
Wir danken den Schwestern unserer internationalen Ordensgemeinschaft, die uns Informationen zum Advent in ihren Heimatländern geschickt haben: Schwester M. Benedikte (Deutschland), Schwester Teresa (Polen), Schwester Schwester Janelle (USA), Schwester M. Laetitia (Japan) und Schwester M. Renita (Indien).
Geboren: 27. Juli 1932 Eintritt: 12. September 1951 Profess: 13. Juni 1954 Gestorben: 5. Dezember 2025
Im Kanonischen Haus in Springfield/ USA verstarb unsere Mitschwester Schwester Mary Kelly, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
„Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten.“
(Mt. 13, 43)
Ähnlich wie beim Umblättern einer Buchseite veränderte sich das irdische Leben von Schwester Mary Kelly sanft, als Gott die Seite umblätterte und ihr ewiges Leben begann. Das Leben, auf das sie 93 Jahre lang gewartet hatte, begann am 5. Dezember um 7:30 Uhr morgens mit Schwester Josephine Vanitha, Lori Wright und Rylie Ackman an ihrer Seite. In den Tagen zuvor bereitete sie sich auf ihr Ableben vor und wurde dabei liebevoll von den Mitarbeitenden im Loretto Home betreut. Sie erhielt häufig Besuch von Schwestern und Mitarbeitenden, die ihr ihre Liebe und Wertschätzung ausdrückten.
Schwester Mary wurde am 27. Juli 1932 in Kincaid, Illinois, geboren und wuchs in Nokomis, Illinois, auf. Nach ihrer Klassenfahrt in der 8. Klasse zum Mutterhaus begann sie, Gottes Ruf zu einem religiösen Leben und zur Krankenpflege zu spüren, der sich während ihrer Highschool-Zeit vertiefte.
Im Jahr 1940 begann sie ihre Ausbildung an der Krankenpflegeschule des St. John’s Hospitals und erlebte die Mauritzer Franziskanerinnen als Vorbild. Am 1. Januar 1951, bevor ihre Abendschicht begann, nahm sie um 15:45 Uhr in der Kapelle des St. John’s Hospital Gottes Einladung an. Vier Monate später teilte sie ihrer Mutter ihre Entscheidung mit und schrieb am 19. August 1951: „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Vater. (…) Ich trete in den Orden ein.” Am 12. September 1951 trat sie in die Ordensgemeinschaft ein und legte am 13. Juni 1954 ihre ersten Gelübde ab.
Schwester Mary verband die italienische Kultur ihrer Mutter und die irische Kultur ihres Vaters mit Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen, Humor und einer friedlichen Spiritualität in ihrer Beziehung zu Gott. Man könnte sagen, dass die Wärme ihres Geistes durch ihre Lieblingsbeschäftigung, Zeit in der Sonne zu verbringen, bereichert wurde – schließlich war sie halb Italienerin.
Ihre Führungsqualitäten wurden durch ihre charakteristische ruhige Stimme unterstrichen, die sie oft beim Gemeinschaftsgebet zum Ausdruck brachte. Liebe war ihre Motivation – insbesondere für ihre Familie, ihre Freunde und ihr Umfeld.
Schwester Mary ist Absolventin der Krankenpflegeschule des St. John’s Hospital aus dem Jahr 1955 und erwarb 1958 einen Bachelor-Abschluss in Krankenpflege an der Marquette University sowie 1985 einen Master-Abschluss in Krankenpflegeverwaltung an der Catholic University of America.
Ihr Leben im Dienste anderer umfasste folgende Positionen: Führungspositionen im Krankenpflegebereich an HSHS-Krankenhäusern in Illinois und Wisconsin, Krankenpflegeausbildung am Marillac College, Provinzvikarin und Oberin des Mutterhauses, Direktorin des HSHS-Boards und HSHS-Rezeptionistin.
Möge sie in Frieden ruhen in der Wärme von Bruder Sonne.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im November: Respekt
Dieser Artikel wurde im November 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
25.11.2025. Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Der November ist traditionell ein Monat, in dem wir zurückschauen auf unser eigenes Leben und auf das Leben derer, die vor uns waren, beginnend mit Allerheiligen und Allerseelen. Oft ist es eine nachdenkliche Zeit. Viele Menschen überlegen, was aus ihren Plänen vom Jahresanfang geworden ist und was sie in ihrem Leben insgesamt schon erreicht haben. Und wenn wir die Kerzen auf den Gräbern unserer Verstorbenen anzünden, ist diese Geste auch ein Ausdruck von Respekt gegenüber deren Leben, deren Lebenswerk. So auch bei uns Mauritzer Franziskanerinnen.
