Geboren: 19. Juli 1932 Eintritt: 4. August 1951 Profess: 3. Mai 1954 Gestorben: 21. Oktober 2025
Christus, dem sie im Leben besonders vertraute holte unsere Mitschwester am 21.10.2025 zu sich. Wir gedenken Schwester M. Eufredis, geb. Helga Magdalena Scharnert, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
„CHRISTUS, mein Christus!“
(Gebet von Sr. M. Eufredis)
Schwester M. Eufredis wurde in Marienburg im damaligen Westpreußen geboren und erlebte dort die ersten Jahre der Kindheit. Der Vater wurde als Polizeibeamter nach Briesen versetzt, wo Helga die höhere Schule besuchen konnte. Da die Ostfront immer näher rückte, musste die Familie die Heimat 1944 verlassen und kam über viele Umwege in die überwiegend evangelische Stadt Bremerhaven. Damals war es üblich, dass die katholischen Familien bewusst in evangelische Gebiete verschickt wurden und umgekehrt. Diese schwere Zeit hat sie sehr geprägt. Davon erzählte sie immer wieder. Um einen Schulabschluss zu bekommen, ging das Mädchen in die Volksschule und besuchte danach die Handelsschule. Im St. Josefs-Hospital lernte sie als Lernköchin die Franziskanerinnen kennen und konnte 1951 bei ihnen in Münster eintreten.
Nach dem Krankenpflegeexamen arbeitete sie in mehreren Krankenhäusern in der Pflege und im Labor. Viele von uns kennen Schwester M. Eufredis als freundliche Schwester mit strahlenden Augen an der Pforte in Kroge. Danach durfte sie noch für einige Jahre in Brake sein, mit Blick auf Bremerhaven, ihrer zweiter Heimat. 2006 kam Schwester M. Eufredis ins St. Heriburg-Haus und übernahm lange den Besuchsdienst für die Mitschwestern. Seit 2015 war sie dort als Seniorin und seit einem Jahr Bewohnerin der Wohngruppe St. Klara, wo sie liebevoll umsorgt morgens um 7.00 Uhr ihr irdisches Leben zurückgab. Schwester M. Eufredis war tief geprägt von den Erfahrungen der Flucht, die sich nicht losließen. Ihr Halt war dann immer Christus, zu dem sie betete: „Christus mein Christus!“.
Vom 4. bis 16. September 2025 fand in unserem Mutterhaus das Provinzkapitel der deutschen Provinz statt. Unter dem Leitwort „Pilgerinnen der Hoffnung“ durften wir Tage des Gebets, des Austauschs, der Beratung und der Entscheidung erleben.
Geistlicher Auftakt
Pater Michael Plattig eröffnete das Kapitel mit einer Eucharistiefeier, in der er uns einlud, auf den Geist Gottes zu vertrauen – und das Kapitel zugleich als Fest zu begehen. Ein besonderes Zeichen war das Entzünden der Kapitelskerze durch Sr. Leemary, Symbol für das Licht des Heiligen Geistes, das uns begleitet hat.
Arbeit und geistliche Impulse
Sr. M. Margarete gab uns in ihrem Impuls zum Thema „Pilgerinnen der Hoffnung“ eine wertvolle Grundlage für Austausch und gemeinsame Reflexion. Unsere Tage waren geprägt von Gesprächsrunden, Gebetszeiten, einem täglichen Bibliolog sowie dem Teilen persönlicher Hoffnungsgeschichten. So wuchs eine tiefe Verbundenheit und Ausrichtung auf die Zukunft.
Dank und Erinnerung
In der Vesper gedachten wir in würdevoller Weise der 104 Schwestern, die in den vergangenen vier Jahren verstorben sind. Ihr Zeugnis bleibt lebendig in unserer Gemeinschaft.
Wahl der neuen Provinzleitung
Am 13. September begann das Wahlkapitel unter dem Vorsitz unserer Generaloberin Sr. M. Margarete und Moderatorin Sr. Ruth Pucher. Wir freuen uns über die neu gewählte Provinzleitung:
Sr. M. Diethilde Bövingloh
Sr. Marianne Kamlage
Sr. LeemarySebastian
Sr. M. VeraLütkebohmert
Wir danken ihnen für ihre Bereitschaft, diesen Dienst zu übernehmen, und wünschen ihnen Gottes reichen Segen.
Ein festlicher Abend, eine gemeinsame Wallfahrt nach Telgte zu unserem Gründungsort und die feierliche Unterzeichnung des Schlussdokuments rundeten die Tage ab.
Mit großer Dankbarkeit blicken wir auf das Provinzkapitel 2025 zurück. Gestärkt durch das gemeinsame Gebet und getragen vom Zuspruch Gottes gehen wir unseren Weg weiter – als Pilgerinnen der Hoffnung.
Schwester Leemary, Schwester M. Diethilde, Schwester Marianne, Schwester M. Vera
Dank an die bisherige Provinzleitung
Unser herzlicher Dank gilt Schwester M. Cäcilia für ihren engagierten Dienst als Provinzrätinnen in den vergangenen Jahren.
Geboren: 20. Mai 1942 Eintritt: 1. Oktober 1971 Profess: 1. Mai 1974 Gestorben: 2. Oktober 2025
Der gute und barmherzige Gott rief unsere Mitschwester nach einer langen Zeit der Krankheit zu sich. Wir gedenken Schwester M. Lea, geb. Hilde Leusmann, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
Nun lässt Du Herr, deine Dienerin
in Frieden scheiden,
denn meine Augen haben das Heil gesehen.
(Aus dem Abendgebet der Kirche)
Schwester M. Lea wurde als drittes Kind der Bauernfamilie Leusmann in Greven geboren. Schon früh wünschte sie sich, ins Kloster gehen zu dürfen, doch die Eltern hatten anderes mit ihr vor. Sie sollte nach der Schulzeit zuhause bleiben und ihre Großeltern und später die Eltern versorgen. Mit 29 Jahren war es endlich so weit, dass Hilde bei den Mauritzer Franziskanerinnen eintreten konnte.
Nach dem Krankenpflegeexamen am St. Franziskus-Hospital in Münster besuchte sie später einen Stationsleiterkurs in Freiburg. So ausgestattet arbeitete sie von 1983 bis 1988 im St. Josefs-Stift in Bremen und kam danach zum St. Rochus-Hospital nach Telgte und betreute die psychisch kranken Frauen auf der geschützten Station St. Michael. Danach übernahm sie die Fußpflege für die Mitschwestern und den Pfortendienst im Haus Maria Hilf in Telgte.
2018 kam Schwester M. Lea als Bewohnerin ins St. Franziskus-Haus in Nordwalde, da ihre Kräfte kontinuierlich nachließen. Lange Zeit konnte sie ihr Zimmer nicht mehr verlassen. Wenn man sie besuchte, war sie immer aufgeschlossen und zugewandt. Sie hat viel gebetet, gelesen und mit Schwester M. Marialdis gehandarbeitet. Nun hat der Herr seine Dienerin Schwester M. Lea in Ruhe scheiden lassen, am Tag nach ihrem 54. Eintrittstag in die Ordensgemeinschaft.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Lea Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 7. Oktober 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Lea und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 30. Dezember 1936 Eintritt: 11.Februar 1956 Profess: 17.September 1958 Gestorben: 3. Oktober 2025
Nachdem sie ihre irdische Mission erfüllt hatte, wurde unsere liebe Schwester M. Johanna Kataoka am Freitag, dem 3. Oktober 2025, dem Gedenktag des Sterbens unseres Ordensvaters Franziskus, in den frühen Morgenstunden um 6:08 Uhr, friedlich und mit einem Lächeln im Gesicht von Gott heimgerufen. Schwester M. Vianney stand ihr in diesen Stunden treu zur Seite.
Herr, Du bist das Licht meines Lebens, mein Ein und mein Alles.
(Schwester M. Johanna nach Ps. 119)
Schwester M. Johanna wurde am 30. Dezember 1936 in Nagasaki, Japan geboren und erlebte im Alter von 9 Jahren den Atombombenabwurf. Mit guter Gesundheit gesegnet, schien sie bei der Ausübung ihres Dienstes und bei allem, was sie tat, stets voller Energie zu sein. Vor etwa anderthalb Jahren stellte ihr Hausarzt bei einer Routineuntersuchung ein inoperables Gallen- und Leberkarzinom fest.
Nach reiflicher Überlegung und betend im Vertrauen auf Gottes Hilfe entschied sie sich, sich keiner Chemotherapie oder Operation mehr zu unterziehen, sondern alles Gottes Willen und dem natürlichen Lauf des Lebens und Sterbens zu überlassen. Schwester M. Johanna äußerte den Wunsch, ihre letzten Tage in der Palliativstation und im Hospiz zu verbringen.
Am 3. September, dem Jahrestag der Gründung der Japanischen Provinz, wurde sie in die Palliativstation des St. Mary’s Hospital aufgenommen, genau einen Monat nach Beginn ihres Kampfes gegen die Krankheit.
In ihrer zweiten Amtszeit als Oberin des Konventes in Himeji widmete sie sich in Liebe mit ganzem Herzen und ganzer Seele den ihr anvertrauten Schwestern in Japan sowie den Schwestern unserer internationalen Gemeinschaft und erfüllte treu ihre heiligen Pflichten.
Im Juli dieses Jahres schrieb Sr. M. Johanna uns Schwestern einen Brief mit dem Titel „Dankbarkeit und Dank“. Darin reflektierte sie über ihr Leben und drückte ihre Dankbarkeit aus für die vielen Segnungen, die sie durch die Schwestern unserer Kongregation erfahren durfte.
Möge Schwester M. Johanna nun in Frieden beim Herrn ruhen, nach dem sie sich ihr ganzes Leben lang gesehnt hat!
Geboren: 15. Juni 1943 Eintritt: 15. August 1962 Profess: 3. Mai 1965 Gestorben: 30. September 2025
In diesem Vertrauen gab unsere Mitschwester, geb. Barbara Stroinski, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus, ihr Leben zurück in die Hände Gottes.
In deine Hände lege ich voll Vertrauenmeinen Geist.
(Psalm 31,6)
Schwester M. Aloysi leitete als letzte Provinzoberin die damalige Rheinische Provinz Christ König mit dem Sitz in Kamp-Lintfort von 1993 bis zur Auflösung 1998. Davor war sie dort Provinzvikarin. Mit Umsicht und Weitsicht leitete sie die Provinz und führte sie in das Kapitel, in dem der Zusammenschluss der beiden deutschen Provinzen beschlossen wurde. Für ihren Dienst bedanken wir uns ganz herzlich bei Schwester M. Aloysi.
Geboren wurde Schwester M. Aloysi in Cottbus in der damaligen DDR. Mit ihren Eltern kam sie später in die Bundesrepublik und lernte unsere Gemeinschaft als Schülerin der Pflegehilfeschule in Datteln kennen. Dort hat die Schulleiterin Schwester M. Ludowika die junge Frau besonders beeindruckt.
Nach dem Eintritt in die Ordensgemeinschaft absolvierte sie die Fachschule für Sozialpädagogik und machte die Ausbildung zur Heimleiterin. Sie leitete danach das Schülerinnenwohnheim in Datteln. Später wurde sie Konventsoberin im Priesterseminar in Bochum-Querenburg. Nach ihrer Zeit als Provinzoberin lebte sie in einem kleinen Konvent in Krefeld und setzte sich dort in der Pastoral ein. Das machte sie ebenso in Billerbeck und in Hamminkeln-Dingden.
2017 kam Schwester M. Aloysi als Bewohnerin ins St. Heriburg-Haus und nahm so lange am Konvents- und Gebetsleben teil, wie es ihr möglich war. In der letzten Zeit war sie ganz auf die Hilfe der Mitarbeitenden und der Mitschwestern angewiesen, die sie sehr gerne hatten, da sie ihre zahlreichen Beschwerden angenommen hat, in dem Vertrauen, dass Gott sie immer trägt und sie auch in den schwierigsten Momenten getragen hat. So hat sie es uns in ihrem persönlichen Testament mitgeteilt.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Aloysi Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 7. Oktober 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Aloysi und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Geboren: 22. Dezember 1926 Eintritt: 30. Januar 1953 Profess: 28. Oktober 1955 Gestorben: 26. September 2025
Jesus Christus, dem sie ihr Leben anvertraut hatte, rief unsere Mitschwester, geb. Paula Vaske, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus, in den frühen Morgenstunden zu sich in die himmlische Heimat.
„Jesus sei mir Jesus!“
(Nils Stensen)
Schwester M. Innozentia kam als eines von acht Kindern der Familie Vaske in Diekhaus bei Emstek zur Welt. Dort wuchs sie auf dem elterlichen Bauernhof behütet auf. Selbst sprach sie von einer glücklichen Kindheit, die vom katholischen Glauben und der Bodenständigkeit geprägt war.
Ihre beiden älteren Schwestern wurden Mauritzer Franziskanerinnen, Schwester M. Bercharia und Schwester M. Melita. Sie waren ihr großes Vorbild. Ihnen folgte Paula mit 27 Jahren und wurde auch unsere Mitschwester, Schwester M. Innozentia.
Schwester M. Innozentia war 24 Jahre Oberin und Konventsleiterin in Epe, Ibbenbüren-Püsselbüren und wieder in Epe. Danach leitete sie die Hauswirtschaft im Bochumer Priesterseminar und im Bernsmeyer-Haus in Telgte. 2011 kam Schwester M. Innozentia zurück ins Mutterhaus und wechselte 2021 als Heimbewohnerin ins St. Heriburg-Haus. In der letzten Zeit ließen ihre Kräfte stark nach, so dass sie zunehmend auf Hilfe angewiesen war. Schwester M. Maris hat ihren Weg über viele Jahre begleitet, sie gestützt und ihr zur Seite gestanden bis in die letzte Phase ihres Lebens, das sie nach 98 Jahren zurückgegeben hat an den Gott, zu dem sie bis zuletzt vertrauensvoll gebetet hat: „Jesus, sei mir Jesus!“
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Innozentia Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Mittwoch, den 1. Oktober 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Innozentia und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Geboren: 4. Mai 1940 Eintritt: 15. August 1963 Profess: 3. Mai 1966 Gestorben: 25. September 2025
Der gute und treue Gott, den sie in der Eucharistie verehrte, rief unsere Mitschwester, Schwester M. Ingeburg, geborene Annemarie Heidermann, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus zu sich.
Gelobt und gepriesen sei ohne End
Jesus Christus im allerheiligsten Sakrament.
(Eucharistische Anbetung)
Schwester M. Ingeburg wurde in Erle bei Dorsten geboren. Ihre Eltern hatten einen Frisörbetrieb. Diesen Beruf lernte auch die Tochter und arbeitete dort einige Jahre mit. Das war aber nicht ihr Lebensziel. 1962 kam sie in den hauswirtschaftlichen Dienst im Krankenhaus in Dorsten und trat von dort aus mit 23 Jahren bei den Mauritzer Franziskanerinnen ein. Nach dem Krankenpflegeexamen war sie 20 Jahre lang im St. Rochus-Hospital in Telgte eingesetzt. Danach hatte sie die Möglichkeit, an einem einjährigen spirituellen Seminar in München teilzunehmen, das sie auf ihren pastoralen Dienst im St. Josefs-Stift in Bremen und in Löningen vorbereitete. Seit 2014 begrüßte Schwester M. Ingeburg die Gäste an der Pforte des St. Franziskus-Hauses in Nordwalde. Vor einigen Monaten wurde sie schwer krank und starb, wie sie es sich gewünscht hatte, im Beisein einer Mitschwester.
Schwester M. Ingeburg lebte stark aus der Eucharistie und aus den Worten, die die Heilige Schrift ihr schenkte.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Ingeburg Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 30. September 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Ingeburg und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 20. September 1936 Eintritt: 8. Oktober 1960 Profess: 3. Mai 1963 Gestorben: 20. September 2025
Am Abend ihres 89. Geburtstages nahm der gute und barmherzige Gott das Kreuz von ihren Schultern und rief unsere Mitschwester, geboren Agnes Tappehorn, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus, zu sich.
Im Kreuz ist Heil,
im Kreuz ist Leben,
im Kreuz ist Hoffnung.
(Edith Stein)
Schwester M. Kunhildis wurde im September 1936 in Friesoythe geboren. Im November 1936 befahl Hitler, im Oldenburger Land die Kreuze aus den Schulen zu entfernen. Das hat Agnes Tappehorn offensichtlich sehr geprägt. Sie wünschte sich das Schlüsselkreuz aus der Friesoyther Kirche für ihren Totenzettel. Zur Muttergottes von Bethen hatte sie auch immer eine gute Beziehung. So lebte sie bis zum Schluss aus der Kraft ihres katholischen Glaubens, den sie durch die Familie und die Oldenburger Heimat kennen- und schätzengelernt hatte.
Mit 24 Jahren wurde sie Mauritzer Franziskanerin. Schwester M. Kunhildis wurde Krankenschwester und absolvierte die Ausbildung zur Masseurin und medizinischen Bademeisterin. Von 1966 bis 1989 war sie im Rheinland eingesetzt in der physikalischen Therapie in Kamp-Lintfort und Meerbusch-Lank. Ihre kreativen Seiten konnte sie später ausleben, als sie in Kamp-Lintfort Nachtwache bei den älteren Mitschwestern machte und im Seniorenkonvent Maria Hilf in Telgte. Seit 2008 lebte Schwester M. Kunhildis in Kroge. Viele Jahre hat sie die Gäste des Klosters liebevoll betreut und sich um die Wäsche gekümmert. In den letzten Monaten wurden ihre Kräfte weniger und sie wünschte sich, zu Gott gehen zu dürfen, dem sie sich in der Profess versprochen hatte.
Schwester M. Kunhildis hatte immer ein gutes Verhältnis zu ihrer Familie. Deshalb freute sie sich sehr, dass sie ihre letzte Lebensphase in Kroge erleben durfte. Den Besuch der Verwandten genoss sie immer sehr. Noch am Sterbetag waren sie bei ihr, eigentlich zum Geburtstagsbesuch, der dann der letzte sein sollte.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Kunhildis Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im September: Unterstützung
Dieser Artikel wurde im September 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
25.09.2025. Vor einem Jahr, Mitte September 2024, wurden weite Teile Osteuropas von Starkregen und Überschwemmungen heimgesucht. Etliche Menschen verloren ihr Leben. In Polen war genau die Region besonders betroffen, in denen die Mauritzer Franziskanerinnen seit 1848 tätig sind: Als ein Staudamm brach, ergoss sich eine Flutwelle in den niederschlesischen Ort Ołdrzychowice Kłodzkie mit dem Mutterhaus unserer Polnischen Provinz. Straßen, Mauern, Autos, Zäune, Bäume wurden einfach fortgerissen und weggespült, Häuser liefen voll. Als das Wasser endlich ablief, zeigte sich das ganze schlimme Ausmaß der Verwüstung.
Das Mutterhaus der Polnischen Provinz war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten
Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Provinzoberin der Polnischen Provinz, Schwester M. Maksymiliana Pilarska, mit einer Delegation von Mitschwestern in Münster, um am Generalkapitel der internationalen Kongregation teilzunehmen. „Mit der Hälfte unserer Gruppe reisten wir so schnell wie möglich zu unserem Mutterhaus zurück,“, erinnert sie sich heute. Was die Schwestern vorfanden, übertraf ihre schlimmsten Befürchtungen. „Die Gebäude standen meterhoch voll Wasser. Es gab keinen Strom, keine Heizung, kein frisches Wasser, kein Telefon, kein Internet.“ Auch ein Jahr später sind die Renovierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen.
Schwester M. Stella Kowalska sorgte für Wärme und Essen
Doch der Blick zurück ist nicht nur von Entsetzen geprägt, sondern auch von Dankbarkeit. „Die Unterstützung, die wir in dieser Notsituation erfahren haben, war unglaublich – vor Ort und international.“ Diese Unterstützung kam sowohl von den Nachbarn, von Menschen aus der Region und von der polnischen Regierung als auch von den Familien der Schwestern und der internationalen Ordensgemeinschaft. „Das Generalat, unsere internationale Leitung in Münster, beschaffte Generatoren, Trockengeräte und Materialien, die in unserer Region sofort vergriffen waren“, berichtet Schwester Maksymiliana. „Außerdem Medikamente, Wasser, Lebensmittel und vieles mehr.“ Auch die Deutsche Ordensprovinz, die St. Franziskus-Stiftung und die Pfarrei St. Antonius in Münster beteiligten sich an der Soforthilfe, genauso wie die Spedition Fiege Healthcare Logistics, die für den Transport sorgte. Dringend notwendige finanzielle Hilfe kam ebenfalls aus Münster und von vielen Menschen in Polen und der ganzen Welt. Bis November 2024 gingen 369 Geldspenden bei den Schwestern ein, kleine und größere. Die Schwestern teilten diese Sach- und Geldmittel mit anderen Betroffenen vor Ort. „Bei all unseren Unterstützern möchten wir uns nochmals von ganzem Herzen bedanken“, betont Schwester Maksymiliana.
Kurze Pause für Provinzoberin Schwester M. Maksymiliana Pilarska beim Brennholz-Schlagen
„Dass wir uns in Notlagen gegenseitig helfen können, gehört zu den großen Genschenken unserer Internationalität“, sagt die Generaloberin der Mauritzer Franziskanerinnen, Schwester M. Margarete Ulager. Doch ist die weltweite Hilfe der Franziskanerinnen weder auf akute Situationen begrenzt noch auf die eigene Gemeinschaft. So haben die Schwestern in USA, die seit 1875 im Gesundheitsdienst tätig sind und viele Krankenhäuser im Mittleren Westen gegründet haben, „Mission Outreach“ ins Leben gerufen: Die Organisation mit Sitz in Springfield, Illinois, kümmert sich um die dringenden medizinischen Bedürfnisse von Menschen in ressourcenarmen Gebieten auf der ganzen Welt, indem sie in US-amerikanischen Krankenhäusern medizinische Hilfsgüter und Geräte sammelt, diese sortiert, bei Bedarf repariert und dann weltweit an Krankenhäuser und medizinische Hilfsorganisationen verteilt.
Unterstützung durch mehr als 300 Freiwillige
Die Abteilung für Biomedizintechnik von „Mission Outreach“ testet und verwaltet jedes Jahr 700 medizinische Geräte mit den dazugehörigen Verbrauchsmaterialien. Bei der Verpackung, Inventarisierung und Versendung der Hilfsgüter kann die Organisation auf die Unterstützung von mehr als 300 Freiwilligen zählen. So ist es seit der Gründung im Jahr 2002 gelungen, medizinische Hilfsgüter und Geräte im Wert von über 85 Millionen Dollar zu retten, die sonst auf Mülldeponien gelandet wären. Weltweit konnten schon 530 medizinische Hilfsorganisationen unterstützt werden; im August 2024 freute sich das Team von „Mission Outreach“ darüber, dass mit einer Lieferung nach Burundi das 100. Land erreicht wurde.
„Was kann ich persönlich tun, um Not zu lindern – jetzt und hier, mit meinen Mitteln und Möglichkeiten?“ Diese Frage hat bereits vor 800 Jahren unseren Namenspatron bewegt, den Hl. Franziskus von Assisi. Er verschenkte all seinen weltlichen Besitz und widmete sein Leben dem Dienst an Gott und den Menschen, die krank und ausgegrenzt waren. Inspiriert von seinem Vorbild, haben wir Mauritzer Franziskanerinnen seit der Gründung der Ordensgemeinschaft 1844 weltweit immer wieder neue Antworten auf diese Frage gesucht. Und haben voller Dankbarkeit die Unterstützung angenommen, die uns gewährt wird. Zum Beispiel von Leoś, einem 10-jährigen polnischen Jungen: Von dem Geld, das er zur Kommunion geschenkt bekommen hatte, kaufte er den Schwestern in Ołdrzychowice Kłodzkie einen Luft-Entfeuchter.
Ich wurde am 25. Dezember 1945 in Madison, Wisconsin, geboren und wuchs in Milwaukee, Wisconsin, auf, wo ich gerne im Michigansee schwamm, Eislaufen ging und Sport trieb. Mein Ziel war es, Krankenschwester zu werden, und obwohl mir der Gedanke an ein religiöses Leben durch den Kopf ging, wusste ich, dass die meisten Schwestern Lehrerinnen, Krankenschwestern oder Sozialarbeiterinnen waren.
Am 8. September 1964 trat ich in den Orden der Hospital Sisters of St. Francis ein und legte am 22. August 1967 meine ersten Gelübde ab. Ich erwarb einen Bachelor-Abschluss in Krankenpflege am Marillac College in St. Louis, Missouri, und erhielt eine Zertifizierung als Neonatal Nurse Clinician von der Georgetown University (Washington, DC). Außerdem absolvierte ich Studien am Institute for Religious Formation (Catholic Theological Union) und am Institute for Spiritual Leadership (Chicago, Illinois). Während meines gesamten Ordenslebens habe ich als Krankenschwester in einigen unserer Krankenhäuser in Illinois und Wisconsin sowie in einem weiteren Franziskanerkrankenhaus in Illinois und einem Gesundheitszentrum in Missouri gearbeitet. Darüber hinaus war ich als Novizenmeisterin tätig.
In den letzten 18 Jahren war ich in Chicago in einer Obdachlosenunterkunft und als spirituelle Begleiterin tätig und unterrichtete das 12-Stufen-Programm (ein internationales Programm zur Unterstützung der Genesung von Substanzabhängigkeit, Verhaltenssüchten und Zwängen). Ich habe Exerzitien für Universitätsstudenten und obdachlose Frauen gegeben, bei denen ich mein Wissen über Krankenpflege, religiöse Bildung, die 12 Schritte und Gemeindearbeit einbringen konnte. Es war eine bereichernde Erfahrung, mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zu leben und zu arbeiten.
Im Laufe meines Lebens habe ich gelernt, wie wichtig es ist, in schwierigen Zeiten die Verbindung zu Gott nicht abzubrechen, immer das zu tun, was man liebt, und Wege zu finden, seine Spiritualität zu pflegen.
Mein Name ist Schwester Maria Fidelis. Ich wurde am 18. Oktober 1951, dem Festtag des Heiligen Lukas, in einem Behandlungszimmer im zweiten Stock des Hauses meines Großvaters geboren, der eine Klinik in Hirado in der Präfektur Nagasaki hatte. Zum Zeitpunkt meiner Geburt hatte ich zwei ältere Brüder und eine drei Jahre ältere Schwester. Als ich geboren wurde, spielte meine Schwester gerade mit einer Haushaltshilfe im Garten, als sie die Geburt des Babys hörte und zu allen, denen sie begegnete, lief und sagte: „Das Baby wurde vom Dach geboren.“ Ich wurde oft gehänselt: „Du bist vom Dach geboren.“ Ich hatte das Glück, im Wartezimmer und im Medikamentenraum dieser Klinik spielen zu dürfen und die Nachbarn zu treffen, die als Patienten kamen, insbesondere die armen Menschen, denen beigebracht worden war, dass sie als Christen verfolgt worden waren und alles verloren hatten, um ihren Glauben zu verteidigen. Ich wuchs hier auf und lebte hier, bis ich die High School abschloss.
Meine Familie war bei meiner Taufe (im Alter von 23 Tagen) nicht anwesend. Es stimmt, dass ich getauft wurde, denn mein Name ist im Taufregister der Kirche als Maria eingetragen. Mein Vater konvertierte als Erwachsener vom Buddhismus zum Protestantismus und später, nach intensiver Suche, zum Katholizismus. Als meine Mutter ihn heiratete und ihren ersten Sohn bekam, dachte sie, es wäre nicht gut für unsere Familie, wenn sie durch unterschiedliche Glaubensbekenntnisse geteilt wäre, also wurden mein ältester Bruder und meine Mutter gemeinsam getauft. Keiner ihrer Verwandten war katholisch. In der Kirche hieß es damals, wenn das Kind nicht früh getauft würde, würde es vom Teufel geholt werden, und die Frau, von der Kirche zu meiner Mutter geschickt worden war, verschwand mit mir für etwa eine Stunde. Mein Vater war auf Geschäftsreise und meine Mutter konnte nach der Geburt das Haus noch nicht verlassen. Es war eine lange Zeit für sie, und sie fühlte sich unwohl und nervös. Ich habe einmal gehört, wie meine Eltern von ihren Verwandten beschimpft und verfolgt wurden, weil sie zum katholischen Glauben übergetreten waren. Damals war ich traurig, aber heute kann ich meinen Eltern nur dafür danken, dass sie den Samen des Glaubens in mir gesät haben.
Meine Heimatstadt Hirado liegt an der westlichsten Spitze des japanischen Festlands und ist eine Hafenstadt mit einer langen Tradition des Wohlstands als Drehscheibe für den Handel mit Übersee, vor allem mit Ostasien, seit der Zeit der Gesandten der Sui-Dynastie, und als internationale Stadt mit Verbindungen zu westlichen Ländern wie Portugal und den Niederlanden während des Zeitalters der Entdeckungen im 16. Jahrhundert. Sie hatte auch Verbindungen zum Missionar Franz Xaver und war einer der Orte, an denen die Saat des katholischen Glaubens gesät wurde. Später, als die Verfolgung des Christentums begann, wurde die Gegend zu einem Zufluchtsort für diejenigen, die als Christen verfolgt wurden und alles verloren hatten, um ihren Glauben zu verteidigen, und viele von ihnen waren arm. Vielleicht aus diesem Grund, oder vielleicht wegen des starken Bildes, dass der Beitritt zum christlichen Glauben gleichbedeutend mit Armut ist, war die Ablehnung meiner Eltern durch die Menschen in ihrer Umgebung außergewöhnlich groß.
Seit meiner Grundschulzeit hatte ich beschlossen, Ärztin zu werden wie mein Großvater, und ich verfolgte diesen Weg bis zu meinem zweiten Jahr an der Oberschule. Dann prägte sich mir jedoch aus irgendeinem Grund „Durch Maria zu Christus” ein. Ich dachte, es müsse eines der vielen Bücher gewesen sein, die ich gerne las, aber ich konnte die Passage nirgendwo finden. Wenn ich an meine religiöse Berufung denke, weiß ich nicht einmal, wann mir zum ersten Mal bewusst wurde, dass mir der Weg einer Ordensschwester offenstand.
Die Menschen in meinem Umfeld, einschließlich meiner Familie, konnten nicht glauben, dass ich meine Meinung über den Arztberuf, der seit meiner Kindheit mein Ziel gewesen war, so leicht ändern würde. Entsprechend den Wünschen meiner Eltern wurde beschlossen, meine Berufsentscheidung bis zu meinem 20. Lebensjahr zurückzustellen, und ich wurde ermutigt, eine Ausbildung zur Hausfrau zu machen und nach Tokio zu ziehen, um einige Zeit an einem von den Salesianerinnen geführten College zu verbringen. Das Studium selbst war interessant, und ich hatte das Glück, Freunde zu finden. Während dieser Zeit war ich für mehrere meiner Klassenkameraden und jüngeren Mitschüler die Ersatzmutter bei der Taufe und Firmung. Etwa zu dieser Zeit stellte mir mein Vater einen ihm bekannten Franziskanerpriester vor, und ich begann, regelmäßig die Seta zu besuchen. Ich hatte noch keinen Kontakt zur Kongregation oder zu den Schwestern, daher hatte ich nur eine vage Vorstellung davon, dass ich Schwester werden wollte, aber mein Wunsch, Schwester zu werden, wurde immer stärker.
Ich war mir nicht sicher, welcher Kongregation ich beitreten wollte, also sagte ich: „Ich möchte mich um Kranke kümmern.“ Es schien viele Schwestern in diesem Bereich zu geben, und er nannte mir einen Namen nach dem anderen. Ich entschied mich spontan für die Kongregation der Schwestern des St. Francis Hospital, die der Priester als erste genannt hatte. In den Schulferien fuhr ich nicht nach Hause, sondern besuchte die Konvente in Tokio, Himeji und Nagasaki.
Nach meinem Schulabschluss nahm ich eine Stelle im Büro des St. Francis Hospital in Nagasaki an, wo ich mein erstes Gehalt erhielt und bis zu meiner Aufnahme in die Ordensgemeinschaft im folgenden Jahr arbeitete. Zu dieser Zeit lernte ich Schwester M. Vianney kennen, die bereits als Krankenschwester arbeitete, und wir besuchten jeden Morgen die Messe, auch wenn wir noch müde waren, und aßen gemeinsam in der Cafeteria. Am 11. Februar wurde ich im Alter von 22 Jahren Mitglied unserer Kongregation und habe bis heute alle Stufen des Prozesses durchlaufen.
Als ich meine ersten Gelübde ablegte, wurde ich zur Büroarbeit im St. Mary’s Hospital in Himeji geschickt, und gegen Ende meiner vorläufigen Gelübde wurde ich zur Büroarbeit im Easter Village in Ashikaga geschickt. Nach meiner Ewigen Profess wurde mir vorgeschlagen, eine Apothekerlizenz zu erwerben, und ich konnte mich an einer Universität einschreiben, die nur wenige Gehminuten von unserem Konvent in Tokio entfernt war. Dort bestand ich die nationale Prüfung und konnte mehrere Jahre lang als Apothekerin im St. Mary’s Hospital arbeiten. Im St. Francis Hospital wurde ich dafür geschätzt, dass ich auch dann Dienst leisten konnte, wenn es an Apothekern mangelte. Ich wurde für längere Zeit in Verwaltungspositionen in der Ausbildung und Verwaltung der Schwestern in der Provinz sowie im Apostolat eingesetzt.
Nächstes Jahr jährt sich meine Erste Profess zum 50. Mal. In letzter Zeit habe ich angefangen, mich auf meine Nachfolgerin zu freuen.
Bei dieser Gelegenheit, meine Geschichte zu erzählen, möchte ich unserer Kongregation und der Liebe Gottes, die mich angenommen, mich gefördert und mir die Möglichkeit gegeben hat, Ihnen zu dienen, meinen herzlichen Dank aussprechen.
20. Februar 2025 im Mutterhaus der Japanischen Provinz in Himeji Sr. Maria Fidelis Furukawa Masako
Geboren: 21. September 1938 Eintritt: 4. Februar 1961 Profess: 28. Oktober 1963 Gestorben: 26. August 2025
An der Hand der Gottesmutter und unter ihrem Schutz vollendete unsere Mitschwester ihr irdisches Leben, Schwester M. Kunibalda, geborene Katharina Heuer, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
Jungfrau, Mutter Gottes mein, lass mich ganz dein eigen sein! Dein für Zeit und Ewigkeit!
(Mariengebet)
Schwester M. Kunibalda wurde in Bottrop in eine Bergmannsfamilie hineingeboren. Ihre Kindheit verbrachte sie mit ihren 13 Geschwistern zuerst im Ruhrgebiet und ab 1950 in Legden bei Ahaus. Die Familie war geprägt von einem tiefen christlichen Glauben und dem Leben in der katholischen Kirche.
Nach der Schulzeit half sie ihrer Mutter im Haushalt, verdiente sich eigenes Geld auf einem Bauernhof und kam danach als Stationsmitarbeiterin ins Ahauser Krankenhaus. Von hier aus trat sie bei den Mauritzer Franziskanerinnen in Münster ein und aus Katharina wurde Schwester M. Kunibalda.
Nach dem Krankenpflegeexamen waren ihre Einsätze in der internistischen Männerstation in Waltrop, auf die Intensivstation in Gladbeck und wieder auf einer Männerstation in Wadersloh. In Kamp-Lintfort wurde sie mit den EKG-Untersuchungen vertraut gemacht. Danach war Schwester M. Kunibalda 38 Jahre im Elisabeth-Hospital in Meerbusch-Lank, 20 Jahre in der EKG-Abteilung und danach für den Klausurbereich der Schwestern zuständig. 2020 ging sie, als der Konvent aufgelöst wurde, als Seniorin nach Nordwalde, wo sie in den Abendstunden ihr Leben an Gott zurückgab, liebevoll umsorgt von den Mitschwestern, den Mitarbeitenden und ihrer Nichte, die sie noch am Sterbetag besucht hat.
Schwester M. Kunibalda war eine große Marienverehrerin. Der Gottesmutter hat sie sich immer wieder anvertraut und gerne zu ihr gebetet. Der Mai- und der Oktober als Rosenkranzmonat waren ihr besonders wertvoll. Dankbar nehmen wir von Schwester M. Kunibalda Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Am Montag, den 1. September 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Kunibalda und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 15. Mai 1941 Eintritt: 24. April 1965 Profess: 28. Oktober 1967 Gestorben: 26. August 2025
Nach langer Krankheit rief der gute und barmherzige Gott unsere Mitschwester zu sich, Schwester M. Ulrike, geborene Hedwig Wienand, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus.
Ich bin gewiss zu schauen Gottes Güte im Land der Lebenden.
(Aus Psalm 25)
Schwester M. Ulrike wurde in Stadtlohn geboren und wuchs dort mit ihren vier Brüdern und einer Schwester auf. Der Vater starb nach einem Bombenangriff, als die kleine Hedwig drei Jahre alt war. Das Elternhaus brannte im Krieg ab und die Mutter musste sich mit sechs kleinen Kindern durchschlagen. Das prägte sie und auch das Familienleben. Die junge Frau versuchte mit ihrem selbst verdienten Geld die Familie zu unterstützen. Mit 24 Jahren konnte sie bei den Mauritzer Franziskanerinnen eintreten, die sie im Stadtlohner Krankenhaus kennengelernt hatte. Als Ordensschwester legte Schwester M. Ulrike in Münster die Mittlere Reife ab und machte das Krankenpflegeexamen. Von 1971 – 1986 leitete sie die chirurgische Frauenstation im St. Bernhard-Hospital in Kamp-Lintfort. Danach besuchte sie das Jahresseminar für leitende Schwestern in Göttingen.
Während dieser Zeit hatte sie einen schweren Fahrradunfall, der ihr Leben verändern sollte. Danach wurde sie leider nie wieder so einsatzfähig wie früher. Sie setzte sich als Sakristanin ein im Haus Maria Trost und in dem neu eröffneten Konvent in Bardowick. Sie war danach an der Pforte in Bremen, in Südlohn und Telgte anzutreffen. 2021 ließen ihre Kräfte so stark nach, dass Schwester M. Ulrike als Seniorin ins St. Heriburg-Haus kam. Seit 2022 war sie Bewohnerin der Station Sylvia in Kroge, wo sie jetzt ihr Leben zurückgab in die Hände Gottes. Schwester M. Simone hat sie liebevoll durch die letzten Jahre begleitet und ihr treu bis in die Sterbestunde beigestanden.
Schwester M. Ulrike war eine tief gläubige Schwester, die aus der Kraft des Evangeliums lebte und ganz interessiert alle neuen theologischen Themen aufnahm. Mit ihr zu diskutieren, war immer eine Freude.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Ulrike Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Wir feiern das Auferstehungsamt für Schwester M. Ulrike ist am Freitag, den 29. August 2025 um 14.30 Uhr in der Klosterkirche in Kroge. Anschließend begleiten wir sie zu ihrer letzten Ruhestätte auf dem Kroger Waldfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen beim gemeinsamen Kaffeetrinken austauschen.
Geboren: 20. August 1930 Eintritt: 13. August 1954 Profess: 3. Mai 1957 Gestorben: 25. August 2025
Gott der gute Hirte, dem sie ihr Leben anvertraut hat, führte am 25. August 2025 unsere Mitschwester heim zu sich, um ihren 95jährigen Lebensweg zu vollenden, Schwester M. Liobalda, geborene Johanna Muhle, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus.
Der Herr ist mein Hirte nichts wird mir fehlen.
(Psalm 23)
Schwester M. Liobalda wurde in Olfen im Kreis Lüdinghausen geboren und wuchs bei ihrem Onkel auf. Die Eltern starben, als sie drei Jahre alt war. Zwei ihrer vier Geschwister wurden ebenfalls Ordensschwestern. Bei den Franziskanerinnen im Seppenradener Krankenhaus „lernte sie die Küche“, wie es damals hieß. Mit 24 Jahren trat sie bei den Mauritzer Franziskanerinnen ein, wurde Krankenschwester und Diätassistentin.