Viel „Frauen-Power“, Pioniergeist und Mut zeigt sich in der über 180-jährigen Geschichte unserer internationalen Kongregation. Mit Blick auf Beruf und Gesellschaft waren unsere Schwestern oft ihrer Zeit voraus. Denn in den von unserer Ordensgemeinschaft gegründeten Einrichtungen gab es schon immer Frauen in Leitungspositionen. Nicht nur die Pflege von Patientinnen und Patienten lag vollständig in der Hand der Schwestern, sondern auch die Gesamtleitung der Krankenhäuser. Ordensfrauen konnten sich also lange Zeit beruflich viel freier verwirklichen als die Frauen außerhalb eines Klosters: In Deutschland beispielsweise wurden verheiratete Frauen erst nach 1969 als geschäftsfähig angesehen, und bis 1977 mussten sie ihre Ehemänner um Erlaubnis fragen, wenn sie arbeiten wollten. Zu der Zeit leitete Schwester M. Ambrosina Bettmer das St. Franziskus-Hospital in Münster mit mehreren hundert Schwestern und zivilen Beschäftigten.
Traditionell lernten alle Schwestern, die unserer Ordensgemeinschaft beitraten, die Krankenpflege – aber je nach den Positionen und Aufgaben, die in der Kongregation zu besetzen waren, blieb diese Ausbildung oft nicht die einzige. Wie bei Schwester M. Dietmara Ahlmann, Jahrgang 1937: Als die Ordensleitung Anfang der 1960er Jahre beschloss, die zahnärztliche Versorgung der vielen Schwestern in Münster „inhouse“ zu gewährleisten, wurde Schwester Dietmara für diese Aufgabe ausgewählt.
Zahnärztin Schwester M. Dietmara Ahlmann in ihrer Praxis im St. Franziskus-Hospital
Die gelernte Krankenschwester machte auf dem zweiten Bildungsweg ihr Abitur nach und studierte ab 1968 Zahnmedizin in Münster – als einzige Frau in ihrem Jahrgang. Als Zahnärztin versorgte sie dann 35 Jahre lang ihre Mitschwestern in einer voll eingerichteten Praxis im Untergeschoss des St. Franziskus-Hospitals. Parallel war sie ab 1983 in der Provinz- und Generalleitung tätig und reiste in die Niederlassungen und Projekte unserer Kongregation in Japan, Taiwan, Korea, Indien, USA, Haiti, Arizona, Polen und Tschechien.
Schwester M. Dietmara Ahlmann (2.v.r.) als Generalrätin bei den Mauritzer Franziskanerinnen in Indien Anfang der 1990er Jahre
Pioniergeist zeichnete auch unsere Schwestern aus, die für Missionsprojekte in die Welt zogen, verbunden mit Mut aus der Kraft des Glaubens. So zum Beispiel die jungen Frauen, die vor 100 Jahren, im September 1925, aus der Amerikanischen Provinz der Mauritzer Franziskanerinnen nach Tsinan (heute Jinan) in China gingen, um dort ein Krankenhaus aufzubauen. Vorher gab es unter den amerikanischen Schwestern einen Bewerbungsprozess für diesen Missionseinsatz: Gesucht wurde nach Freiwilligen „von guter Gesundheit und jünger als 40 Jahre“. Dass sie ausgebildete Krankenschwestern waren, verstand sich von selbst. 67 Schwestern meldeten sich; fünf wurden schließlich ausgesucht. Die jüngste von ihnen, die 29-jährige Schwester Evangelista Sanders, bezahlte ihren Mut mit dem Leben: Sie starb bereits nach anderthalb Jahren ihres Dienstes. Die Präsenz der Mauritzer Franziskanerinnen in China aber bestand weiter, bis die Schwestern nach dem Zweiten Weltkrieg vom Kommunistischen Regime enteignet und vertrieben wurden. Zwei der Schwestern flohen nach Shanghai, von wo aus man sie 1948 nach Japan rief, um ein Krankenhaus in Nagasaki zu übernehmen – die Keimzelle der heutigen Japanischen Provinz.
Schwester Engelberta Beyer und Schwester Euphrosine Fischer in China, 1926
An all diese Schwestern erinnern wir uns mit großem Respekt. Aber unser Respekt gilt auch jenen Mitschwestern, die ein weniger bewegtes Leben hatten und in Stille und Treue ihren Dienst versahen und bis heute versehen, ob im Krankenhaus, in einer Schule oder Gemeinde, ob bei ihrer Arbeit in der Hauswirtschaft oder bei der Besinnung im Gebet. Und ganz im Sinne unseres Ordenspatrons, des Hl. Franziskus von Assisi, blicken wir mit großem Respekt auf das Leben eines jeden Menschen: Jede und jeder von uns ist mit individuellen Fähigkeiten und Hoffnungen, Zielen und Herausforderungen in diese Welt gestellt. Manches gelingt uns auf unserem Lebensweg, manches nicht – auch das ist zutiefst menschlich. Wenn wir jetzt im November also Rückschau halten, sollten wir immer auch unser Bemühen würdigen – mit Respekt und mit den Augen der Liebe.
Geboren: 26. August 1943 Eintritt: 12. August 1965 Profess: 3. Mai 1968 Gestorben: 22. November 2025
In der Universitätsklinik in Münster starb nach schwerer Krankheit unsere Mitschwester Schwester M. Waldemara, née Anna Koop, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
Jesus spricht:
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
(Joh. 14.6)
Schwester M. Waldemara wurde auf dem Bauernhof der Familie Koop in Altenberge bei Meppen geboren und wuchs dort im Kreis ihrer sechs Geschwister auf. Zwei Jahre nach dem Eintritt ihrer älteren Schwester M. Herlinde, folgte sie ihr in unsere Gemeinschaft.