In Emstek und Ankum leitete Schwester M. Liobalda die Krankenhausküche und war danach von 1984 bis 1998 die Oberin und hauswirtschaftliche Leiterin im Münsteraner Priesterseminar. In diese Zeit fiel der Besuch von Papst Johannes Paul II in Münster. Er wohnte damals im Priesterseminar. Die nächsten zehn Jahre war Schwester M. Liobalda Konventsoberin im Ahauser Krankenhaus. Danach war sie in der Bücherei des Lüdinghauser Krankenhauses anzutreffen und versorgte die Kapelle im Haus Maria-Trost in Münster.
2016 kam Schwester M. Liobalda als Bewohnerin ins St. Heriburg-Haus. Zunehmend war sie eingeschränkt durch ihre Krankheiten. Das hielt sie aber nicht davon ab, auch im Rollstuhl regelmäßig an den Gottesdiensten teilzunehmen, so lange es ging. Es war ihr Wunsch, dass der Psalmvers: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen“ auf ihrem Totenzettel stehen sollte. Damit wollte sie uns sagen, dass sie sich immer von dem Guten Hirten an die Hand genommen wusste und so ihr langes Leben, auch nach dem frühen Verlust der Eltern und mit ihren schweren Krankheiten, meistern konnte.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Liobalda Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Donnerstag, den 28. August 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Liobalda und begleiten sie zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im August: Ankommen.
Dieser Artikel wurde im August 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
25.08.2025. Das Pilgern liegt seit einiger Zeit voll im Trend. Zum Beispiel der Jakobsweg, der 1987 vom Europarat zum europäischen Kulturroute erhoben und besonders empfohlen wurde. Auf der offiziellen Website der deutschen Jakobsweg-Zentrale ist zu lesen, dass im bisherigen „Rekordjahr“ 2024 erstmals knapp eine halbe Million Menschen auf dem „Camino“ unterwegs waren. Sie kamen aus fast 200 Ländern, wobei die Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland statistisch gesehen den vierten Platz belegen – nach Spanien, Amerika und Italien.
Für die steigende Bekanntheit und Beliebtheit der Pilgerrouten spielen auch die Medien eine große Rolle. Nachdem Hape Kerkeling 2006 seinen Reisebericht „Ich bin dann mal weg“ veröffentlicht hatte, stieg die Zahl der Deutschen auf dem „Camino“ so sprunghaft an, dass die Statistiker sogar von einem „Kerkeling-Effekt“ sprechen. Auch die vielen tausend Fotos der wunderschönen Landschaft, die in den Sozialen Medien gepostet werden, befeuern diesen Trend.
Ausblick vom Kloster Subiaco
Auch wenn das moderne Pilgern nicht immer religiös motiviert ist, steht dahinter doch oft eine spirituelle Sehnsucht: die Suche nach dem Wesentlichen, nach dem eigenen Weg und letztlich nach dem Sinn des Lebens. Viele verbinden mit der Pilgererfahrung die Hoffnung, bei sich selbst anzukommen. Das beginnt schon weit vor Beginn der eigentlichen Reise, wenn die Pilgernden ihre Wanderetappen planen, den Alltag hinter sich lassen und überlegen, was wirklich absolut unverzichtbar ist in einem Rucksack, der im besten Fall nur sechs Kilo wiegt.
Es reist sich besser mit leichtem Gepäck: Eine Metapher für die Lebensreise war das Pilgern schon immer und erlebte seinen ersten Boom bereits im Mittelalter. Schon damals gehörte Santiago de Compostela neben Jerusalem zu den drei wichtigsten christlichen Fernpilgerzielen. Außerdem Rom. Dorthin pilgerte Anfang des 13. Jahrhunderts bereits unser Namenspatron, Franziskus von Assisi – und gehörte als Sohn einer reichen Kaufmannsfamilie zu den wenigen, sich sich das leisten konnten.
Täglich 20.000 Schritte bei 35 Grad
In diesem Heiligen Jahr 2025 werden in der Ewigen Stadt mehr als 40 Millionen Pilgerreisende erwartet, die dem Aufruf und der Einladung von Papst Franziskus folgen, „Pilgernde der Hoffnung“ zu sein. Darunter auch einige Schwestern verschiedenster Nationalitäten aus unserer internationalen Ordensgemeinschaft, u.a. deutsche, indische und japanische. Weitere Schwestern aus unserer Deutschen Provinz sind zum Beispiel auf dem Ludgerusweg nach Gerleve gepilgert und aus der Japanischen Provinz auf den Spuren der Hl. Franziskus und Philippus nach Assisi und Florenz.
Ein Spannungsfeld ist allen Pilgerreisen gemein: Es handelt sich um einen spirituellen Weg, der in unserer irdischen Welt zurückgelegt wird – im Hier und Jetzt. Das war und bleibt herausfordernd. Im Mittelalter wurden die Pilgernden vor Wegelagerern gewarnt, heute vor Taschendieben. Die Schlangen der Wartenden vor den Heiligen Pforten in Rom sind lang. Die Sicherheitsbeamten am Petersdom sorgen dafür, dass man beim Eintritt durch die „Porta Santa“ nicht trödelt, während ihre Kollegen in Santa Maria Maggiore zu verhindern versuchen, dass die Besucher am Grab von Papst Franziskus Selfies machen.
Papst Leo XIV als Medienstar bei der Generalaudienz
Stille und Besinnlichkeit gibt es kaum, Ablenkung um so mehr. Und auch Pilgernde sind Menschen mit Hunger und Durst, mit Sonnenbrand und wunden Füßen. Daher bedarf es für eine erfolgreiche Pilgerreise nicht nur guter Vorbereitung, sondern auch viel Geduld mit sich selbst und mit den anderen sowie viel Entschlossenheit.
Das Pilgern ist und bleibt eine Lebenserfahrung, die spirituell und persönlich sehr bereichernd sein kann. Angesichts all der Möglichkeiten, die sich heute bieten, und der vielen Menschen, die unterwegs sind, lohnt es sich dabei mehr denn je, vorab genau zu überlegen, wo man eigentlich ankommen möchte: In Santiago, in Assisi oder in Rom. Auf Instagram, bei sich selbst oder ein Stück näher bei Gott.
Von Schwester M. Hiltrud Vacker und Claudia Berghorn Fotos: Michael Kestin
Geboren: 7. Mai 1938 Eintritt: 07. Februar 1958 Profess: 28. Oktober 1960 Gestorben: 19. August 2025
Der gute und menschenfreundliche Gott rief zu sich unsere Mitschwester geb. Elisabeth Grevenstette, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus, am 19. August 2025 zu sich.
Maria sprach:
„Was ER euch sagt, das tut.“
(Hochzeit zu Kana, Joh. 2,5)
Schwester M. Siegharda wurde in Gramdorf – Langwege im Kreis Vechta auf einem Bauernhof geboren. Nach der Schulzeit kam sie in die Küche des St. Josefs-Hospitals in Cloppenburg. Hier lernte sie die Schwestern und auch ihren späteren Beruf kennen und schätzen. Im Kloster wurde sie als Krankenschwester zusätzlich Diätassistentin. Um die praktische Ausbildung der Diätschülerinnen im St. Franziskus-Hospital begleiten zu können, besuchte Schwester M. Siegharda das Jahresseminar der Werner-Schule in Göttingen. Vielen Schülerinnen hat sie über fast 30 Jahre geholfen, ihre theoretischen Kenntnisse in die Praxis umzusetzen. So erhielten die Patienten des Hospitals immer eine angemessene und abwechslungsreiche Diät. Neben den Kranken hatte Schwester M. Siegharda immer etwas übrig für bedürftige Menschen, die den Weg zu ihr in die Küche fanden. Ihre offene und positive Ausstrahlung erleichterte ihr den Weg zu den Menschen.
Als Marienverehrerin war ihr das Wort der Mutter Gottes wichtig: „Was ER euch sagt, das tut.“ Sie war fest verwurzelt in ihrem Glauben und setzte sich nach dem Konzil intensiv mit den Neuerungen auseinander, die auch auf die Orden zukamen. In ihrer geringen Freizeit besuchte sie theologische Seminare und Fortbildungen und brachte sich in die Diskussionen ein.
Nach ihrer Zeit als Diätküchenleiterin im St. Franziskus-Hospital kam Schwester M. Siegharda zuerst ins Priesterseminar in Münster, leitete die Küche der Franziskaner in Werl und setzte sich mit zunehmendem Alter noch in Billerbeck und Vreden ein. 2018 kam die Zeit, dass sie als Seniorin ins St. Anna-Stift wechselte. Auch hier hat sie sich immer noch mit den Kräften eingesetzt, die sie hatte. So pflückte sie z.B. Äpfel und kochte sie in der Küche ein. Auch war es ihr ein Anliegen, die Bänke im Garten regelmäßig zu säubern, damit die Schwestern sie benutzen konnten. Im Beisein ihrer Nichte und der Mitschwestern gab sie nun ihr reiches Leben zurück in die Hände Gottes.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Siegharda Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Wir feiern das Auferstehungsamt für Schwester M. Siegharda am Montag, den 25. August 2025 um 14.30 Uhr in der Klosterkirche in Kroge. Anschließend begleiten wir sie zu ihrer letzten Ruhestätte auf dem Kroger Waldfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen austauschen beim gemeinsamen Kaffeetrinken.
Geboren: 13. August 1936 Eintritt: 31. Januar 1959 Profess: 28. Oktober 1961 Gestorben: 14. August 2025
Gott, der uns die Blumen und Kräuter schenkt, rief seine Blumenfreundin und unsere Mitschwester geb. Antonia Fastermann, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus, am 14. August 2025 zu sich.
Gelobt seist du mein Herr für unsere Mutter Erde,
die vielfältige Früchte hervorbringt
bunte Blumen und Kräuter.
(Sonnengesang des hl. Franziskus)
Schwester M. Bernreda war eine echte Franziskanerin, die den Sonnengesang zu ihrem Lebenslied machte. Wir kennen sie als echte Blumenliebhaberin. In allen Konventen erkannte man es an dem Blumenschmuck in der Kapelle und im Haus, dass Schwester M. Bernreda da war. Besonders sind uns ihre 26 Jahre in Seppenrade in Erinnerung. Die Blumen im Klostergarten und auch auf den Gräbern der Schwestern blühten viel größer als anderswo. Darauf angesprochen sagte sie, man müsse mit ihnen sprechen und guten Dünger an die Wurzeln geben. Im Winter trieb sie die Blumen im Gewächshaus vor, die sie dann im Frühjahr ausbrachte. Es kamen Menschen von nah und fern, um ihren Garten zu bewundern. Er machte dem Seppenradener Rosengarten Konkurrenz.
Schwester M. Bernreda war neben der Krankenschwester auch Diätassistentin und 18 Jahre lang Küchenleiterin in Dorsten. Danach absolvierte sie das Jahresseminar für leitende Schwestern in Göttingen und wurde die Assistentin der Oberinnen in Gladbeck und Oberhausen-Osterfeld und selbst Oberin in Liesborn. In Seppenrade konnte sie ihr Blumenhobby endlich zum Hauptberuf machen. Ihr wurde der Garten übertragen. Außerdem übernahm sie den Fahrdienst für die Schwestern und brachte sich mit ihrer guten Singstimme in das Stundengebet des Konventes ein.
Als der Konvent in Seppenrade 2021 aufgelöst wurde, ging sie als Seniorin nach Nordwalde ins St. Franziskus-Haus. Ihre Kraft hatte sie bis dahin aufgebraucht, so dass sie sich liebevoll von den Mitarbeitenden der Pflegestation betreuen ließ, bis sie am Nachmittag nach ihrem 89. Geburtstag ihr Leben in die Hände Gottes zurückgegeben hat.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Bernreda Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 19. August 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Bernreda und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Am 2. Februar 2025 wurde das neu erbaute Anjali-Krankenhaus der Schwestern der Indischen Provinz in Pithora, Raipur, gesegnet und eingeweiht. Als Zeichen der Verbundenheit spendete Herr Anil, der für den Bau des Krankenhausgebäudes verantwortliche Bauunternehmer, den Schwestern einen Krankenwagen für dieses Krankenhaus.
Als Herr Anil Schwester M. Johncy, der Provinzoberin der indischen Provinz, den Schlüssel überreichte, war er sehr bewegt. In seiner Ansprache brachte er seine schmerzhaften Erinnerungen, aber auch seine Freude zum Ausdruck:
Familie Anil spendete einen Krankenwagen in Pithora
„Diesen Krankenwagen schenke ich dem Krankenhaus und seinen Patienten in Erinnerung an meine geliebten Eltern. Als ich ein junger Mann war, war meine Familie in einen tragischen Autounfall verwickelt. Ich erinnere mich noch lebhaft an den Vorfall, der sich nur vier Tage vor meiner Hochzeit ereignete. Meine Eltern wurden schwer verletzt. Obwohl wir alles versuchten, um einen Krankenwagen zu rufen und meine Eltern rechtzeitig ins Krankenhaus zu bringen, gelang es uns nicht. Hilflos standen wir um meinen Vater herum, als er starb. Kurz darauf wurde meine Mutter zwar noch in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht, das 80 Kilometer vom Unfallort entfernt war, aber auch sie starb wenige Monate später.
Durch diese erschütternde Erfahrung wurde mir bewusst, wie verletzlich das menschliche Leben ist. Ich wurde auch Zeuge mehrerer anderer kritischer Fälle im Krankenhaus und sah, wie Menschen leiden, wenn in kritischen Situationen keine rechtzeitige Hilfe verfügbar ist. Der Schmerz über diesen Verlust blieb – ein Schmerz, den ich noch immer in mir trage. Ich hätte meinen Vater nicht verloren, wenn rechtzeitig ein Krankenwagen verfügbar gewesen wäre…
Jetzt, wo ich hier stehe und Ihnen genau das übergebe, was meinen Vater hätte retten können, ist mein Herz voller schmerzhafter Erinnerung und doch voller Freude. Als ich mit der Arbeit an diesem Krankenhausprojekt begann, fassten meine Familie und ich einen Entschluss, der uns sehr am Herzen lag: Wir wollten Ihrem Krankenhaus einen Krankenwagen schenken, in der Hoffnung, damit so viele Leben wie möglich zu retten. Was meinem Vater widerfahren ist und was meine Mutter durchgemacht hat, sollte keinem anderen Unfallopfer mehr passieren. Wir sind froh, dass wir das tun können. Das Geld für den Kauf dieses Fahrzeugs haben wir als Familie gemeinsam gesammelt. Sogar meine Kinder haben ihr gesamtes Taschengeld gespendet, um diesen Betrag zusammenzubekommen.“
Herr Anlil übergibt den Schlüssel des Krankenwagens an Schwester M. Johncy, Provinzoberin der Indischen Provinz
Die Schwestern unserer Indischen Provinz und der gesamten internationalen Ordensgemeinschaft sind Herrn Anil und seiner Familie für diese wunderbare und lebensrettende Spende zutiefst dankbar.
Mit der Gründung dieses Krankenhauses in Pithora ist ein Lebenstraum der ersten Missionarinnen Schwester M. Vulmara Hannöver und Schwester M. Gerburg Aufderheide, der Schwestern der Indischen Provinz und aller Schwestern unserer der Kongregation, die an der Planung und Betreuung der Indienmission beteiligt waren, in Erfüllung gegangen. Vor 52 Jahren reiste Schwester M. Vulmara nach Indien, und im folgenden Jahr, 1974, kam Schwester M. Gerburg in Pithora an. Sie mussten bei Null anfangen.
Das Leben war für beide sehr hart. Die Menschen im Dorf waren sehr arm. Wenn jemand im Dorf krank war, baten sie die Schwestern um Tabletten gegen Fieber, Malaria, Typhus, Krätze…Damals fanden Geburten oft zu Hause statt. Bei Komplikationen halfen die Schwestern bei der Geburt des Kindes… Diese Erfahrungen haben sie dazu bewogen, auf sehr bescheidene Weise eine kleine Krankenstation einzurichten…
Ein Foto aus den 70er Jahren: Sr. Gerburg versorgt Kinder in Pithora
Bei der Einweihung des neu erbauten Gebäudes, des Anjali-Krankenhauses, sagte unsere Generaloberin Schwester M. Margarete Ulager in ihrer Ansprache an die Schwestern: „Wenn ich an all das zurückdenke, was hier in den zweiundfünfzig Jahren des Bestehens der Indischen Provinz geschehen ist, liebe Schwestern, bin ich voller Demut, vor Ihnen zu stehen. Sie alle haben so viel erreicht und immer versucht, Gottes Willen in der Realität Ihres täglichen Lebens zu finden. Was vor mehr als 50 Jahren aus den bescheidenen Anfängen von Schwester Gerburg entstanden ist, ist unglaublich. Schwester Gerburg, Sie haben Indien zu Ihrer Heimat gemacht und sind gleichzeitig ‚Amma‘ geworden, eine Mutter für so viele Menschen: ihre Krankenschwester, ihre Hebamme, ihre Lehrerin, ihre Versorgerin, ihre Lebensretterin und ihre Trösterin.“
Die indische Provinz hat fast hundert Mitglieder, die an 17 verschiedenen Orten in ganz Indien tätig sind. Geleitet von der Vision unseres Gründers Pater Christopher Bernsmeyer aus dem Jahr 1844, führen die Schwestern seine Mission fort, indem sie als Gesundheitsfachkräfte, Lehrerinnen und Sozialarbeiterinnen dienen – in dem Bestreben, die heilende Gegenwart Christi zu sein und zu werden.
Sr. M. Lima Arackal
Erinnerung an die Baustelle des Anjali-Krankenhauses in Pithora
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Juli: Geschwisterlichkeit.
Dieser Artikel wurde im Juli 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
25.07.2025. Im Jahr 2018 erregte eine Schlagzeile aus Großbritannien große Aufmerksamkeit: Im Vereinigten Königreich wurde das weltweit erste „Ministerium gegen Einsamkeit“ eingerichtet. Zwei Jahre später folgte Japan diesem Beispiel. Eine internationale Studie, die über 140 Staaten untersuchte, stellte im Oktober 2023 fest, dass weltweit fast jeder vierte Mensch unter Einsamkeit leidet. Fast zeitgleich erarbeitete unsere Bundesregierung eine „Strategie gegen Einsamkeit“ und legte kürzlich das neuste „Einsamkeitsbarometer“ vor, in der jedes Jahr das Einsamkeitserleben der deutschen Bevölkerung analysiert wird. Tendenz steigend.
Alle sind sich einig: Einsamkeit ist ein großes Problem unserer Zeit. Denn Einsamkeit belastet nicht nur die Seele, sondern auch den Köper: Ihre toxische Wirkung soll einer täglichen Packung Zigaretten entsprechen. Die Studien verweisen sogar auf eine Gefahr für die Demokratie, denn Personen mit erhöhter Einsamkeitsbelastung zeigen deutlich weniger Vertrauen in politische Institutionen und einen stärkeren Hang zum Extremismus.
Besonders betroffen von Einsamkeit sind seit jeher Menschen, die Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. Zu Lebzeiten des hl. Franziskus von Assisi waren es die Aussätzigen, die vor die Tore der Stadt verbannt und ihrem Schicksal überlassen wurden. Die Chroniken berichten, dass die persönliche Begegnung mit einem Aussätzigen Franziskus‘ Leben veränderte: Der reiche, verwöhnte junge Mann stieg von seinem Pferd und umarmte den Kranken, in dem er seinen Bruder, in dem er Jesus erkannte. Später widmeten Franziskus und seine Gefährten ihr Leben ebendiesen Kranken und Ausgegrenzten und bezogen die gesamte Schöpfung in ihre geschwisterliche Fürsorge ein. Davon zeugt auch der „Sonnengesang“, den Franziskus vor 800 Jahren schrieb. Er bezeichnet darin alle Mitgeschöpfe sowie Sonne, Mond und die Elemente als seine Geschwister.
Inspiriert vom Beispiel des hl. Franziskus haben wir Mauritzer Franziskanerinnen seit der Gründung unserer Gemeinschaft immer wieder versucht, diese Geschwisterlichkeit im Dienst an Gott und den Menschen zu leben. Anfang der 1990er Jahre führte diese Haltung Schwester M. Juvenalis Lammers und mich nach Berlin. Es war die Zeit, als das HI-Virus (HIV) Angst und Schrecken verbreitete und eine Infektion einem Todesurteil gleichkam. In der Hauptstadt lebten und starben besonders viele Infizierte, einsam und ausgegrenzt wie „neue Aussätzige“, verstoßen von der Gesellschaft, von der Kirche, einige selbst von ihren Familien.
Sr. M. Hannelore Huesmann, Sr. M. Juvenalis Lammers und Sr. M. Margret Steggemann vor dem „Gedenkvorhang“ in Erinnerung an die Menschen, die vom Hospizdienst Tauwerk begleitet wurden
Im November 1992 zogen wir nach Genehmigung durch unsere Münsteraner Ordensleitung nach Berlin-Pankow. Als ausgebildete Krankenschwestern arbeiteten wir vier Jahre lang in Kliniken und in der ambulanten Pflege, um Erfahrung in der Behandlung von an AIDS Erkrankten zu sammeln. Schnell wurde klar, dass es eine Versorgungslücke speziell bei der Begleitung sterbender AIDS-Kranker gab. Um diese Lücke zu schließen, gründeten wir 1997 mit Gleichgesinnten den ambulanten „Hospizdienst Tauwerk e.V.“.
Schwester M. Juvenalis und Schwester M. Margret im Kreis der Ehrenamtlichen
Seither haben wir gemeinsam mit entsprechend geschulten Ehrenamtlichen, zu denen seit 2009 auch Schwester M. Margret Steggemann gehört, mehr als 500 an AIDS Erkrankte begleitet, um ihnen statt Einsamkeit und Ausgrenzung die Lebenserfahrung von Annahme, Interesse, Dialog und Solidarität zu vermitteln. Wir freuen uns, dieses Engagement für Menschen mit AIDS seit diesem Jahr unter dem Dach des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin weiterführen zu können.
Schwester M. Juvenalis mit einem an AIDS Erkrankten
Franziskus brauchte keine internationalen Studien, um zu wissen: Die beste Medizin gegen Einsamkeit ist Beziehung, ist sozialer Kontakt. Auch wir haben in der Begleitung der Sterbenden immer wieder gespürt, wieviel Trost darin liegt, wenn einfach jemand da ist – wenn statt der Ausgrenzung eine heilende Verbundenheit spürbar wird, weil wir uns als Menschen, als Geschwister begegnen. Und zwar nicht nur in Krankheit und Tod, sondern auch mitten im Leben; nicht nur in Assisi und Berlin, sondern überall. Denn wenn statistisch gesehen jeder vierte Mensch einsam ist, gibt es ganz praktisch gesehen für jede und jeden von uns genug zu tun, wo auch immer wir sind.
Von Schwester M. Hannelore Huesmann und Claudia Berghorn Fotos: privat
Weitere Informationen und Impressionen vom Hospizdienst Tauwerk sind im folgenden Film zu finden, der im Jahr 2022 in Zusammenarbeit mit der St. Franziskus-Stiftung und der Deutschen Provinz unserer Gemeinschaft entstand.
Geboren: 2. Februar 1931 Eintritt: 8. August 1952 Profess: 3. Mai 1955 Gestorben: 19. Juli 2025
In der Hoffnung, mit Christus ihrer Stärke und ihrem Licht auf dem Weg, gab unsere Mitschwester, geb. Gertrud Schölpen, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus, am 19. Juli 2025 ihr Leben zurück in die Hände des guten und barmherzigen Gottes.
Meine Hoffnung und meine Freude,
meine Stärke, mein Licht,
Christus meine Zuversicht.
Auf dich vertrau ich und fürcht‘ mich nicht.
(Gotteslob Nr. 365)
Schwester M. Alfriedis wurde in Homberg am Niederrhein geboren, kurz vor dem Beginn des Dritten Reiches. Ihre Kinder- und Schulzeit fiel in die Zeit des Nationalsozialismus. Auf ihrem Schulabschlusszeugnis steht ein Stempel mit dem Hakenkreuz. Die katholische Familie hatte es nicht leicht, doch ein starker Glaube hat sie durch diese schwere Zeit getragen und das Leben nachhaltig geprägt.
Mit 21 Jahren trat Gertrud Schölpen in die Ordensgemeinschaft ein und es wurde aus ihr Schwester M. Alfriedis. Die Sorge für die kranken und alten Menschen waren ihr immer ein großes Anliegen. Nach dem Examen war sie 33 Jahre als Kranken- und Stationsschwester in Hückeswagen und Waldniel tätig. Danach absolvierte sie berufsbegleitend das Altenpflegeseminar in Holthausen und wechselte vom Rheinland in die Altenpflege nach Körbecke am Möhnesee, mit einem Zwischenstopp in Dortmund und Sevelen. 2012 durfte sie sich dann ausruhen von ihrem langen Dienst und kam als Seniorin in den Konvent Maria Hilf in Telgte. 2015 wechselte sie ins St. Heriburg-Haus. Hier konnte sie ihre letzten Monate in der neuen Station St. Klara leben und die besondere Atmosphäre dieser Wohngruppe genießen.
Von ihrem Namenspatron dem hl. Alfried wird berichtet, dass er „reich an Tagen“ starb, so war es auch bei Schwester M. Alfriedis, die 94 Jahre alt wurde.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Alfriedis Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Donnerstag, den 24. Juli 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Alfriedis und begleiten sie zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Born: January 3, 1932 Entrance: February 2, 1952 Professed: October 28, 1954 Died: July 16, 2025
On Wednesday, July 16, 2025, at 2:45 p.m., our beloved God called to himself our dear Sister M. Viventia, born by the name of Genowefa Herman, Hospital Sister of the Third Order Regular of St. Francis.
The joy of the Lord is our strength.
Neh.8:10
Sister M. Viventia was born in Katowice/Chebzie.
During her postulancy, Sister M. Viventia worked as a nursing assistant in the surgical ward of St. Adalbert Hospital in Opole. She studied at a nursing school in Krakow and obtained her nursing diploma in 1964. She then worked as a highly competent nurse at the Children’s Clinic for Infectious Diseases in Wroclaw until September 1989. During this time, she was provincial councillor for six years and Superior of the local convent for twelve years. For another seven years, she worked in housekeeping and as matron at the bishop’s residence in Opole. From 1996, she lived in the provincial house, where she took on various household tasks and helped in the infirmary. In 2017, she was transferred to the nursing home in Opole-Stephanshöh because she needed treatment and rehabilitation.
Sister M. Viventia distinguished herself in her service as a nurse and by her superior kindness, goodwill, hospitality, gentleness toward all, and a great sense of humour. She had a generous and kind heart for the poor and needy who knocked on the doors of our convents. She showed great openness toward those who visited our provincial house, offering them a kind word, time, and friendliness. Many who came unexpectedly felt welcome and cared for by Sister M. Viventia, who received them at the gate. She was very conscientious in her duties.
From an early age, she had a special love for St. Thérèse of the Child Jesus. She claimed to be as stubborn as little Teresa herself. Sister M. Viventia was as persistent on the path to holiness as Saint Teresa and, like her, had a gentle and boundless love for Jesus.
She cultivated relationships with her family, showed them love and kindness, and surrounded them with prayer and gratitude.
In her last years, her physical strength declined more and more, which she accepted with resignation to God’s will, and on July 16, in the 71st year of her religious life, she slept peacefully under the protection of Our Lady of Mount Carmel and entered the Kingdom of Heaven.
She is grateful to her fellow sisters for all the kindness and service they have shown her, especially to the sisters in Opole Szczepanowice. We continue to commend herself to our prayers and trust that she will support us from heaven.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Juni: Verständnis.
Dieser Artikel wurde im Juni 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
29.06.2025. Kürzlich haben wir an Pfingsten die Geburtsstunde der Kirche gefeiert. Der Text des Evangeliums fasziniert jedes Jahr aufs Neue: Voller Furcht hatten sich die Jünger versammelt und versteckt. Dann kam der Hl. Geist wie mit Feuerzungen auf sie herab, ermutigte und inspirierte sie. Die Jünger begannen zu predigen, und das Wunder geschah: „Jeder hörte sie in seiner Sprache reden.“
Dieser Hinweis macht deutlich, dass die Sprache schon immer eine große Bedeutung für die Verkündigung der frohen Botschaft hatte, zuerst im Vielvölkerstaat Israel, der damals zum römischen Weltreich gehörte.
Franziskus von Assisi, unser Namenspatron, und die Brüder seiner Gemeinschaft hätten sich wohl auch manchmal ein solches Pfingstwunder gewünscht. Sie waren erfüllt davon, die Botschaft Jesu in der Welt zu verbreiten und Zeugnis zu geben durch ihr einfaches Leben nach dem Evangelium, im Dienst Gottes und der Menschen. Noch zu Lebzeiten des Heiligen brachen sie von Assisi aus in die ganze Welt auf, meist zu zweit oder in kleinen Gruppen. Aber ihr Glaube und ihr Mut waren deutlich größer als ihre Weltkenntnis, so dass einige Missionsreisen scheiterten.
Statue des Hl. Franziskus in Assisi (Foto: Kestin)
So auch 1219, als etwa 60 Brüder über die Alpen ins heutige Deutschland zogen, ohne die dortige Sprache zu sprechen. Ob sie Unterkunft und Nahrung bräuchten, fragte man sie. Sie versuchten es mit „Ja“ und wurden freundlich aufgenommen. Die Brüder beschlossen, nunmehr jede Frage mit „Ja“ zu beantworten. Ob sie Ketzer seien? „Ja!“ antworten sie und waren erstaunt, dass sie mit Schimpf und Schande davongejagt wurden. Eine misslungene, aber lehrreiche Begegnung. Als die Brüder zwei Jahre später wieder über die Alpen zogen, war ihre Mission dank sorgfältiger Vorbereitung und besserer Sprachkenntnisse erfolgreich: Mit der Niederlassung in Augsburg 1221 begann die Geschichte der Franziskaner in Deutschland.
Auch für uns Mauritzer Franziskanerinnen hatte die Sprache schon immer eine große Bedeutung. So war es schon 1875, als 20 unserer jungen Ordensfrauen nach Amerika gingen – ausgebildete Krankenschwestern ohne Englischkenntnisse, die sich anfangs hauptsächlich um die Versorgung deutscher Einwanderer kümmerten. Nach kurzer Zeit empfanden sie die Sprachbarriere als so hinderlich für ihren Dienst, dass sie zusammen mit Grundschulkindern die Schulbank drückten und Englisch lernten. Die neue Sprachkompetenz half ihnen dabei, die Amerikanische Provinz aufzubauen, Krankenhäuser zu gründen und die erste katholische Krankenpflegeschule der USA. Sie half natürlich auch bei der Verkündigung ihres Glaubens. Auch bei weiteren Missionen in Europa, Ostasien, Afrika und Indien stellte sich für unsere Schwestern die Aufgabe der Verständigung immer wieder neu.
Sprache und Kultur in Irland: Generalrätin Sr. M. Teresa Wawrowicz (Mitte) mit ihren polnischen Mitschwestern Sr. M. Katarzyna (li.) und Sr. M. Dominika (Foto: Generalat)
Heute leben weltweit 500 Mauritzer Franziskanerinnen in unserer internationalen Ordensgemeinschaft. Die Vielfalt der Nationen, Sprachen und Kulturen ist ein großer Schatz und eine große Aufgabe. Als gemeinsame Sprache, die uns verbindet, haben wir Englisch gewählt – für die meisten unserer Schwestern eine Fremdsprache! So auch für unsere polnische Mitschwester Sr. M. Teresa Wawrovicz. „In der Schule habe ich mich eher für die mathematischen Fächer interessiert“, sagt die 36-jährige. Sie studierte Finanzmanagement und Rechnungswesen und arbeitete seit 2019 als Provinzökonomin in der Polnischen Provinz, bevor sie im September 2024 auf dem Generalkapitel in Münster zur Generalrätin gewählt wurde. Sofort war ihr klar, dass sie für ihre neuen Aufgaben in der internationalen Ordensleitung ihre Sprachkenntnisse verbessern musste. Seit Jahresanfang lebt sie in Dublin, um dort für ein halbes Jahr Englisch zu lernen. Sobald sie wieder in Münster ist, steht Deutsch auf dem Programm.
Aufbruch nach Dublin, Jan. 2025Gemeinsames Lernen in DublinLernen, verstehen – Verständnis!
Beim Sprachenlernen geht es für uns nicht nur um reines inhaltliches Verstehen, sondern um interkulturelles Verständnis. Eine wichtige Zukunftskompetenz, die wir im Ausbildungsprogramm für die jungen Schwestern unserer Gemeinschaft verankert haben. So lernen inzwischen auch Sr. M. Katarzyna und Sr. M. Dominka, zwei weitere Schwestern aus der Polnischen Provinz, Englisch in Irland; als Europäerinnen brauchen sie dort kein Visum.
Schwierig war es, Jahresvisa für drei junge vietnamesische Schwestern aus unserer Japanischen Provinz zu erhalten. Aktuell leben Sr. M. Hilary Nguyen, Sr. M. Josepha Bui und Sr. M Angela Hoang bei uns im Mutterhaus. Ein halbes Jahr lang werden sie in Münster Deutsch lernen, danach soll es zum Englischlernen nach Malta gehen. Ihre erste Fremdsprache beim Eintritt in unsere Ordensgemeinschaft war übrigens Japanisch. Bei ihrer weiten Reise nach Deutschland wurden die drei Schwestern von Schwester Maria Fidelis Furukawa, Provinzoberin der Japanischen Provinz, und der japanischen Provinzrätin Schwester M. Vianney Kawaguchi begleitet.
V.l.n.r.: Die japanische Provinzoberin Schwester Maria Fidelis Furukawa mit Provinzrätin Schwester M. Vianney Kawaguchi und den vietnamesischen Schwestern Sr. M. Angela Hoang, Sr. M. Hilary Nguyen, Sr. M. Josepha Bui (Foto: Kestin)Im Klostergarten des Mutterhauses in MünsterSprachenstudium für die Zukunft der Kongregation
Die verbindende Sprache unserer Gemeinschaft ist nicht nur im persönlichen Kontakt wichtig, sondern auch für unser Glaubensleben. „Zuerst habe ich die Gebete und die Liturgie auf Englisch gelernt“, berichtet Schwester Teresa. Denn Ordensleben ist Beziehung – Beziehung zu Gott, zu den Mitschwestern und zu allen Menschen, denen wir begegnen. Dabei fördert die interkulturelle Kompetenz unsere Toleranz und unser Verständnis, wo auch immer wir sind und was auch immer wir tun.
Von Schwester Rita Edakkoottathil und Claudia Berghorn Fotos: Michael Kestin
Geboren: 27. Dezember 1922 Eintritt: 8. September 1949 Profess: 13. Juni 1952 Gestorben: 21. Juni 2025
Am 21. Juni 2025 um 11: 15 Uhr wurde Schwester Mary Evelyn, OSF, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus, im Beisein von Schwester Jamesine und Schwester Marilyn sowie Pat Goldsmith, Mitglied der franziskanischen Weggemeinschaft, zur Ewigkeit gerufen.
Doch meine Burg ist der Herr. Mein Gott ist der Fels meiner Zukunft.
(Psalm 94.22)
Schwester Mary Evelyn wurde am 27. Dezember 1922 in Aud, Missouri, als Tochter von James Earl und Hada (Mantle) Lamb geboren. Sie ging gern zur Schule und hielt die Abschiedsrede ihrer Abschlussklasse. Während sie die erste bis achte Klasse in einer kleinen Schule unterrichtete, in einer Hosenfabrik arbeitete und im Büro des Schulleiters tätig war, fühlte sie sich zu einem religiösen Leben berufen. Sie wollte Krankenschwester werden.
Im Jahr 1945 saß sie mit ihrer 18-jährigen Schwester Earline und einer Freundin in einem Boot auf einem künstlich angelegten See auf dem Grundstück der Familie. Als das Boot kenterte, schwamm ihre Freundin in Sicherheit, während Schwester Mary Evelyn, die nicht schwimmen konnte, auf das Boot kletterte. Während sie zusah, wie ihre Schwester im See ertrank, bat sie Gott, ihr Leben zu retten, damit sie ihrer Berufung zum Ordensleben folgen könne. Vier Jahre später fiel ihr eine Anzeige der Hospitalschwestern in einer Berufungszeitschrift ins Auge. Sie folgte ihrer Berufung, trat am 8. September 1949 ins Mutterhaus ein und wurde ein Mitglied unserer Gemeinschaft. Ihre erste Profess legte sie am 13. Juni 1952 ab. Zwei ihrer Schwestern schlossen sich ihr in unsere Gemeinschaft an: Jane Marie (1954) und Jamesine (1955).
Schwester Mary Evelyn absolvierte 1958 die Krankenpflegeschule des St. John’s Hospital. Darüber hinaus erwarb sie 1956 einen Bachelor im Lehramt an der Quincy Universität und 1975 einen Abschluss als Krankenschwester an der Sangamon State Universität.
Schwester Mary Evelyn arbeitete in der Krankenpflege in den Krankenhäusern von HSHS in Illinois und Wisconsin sowie im St. Francis Convent. Außerdem arbeitete sie bei dem Springfield und Sangamon Sozialdienst, Alverna Pflegedienst Zentrum in Chicago, IL (sie fuhr gerne in die Stadt) und bei Interreligiösen Pflegekräften in Eau Claire, WI, wo sie stellvertretende Direktorin war.
Nach ihrer Rückkehr ins St. Francis Kloster im Jahr 1995 blieb Schwester Mary Evelyn aktiv. Sie malte in verschiedenen Stilen, darunter Ikonen, praktizierte heilende Berührungen, machte regelmäßige Übungen, spielte Rummikub und stellte ihren Sinn für Humor unter Beweis, der zu ihren Markenzeichen gehörte. Sie widmete sich ihrem religiösen Leben und lebte dieses voll und ganz.
Sie überlebte ihre Eltern, die Brüder Malvin Mark, Jamas Earl II, Paul David, Dala George, Walter William und Robart Owen sowie die Schwestern Earline Lucy Lamb und Schwester Jane Marie Lamb, OSF (2005). Sie hinterlässt einen Bruder, Charles Joseph aus Kansas City, Missouri, sowie die Schwestern Schwester Jamegine Lamb, OSF, und Esther Ann Brandt aus Kansas City, Missouri, viele Nichten und Neffen sowie Großnichten und Großneffen.
„Wenn du das Älteste von zwölf Kindern bist, werden deine Eltern deine Hilfe beim Kochen, bei der Hausarbeit und bei der Betreuung deiner jüngeren Geschwister benötigen. Dabei wirst du viele Dinge lernen, unter anderem den Wert von Stärke.“ Dies prägte den Charakter von Schwester Mary Evelyn, OSF, und trug sie durch ihre 102 Lebensjahre. Möge Schwester Mary Evelyn vom Herrn reich belohnt werden und für uns vom Himmel aus Fürsprecherin sein.
Geboren: 25. Oktober 1935 Eintritt: 10. August 1956 Profess: 3. Mai 1959 Gestorben: 30. Juni 2025
Jesus Christus rief unsere Mitschwester zu sich in die himmlische Heimat, Schwester M. Ancilla, geb. Theresia Schomaker, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
Unsere Heimat ist im Himmel.Dort erwarten wir Jesus Christus, den Herrn, als Retter.
(Phil. 3, 20)
Schwester M. Ancilla wuchs im Kreis ihrer zwölf Geschwister auf dem Bauernhof der Familie Schomaker in Westendorf bei Glandorf auf. Wie ihre vier Schwestern, Gottharda, Alderika, Emilianis und Rosalia wurde sie Mauritzer Franziskanerin.