Schwester M. Waldemara war eine typische Krankenschwester, die sich auf den Stationen im St. Franziskus-Hospital in Münster, in Ennigerloh, Waldniel, Dorsten und Haltern einsetzte. In Freiburg absolvierte sie den Stationsleiterkurs und nahm später am Pastoralkurs für die Seelsorge an alten und kranken Menschen in Münster teil. Seit 2013 lebte sie in der Pfarrgemeinde in Ahaus – Wüllen und sorgte unter anderem für die alten und immobilen Menschen, die sie besuchte und ihnen die Krankenkommunion brachte. Im Schwesternkonvent übernahm sie das Amt der Oberin und empfing dort viele Gäste.
Mitte des Jahres 2025 bat Schwester M. Waldemara darum, von ihrem Amt entlastet und ins St. Franziskus-Haus nach Nordwalde versetzt zu werden. Ihre Kräfte wurden zusehends weniger. Nach einem längeren Krankenhausaufenthalt im St. Franziskus-Hospital in Münster ging sie nach Nordwalde, anfangs um sich zu erholen. Es war ihr leider nicht mehr möglich, sich von den Schwestern im Konvent und von den Menschen in Wüllen zu verabschieden. Vor einigen Tagen musste sie wegen einer akut aufgetretenen Krankheit in die Uniklinik nach Münster gebracht werden, wo sie friedlich ihr Leben in die Hände Gottes zurückgegeben hat.
Schwester M. Waldemara hat in ihrem Leben Kraft geschöpft aus dem Wort Jesu: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Dieser Spruch war ihr vertraut durch das Altarbild in ihrer Heimatkirche in Altenberge. Auf die Frage, die ihr einmal gestellt wurde, wen sie im Himmel treffen möchte, antwortete sie: „Jesus und alle meine Lieben.“ Möge ihr das nur vergönnt sein.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Waldemara Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr geschwisterlich verbunden.
Am Freitag, den 28. November 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamtfür Schwester M. Waldemara und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Oktober: Zukunft
Dieser Artikel wurde im Oktober 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
25.10.2025. „Die Zukunft des Denkens“: So lautete kürzlich das Titelthema der Wochenzeitung die „Zeit“. Darin ein großes Interview mit dem amerikanischen Wissenschaftler, Erfinder und Unternehmer Ray Kurzweil (77), der schon als Kind von Technik fasziniert war und zur Entwicklung künstlicher Intelligenz beiträgt, seit er 1960 als 12-jähriger in New York den ersten Computer zu Gesicht bekam. Kurzweil ist davon überzeugt, dass die KI bereits in vier Jahren, 2029, intelligenter sein wird als der Mensch. Dann werde es auch möglich sein, den Menschen durch Implantate im Gehirn dieses Wissen jederzeit zur Verfügung zu stellen. „Mit der KI zu verschmelzen, ist der einzige Weg, nicht von ihr dominiert zu werden“, sagt Kurzweil, ohne diese Entwicklung ethisch zu bewerten.
Was ist möglich – und was ist richtig? Dürfen wir alles tun, was möglich ist? Diese Fragen beschäftigen uns Menschen immer wieder, nicht nur mit Blick auf Wissenschaft und Technik, sondern auch mit Blick auf unseren persönlichen Lebensweg. Das war schon im 13. Jahrhundert so. Damals hätte der Namenspatron unserer Ordensgemeinschaft, Franziskus von Assisi, Sohn eines reichen Kaufmanns, die Möglichkeit gehabt, ein Leben in Luxus und Bequemlichkeit zu führen. Doch nach persönlichen, gesundheitlichen und spirituellen Krisen entschied er sich im Alter von 25 Jahren für den unbequemen Weg, der für ihn richtig und wichtig war: Inspiriert vom Evangelium, verschenkte er seinen weltlichen Besitz, um Gott und den Menschen zu dienen. Dabei ahnte er nicht, wie stark seine Entscheidung die Zukunft beeinflussen würde: Viele Menschen schlossen sich ihm an, und die franziskanischen Ordensgemeinschaften und Laien feiern bis heute am Franziskustag Anfang Oktober sein Leben und Wirken.
Die Zukunft vorherzusagen, ist trotz KI noch immer unmöglich. Wir können uns nur so gut es geht auf die Anforderungen einstellen, die sich durch die neuen Entwicklungen abzeichnen. Und wir können Position beziehen, wenn es um die christlich-franziskanischen Werte geht, die uns wichtig sind und nach denen wir auch zukünftig unser Leben und Wirken ausrichten wollen: Die Menschen eben nicht zu reduzieren auf ihr Denken und ihre Leistung, sondern jede und jeden als einzigartiges und wertvolles Geschöpf Gottes zu begreifen – ganzheitlich, mit Körper, Seele und Geist.