Bis 1983 arbeitete Schwester M. Ancilla als Krankenschwester in Legden und Issum-Sevelen. Dann besuchte sie das Altenpflegeseminar in München und sorgte sich um die alten Menschen und die Mitschwestern in Issum-Sevelen, Alpen und im St. Heriburg-Haus. Ab 2007 lebte sie in Lingen-Biene und sorgte in dem kleinen Konvent mit Schwester M. Emilianis für den Haushalt und für die Pfarrkirche. Dieser Einsatz hat ihr besonders viel Freude gemacht, da sie ihre kreativen Fähigkeiten besonders gut einbringen konnte und die Schwestern dort viel Kontakt zu den Menschen der Gemeinde hatten. Mit der Auflösung des Konventes kam sie, zusammen mit Schwester M. Emilianis, zurück ins Mutterhaus. Auch dort setzten sie sich trotz ihrer schwindenden Kräfte im Nähzimmer ein.
Gemeinsam wechselten die beiden Geschwister im April dieses Jahres als Seniorinnen ins St. Heriburg-Haus, wo Schwester M. Ancilla ihr Leben in den frühen Morgenstunden des 30. Juni an Gott zurückgab. Im Himmel warten ihre Schwestern Gottharda, Alderika und Rosalia auf sie.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Ancilla Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden. Unser Mitgefühl gilt Schwester M. Emilianis, die sie bis in die Sterbestunde begleitete.
Am Freitag, den 4. Juli 2025, verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 10.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Ancilla und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Geboren: 29. Juni 1927 Eintritt: 25. Januar 1952 Profess: 28. Oktober 1954 Gestorben: 16. Juni 2025
Unter dem Schutz und der Begleitung der Gottesmutter gab unsere Mitschwester, geb. Elisabeth Brinker-Ohmscheiper, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus, im Alter von 98 Jahren, ihr Leben zurück in die Hände Gottes.
Maria sprach: „Was ER euch sagt, das tut.“
(Hochzeit zu Kana, Joh. 2,5)
Tätige Nächstenliebe bestimmt seit der Jugendzeit ihr Leben, so schreibt die WAZ-Zeitung 1987 in Lünen über Schwester M. Reginata, die in dem Jahr zur „Frau des Jahres“ gewählt wurde und 1990 die Ehrenurkunde erhielt als „die beliebteste Helferin in Weiß“. Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und unermüdlicher Leistungswille wurden hier als ihre herausragenden Eigenschaften genannt. So kennen und schätzen wir Schwester M. Reginata seit 73 Jahren.
Geboren wurde sie vor 98 Jahren in Wettringen und trat mit 25 Jahren bei den Mauritzer Franziskanerinnen ein. Nach den üblichen Stationen als Kranken- und Stationsschwester wurde Schwester M. Reginata Krankenhauspastoralreferentin und arbeitete die ersten 3 Jahre in Ahaus und danach 6 Jahre im Marienhospital in Lünen. Weitere 25 Jahre traf man sie als Seelsorgerin in der Reha-Klinik Maria Frieden in Telgte an, wo sie neben der Seelsorge auch die Bücherei leitete und auch hier mit den Menschen ins Gespräch kam. Während dieser Zeit hat sie die Ordensdatenbank für unsere Gemeinschaft aufgebaut.
Schwester M. Reginata war mit Leib und Seele Seelsorgerin und wurde gerne liebevoll „Bischöfin“ genannt. Einige Priester aus Nigeria führte sie in die deutsche Sprache und Lebensart ein. Sie hätte gut eine Gemeinde leiten können, wenn das möglich gewesen wäre. Schwester M. Reginata hatte einen großen Gebetsschatz, der sie bis in ihr hohes Alter begleitete. Besonders verehrte sie die Muttergottes und pilgerte gern zur Gnadenkapelle in Telgte, um ihr nahe zu sein.
Vor 10 Jahren kam Schwester M. Reginata auf ihren Wunsch hin als Seniorin ins St. Heriburg-Haus, wo sie in den letzten Monaten wegen ihrer demenziellen Grenzen in dem neuen Wohnbereich St. Klara lebte und dort auch ihr Leben vollendete, liebevoll begleitet durch die Mitschwestern und die Mitarbeitenden.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Reginata Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Die Provinzleitung der Mauritzer Franziskanerinnen
Der Schwesternkonvent des St. Heriburg-Hauses in Münster
Die Angehörigen
Am Freitag, den 20. Juni 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 10.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Reginata und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Ich wurde 1968 im Dorf Purapuzha im Bezirk Idukki in Kerala in Indien geboren. Ich bin das dritte von sechs Kindern (zwei Jungen und vier Mädchen). Mein verstorbener Vater war Bauer, meine Mutter ist Hausfrau.
Anfangs lebte ich bei meinen Großeltern in Ramapuram. Als ich ihr inniges Gebetsleben sah, begann der Same des Glaubens in mir zu wachsen. Sie ermutigten mich, alle Gebete zu lernen, und nahmen mich mit in die Kirche.
Später zogen meine Eltern von Purapuzha nach Upuzha im Bezirk Thrissur, und seitdem lebte ich mit ihnen und meinen Geschwistern zusammen. Ich erinnere mich dankbar und liebevoll an die wunderbare Zeit, die wir als Familie verbracht haben. Ich danke Gott immer für meine Eltern, die mir sowohl in meiner körperlichen als auch in meiner geistigen Entwicklung Vorbilder waren.
Ich besuchte die St. Anne’s Mädchenschule und wohnte im Internat der Schwestern der Kongregation der Mutter von Carmel (CMC). Dort hatte ich die Möglichkeit, jeden Tag an der Heiligen Eucharistie teilzunehmen, was mir half, die Bedeutung der Nähe zu Gott zu erkennen. Die Schwestern organisierten verschiedene spirituelle und kulturelle Programme, um uns zu begleiten und uns zu inspirieren, den richtigen Weg im Leben zu wählen. Rückblickend hatte ich in meinen frühen Schuljahren nicht die Absicht, Ordensschwester zu werden, obwohl die CMC-Schwestern oft über die Berufung zum Ordensleben sprachen.
Manchmal spricht Gott zu uns durch Freunde, Familienmitglieder, gläubige Menschen und sogar durch die Umstände des Lebens. Diese Momente der Erkenntnis können Gedanken wecken, die wir zuvor nie hatten. Als ich in der 9. Klasse war, besuchte ein Priester, der in Nordindien arbeitete, unsere Schule und berichtete von seinen Erfahrungen als Missionar. Sein Dienst hat mich tief inspiriert und ich spürte, dass Jesus auch mich ruft.
Besonders dankbar bin ich Sr. Baylon von den CMC-Schwestern, die mich ermutigte, an Berufungscamps teilzunehmen. Diese halfen mir, meine Berufung zum Ordensleben zu erkennen. Als ich ihr meinen Wunsch mitteilte, lud sie mich ein, ihrer Kongregation beizutreten. Ich verspürte jedoch den starken Wunsch, Missionarin in Nordindien zu werden.
Ich erzählte dies meiner älteren Schwester, die zu dieser Zeit in Indore war. Sie brachte mich mit den Mauritzer Franziskanerinnen in Pithora in Kontakt. Später kontaktierte mich Schwester M. Gerburg über Pater Thomas Vadakekary, den damaligen Pfarrer von Pithora, der gerade in Heimaturlaub war. Alles, was dann folgte, kam mir wie ein Wunder in meinem Leben vor.
Zwei Mädchen aus Kerala begleiteten mich auf der Reise mit Pater Thomas. Am 7. Dezember 1985 erreichten wir Pithora.
Während meiner Kandidatur wurde ich nach Tatibandh geschickt, um dort an einer englischsprachigen Schule, die von Schwester der Kongregation von Jesus Maria Joseph (JMJ) geführt wurde, die zweijährige schulische Oberstufe zu absolvieren. Nach meinem Abschluss durchlief ich verschiedene Ausbildungsstufen, die mir halfen, mich für Jesus Christus zu entscheiden und mich an ihn zu binden.
Am 25. Januar 1992 legte ich meine erste Profess ab und am 9. Dezember 1997 meine Ewigen Gelübde. 2017 feierte ich mein Silberjubiläum.
Wie soll ich dem Herrn vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut? (Psalm 116,12)
Im Laufe der Jahre habe ich in verschiedenen Konventen gelebt. Derzeit arbeite ich als Labortechnikerin im Krankenhaus von Anjali Niketan in Pithora. Ich bin glücklich und zufrieden mit meinem religiösen Leben und bin Gott für seine unzähligen Segnungen dankbar. Ich danke Gott für seine starke Hand, die mich all die Jahre begleitet hat.
Herr, ich danke Dir, dass Du mich auserwählt und für Deine Mission eingesetzt hast. Leite und führe mich, während ich diese Reise mit Dir fortsetze.
Geboren: 16. September 1939 Eintritt: 4. Februar 1961 Profess: 28. Oktober 1963 Gestorben: 7. Juni 2025
Der gute Gott, in dessen Hände ihr Name seit 86 Jahren geschrieben ist, nahm unsere Mitschwester jetzt an die Hand und hat sie zu sich geführt, Schwester M. Bernaldis, geb. Helene Eilermann, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
Gott hat uns in seine Hand geschrieben und Gottes Hände sind gute Hände.
Kardinal Höffner
Schwester M. Bernaldis wurde in Spahnharrenstätte bei Sögel im Emsland geboren. Trotz des frühen Todes der Mutter konnten die Geschwister als Familie zusammenbleiben. Dafür war Schwester M. Bernaldis sehr dankbar. Durch ihre Ausbildung bei Schwester M. Landeline in der Cloppenburger Krankenhausküche lernte sie die Franziskanerinnen kennen.
Nach dem Krankenpflegeexamen wurde Schwester M. Bernaldis die ersten zehn Jahre als OP-Schwester im Lüner Marienhospital eingesetzt. Dabei fehlte ihr der direkte Kontakt zu den kranken Menschen. Sie durfte deshalb die Ausbildung für die ambulante Pflege und die Altenpflege auf dem Arenberg machen und wurde danach in den Sozialstationen in Dingden, Datteln und Münster-Roxel eingesetzt. Dann übernahm sie den ambulanten Hospizdienst in Recklinghausen und später den Seelsorgedienst in Emsdetten und Ahaus. Viele Menschen kannten und schätzten Schwester M. Bernaldis, wenn sie mit ihrem kleinen Auto vorfuhr und immer ein freundliches Gesicht mitbrachte, aber auch viel Sachkompetenz und Einfühlungsvermögen.
Seit 2016 lebte Schwester M. Bernaldis als Seniorin im St. Franziskus-Haus in Nordwalde. Auch hier setzte sie sich immer wieder ein für die kranken und sterbenden Mitschwestern und hat viele Stunden an deren Betten gebetet. Auch ließ sie sich immer wieder ansprechen, wenn Hilfe gebraucht wurde. Das konnte sie bis vor einigen Wochen, als eine schwere Krebserkrankung sie selbst ereilte. Ganz bewusst sah sie ihre Zukunft und ging gelassen auf die Stunde des Todes zu. Viel Unterstützung erfuhr sie durch ihre Familie und die Abteilungsmitschwestern, besonders Schwester M. Seraphinis und Schwester M. Vincentia. So beschützt und behütet, durfte sie in den Morgenstunden des Samstags vor Pfingsten ihr Leben in die Hände Gottes zurückgeben.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Bernaldis Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Freitag, den 13. Juni 2025 feiern wir um 10 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Bernaldis und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird. Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 3. April 1938 Eintritt: 12. August 1960 Profess: 3. Mai 1963 Gestorben: 6. Juni 2025
Im Alter von 87 Jahren gab unsere Mitschwester ihr Leben zurück in die Hände Gottes, Schwester M. Reingardis, geb. Lucia Wiewel, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist. Du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Psalm 31,6
Schwester M. Reingardis wurde in Neuenkirchen Vörden geboren und wuchs im Kreis ihrer sechs Geschwister auf. Hauswirtschaftliche Arbeiten lagen ihr besonders gut. Nach der Schulzeit arbeitete sie in der Hauswirtschaft eines Bauernhofes in Lage-Rieste. Durch ihre Tante Schwester M. Baldimera, die Küchenschwester in Damme war, fand Lucia mit 22 Jahren ihren Weg zu den Mauritzer Franziskanerin-nen.
Nach der Profess absolvierte sie die Krankenpflegeausbildung in Münster, machte eine Ausbildung für Ausbilder im Gesundheitswesen in Essen und einen Stationsleiterkurs in Freiburg. So gerüstet, wurde sie bis 1980 als Krankenschwester und Stationsleiterin in mehreren Krankenhäusern eingesetzt. Dann konnte sie sich der Hauswirtschaft zuwenden, der ihr großes Interesse galt. Sie arbeitete in Dingden, in Gladbeck, Dorsten und von 1995 – 2015 im Refektorium des Mutterhauses in Münster. Hier setzte sie sich besonders gerne ein für die Gäste, die in die Elisabeth-Oase kamen, wo sie ihr tägliches Frühstück einnahmen. Seit 2015 lebte Schwester M. Reingardis als Seniorin, zuletzt im St. Heriburg-Haus in Münster, wo sie im Beisein der Mitschwestern ihr Leben an Gott zurückgab.
Ihre letzten Jahre waren gekennzeichnet durch ihre zunehmende Schwerhörigkeit, unter der sie litt. Das hielt sie aber nicht davon ab, an der Gemeinschaft teilzunehmen und besonders auch am täglichen Gebet und der Eucharistiefeier.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Reingardis Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Am Donnerstag, den 12. Juni 2025, verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14.00 Uhr in der Kapelle des Hauses 1 von Schwester M. Reingardis und begleiten sie anschließend zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof. Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Mai: Frieden.
Dieser Artikel wurde im Mai 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
25.05.2025.Hoffnung auf… Frieden
Am 8. Mai 2025 erinnerte der Deutsche Bundestag in einer Gedenkstunde an das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 80 Jahren. Damals, 1945, war endlich wieder Frieden in Europa. Ein Frieden, der nicht bis zur Gedenkstunde hielt.
Am gleichen Tag wurde Robert Francis Prevost zum 267. Pontifex von weltweit 1,4 Milliarden katholischen Gläubigen gewählt. Die ersten Worte, die er als Papst Leo XIV. sprach, lauteten: „Der Frieden sei mit Euch allen!“ Tatsächlich war ‚Frieden‘ ein Schlüsselwort in seiner Rede, und seither hoffen viele, dass er als ‚Friedenspapst‘ dazu beitragen möge, die aktuellen Kriege zu beenden und die großen Krisen in der Welt zu überwinden.
Krieg und Frieden gehören seit jeher zu den drängendsten Themen der Menschheitsgeschichte. So nahm Franziskus von Assisi, der Namenspatron unserer Ordensgemeinschaft, 1202 an einem Krieg gegen die Nachbarstadt Perugia teil und verbrachte mehr als ein Jahr als Kriegsgefangener im Kerker. Als kranker und gebrochener Mann kehrte er nach Assisi zurück und änderte sein Leben: Er gab seinen gesamten weltlichen Besitz auf und wandte sich Gott und den Armen und Ausgegrenzten zu. Der Frieden zwischen den Menschen, Nationen und Religionen wurde ihm ein wichtiges Anliegen: Im Jahr 1219 reiste Franziskus als Missionar nach Palästina und schloss sich Kreuzfahrern an. In der Hoffnung, Frieden zu schaffen, predigte er im Lager des muslimischen Heeres vor Sultan Al-Kamil. Leider wurde seine Hoffnung nicht erfüllt.
Auch viele unserer Schwestern können noch von Kriegserfahrungen berichten, die ihren Lebensweg beeinflusst haben. So auch Schwester M. Manuela Musholt, die im Februar 1940 auf einem kleinen Bauernhof in Gescher-Estern als elftes von 15 Kindern zur Welt kam.
„Meine beiden ältesten Brüder wurden kurz vor Kriegsende vom Hof geholt und an die Front geschickt, als sie 17 und 16 Jahre alt waren“, berichtet sie. „Vier Jahre lang galten sie als vermisst, bevor sie Weihnachten 1949 krank und traumatisiert aus der Kriegsgefangenschaft in Sibirien zurückkehrten.“ Schwester Manuela erinnert sich an die Nächte gegen Ende des Krieges, als abends alle Fenster verdunkelt wurden, und an das Geräusch der alliierten Bomber, die über das Haus flogen. „Wir haben viel gebetet in diesen Nächten“, erzählt sie, „natürlich auch für unsere Brüder an der Front.“ Überhaupt war das religiöse Leben damals sehr wichtig in ihrer Familie. Bei Schwester Manuela entwickelte sich früh der Wunsch, für Gott und die Menschen da zu sein – und zwar als Krankenschwester. So trat sie mit 19 Jahren bei den Mauritzer Franziskanerinnen ein und begann schon während ihres Noviziats mit ihrer Ausbildung im Krankenhaus.
Nach vielen Berufsjahren in der Krankenpflege, in der Ergotherapie und später in der Provinzleitung der Deutschen Provinz betreut Schwester Manuela seit 2018 das Museum im Mutterhaus der Mauritzer Franziskanerinnen. Hier wird auch an die vielen Mitschwestern erinnert, die ihren Dienst in Kriegslazaretten versahen – erstmals im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, nur 20 Jahre nach Gründung der Ordensgemeinschaft. 34 Schwestern aus Münster pflegten die Kriegsverwundeten in den Lazaretten des österreichischen Heeres in Schleswig-Holstein. Als Dank erhielt die damalige Oberin ein Messgewand vom österreichischen Kaiserpaar, das nun im Museum als „Sissis Messgewand“ viele Blicke auf sich zieht.
Auch in den Kriegen von 1866 und 1870/71 sowie in beiden Weltkriegen standen die Schwestern im Lazarettdienst, sowohl an den Fronten als auch in den Krankenhäusern und Konventen des Ordens, in denen Lazarette eingerichtet waren. Dafür wurden sie z.B. vom Roten Kreuz angefordert. Etliche Schwestern erhielten Orden und Auszeichnungen für ihre Arbeit – und nicht wenige starben Seite an Seite mit den Verwundeten, die sie versorgten.
Lazarett in Longuyon, 1917Schwestern im OperationssaalLazarett in St. Quentin
Auf den alten Fotos im Museum wird das Leid und die Unmenschlichkeit des Krieges deutlich. „Sowohl als Krankenschwestern als auch als Franziskanerinnen werden wir uns immer für den Frieden einsetzen“, sagt Schwester Manuela. Ganz im Sinne des Hl. Franziskus, dessen Gruß uns verbindet: „Pace e bene“, Frieden und alles Gute.
Von Schwester M. Margarete Ulager und Claudia Berghorn
Mein Name ist Schwester M. Zita Hisako Sugita. Ich wurde 1938 in Yashiro, Asago-cho, Asago City, in der Präfektur Hyogo geboren. Die Religion meiner Familie ist der Zen-Buddhismus. Ich habe zwei Brüder. Meine Mutter starb, als ich drei Jahre alt war. Der Cousin meines Vaters wurde mein Adoptivvater und nahm mich bei sich auf. Er lebte allein und zog mich groß.
Als ich auf der Junior High-School war, kam ein Mann von der Ikuno Catholic Church in die Schule und verteilte Heiligenbilder. Durch diese Bilder kam ich zum ersten Mal mit dem Katholizismus in Berührung. Danach stellte mich ein Verwandter in Kyoto einer Zahnarztfamilie vor, und ich ging dort als Haushälterin arbeiten. Alle im Haus waren katholisch. Neben der Praxis befand sich die Saiin-Kirche. Ich besuchte diese Kirche mit der Familie und empfing die Gnade der Taufe. Mein Taufname ist Gracia.
Dann kehrte ich in meinen Geburtsort zurück. Ich gehörte der Ikuno-Kirche an. Mein Adoptivvater hörte mich vor dem Essen beten und interessierte sich für meine Gebete. Ich begann, ihm den katholischen Katechismus beizubringen. Als mein Adoptivvater krank wurde, wurde er in das St. Mary’s Hospital eingewiesen. Er wurde von Pater Daniel, dem Hauptpriester der Ikuno Catholic Church, getauft.