Seit der Gründung unserer Gemeinschaft 1844 prägt dieses ganzheitliche Denken unseren Einsatz für die Menschen in Krankheit, Alter und Not. Er prägt aber auch die Art und den Inhalt der Ausbildung, mit denen wir die jungen Mitglieder unseres internationalen Ordens auf ihre Zukunft vorbereiten.
Natürlich erhalten die jungen Frauen in Polen, Japan und Indien fundierte Berufsausbildungen, um zum Beispiel als Gesundheits- und Krankenpflegerin, Ärztin, Lehrerin, Sozialarbeiterin, Pastoralreferentin, Wirtschaftsprüferin, Juristin oder Theologin und beizeiten in der Leitung unserer Gemeinschaft tätig werden zu können. Auf dem Lehrplan aller jungen Schwestern steht auch Englisch als gemeinsame Sprache unserer Kongregation sowie die besonderen Traditionen und Bräuche der jeweiligen Kultur, seien es besondere Tänze oder die Teezeremonie.
Doch parallel schulen und fördern wir die intensive Glaubens- und Herzensbildung unserer Schwestern, die sie dazu befähigt, Zeugnis abzulegen durch ihren Dienst an Gott und den Menschen und ein Leben in unserer Gemeinschaft zu führen: Ein menschliches Leben in all seinen Facetten, in dem zukünftig sicher auch die KI einen Platz haben wird – auf dem Lehrplan und hoffentlich durch medizinischen Fortschritt, den unsere Schwestern zum Wohle ihrer Patienten einsetzen können.
Zurück zu Ray Kurzweil. Er lässt keinen Zweifel daran, dass er manches für zwingend hält, wenn er sagt: „Die Weiterentwicklung der KI ist ein weltweiter Wettbewerb, wenn wir da nicht mitmachen, machen es andere Länder.“ Vielleicht sollten wir Christen uns mit Blick auf die Zukunft die Freiheit nehmen, einen parallelen Wettbewerb starten: einen Wettbewerb der Menschlichkeit. Denn wenn wir das nicht vormachen, wer dann?
Neue Provinzleitung der Japanischen Provinz gewählt
Kurz nach dem Ende des Provinzkapitels der Deutschen Provinz begann am 10. Oktober 2025 das Provinzkapitel der ‚Japanischen Provinz‘ in Himeji mit dem Thema
„Gott ist mit uns – brennende Herzen, schreitende Füße“.
Am 13. Oktober 2025 wurde Schwester Maria Fidelis Furukawa für eine zweite Amtszeit als Provinzoberin der japanischen Provinz wiedergewählt. Als Kongregation gratulieren wir ihr von Herzen und danken ihr für ihre Bereitschaft, dieses Amt erneut zu übernehmen.
Zur Provinzvikarin und ersten Provinzrätin wurde Schwester M. Nichola Truong Thi Hoang Oanh gewählt. Auch ihr gilt unser Dank und unsere Unterstützung für den neuen Dienst in der Provinzleitung.
Am Nachmittag des gleichen Tages wählten die Kapitularinnen folgende Schwestern zu Provinzrätinnen:
Schwester M. Theodora Wakatsuki
Schwester M. Philippa Sato
Schwester M. Martina Du The Thanh
Wir gratulieren allen Schwestern herzlich zu ihrer Wahl und danken ihnen, dass sie den Dienst in der Provinzleitung angenommen haben. Wir bitten auch um das Gebet für alle genannten Schwestern – für Kraft, Weisheit und Vertrauen auf Gottes Führung.
Am Abend des Wahltages wurden Schwester Maria Fidelis und die neu gewählten Rätinnen im Rahmen der feierlichen Vesper in ihr Amt eingeführt. Pater Prof. Dr. Dr. Michael Plattig sprach den Schwestern den Segen zu mit den Worten:
„Die Grundlage all unseres Handelns ist die Überzeugung, dass Gott immer mit uns ist. Möget ihr in diesem Glauben und Vertrauen wandeln, unter der Führung des Heiligen Geistes, mit einem hörenden, liebenden Herzen.“
Schwester Maria Fidelis, Schwester M. Nichola, Schwester M. Theodora, Schwester M. Philippa, Schwester M. Martina
Dank an die bisherige Provinzleitung
Unser herzlicher Dank gilt Schwester M. Vianney Kawaguchi, Schwester M. Pacis Kyonoku und Schwester M. Goretti Vien Tran Nha Quyen für ihren engagierten Dienst als Provinzrätinnen in den vergangenen Jahren.
Geboren: 18. Oktober 1962 Eintritt: 8. September 1983 Profess: 21. Januar 1988 Gestorben: 27. Oktober 2025
Unsere liebe Schwester M. Princy Vadakkadath, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus, die an die Worte der heiligen Klara von Assisi glaubte, die ihr auf dem Sterbebett zugeschrieben werden, hat am 27. Oktober 2025, um 10:30 Uhr ihr Leben in die Hände Gottes zurückgegeben.
… Gesegnet seist du, o Gott, dass du mich erschaffen hast.
(Heilige Klara von Assisi)
Seit mehr als zehn Jahren lebte sie mit der Diagnose einer bösartigen Krankheit ihr irdisches Leben in völliger Hingabe an den Willen Gottes – nach dem Vorbild der seligen Jungfrau Maria, die sie sowohl in Zeiten der Gesundheit als auch im Leiden zutiefst liebte und treu nachahmte.
Schwester M. Princy wurde am 18. Oktober 1962 in Poovathussery im Distrikt Thrissur in Kerala als Tochter von Herrn Varghese und seiner Frau Rosy geboren. Sie war das älteste von insgesamt fünf Kindern, darunter drei Brüder und eine Schwester. Nach Abschluss ihrer Schulausbildung trat sie am 8. September 1983 in unsere Kongregation ein. Am 21. Januar 1988 legte sie ihre erste Profess ab, am 25. Januar 1993 ihre Ewige Profess.
Schwester M. Princy war eine aufrichtige und engagierte Ordensfrau, die ihr Leben mit unerschütterlicher Ausdauer und Liebe lebte. Nach ihrer ersten Profess absolvierte sie eine Ausbildung zur Schneiderin. Nach ihrer ersten Profess absolvierte sie eine Ausbildung zur Schneiderin. Von 1989 bis 1991 arbeitete sie als Schneiderin in Anjali Niketan, Pithora. Von 1992 bis 2001 wurde ihr die Verantwortung für die Schneiderschule im neu gegründeten St. Francis Convent in Valiaveli, Kerala, übertragen. Später kehrte sie nach Anjali Niketan in Pithora zurück, wo sie von 2001 bis 2003 erneut die Leitung der Nähstube übernahm. Während dieser Zeit ergriff sie die Initiative und nähte Uniformen für die Schüler und Schülerinnen von Anjali Vidyalaya und Anjali Bal Niketan in Pithora. Darüber hinaus absolvierte sie erfolgreich einen Diplomkurs in Stickerei und Nähen in Wardha, Maharashtra.
Zwei Jahre später wurde Schwester M. Princy zur Lehrerin an der Anjali Bal Niketan in Pithora ernannt. Sie erfüllte diese Aufgabe mit großer Liebe und Hingabe und kümmerte sich liebevoll um die ihr anvertrauten Kinder. Ihre Freude am Unterrichten und ihre Zuneigung zu den Kindern zeigten sich in allem, was sie tat. Im Jahr 2012 wurde sie jedoch mit einer schweren Prüfung konfrontiert, als bei ihr eine bösartige Erkrankung diagnostiziert wurde. In den folgenden vier Jahren unterzog sie sich einer Behandlung im Regional Cancer Center in Trivandrum und im Sanjivani Hospital in Raipur.
Die Behandlung zeigte positive Ergebnisse und ihr Gesundheitszustand verbesserte sich allmählich. Im Mai 2016 wurde Sr. M. Princy nach St. Francis Vidya Bhawan in Kapa versetzt. Dort diente sie etwa vier Jahre lang treu als leitende Schwester der Gemeinschaft.
Im Oktober 2020 wurde Schwester M. Princy nach Anjali Niketan in Pithora versetzt. Allmählich verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand, sodass sie mehr Pflege und Ruhe benötigte. Da sie diese Zeit sinnvoll und produktiv nutzen wollte, widmete sie sich einer Arbeit der Nächstenliebe. Als treue Verehrerin der Gottesmutter begann sie, Rosenkränze von Hand zu knüpfen – mit tiefer Hingabe und Engagement. Mit Freude und Zufriedenheit verschenkte sie diese an unsere Schwestern und Gönner. An den Missionssonntagen wurden ihre handgefertigten Rosenkränze versteigert, um Geld für die Missionen zu sammeln.
Sr. M. Princy war im Herzen eine echte Franziskanerin: Sie war einfach, fleißig und fröhlich. Sie zeigte großes Engagement und Hingabe und freute sich über das Wachsen der ihr anvertrauten Dienste. Durch ihren festen Glauben an Gott und ihre Verehrung der Gottesmutter war sie ein standhaftes Zeugnis und ein leuchtendes Vorbild, insbesondere für die jüngeren Mitglieder der Provinz.
Wir sprechen Pater Thomas Vadakkadath, ihrem Onkel väterlicherseits, der Sr. M. Princy dazu ermutigt und angeleitet hat, unserer Kongregation beizutreten, unser tief empfundenes Beileid aus. In dieser Zeit der Trauer sind wir in Gebet und Solidarität mit ihrem geliebten Vater, ihren Brüdern, ihrer Schwester und allen Mitgliedern ihrer Familie verbunden.
Liebe Schwestern, der Tod von Schwester M. Princy hinterlässt bei uns ein tiefes Gefühl des Verlustes und der Leere. Ihr Leben, das sie voller Hingabe, in stiller Dienstbarkeit und mit unerschütterlichem Glauben geführt hat, hat uns alle tief berührt. Ihre Abwesenheit wird in vielerlei Hinsicht spürbar sein. Wir glauben, dass Schwester M. Princy nun in der ewigen Gegenwart des Herrn jubelt – in liebevoller Gesellschaft mit der seligen Jungfrau Maria, die sie ihr ganzes Leben lang innig geliebt und nachgeahmt hat.