Durch die Vermittlung von Pater Daniel arbeitete ich etwa drei Jahre lang im St. Mary’s Hospital in Himeji. Ich lernte die franziskanischen Schwestern kennen und erfuhr etwas über das religiöse Leben. Dann traten vier junge Frauen, die ich in der Ikuno Catholic Church kennengelernt hatte, in die Kongregation ein. Dies brachte mich dazu, über ein religiöses Leben nachzudenken, und im Alter von 23 Jahren beschloss ich, unserer Kongregation beizutreten. Mein Adoptivvater war jedoch dagegen und riet mir dringend zu heiraten. Ich verbrachte meine Zeit damit, mich um meinen Adoptivvater zu kümmern, blieb aber bei meinem Entschluss. Nach sieben Jahren verstarb mein Adoptivvater. Bevor er starb, sagte er mir, ich solle ein Leben führen, das mich glücklich macht, und so klopfte ich an die Tür unserer Kongregation.
Am 11. Februar 1973 trat ich der Ordensgemeinschaft bei, legte am 18. April 1976 mein erstes Gelübde ab und 1979 mein Ewiges Gelübde. Nach meinem ersten Gelübde arbeitete ich in der Wäscherei unseres Klosters und nach einer Weile auch als Haushälterin im St. Mary’s Hospital.
Nach der Ablegung meiner ewigen Gelübde arbeitete ich vier Jahre lang in der Küche der Francis Villa in Tokio, drei Jahre lang in der Küche des St. Mary’s Hospital und anschließend acht Jahre lang in der Wäscherei. Ich arbeitete zwei Jahre lang als Assistentin in der Rehabilitationsabteilung des St. Francis Hospital in Nagasaki. Zu dieser Zeit hatte die koreanische Mission bereits begonnen. Ich wurde gebeten, an der Mission in Korea teilzunehmen, und meldete mich freiwillig. So verbrachte ich ein Jahr in einem Ausbildungshaus in Seoul, wo ich einmal im Monat Bibelstunden auf Japanisch gab und in einem Pflegeheim in der Präfektur Jang Seong aushalf. Wenn ich einkaufen ging, konnte ich mich nur in gebrochenem Koreanisch verständigen.
Nach meiner Rückkehr nach Japan arbeitete ich zwei Jahre lang als Freiwillige in der Nibuno Villa, wo Priester und Schwestern im Ruhestand lebten. Und ich habe elf Jahre lang als Freiwillige mit Schwestern in der Kapelle des Himeji-Klosters und in der Maria Villa gearbeitet. Ich habe viele Orte des Apostolats erlebt und blicke auf viele Begegnungen zurück.
Einer der unvergesslichsten Momente war für mich, als ich mein Apostolat in der Kapelle des Klosters Himeji verrichtete. Ein etwa 65-jähriger Mann kam jeden Tag weinend und betend in die Kapelle. Ich fragte ihn, was passiert sei. Er erzählte mir, dass sein Sohn Selbstmord begangen hatte, seine Frau bei dem Versuch, ihm zu helfen, gestorben war und er beide begraben hatte. Ich hörte ihm zu und antwortete: „Wenn Sie jeden Tag weinen, muss Ihr Sohn im Himmel unglaublich traurig sein. Ihr Sohn wäre so erleichtert und erfreut zu wissen, dass Sie ein positives, glückliches und gesundes Leben führen.“ Etwa eine Woche später kam er in die Kapelle und war wie ausgewechselt, wurde fröhlich und energisch und dankte mir. Ich war so glücklich und dankte Gott.
Derzeit bin ich zuständig für die Blumenpfleger in der Ritiro-Kapelle des Exerzitienhauses in Himeji, und mein Apostolat ist das Gebet. Ich pflanze Blumen und Gemüse auf einer kleinen Fläche auf einem Feld an. Die Blumen werden in der Kapelle ausgestellt. Ich verbringe auch Zeit mit meinen Hobbys, Kalligrafie und japanische Malerei.
Ich gebe Gott alles, was ich tun kann. Ich danke Gott für das religiöse Leben und das Apostolat, das Gott mir seit meinen ersten Gelübden gegeben hat.
Geboren: 1 April 1928 Eintritt: 9. August 1952 Profess: 3. Mai 1955 Gestorben: 7. Mai 2025
Einen Tag, nachdem sie ihr 70-jähriges Professjubiläum feiern konnte, vollendete Gott der Herr das irdische Leben von Schwester M. Benediktis, geb. Anna Brügge, gen. Feldhacke, Krankenschwester vom Dritten Orden des hl. Franziskus.
Wenn Gott uns heim ruft ist unserer Seele höchster Feiertag, denn wir kommen zu dem, der uns am meisten liebt.
(Franz v. Sales)
Schwester M. Benediktis wurde vor 97 Jahren in Recke geboren und wuchs mit ihren fünf Geschwistern auf dem elterlichen Bauernhof auf. Nach der Volksschule besuchte sie die Höhere Handelsschule in Osnabrück. Dort bekam sie einen „Notabschluss“, da die Schule wegen der vielen Bombenangriffe auf die Stadt 1944 geschlossen werden musste. Im gleichen Jahr starb auch ihr Vater, und die Brüder waren als Soldaten im Krieg, so dass Anna zuhause in der Landwirtschaft helfen musste. 1952 konnte sie dann mit 24 Jahren bei den Mauritzer Franziskanerinnen eintreten, die sie im Krankenhaus in Recke kennengelernt hatte.
Von 1961 – 1979 leitete Schwester M. Benediktis das Labor in Lingen und Cloppenburg. Dann durfte sie die Ausbildung zur Pastoralreferentin machen. Das entsprach ihrem Herzenswunsch. Von 1980 – 2006 war sie als Seelsorgerin in Lünen und Gronau eingesetzt und hat ihren tiefen Glauben dort mit vielen Menschen teilen können. Aus Altersgründen kam sie danach ins St. Franziskus-Haus nach Nordwalde, wo man sie in den ersten Jahren in der Hausbibliothek fand, bis ihre Kräfte das nicht mehr erlaubten.
Schwester M. Benediktis wurde die große Gnade zuteil, am Tag vor ihrem Tod im Kreis der Mitschwestern und ihrer Angehörigen das Gnadenjubiläum feiern zu können. Für ihre Geschwister und auch für ihre Nichten und Neffen war sie besonders dankbar, da sie neben den Mitschwestern immer für sie da waren.
Ihr Wunsch war es, dass Jesus Christus ihr in der Todesstunde entgegenkommt und das sie dann alle wiedersehen darf, die ihr lieb waren.
Dankbar nehmen wir Abschied von Schwester M. Benediktis. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 13. Mai 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Benediktis und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird. Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im April: Erneuerung.
Dieser Artikel wurde im April 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
30.04.2025. Im Zyklus der Natur ist der April ein Monat der Erneuerung: Endlich werden die Tage wieder länger, und jedes Jahr aufs Neue dürfen wir uns am leuchtenden Gelb der Osterglocken erfreuen und am zarten Grün der ersten Blätter.
Auch unser Kirchenjahr folgt einem Zyklus von Werden und Vergehen, der seinen Höhepunkt in der Karwoche findet. Hier liegen Sterben und Erneuerung besonders nah zusammen. Die gute Nachricht: Der Tod Jesu am Kreuz ist nicht etwa das Ende, sondern die Voraussetzung für einen neuen Anfang, für die Auferstehung. Jedes Jahr bestärkt uns diese Osterbotschaft in unserem Glauben und in der Hoffnung, dass ein Neu-Anfang, dass Erneuerung möglich ist.
Davon war auch unser Namenspatron überzeugt, der Hl. Franziskus von Assi, der ein besonders enges Verhältnis zur Natur hatte. Im Jahr 1225, schon sterbenskrank, schrieb Franziskus sein Loblied auf Gottes Schöpfung, den „Sonnengesang“, vielen bekannt als „Laudato Si“. Dieses Jahr, 2025, feiert die franziskanische Familie das 800-jährige Jubiläum dieses bedeutenden Werkes.
Zu einer Zeit, als das Wort „Nachhaltigkeit“ noch lange nicht erfunden war, lebte Franziskus in echtem Einklang mit der Natur. In seinem „Sonnengesang“ dankte er Gott für seine Schöpfung und für alle Geschöpfe. Voller Respekt und gleichzeitig sehr nah spricht er von Sonne, Mond und den Elementen als seinen „Geschwistern“ und hat keine Angst vor „Bruder Tod“, der ja ein natürlicher Teil des Zyklus ist, der Leben heißt. 1979 wurde Franziskus von Papst Johannes Paul II. zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie ernannt.
Auch in seiner Lebensführung würde man Franziskus heute als „nachhaltig“ bezeichnen: Er verzichtete auf persönlichen Besitz und Konsum und hatte nur das Nötigste zum Leben – eine bewusste Beschränkung, die ihn frei machte für seinen Dienst an Gott und den Menschen.
Nach diesen Grundsätzen des Hl. Franziskus richten wir Franziskanerinnen unser Leben aus, schon seit der Gründung unserer Ordensgemeinschaft 1844. So geloben wir bei unserem Eintritt, fortan in „Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam“ zu leben. Früher gehörte dazu auch, dass die Ordensgemeinschaft möglichst autark und im Einklang mit der Natur lebte: Bis weit nach dem 2. Weltkrieg gehörte zum Mutterhaus in Münster auch eine Landwirtschaft; wir Schwestern betrieben auch eine Gärtnerei und eine Bäckerei, unser eigenes Waschhaus und eine Großküche, mit der wir nicht nur uns selbst, sondern auch die Patienten im St. Franziskus-Hospital und viele Bedürftige versorgten.
Luftbild um 1930Großküche 1979Gärtnerei des Mutterhauses
Dies hat sich Schritt für Schritt verändert, aber in einem Bereich sind wir weiterhin Selbstversorgerinnen: Im Mutterhaus betreiben wir eine Schneiderei, in der die Kleider und Schleier für alle Schwestern der Deutschen Provinz und der Generalleitung in Maßanfertigung hergestellt werden.
Seit 1976 arbeitet hier Schwester M. Pankratia Stüwe, die im Februar 86 Jahre alt geworden ist und letztes Jahr ihr 60. Professjubiläum feierte. „Aktuell kleiden wir etwa 250 Schwestern ein“, erzählt Schwester Pankratia. Ursprünglich hat sie, wie alle Schwestern früher, die Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und einige Jahre in der Pflege gearbeitet. Doch dann wurde Unterstützung in der Schneiderei benötigt, und Schwester Pankratia wechselte ihren Einsatzort und lernte das Schneiderhandwerk von Grund auf von ihren Mitschwestern. Heute arbeitet sie mit zwei Maßschneiderinnen zusammen und ist spezialisiert auf das Nähen und Anpassen der Ordenskleider und Schleier. In den fast 50 Jahren ihrer Tätigkeit hat sie es nur zweimal erlebt, dass sich die Tracht der Schwestern änderte – zuletzt 1989. „Das Ordenskleid ist jetzt einfach viel praktischer“, erklärt sie.
Schwester M. Pankratia StüweSchleier-Anpassung bei Generalrätin Sr. TeresaDie Maßschneiderinnen bei der Arbeit
Alle Stoffe sind robust und langlebig. Beim Schleier können wir Schwestern wählen zwischen einem festlichen schwarzen und einem weißen Modell, das Kleid gibt es in vier Farben: anthrazit oder hellgrau für den Alltag, schwarz für Feiertage und weiß für die Arbeit. So sind wir immer richtig angezogen. Was braucht frau mehr?
Nachhaltige Kleidung, nachhaltig produziert: Seit 2022 setzen wir auf erneuerbare Energie. Auf 1316 qm Dachfläche haben wir 690 Solarmodule installieren lassen. Mit dieser Photovoltaik-Anlage decken wir mehr als die Hälfte des Energiebedarfs unseres Mutterhauses und sparen jährlich 122 Tonnen CO2. Das würde dem Hl. Franziskus sicher gefallen. Genauso wie die Ansicht des Dachs unserer Mutterhauskirche im Dunkeln: Die Solarmodule bilden eine Kreuzform, die nachts von LEDs beleuchtet wird. Und dieses leuchtende Kreuz erinnert uns immer wieder an Gott, den Quell unseres Glaubens und unserer Hoffnung auf Erneuerung.
Von Schwester M. Diethilde Bövingloh und Claudia Berghorn
Geboren: 28. April, 1928 Eintritt: 27. January, 1956 Profess: 28. October, 1958 Gestorben: 27. April, 2025
Am Morgen des Sonntags der Barmherzigkeit gab unsere Mitschwester geb. Maria Willen, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus, ihr Leben zurück in die Hände Gottes.
Jungfrau, Mutter Gottes mein,
lass mich ganz dein eigen sein!
((Mariengebet)
Schwester M. Maristella wurde in Lewinghausen bei Löningen auf dem Bauernhof der Familie Willen geboren und wuchs dort mit ihren drei Schwestern und vier Brüdern auf. Schon vor dem Eintritt absolvierte sie die Krankenpflegeausbildung im Augusta-Krankenhaus in Düsseldorf. Durch die Schwestern in Glandorf bei Osnabrück kam sie zu den Mauritzer Franziskanerinnen. Zuerst arbeitete sie als Stationsschwester in mehreren Krankenhäusern und seit 1979 als Gemeindekrankenschwester in ihrer alten Heimat in Essen/Oldbg., Lastrup und Löningen. Dort war Schwester M. Maristella sehr beliebt und ist bei einigen der Familien in denen sie gepflegt hat bis heute in guter Erinnerung. 2012 zog sie dann als Seniorin ins St. Heriburg-Haus nach Münster. Einen Tag vor ihrem 98. Geburtstag rief Gott sie zu sich.
Die tägliche heilige Messe war ihr seit den Kindertagen vertraut und hat ihr Kraft gegeben für ihren langen Weg durch das Leben.
Als geborene Maria und spätere Schwester Maristella fühlte sie sich besonders der Gottesmutter verbunden. Das Gebet des Rosenkranzes war ihr sehr lieb. Auf ihrem Totenbildchen möchte sie das Bild der Muttergottes von Telgte haben, auch als Zeichen ihrer Verbundenheit mit der Ordensgründungsstätte der Mauritzer Franziskanerinnen. Bewusst hat sie ihren Glauben bis zuletzt gelebt und ist den Weg an der Hand der Gottesmutter gegangen. Möge diese sie nun begleiten auf ihrem letzten Weg zu Gott.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Maristella Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Die Provinzleitung der Mauritzer Franziskanerinnen
Der Schwesternkonvent des St. Heriburg-Hauses in Münster
Die Angehörigen
Am Mittwoch, den 30. April 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Maristella und begleiten sie zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Geboren: 21. Januar 1924 Eintritt: 30. Januar 1948 Profess: 28. Oktober 1950 Gestorben: 15. April 2025
Schon am Dienstag in der Karwoche konnte unsere Mitschwester, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus, geb. Ida Kohls, ihre Auferstehung feiern.
Auferstehen ist unser Glaube,
Wiedersehen ist unsere Hoffnung.
Gedenken unsere Liebe.
(hl. Augustinus)
Schwester M. Hermana konnte ein ganzes Jahrhundert überblicken, bevor sie mit 101 Jahren gestorben ist. In drei Wochen hätte sie 75 Jahre nach der ersten Profess ihr Kronjuwelenjubiläum feiern können. Geboren wurde Ida Kohls in der Weimarer Republik in Ellenstedt und wuchs mit ihren sechs Geschwistern auf dem elterlichen Bauernhof auf. Das Dritte Reich erlebte sie als Schülerin; und im Zweiten Weltkrieg half sie auf dem elterlichen Hof. Ihre katholische Familie setzte sich im Oldenburger Münsterland aktiv gegen den Nationalsozialismus ein.
Als die Bundesrepublik nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde, ging die junge Frau ins Kloster, zu den Mauritzer Franziskanerinnen. Neben der Krankenflegeausbildung absolvierte sie auch die Ausbildung zur Heimleiterin. In Everswinkel, Straelen, Körbecke und im St. Heriburg-Haus übernahm sie das Amt der Oberin. Danach betreute sie den Speisesaal im St. Josefs-Haus in Ennigerloh und kam 2018 als Seniorin zurück in St. Heriburg-Haus, wo sie bis vor einigen Wochen noch am Konvents- und Gebetsleben der Gemeinschaft teilnehmen konnte. Altersschwach und müde gab sie, so ruhig und unaufgeregt wie wir sie kennen- und schätzen gelernt haben, ihr Leben zurück in die Hände Gottes.
Schwester M. Hermana machte kein Aufsehen von ihrer Person, war aber sehr präsent mit ihren großen, strahlenden Augen. Gerne wallfahrtete sie zur Schmerzhaften Mutter nach Buddenbaum. Sie sagte von sich, dass sie das Gebet in der Gemeinschaft liebe, aber besonders die stillen Zeiten in der Kapelle.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Hermana Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Die Provinzleitung der Mauritzer Franziskanerinnen Der Schwesternkonvent des St. Heriburg-Hauses in Münster Die Angehörigen
Am Dienstag, den 22. April 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Hermana und begleiten sie zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Ich wurde am 4. Januar 1939 in einer ländlichen Gegend in der Nähe von O’Fallon, Illinois, als ältestes von neun Kindern einer Familie mit irischen, deutschen, französischen und italienischen Vorfahren geboren. Als Kind besuchte ich das Mutterhaus in Springfield, Illinois, wo meine Tante Schwester Joyce Gerardi lebte.
Als die Zeit kam, mich für eine Highschool zu entscheiden, gaben mir meine Eltern die Erlaubnis, mein Zuhause zu verlassen und mich an der St. Francis High School im Mutterhaus anzumelden. Nach drei Jahren Ausbildung spürte ich, dass es auch meine Berufung im Leben war, Mitglied der Mauritzer Franziskanerinnen zu werden. Am 8. September 1956 trat ich in die Gemeinschaft ein. Ich schloss meine Ausbildung als Postulantin ab, während ich mit der Formation begann. Bald nach meinem Diplom wurde ich Novizin und konzentrierte mich darauf, etwas über das religiöse Leben zu lernen.
Nach meinem ersten Gelübde im Jahr 1959 schrieb ich mich an der St. John’s Hospital School of Nursing in Springfield ein, und während meiner Ausbildungszeit in der Chirurgie fühlte ich mich besonders wohl. Ich habe als OP-Krankenschwester in unseren Krankenhäusern in Illinois und Wisconsin gearbeitet, als Fakultätsmitglied an der St. John’s School of Nursing, als Leiterin des Loretto Home im St. Francis-Konvent und als Fachkrankenschwester für Chirurgie am St. John’s Hospital (Springfield). Darüber hinaus war ich in der Gemeindeleitung und im Vorstand des Hospital Sisters Health System (HSHS) tätig.
1971 erwarb ich einen Bachelor-Abschluss in Krankenpflege am Marillac College (St. Louis, Missouri). 1979 erwarb ich einen Master-Abschluss in Krankenpflegeausbildung an der University of Illinois (Urbana-Champaign, Illinois) und 1988 einen Master-Abschluss in Krankenpflege an der Rush University (Chicago, Illinois).
Meine 66 Jahre als Ordensfrau waren mit viel Segen erfüllt. Jeden Tag auf meinem Lebensweg war ich im Gebet verbunden mit dem Heiligen Geist, und es war ein wunderschöner Weg. Ich danke Gott für dieses wunderbare Leben.
Im Jahr 1939, am 26. August wurde ich in Gladbeck, geboren. Meine Eltern, die Mutter, Helene geb. Hartmann und mein Vater, Anton Zysk, waren gut katholisch. Mein Vater, der Bergmann war, wurde einige Tage vor meiner Geburt schon einberufen, so dass er mich nicht mehr kennen lernte. Und so wurde ich mitten im Ruhrgebiet groß. Ich besuchte die Kath Volksschule am Rosenhügel. Nach dem 8. Schuljahr wurde ich entlassen. Wir lebten in ganz normalen Verhältnissen, wie sie nach dem Krieg eben waren. Reich waren wir nicht, aber meine Eltern haben uns eine gute glückliche Kindheit geschenkt. In unserem Drei-Mädel–Haus hatten wir alle von einem bestimmten Alter an unser kleinen Aufgaben mit zu erledigen. Da meine Mutter krank war, und ich die Älteste, fielen mir schon früh viele Aufgaben zu.
Bei uns gingen oft die Schwestern von der Familienpflege durch die Straße. Schon sehr früh, ich kann mich nicht genau erinnern wann, habe ich zu meiner Mutter gesagt, so will ich auch werden. Doch wie das so ist, dieses Hingezogen sein verlor sich später bis hin zu dem Tag, der für mich die Entscheidung brachte.
In der Rückschau auf mein Leben, fallen mir besonders einige Ereignisse ein, die zwar klein sind, aber für mich weg- und lebensweisend sind. In meinem Elternhaus wurde das Tischgebet immer gut gepflegt und uns Kindern wurde das Beten auch gelehrt. Für meine Mutter war die Kriegszeit eine sehr schwierige Zeit, da wir immer mal wieder in eine andere Gegend evakuiert wurden. Aber meine Mutter hielt im Glauben stand und führte auch uns Kinder dorthin.
Dann bekamen wir auf einmal Post aus Amerika und meine Großtante, Schwester M. Camilla, geb. Klara Achtermann meldete sich. Sie war Mauritzer Franziskanerinn und schon als Postulantin nach Amerika gekommen. Dadurch entspann sich nun nach dem Krieg ein reger Briefwechsel. Ich durfte dann immer die Briefe schreiben und aus unserem Alltag berichten.
Nach meiner Schulentlassung fand ich Arbeit im Horster Krankenhaus, zunächst an der Pforte und später im Labor. Ich begann die Schwestern zu beobachten, ihre Art mit den Menschen und auch mit den Mitarbeitern umzugehen. Etwas wurde in mir wach, was ich nicht zu deuten wusste Da ich jung war, ging ich auch oft mit einigen Arbeitskloleginnen zum Tanz, doch manchmal hatte ich das Gefühl, da nicht hin zugehören und die Lust am Tanz verging mir.
An einem Sonntagnachmittag war ich in der Kapelle. Dann kamen die Schwestern und als Ruhe eingekehrt war, gab es ein Klopfzeichen und alle Schwestern erhoben auf einmal die Hände zum Gebet. Das war für mich ein erschütterndes Erlebnis, das mich sehr lange beschäftigte. Einmal sprach ich mit Schwester M. Gilduina darüber und sie erklärte mir das. Ich glaube, dass dieses Erlebnis den Ausschlag gegeben hat meinem inneren Anruf zu folgen. 1959 fand ich Aufnahme bei den Mauritzer Franziskanerinnen. Meine erste Profess legt ich 1962 ab und 1967 die ewige Profess.
Die Ausbildung zur Krankenschwester fand im Franziskus Hospital statt. Nach dem Krankenpflegeexamen fand ich meinen ersten Einsatz in Havixbeck , einem kleinen Krankenhaus auf dem Land. Einige Zeit später in Emsdetten im Labor und Röntgen Nachdem ich dann 9 Jahre in Haselünne meinen Dienst tat, sollte ich eine andere Aufgabe übernehmen. Über die Diözese Münster machte ich ein Bonn beim Borromäusverein eine Ausbildung zur Büchereiassistentin. In dieser Aufgabe war ich viele Jahre tätig und habe vier Büchereien in den Krankenhäusern in Emsdetten, Bremen, Wilhelmshaven und Leer eingerichtet. 2002 begann ich ein Fernstudium zur Leiterin von Wort Gottes Feiern an Sonn-und Feiertagen über das theologische Institut Trier, welches ich dann 2004 mit Erfolg abschloss. Dankbar war ich meiner Oberin, dass sie mir dieses Studium erlaubte.
Viele Wort Gottes-Feiern habe ich für die Gemeinde und im Krankenaus gehalten. Diese Aufgabe habe ich mit viel Herzblut getan. Nun heißt es Abschied nehmen aus Alters- und Gesundheitsgründen. Ich weiß, dass viele Schwestern, auch in den USA, meinen Weg mit ihrem Gebet begleitet haben. Viele davon sind schon lange heimgeholt zu Gott, aber ich denke noch immer an sie. Ein besonderer Dank gilt aber meinen Eltern, die mir Vorbild und Beispiel waren und uns gelehrt haben was wichtig ist im Leben.
We know that God makes all things work together for the good of those who have been called according to his decree. (Rom. 8:28)
In 1941, I was born in Tottori, the second of four children. When I was 20 years old, I received the gift of Baptism. In Nursing School, a classmate invited me to go with her to see the church. Both of us had just entered nursing school and were not acquainted with the area. One day, we found a small church. Timidly we opened the door and found a sign: “Little Flower Kindergarten” and “CATHOLIC KURAYOSHI CHURCH”. On the first floor was the kindergarten, and on the second was the chapel. The kindergarten teacher introduced us to the pastor, who was a young Jesuit priest. Then my friend and I started instructions on the Catholic teachings from this priest. I told the priest: “I would like to hear the teachings, but I will not receive the Catholic baptism”. At that time, I was afraid that if become a Catholic, I would be tied up by restrictions, and loose my freedom.
We came regularly to listen to the priest. However, I noticed that my friend who invited me to go with her, had quit coming after a while. I was alone to receive the instructions. Father used romaji script, and was not fluent in Japanese, but with all his heart talked about the Scriptures. This little church community was like a family, and the Christians were very friendly and kind. After the Mass on Sundays we mixed familiarly in the conference room and spent precious times.
During a period of two year experience, I joined the activities of the Legion of Mary, visiting the sick in the apartment next to the Church and in the surrounding area. During that time, I began to realize that I would not become as restricted as I thought.I received the grace of baptism at the age of 20.
Thinking of my past experiences, I had become familiar with the words of Scripture at the age of 16. About the time we graduated from Middle School, as classmates we exchanged messages in a notebook which we passed around. When my notebook was passed back to me, the message that caught my eye was: “Go in through the narrow gate, because the gate to hell is wide and the road that leads to it is easy, and there are many who travel it. But the gate to life is narrow and the way that leads to it is narrow, and there are few people who find it.” (Matthew 7:13). When I looked at who signed the message, it was that of our music directress, and I felt a whole new impulse. However, at that time, I did not search for the Scripture at the church.
In a certain book I read an article: “In that person ‘the Word of God’ may be found fermenting as yeast. It takes time for the yeast to ferment within me, and it may be guiding me…”
When I was thinking of religious life, Father Van de Vijver (CICM) was the pastor. As I went to speak to Father about it, he said, “I only know of communities in Himeji”, and referred me to this Community. I had worked at St. Mary’s Hospital for a while from April, 1965, as a nurse, and knew it was an Order which came from America, and from which Sister Ruth came, and Japanese Sisters belonged.
In September 1965, I entered the Community with two other candidates, and pronounced First Vows in 1968. I studied the Sophia University Religious course two years in Osaka; then I was sent to St. Francis Hospital in Nagasaki, where I worked as a nurse. For me, it was a great grace from God that I could meet with the people of Nagasaki, who had a history of deep faith. In October, 1973, I pronounced my Final Vows.
In 1986 I was appointed as the religious formation director for the junior sisters for four years. After which, I was sent again to St. Francis Hospital in Nagasaki.
From January, 2000, I went to the American Province to study English. From September 2000 to July, 2001, I took the ETU Religious Formation Course in Chicago. This was a very interesting opportunity and afforded me precious experiences in meeting these international students.
In October 2001, as the beginners’ formation directress, I stayed for a short time in the Formation House of our Province in Seoul (of which Sister Laetitia was the responsible person). I lived with the Korean Candidates, and was able to get a feeling for the Korean culture.
In the autumn of 2004, at the invitation of a Conventual Franciscan Father, I participated in a vocation activity in which five Religious Communities of Sisters visited Ho Chi Minh, Phan Thiet, Nha Trang Provinces. This was an incentive for which we have been gifted with new energy and membership.
Dear God, please renew daily my heart, wanting to live always according to your will!
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im März: Heilung.
Dieser Artikel wurde im März 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
30.03.2025. Fasten liegt im Trend, wie eine aktuelle Umfrage der Krankenkasse DAK belegt: Während 2013 rund 50 Prozent der Deutschen bereit waren, für ihre Gesundheit eine Zeit lang auf Alkohol, Süßigkeiten oder Zigaretten zu verzichten, sind es heute im Schnitt schon 72 Prozent.
Bewusster Verzicht mit heilendem Effekt: Diesen positiven Aspekt unserer vorösterlichen Fastenzeit müssen wir also kaum noch erklären. Aber welche religiösen Aspekte kommen für uns dazu, die ebenfalls heilsam sein können?
Ganz persönlich schätze ich die Fastenzeit als Chance für einen inneren Prozess, der mit einer achtsamen Bestandsaufnahme beginnt. Es ist mir wichtig, inne zu halten und mein Herz zu befragen: Wie lebe ich jetzt und hier mit Gott und mit den Menschen? Gibt es vielleicht etwas, das es zu heilen gilt? – Eine Bestandsaufnahme, die eine innere und äußere Neuausrichtung zur Folge haben kann.
Dieser Prozess der Neuausrichtung, der mich in der Fastenzeit begleitet, durchzieht auch die Geschichte der Mauritzer Franziskanerinnen, gegründet 1844 als Krankenpflege-Orden – damals eine konkrete Antwort auf soziale Not und den Mangel an Krankenversorgung. Seither entwickelten sich neben der Krankenpflege zusätzliche Arbeitsbereiche, weil die Schwestern immer achtsam auf die Zeichen der Zeit reagierten und Gott und ihr Herz befragten. So gibt es heute in unserer internationalen Ordensgemeinschaft z.B. auch Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen und Seelsorgerinnen, Sozialarbeiterinnen, Ärztinnen und Juristinnen.
Was all diese Tätigkeiten vereint, ist die innere Haltung, in der Nachfolge des Hl. Franziskus „Christi heilende Gegenwart zu den Menschen zu bringen“. So heißt es in unserem Mission Statement. Anders formuliert, ist es unser Ziel, die Liebe Gottes zu den Menschen zu bringen – und zwar so, wie die Menschen es gerade brauchen. Das bedeutet eben auch, dass wir immer bereit sind, uns weiter zu entwickeln – insgesamt als Ordensgemeinschaft, aber auch jede einzelne von uns persönlich.
Das kann eine riesige Herausforderung sein. So zum Beispiel bei Schwester M. Gerburg Aufderheide, die 1974 nach Indien ging und dort den ersten Konvent mitbegründet hat. Schwester Gerburg, geboren 1935 in Ennigerloh, hatte als junges Mädchen traditionell Hauswirtschaft gelernt, dann wurde sie Kindergärtnerin und lernte nach ihrem Ordenseintritt die Krankenpflege.
Sr. Gerburg unterwegsSr. Gerburg als KindergärtnerinAnfangszeit in IndienSr. Gerburg versorgt Kinder in Pithora, ca. 1974
Auf diese Qualifikationen konnte sie in Indien beim Aufbau einer medizinisch-pflegerischen Anlaufstelle zurückgreifen. Nicht gerechnet hatte sie damit, dass man ihr Kinder brachte – Säuglinge und Kleinkinder, die auf dem Müll gefunden wurden oder auf Bahngleisen, weil niemand sie haben wollte. Schwester Gerburg nahm diese Kinder auf und zog sie groß, sorgte später für ihre Schulbildung und inzwischen auch für entsprechende Ehepartner – Aufgaben, die traditionell den Eltern zugekommen wären. 27 Mädchen und Jungen hat sie auf diese Weise vor dem sicheren Tod gerettet.
Schwester M. Gerburg Aufderheide in Pithora/ Indien mit den von ihr geretteten und aufgezogenen Kindern
Parallel legte Schwester Gerburg den Grundstein für die Indische Provinz, beginnend 1979 mit vier indischen Kandidatinnen. Sie leistete weiter Krankenpflege und war gleichzeitig Haushälterin, Fahrerin und Handwerkerin in der jungen Gemeinschaft. Die Verständigung in Englisch und Hindi war mühsam, das Klima fremd, die Krankheitsbilder auch. „Zum Glück mochte ich die Hitze von Anfang an“, sagt Schwester Gerburg, die im Herbst 90 Jahre alt wird, „aber wie man Schlangenbisse versorgt, musste ich erst lernen.“
Schwester Gerburg (Mitte) in Münster mit Schwestern aus der Indischen Provinz anlässlich ihres 65. Profess-Jubiläums 2023 (Foto: Kestin)
Heute wirken in unserer Indischen Provinz fast 100 Schwestern in 17 Konventen in sieben Bundesländern, und gerade wurde ein Krankenhaus genau an dem Ort eröffnet, wo Schwester Gerburg vor mehr als 50 Jahren ihr Wirken begann. Das Vorbild von Schwester Gerburg zeigt mir, wie viel jede und jeder Einzelne von uns bewegen kann, wenn unser Herz offen dafür ist, im Kontakt mit den Menschen ein Werkzeug der Liebe Gottes zu sein – immer wieder neu, immer wieder anders. Auch wenn es vielleicht nicht die Schlangenbisse sind, die wir zu heilen haben, sondern unsere Beziehung zu Gott und den Menschen um uns herum.
Von Schwester M. Hiltrud Vacker und Claudia Berghorn
Am 8. April 1921 wurde ich in Shan-Tung, China geboren. Mir wurde der Name Yuan Ying (Catherine) gegeben. Ich war das jüngste Kind von vier Mädchen und drei Jungen. Meine Eltern, antichinesische Landbesitzer, waren angesichts der zunehmenden Präsenz der Japaner, die gegen die römisch-katholische Kirche eingestellt waren, sehr um meine Sicherheit besorgt. Deswegen brachten sie mich im Jahr 1925 in ein Waisenhaus mit Schule im nahe gelegenen Ping Yin. 1932 wechselte ich zu einer weiter entfernten Schule in Jinan, China. Dort lernte ich die Krankenschwestern des hl. Franziskus kennen. Schwester Clementia, zusammen mit anderen Schwestern, besuchte uns mehrfach und sprach über das Ordensleben und die Arbeit im St. Joseph’s Hospital in Jinan. Ich war sehr beeindruckt von ihnen und beschloss, mich ihnen nach Abschluss meiner Ausbildung anzuschließen.
Am 8. September 1944 trat ich in die Gemeinschaft ein. Es war die Zeit des Zweiten Weltkrieges und die Schwestern kümmerten sich um die verletzten Soldaten. Am 17. Oktober 1945 wurde ich eingekleidet und erhielt wegen des gerade unterzeichneten Friedensvertrages den Namen Pacis, der „Frieden“ bedeutet.
Am 24. September 1947 legte ich meine erste Profess ab. Aufgrund der zunehmend instabiler werdenden politischen Situation in China mussten die Schwestern gehen, und so segelten einige von uns am 12. Mai 1948 auf dem Passagierschiff „SS General Meigs“ Richtung USA. Nach unserer Ankunft in San Francisco, Kalifornien, fuhren wir mit dem Zug nach Springfield, Illinois, und kamen dort am 5. Juni 1948 an. Der Plan war, drei Jahre zu bleiben und dann nach China zurückzukehren. Da sich die Bedingungen in China jedoch nicht verbesserten, kehrten wir nicht zurück und hatten über 30 Jahre auch nur sehr begrenzten Kontakt mit unseren Familien.Leider waren viele Mitglieder meiner Familie getötet worden.
Ich bin Absolventin der St. John’s Krankenpflegeschule in Springfield, Illinois (1963). Ungefähr fünf Jahre lang war ich als Krankenschwester im St. John’s Hospital in Springfield und im St. Vincent Hospital in Green Bay, Wisconsin, tätig. Im Jahr 1968 verbesserte sich die politische Situation in Taiwan und die Schwestern beschlossen, eine Mission zu eröffnen. Drei chinesische Schwestern und ich meldeten uns freiwillig, um den Armen in Kaohsiung in der „Star of the Sea-Klinik“ zu dienen.
Im Jahr 2000 besuchte ich einen Gebetsgottesdienst über Vergebung in Kaohsiung. Ich wusste, dass ich denen vergeben musste, die meine Familie getötet hatten, dass ich den Hass loslassen musste, den ich seit fast 50 Jahren hatte. Es waren über 5.000 Menschen im Gottesdienst und der Heilige Geist kam zu mir und berührte meine Seele. Ich war endlich in Frieden und vergab ihnen. Nach 34 Jahren in Taiwan kehrte ich 2002 nach Springfield zurück und bin seither aktiv geblieben. Heute, halte ich täglich meine Gebetszeit und ich verehre weiterhin in besonderer Weise die Gottesmutter.
Geboren: 12. Februar 1942 Eintritt: 11. Februar 1964 Profess: 28. Oktober 1966 Gestorben: 5. April 2025
In den frühen Morgenstunden gab unsere Mitschwester, geb. Margret Hinxlage, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus, ihr Leben in die Hände Gottes zurück.
Meine Zeit steht in deinen Händen:
(Psalm 31, 17)
Im Kreis ihrer zwölf Geschwister wuchs Schwester M. Sixta auf dem Bauernhof Hinxlage in Kellerhöhe im Oldenburger Land auf. Nach der Schulzeit besuchte sie die landwirtschaftliche Schule in Garrel und machte die praktische Ausbildung auf dem elterlichen Hof. Weil sie schon lange den Wunsch hatte, Ordensschwester zu werden, durfte sie zwei Jahre ins Krankenhaus nach Waltrop gehen, um die Arbeit der Franziskanerinnen dort kennenzulernen. Danach trat sie in die Ordensgemeinschaft ein. Sie folgte damit ihren älteren Schwestern, Schwester M. Johanna und Schwester M. Raymira. Schwester M. Sixta arbeitete im Kloster vorwiegend als Krankenschwester und in der Hauswirtschaft.
Wir erinnern uns gerne an den großen Schwesternfriedhof in Telgte, den sie viele Jahre mit großer Liebe pflegte. Dabei konnte sie die Erfahrung einbringen, die sie aus der landwirtschaftlichen Ausbildung mitbrachte. Die Blumen blühten bei ihr immer besonders prächtig. Die Zeit, die sie darüber hinaus hatte, widmete sie den Bienen und konnte von ihnen viel Honig ernten. Auch verdanken wir ihr die Blumensträußchen, die die Schwestern zum Ordensjubiläum angesteckt bekommen. Bis vor zwei Jahren hat sie sie immer für alle sehr schmuckvoll gestaltet.
Seit 2017 lebte Schwester M. Sixta gemeinsam mit Schwester M. Raymira im St. Anna-Stift in Kroge. Nach längerer Krankheit folgte sie nun ihrer Schwester M. Johanna und weiteren Geschwistern auf dem Weg in den Himmel.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Sixta Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Die Provinzleitung der Mauritzer Franziskanerinnen
Der Schwesternkonvent des St. Anna-Stiftes Kroge
Schwester M. Raymira
Die Angehörigen
Wir feiern das Auferstehungsamt für Schwester M. Sixta am Mittwoch, den 9. April 2025 um 14.30 Uhr in der Klosterkirche in Kroge. Anschließend begleiten wir sie zu ihrer letzten Ruhestätte auf dem Kroger Waldfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen austauschen beim gemeinsamen Kaffeetrinken.
Ich wurde am 28. April 1958 als Gisela Konert in Holtwick, einem Ortsteil der Gemeinde Rosendahl im Kreis Coesfeld geboren. Aufgewachsen bin ich mit 6 Geschwister auf einem Bauernhof mit allen Tieren und was sonst noch so zu einem Münsterländer Hof dazugehört. Da alle Geschwister zwischen 1958 und 1967 geboren sind, herrschte immer „Leben in der Hütte“. Meine Mutter versorgte den großen Haushalt, neben den 7 Kindern gehörten noch die Eltern und einige Geschwister meines Vaters dazu. Mein Vater war Holzschuhmacher, arbeitete als Landwirt und Schreiner.