Schwester M. Princy wird am 29. Oktober 2025 um 10:30 Uhr auf dem Friedhof des Anjali-Niketan-Campus beigesetzt.
„Lebewohl, liebe Schwester M. Princy. In Dankbarkeit für das Geschenk deines Lebens empfehlen wir dich der liebevollen Umarmung Gottes. Wir freuen uns, dass du nun in dem Herrn ruhst, den immer gepriesen und dem du so treu gedient hast. Möge Er dich mit seiner ewigen Liebe empfangen.“
Geboren: 19. Juli 1932 Eintritt: 4. August 1951 Profess: 3. Mai 1954 Gestorben: 21. Oktober 2025
Christus, dem sie im Leben besonders vertraute holte unsere Mitschwester am 21.10.2025 zu sich. Wir gedenken Schwester M. Eufredis, geb. Helga Magdalena Scharnert, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
„CHRISTUS, mein Christus!“
(Gebet von Sr. M. Eufredis)
Schwester M. Eufredis wurde in Marienburg im damaligen Westpreußen geboren und erlebte dort die ersten Jahre der Kindheit. Der Vater wurde als Polizeibeamter nach Briesen versetzt, wo Helga die höhere Schule besuchen konnte. Da die Ostfront immer näher rückte, musste die Familie die Heimat 1944 verlassen und kam über viele Umwege in die überwiegend evangelische Stadt Bremerhaven. Damals war es üblich, dass die katholischen Familien bewusst in evangelische Gebiete verschickt wurden und umgekehrt. Diese schwere Zeit hat sie sehr geprägt. Davon erzählte sie immer wieder. Um einen Schulabschluss zu bekommen, ging das Mädchen in die Volksschule und besuchte danach die Handelsschule. Im St. Josefs-Hospital lernte sie als Lernköchin die Franziskanerinnen kennen und konnte 1951 bei ihnen in Münster eintreten.
Nach dem Krankenpflegeexamen arbeitete sie in mehreren Krankenhäusern in der Pflege und im Labor. Viele von uns kennen Schwester M. Eufredis als freundliche Schwester mit strahlenden Augen an der Pforte in Kroge. Danach durfte sie noch für einige Jahre in Brake sein, mit Blick auf Bremerhaven, ihrer zweiter Heimat. 2006 kam Schwester M. Eufredis ins St. Heriburg-Haus und übernahm lange den Besuchsdienst für die Mitschwestern. Seit 2015 war sie dort als Seniorin und seit einem Jahr Bewohnerin der Wohngruppe St. Klara, wo sie liebevoll umsorgt morgens um 7.00 Uhr ihr irdisches Leben zurückgab. Schwester M. Eufredis war tief geprägt von den Erfahrungen der Flucht, die sich nicht losließen. Ihr Halt war dann immer Christus, zu dem sie betete: „Christus mein Christus!“.
Vom 4. bis 16. September 2025 fand in unserem Mutterhaus das Provinzkapitel der deutschen Provinz statt. Unter dem Leitwort „Pilgerinnen der Hoffnung“ durften wir Tage des Gebets, des Austauschs, der Beratung und der Entscheidung erleben.
Geistlicher Auftakt
Pater Michael Plattig eröffnete das Kapitel mit einer Eucharistiefeier, in der er uns einlud, auf den Geist Gottes zu vertrauen – und das Kapitel zugleich als Fest zu begehen. Ein besonderes Zeichen war das Entzünden der Kapitelskerze durch Sr. Leemary, Symbol für das Licht des Heiligen Geistes, das uns begleitet hat.
Arbeit und geistliche Impulse
Sr. M. Margarete gab uns in ihrem Impuls zum Thema „Pilgerinnen der Hoffnung“ eine wertvolle Grundlage für Austausch und gemeinsame Reflexion. Unsere Tage waren geprägt von Gesprächsrunden, Gebetszeiten, einem täglichen Bibliolog sowie dem Teilen persönlicher Hoffnungsgeschichten. So wuchs eine tiefe Verbundenheit und Ausrichtung auf die Zukunft.
Dank und Erinnerung
In der Vesper gedachten wir in würdevoller Weise der 104 Schwestern, die in den vergangenen vier Jahren verstorben sind. Ihr Zeugnis bleibt lebendig in unserer Gemeinschaft.
Wahl der neuen Provinzleitung
Am 13. September begann das Wahlkapitel unter dem Vorsitz unserer Generaloberin Sr. M. Margarete und Moderatorin Sr. Ruth Pucher. Wir freuen uns über die neu gewählte Provinzleitung:
Sr. M. Diethilde Bövingloh
Sr. Marianne Kamlage
Sr. LeemarySebastian
Sr. M. VeraLütkebohmert
Wir danken ihnen für ihre Bereitschaft, diesen Dienst zu übernehmen, und wünschen ihnen Gottes reichen Segen.
Ein festlicher Abend, eine gemeinsame Wallfahrt nach Telgte zu unserem Gründungsort und die feierliche Unterzeichnung des Schlussdokuments rundeten die Tage ab.
Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf das Provinzkapitel 2025 zurück. Gestärkt durch das gemeinsame Gebet und getragen vom Zuspruch Gottes gehen wir unseren Weg weiter – als Pilgerinnen der Hoffnung.
Schwester Leemary, Schwester M. Diethilde, Schwester Marianne, Schwester M. Vera
Dank an die bisherige Provinzleitung
Unser herzlicher Dank gilt Schwester M. Cäcilia für ihren engagierten Dienst als Provinzrätinnen in den vergangenen Jahren.
Geboren: 20. Mai 1942 Eintritt: 1. Oktober 1971 Profess: 1. Mai 1974 Gestorben: 2. Oktober 2025
Der gute und barmherzige Gott rief unsere Mitschwester nach einer langen Zeit der Krankheit zu sich. Wir gedenken Schwester M. Lea, geb. Hilde Leusmann, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
Nun lässt Du Herr, deine Dienerin
in Frieden scheiden,
denn meine Augen haben das Heil gesehen.
(Aus dem Abendgebet der Kirche)
Schwester M. Lea wurde als drittes Kind der Bauernfamilie Leusmann in Greven geboren. Schon früh wünschte sie sich, ins Kloster gehen zu dürfen, doch die Eltern hatten anderes mit ihr vor. Sie sollte nach der Schulzeit zuhause bleiben und ihre Großeltern und später die Eltern versorgen. Mit 29 Jahren war es endlich so weit, dass Hilde bei den Mauritzer Franziskanerinnen eintreten konnte.
Nach dem Krankenpflegeexamen am St. Franziskus-Hospital in Münster besuchte sie später einen Stationsleiterkurs in Freiburg. So ausgestattet arbeitete sie von 1983 bis 1988 im St. Josefs-Stift in Bremen und kam danach zum St. Rochus-Hospital nach Telgte und betreute die psychisch kranken Frauen auf der geschützten Station St. Michael. Danach übernahm sie die Fußpflege für die Mitschwestern und den Pfortendienst im Haus Maria Hilf in Telgte.
2018 kam Schwester M. Lea als Bewohnerin ins St. Franziskus-Haus in Nordwalde, da ihre Kräfte kontinuierlich nachließen. Lange Zeit konnte sie ihr Zimmer nicht mehr verlassen. Wenn man sie besuchte, war sie immer aufgeschlossen und zugewandt. Sie hat viel gebetet, gelesen und mit Schwester M. Marialdis gehandarbeitet. Nun hat der Herr seine Dienerin Schwester M. Lea in Ruhe scheiden lassen, am Tag nach ihrem 54. Eintrittstag in die Ordensgemeinschaft.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Lea Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 7. Oktober 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Lea und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 30. Dezember 1936 Eintritt: 11.Februar 1956 Profess: 17.September 1958 Gestorben: 3. Oktober 2025
Nachdem sie ihre irdische Mission erfüllt hatte, wurde unsere liebe Schwester M. Johanna Kataoka am Freitag, dem 3. Oktober 2025, dem Gedenktag des Sterbens unseres Ordensvaters Franziskus, in den frühen Morgenstunden um 6:08 Uhr, friedlich und mit einem Lächeln im Gesicht von Gott heimgerufen. Schwester M. Vianney stand ihr in diesen Stunden treu zur Seite.
Herr, Du bist das Licht meines Lebens, mein Ein und mein Alles.
(Schwester M. Johanna nach Ps. 119)
Schwester M. Johanna wurde am 30. Dezember 1936 in Nagasaki, Japan geboren und erlebte im Alter von 9 Jahren den Atombombenabwurf. Mit guter Gesundheit gesegnet, schien sie bei der Ausübung ihres Dienstes und bei allem, was sie tat, stets voller Energie zu sein. Vor etwa anderthalb Jahren stellte ihr Hausarzt bei einer Routineuntersuchung ein inoperables Gallen- und Leberkarzinom fest.
Nach reiflicher Überlegung und betend im Vertrauen auf Gottes Hilfe entschied sie sich, sich keiner Chemotherapie oder Operation mehr zu unterziehen, sondern alles Gottes Willen und dem natürlichen Lauf des Lebens und Sterbens zu überlassen. Schwester M. Johanna äußerte den Wunsch, ihre letzten Tage in der Palliativstation und im Hospiz zu verbringen.
Am 3. September, dem Jahrestag der Gründung der Japanischen Provinz, wurde sie in die Palliativstation des St. Mary’s Hospital aufgenommen, genau einen Monat nach Beginn ihres Kampfes gegen die Krankheit.
In ihrer zweiten Amtszeit als Oberin des Konventes in Himeji widmete sie sich in Liebe mit ganzem Herzen und ganzer Seele den ihr anvertrauten Schwestern in Japan sowie den Schwestern unserer internationalen Gemeinschaft und erfüllte treu ihre heiligen Pflichten.
Im Juli dieses Jahres schrieb Sr. M. Johanna uns Schwestern einen Brief mit dem Titel „Dankbarkeit und Dank“. Darin reflektierte sie über ihr Leben und drückte ihre Dankbarkeit aus für die vielen Segnungen, die sie durch die Schwestern unserer Kongregation erfahren durfte.
Möge Schwester M. Johanna nun in Frieden beim Herrn ruhen, nach dem sie sich ihr ganzes Leben lang gesehnt hat!
Geboren: 15. Juni 1943 Eintritt: 15. August 1962 Profess: 3. Mai 1965 Gestorben: 30. September 2025
In diesem Vertrauen gab unsere Mitschwester, geb. Barbara Stroinski, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus, ihr Leben zurück in die Hände Gottes.
In deine Hände lege ich voll Vertrauenmeinen Geist.
(Psalm 31,6)
Schwester M. Aloysi leitete als letzte Provinzoberin die damalige Rheinische Provinz Christ König mit dem Sitz in Kamp-Lintfort von 1993 bis zur Auflösung 1998. Davor war sie dort Provinzvikarin. Mit Umsicht und Weitsicht leitete sie die Provinz und führte sie in das Kapitel, in dem der Zusammenschluss der beiden deutschen Provinzen beschlossen wurde. Für ihren Dienst bedanken wir uns ganz herzlich bei Schwester M. Aloysi.
Geboren wurde Schwester M. Aloysi in Cottbus in der damaligen DDR. Mit ihren Eltern kam sie später in die Bundesrepublik und lernte unsere Gemeinschaft als Schülerin der Pflegehilfeschule in Datteln kennen. Dort hat die Schulleiterin Schwester M. Ludowika die junge Frau besonders beeindruckt.
Nach dem Eintritt in die Ordensgemeinschaft absolvierte sie die Fachschule für Sozialpädagogik und machte die Ausbildung zur Heimleiterin. Sie leitete danach das Schülerinnenwohnheim in Datteln. Später wurde sie Konventsoberin im Priesterseminar in Bochum-Querenburg. Nach ihrer Zeit als Provinzoberin lebte sie in einem kleinen Konvent in Krefeld und setzte sich dort in der Pastoral ein. Das machte sie ebenso in Billerbeck und in Hamminkeln-Dingden.
2017 kam Schwester M. Aloysi als Bewohnerin ins St. Heriburg-Haus und nahm so lange am Konvents- und Gebetsleben teil, wie es ihr möglich war. In der letzten Zeit war sie ganz auf die Hilfe der Mitarbeitenden und der Mitschwestern angewiesen, die sie sehr gerne hatten, da sie ihre zahlreichen Beschwerden angenommen hat, in dem Vertrauen, dass Gott sie immer trägt und sie auch in den schwierigsten Momenten getragen hat. So hat sie es uns in ihrem persönlichen Testament mitgeteilt.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Aloysi Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 7. Oktober 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Aloysi und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Geboren: 22. Dezember 1926 Eintritt: 30. Januar 1953 Profess: 28. Oktober 1955 Gestorben: 26. September 2025
Jesus Christus, dem sie ihr Leben anvertraut hatte, rief unsere Mitschwester, geb. Paula Vaske, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus, in den frühen Morgenstunden zu sich in die himmlische Heimat.
„Jesus sei mir Jesus!“
(Nils Stensen)
Schwester M. Innozentia kam als eines von acht Kindern der Familie Vaske in Diekhaus bei Emstek zur Welt. Dort wuchs sie auf dem elterlichen Bauernhof behütet auf. Selbst sprach sie von einer glücklichen Kindheit, die vom katholischen Glauben und der Bodenständigkeit geprägt war.
Ihre beiden älteren Schwestern wurden Mauritzer Franziskanerinnen, Schwester M. Bercharia und Schwester M. Melita. Sie waren ihr großes Vorbild. Ihnen folgte Paula mit 27 Jahren und wurde auch unsere Mitschwester, Schwester M. Innozentia.
Schwester M. Innozentia war 24 Jahre Oberin und Konventsleiterin in Epe, Ibbenbüren-Püsselbüren und wieder in Epe. Danach leitete sie die Hauswirtschaft im Bochumer Priesterseminar und im Bernsmeyer-Haus in Telgte. 2011 kam Schwester M. Innozentia zurück ins Mutterhaus und wechselte 2021 als Heimbewohnerin ins St. Heriburg-Haus. In der letzten Zeit ließen ihre Kräfte stark nach, so dass sie zunehmend auf Hilfe angewiesen war. Schwester M. Maris hat ihren Weg über viele Jahre begleitet, sie gestützt und ihr zur Seite gestanden bis in die letzte Phase ihres Lebens, das sie nach 98 Jahren zurückgegeben hat an den Gott, zu dem sie bis zuletzt vertrauensvoll gebetet hat: „Jesus, sei mir Jesus!“
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Innozentia Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Mittwoch, den 1. Oktober 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Innozentia und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.