Nach meinem Schulbesuch absolvierte ich im St. Anna Stift in Stadtlohn eine 3-jährige Ausbildung als Hauswirtschafterin und später als Wirtschafterin.
Mit der Entscheidung für ein Leben im Kloster haben meine Eltern schon beinahe gerechnet. Eine Großtante und Tante, Schwester meines Vaters, lebten in der Gemeinschaft der Hiltruper Missionsschwestern, so ist diese Lebensform bereits Bestandteil der Familie. Als junge Frau auf der Suche nach dem richtigen Weg, waren Empfindungen und Gefühle wichtige Entscheidungsträger. Die Besinnungswochenenden bei den Mauritzer Franziskanerinnen brachte die Erleuchtung: „Das ist es!“ Ich fühlte mich wohl und aufgenommen in dieser Gemeinschaft. Die Spiritualität des Hl. Franziskus, sein Leben und Wirken ist meine Berufung.
Im Rückblick auf meinen Lebensweg war die Entscheidung gut so. Ich würde mich heute wieder so entscheiden, denn ich betrachte mein Leben als eine Berufung. Nach der Entscheidung für das Ordensleben, trat ich dann am 27. April 1983 in die Gemeinschaft der Mauritzer Franziskanerinnen ein. Die Zeit des Postulates diente als Einführungszeit. Mit der Aufnahme ins Noviziat am 27. November1983 erfolgte die zweijährige Noviziats Ausbildung. Inhalte dieser Zeit waren das persönliche und gemeinschaftliche Gebet und das Leben in der Gemeinschaft, vertieft und geprägt vom Geist des Evangeliums und der franziskanischen Tradition. Nach dieser Zeit legte ich am 27. Oktober 1985 die erste Profess und am 1. Juli 1990 meine ewige Profess ab, in der ich mich für immer an Gott und die Gemeinschaft gebunden habe.
Gemeinschaft ist ein großes Geschenk, das ich nicht alleine auf dem Weg bin, das immer einer da ist, der mich trägt: Psalm 23 Vers 1+3:“DerHerr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen, er stillt mein Verlangen, er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen!“
Mein Hobby ist das Backen. Ich backe gerne und konnte dieses in verschiedenen Häusern unserer Gemeinschaft ausführen, Konvente im Rheinland und Münsterland, sowie 15 Jahre im Kapuzinerkloster in Münster und 6 Jahre im Konvent in Werne. Seit Ende Mai 2020 lebe ich in der St. Antonius von Padua Gruppe im neuen Haus des Mutterhauses in Münster. Ich lebe hier mit 4 Mitschwestern und sorge für die vielfältigen Aufgaben im Haus. Ich lebe gerne hier und bin meiner Berufung dankbar. Mit Blick auf mein Ordensleben möchte ich schließen mit Franziskus: Das ist es was ich will, das ist es was ich suche, danach verlange ich aus meinem Herzen!
Being asked about my age, I gladly reply: „I am two months younger than our Pope Francis.“ I really appreciate him. His positive attitude towards life, his outgoing personality and his love of freedom repeatedly opens up pathways, according to the scripture: „You set me free in the open.“ For this I thank the Lord and the people who walk the way with me.„
Childhood, youth and education
My family home is located directly on the church square in Lüdinghausen, a small town in the Münsterland. So our family, church and community life were a natural unity. I grew up with four siblings and a large number of cousins. Our kindergarten and later the high school were run by Franciscan nuns and one of my aunts was a Franciscan, too. Four cousins felt called to the priesthood, so I was very close to the church and the religious orders. I also felt the call to become a Religious Sister.
After my graduation from the school of nursing it seemed natural, that I felt drawn to the Hospital Sisters of St. Francis, especially since I went on a pilgrimage to Rome / Assisi together with my mother, on which I got to know St. Francis in a very new way.
And the certainty grew, that in a special way, I want to walk in the footsteps of St. Francis according to the gospel. A Franciscan, a Sister, a nurse. Yes, that’s what I wanted to be.
Entrance in Community
In 1962, I joined the Congregation, at that time together with 27 like-minded young women. It was a blessed, a wonderful and a carefree time.
But then everything turned out differently: Shortly after my first profession, I was called to the former General Superior, Mother Odilia. She told me: „In the future, we need a dentist with exam for the community“ and she added: „We thought about it and we want you, to go for study.“
Of course I was very scared and also disappointed. It saddened me to stop working as a nurse in the future. And I also expressed my doubts whether at all I can complete such a long course successfully.
After a period of reflection, I said with a heavy heart: „YES, I will try it.“ I had just recently professed my first vows, and as it says i n our vows, “I place myself completely at the disposition of this community for the service of the church.”
With God’s help and the invaluable support of my Sisters I passed the state examination and earned a doctorate. I am particularly grateful to my Sisters, who worked for years in the dental practice with great dedication and who supported me with advice, practical help and prayer.
Working as a dentist became my new profession and gave me a lot o joy. The environment grew. In addition to the Sisters‘ treatment, I assumed emergency services in the hospital and beyond. Especially the work with children/people with disabilities in ‚Stift Tilbeck‘ was challenging. As a Sister, however, I had a special advantage, because our Sisters in Stift Tilbeck were persons of trust to the patients, and that’s where I belonged.
In many other situations, I experienced help and encouragement from people by my side, and especially from my Sisters.
And all in all, I feel that God is on my side. I do not know situations like God-forsakenness or threatening danger. Maybe I have worries, but in everything, again and again, I experienced what Jesus promises to us „I am with you every day”. For me, this promise has become an encouraging word from the Holy Scripture.
Due to my profession, the motherhouse remained my permanent residence for almost 60 years. Sisters were jokingly saying, that I became a so-called ‚motherhouse pillar‘.
The terms in office in the General- and Provincial Leadership are very precious to me. In this time my „mother house horizon“ grew worldwide, for which I am very grateful. It is important in everyday life, to support and to shape the tasks and the aims of the community.
Now, at my age, my life is getting shorter and the thoughts of the end of life or of eternal life are coming more often. What will happen and how will it be? For me, heaven is a symbol for eternal home with God, a symbol for security, peace and joy and that is what I wish for all who were or are still with me on the way here.
For the many shortcomings or difficulties in everyday life, I always like to take St. Francis as a model. He loved the church despite all weaknesses and shortcomings. Through his life he gave the church a new face and he said:
Mein Name ist Schwester Rosa, Yuriko Tsutsumi. Ich wurde in einer sehr katholischen Familie groß. Ich bin in Wakayama, südlich von Osaka, geboren und habe sieben Geschwister: drei ältere Brüder, zwei ältere Schwestern und eine jüngere Schwester. Am dritten Tag nach meiner Geburt wurde ich getauft. Mein Vater hatte einen christlichen Namen nach der Heiligen Familie (Jesus, Maria und Josef) für mich ausgesucht. Mein Taufname ist Maria. Josef trägt Jesus und hält einen Stab mit blühenden Lilien in der Hand, deshalb lautet mein japanischer Name Yuriko. „Yuri“ bedeutet Lilie auf Japanisch. Mein Vater war ein Katechet, der hauptsächlich als Dolmetscher für französische Missionare tätig war. Er wurde in Hirado, Nagasaki, geboren, dem ersten Ort, an dem der heilige Franz Xaver in Japan landete.
Ich wurde bekannt mit dem Ordensleben, als ich die Missionsschule „Osaka Shin-Ai Jogakuin High-School“ besuchte.
Ich lernte unsere Kongregation durch den Krankenhausaufenthalt meines Vaters im St. Francis Hospital, Nagasaki, kennen. Ich spürte Gottes Gnade, als mein Vater sich von seinem Zustand, in dem er dem Tod nahe war, erholte und das Krankenhaus verlassen konnte. Als ich 23 Jahre alt war, bekam ich eine Stelle im St. Francis Hospital.
Als ich im darauffolgenden Jahr Schwester Fridolin und Schwester Barbara bei der Arbeit zusah, begann ich zu überlegen: „Ich möchte zu ihnen gehören. So sieht echte Krankenpflege aus, im Dienst an den Kranken, Anreichen der Mahlzeiten und auch im Reinigungsdienst.“
Ich hatte jedoch das Gefühl, dass ich den lateinischen Gebeten, die aus der Klosterkapelle, die mit dem Krankenhaus verbunden ist, herüberklangen, nicht folgen konnte. Nach dem Vatikanischen Konzil nahmen Schwester Asumputa und ich regelmäßig einmal pro Woche an einer religiösen Studiengruppe teil, und allmählich änderte sich meine Einstellung. Wie von einer Welle erfasst, wurde ich in die Kongregation geführt.
Wenn ich jetzt zurückblicke, habe ich das Gefühl, dass ich eigentlich schon etwas früher eine Ordensschwester werden wollte. Ich sah, wie meine beiden Brüder ins Priesterseminar gingen, um Priester zu werden. Ich habe für sie gebetet. Einer meiner beiden Brüder erhielt die Priesterweihe und ich dachte darüber nach, eine Ordensschwester zu werden. Später begann der andere Bruder in einem Waisenhaus in der Diözese Osaka zu arbeiten. Zu dieser Zeit vergaß ich, dass ich eine Ordensfrau werden wollte.
Im Alter von 27 Jahren, nachdem ich meiner Mutter das Leben schwergemacht hatte, die mich am meisten als eine Ordensfrau zu sehen wünschte, wurde mir allmählich klar, dass Jesus derjenige war, den ich heiraten möchte.
Im folgenden Jahr 1967, im Alter von 28 Jahren, trat ich in die Kongregation ein und legte am 3. September 1970 meine ersten Gelübde ab. Am 3. September 1977 durfte ich meine ewige Profess feiern. Es war das Jahr, in dem die Japanische Provinz errichtet wurde.
Ich arbeitete als Krankenschwester im St. Francis Hospital in Nagasaki, im St. Mary’s Hospital in Himeji und im Osterdorf in Ashikaga.
1990 ging ich als Auslandsmissionarin nach Korea. Ich arbeitete hart daran, die koreanische Kultur kennen zu lernen. In Korea kümmerte ich mich um die alten Menschen und diente den Armen, und 2008 kehrte ich nach Beendigung meiner Zeit in Korea nach Japan zurück. Noch heute habe ich missionarischen Eifer für Korea.
Im Jahr 2020 feierte ich mein 50-jähriges Ordensjubiläum. In Dankbarkeit blicke ich zurück. Alles ist durch Gottes Gnade geworden.
Geboren: 8. Dezember 1928 Eintritt: 27. Januar 1951 Profess: 3. Mai 1954 Gestorben: 17. März 2025
An ihrem Namenstag holte unser guter Gott unsere Mitschwester zu sich.
Getreu ist Gott, der euch beruft.
Er wird es auch vollenden.
(1. Thess. 5,24)
Schwester M. Servulina wurde als eins von sechs Geschwistern in Münster-Amelsbüren geboren, wo ihr Vater Förster auf Schloss Herold war. Da die Mutter früh gestorben ist, wuchs sei bei Pflegeeltern in Füchtorf auf, die sich sehr gut um sie gekümmert haben, wie sie immer wieder sagte. Hier lernte sie die Mauritzer Franziskanerinnen kennen, die in der ambulanten Pflege arbeiteten.
Mit dreiundzwanzig Jahren trat Gertrud in die Ordensgemeinschaft ein und wurde Krankenschwester. Unter anderem arbeitete sie in den Krankenhäusern in Haselünne, Lünen, Liesborn und Ennigerloh als Stationsschwester. 1979 kam Schwester M. Servulina nach Seppenrade und blieb dort bis zur Konventsauflösung 2021. Aus dieser Zeit kennen wir sie als Pfortenschwester und noch besser als Organistin, die mit viel Liebe die Orgel spielte und die Gottesdienste begleitete. Ihre ruhige und liebenswürdige Art und ihre strahlenden Augen werden uns im Gedächtnis bleiben.
Einige Tage vor ihrem Tod kam Schwester M. Servulina ins St. Franziskus-Hospital und sollte am 18. März wieder entlassen werden. Sie drängte aber darauf, dass sie am 17. März, dem Tag ihres Namenstages, entlassen würde. Am Nachmittag empfing sie die Krankensalbung und der Arzt erlaubte es schließlich, dass sie noch am Abend zurück ins St. Heriburg-Haus gehen durfte. Als die Schwestern sich zur Nacht von ihr verabschiedeten, hatte sie keine Wünsche und wollte nur noch schlafen. So ist sie eingeschlafen und hat sich leise und unbemerkt kurz vor Mitternacht auf den Weg zu Gott gemacht, nach dem sie sich sehr sehnte.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Servulina Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Die Provinzleitung der Mauritzer Franziskanerinnen
Der Schwesternkonvent des St. Heriburg-Hauses in Münster
Die Angehörigen
Am Freitag, den 21. März 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 9.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Servulina und begleiten sie zur letzten Ruhestätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Geboren: 9. Februar 1935 Eintritt: 2. 28. Januar 1955 Profess: 28. Oktober 1957 Gestorben: 8. März 2025
Der gute und menschenfreundliche Gott rief unsere Mitschwester, geb. Klara Niehues, Krankenschwester vom Reg. Dritten Orden des hl. Franziskus, zu sich.
Jungfrau, Mutter Gottes mein,
lass mich ganz dein eigen sein!
dein für Zeit und Ewigkeit!
(Mariengebet)
Schwester M. Alwine kommt gebürtig aus einer Bergmannsfamilie in Altlünen. Sie war geprägt von der Gradlinigkeit und der Verlässlichkeit der Menschen im Ruhrgebiet, zu denen auch ein fester Glaube gehört.
Die Mauritzer Franziskanerinnen lernte die junge Klara im Marienhospital in Lünen kennen. Mit zwanzig Jahren trat sie in Münster in die Ordensgemeinschaft ein und wurde eine echte Franziskanerin.
Der Name Schwester M. Alwine ist fest mit dem St. Bernhard-Hospital in Kamp-Lintfort verbunden. Von der Gründung des Hauses im Jahr 1967 bis zum Weggang der Ordensschwestern 2015 leitete sie dort die große Wäscherei. Damit übernahm sie den Dienst der Martha, wie er in der Hl. Schrift beschrieben ist, als unermüdlich Sorgende für das Wohl der Menschen im Hospital.
In ihrer geringen Freizeit nutzte sie das Fahrrad, um lange Touren durch die Niederrheinische Tiefebene zu unternehmen. Nicht selten ging es dabei nach Kevelaer, um bei der Muttergottes zu beten, denn sie war eine große Marienverehrerin.
2015 kam Schwester M. Alwine ins St. Franziskus-Haus nach Nordwalde, wo sie ihren Lebensabend verbrachte. Dort hat sie still ihr Leben an ihren Schöpfer zurückgegeben.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Alwine Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Die Provinzleitung der Mauritzer Franziskanerinnen
Der Schwesternkonvent des St. Franziskus-Hauses Nordwalde
Die Angehörigen
Am Mittwoch, den 12. März 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Alwine und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Geboren: 10. Dezember 1940 Eintritt: 2. 15. August 1962 Profess: 3. Mai 1965 Gestorben: 28.Februar 2025
Der gute und treue Gott, auf den sie ihr Vertrauen gesetzt hat, erlöste unsere Mitschwester.
In deine Hände lege ich voll Vertrauen
meinen Geist.
Du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Psalm 31,6
Schwester M. Anna Esseling wurde in Stadtlohn geboren und wuchs dort mit ihren sieben Geschwistern auf einem Bauernhof auf. Vor dem Eintritt hat sie eine hauswirtschaftliche Ausbildung gemacht und als Stationshilfe im Stadtlohner Krankenhaus Schwester M. Helana kennen- und schätzen gelernt. Durch sie kam sie zu den Mauritzer Franziskanerinnen und legte im Mutterhaus in Münster 1965 ihre Erste Profess ab. In diesem Jahr hätte sie das Diamantene Ordensjubiläum feiern können.
Im Kloster wurde Schwester M. Anna Krankenschwester und Altenpflegerin. In diesen Berufen hat sie gerne gearbeitet, doch ihre Krankheiten erlaubten ihre keine längeren Einsätze, so dass sie oft gewechselt wurde. Gerne war sie im Konvent Maria-Hilf in Telgte im Refektorium und an der Pforte. Für diese Zeit war sie besonders dankbar. Bis zur Auflösung des Konventes in Seppenrade war sie vorher zehn Jahre lang, um danach als Seniorin ins St. Heriburg-Haus nach Münster zu kommen.
Wir kennen Schwester M. Anna als liebevolle und mütterliche Schwester, die sich immer gerne für die Mitschwestern einsetzte und ihnen kleine Hilfen anbot. Dabei strebte sie ihrer Namenspatronin der hl. Mutter Anna nach, die sie sehr verehrte.
Es war Schwester M. Annas Wunsch, in der Sterbestunde nicht allein zu sein. Das wurde ihr vergönnt. Eine Mitschwester saß an ihrem Sterbebett und hielt ihr die Hand. Schwester M. Anna möchte sich bei allen bedanken und um Verzeihung bitten, wenn sie einmal jemandem Anstoß gegeben hat.
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Anna Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie, denken wir an sie und bleiben ihr schwesterlich verbunden.
Die Provinzleitung der Mauritzer Franziskanerinnen
Der Schwesternkonvent des St. Heriburg-Hauses in Münster
Die Angehörigen
Am Donnerstag, den 6. März 2025 verabschieden wir uns im Auferstehungsamt um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche von Schwester M. Anna und begleiten sie zur letzten Ruhe-stätte auf dem Schwesternfriedhof.
Danach können wir unsere Erinnerungen an sie beim Kaffee im Mutterhaus austauschen.
Geboren: 10. April 1939 Eintritt: 2. Oktober 1958 Profess: 3. Mai 1962 Gestorben: 28.Februar 2025
Der Gott des Lebens, nach dem sie sich so sehr sehnte, hat den Wunsch unserer Mitschwester erfüllt, jetzt mit ihm in der Ewigkeit zusammen zu sein
Ich bin der – Ich bin da.
Ich bin, wo Du bist!
nach Exodus 3,14
Schwester M. Roberta kennen wir als nimmermüde Schneiderin in unserem ehemaligen „Stickzimmer“ und dem „Paramentenstübchen“. Dieser Dienst hat ihr Leben geprägt. Später war sie Sakristanin im Mutterhaus und lebte in den letzten Jahren im Konvent Maria Hilf in Telgte und zuletzt im St. Franziskus-Haus in Nordwalde. In Ankum aufgewachsen, lernte sie vor dem Eintritt den Beruf der Damen- und Herrenschneiderin.
Mit Liebe und Kreativität hat sie viele Messgewänder und Rochetts für die Gottesdienste in der Mutterhauskirche angefertigt, die noch heute im Einsatz sind. Nach der Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils mussten die Paramente dem neuen Verständnis angepasst werden. Daran hat Schwester M. Roberta sich noch lange gerne erinnert.
Sie sorgte nicht nur für die Gottesdienste, sondern war auch eine unermüdliche Beterin und Verehrerin der Eucharistie. Verabschieden wollte sie sich mit dem Wunsch ihres Gebetes, dass sie uns hier schenkt:
„Allmächtiger Gott, Deine Dienerin Schwester Maria Roberta hat im Glauben und Vertrauen aus dem heiligen Geheimnis der Eucharistie gelebt und den Menschen gedient. Schenke ihr jetzt bei Dir das ewige Leben im Licht Deiner Gegenwart.“
Dankbar nehmen wir von Schwester M. Roberta Abschied. Im Gebet und in der Feier der Eucharistie bleiben wir ihr schwesterlich verbunden.
Am Dienstag, den 4. März 2025 feiern wir um 10.00 Uhr im St. Franziskus-Haus in Nordwalde das Auferstehungsamt für Schwester M. Roberta und verabschieden uns anschließend von ihr auf dem Gemeindefriedhof, wo sie ihre letzte Ruhestätte finden wird.
Beim Kaffee im St. Franziskus-Haus können wir danach unsere Erinnerungen austauschen.
Die Reihe „Pilgerinnen der Hoffnung“ ist ein monatlich erscheinender geistlicher Beitrag zum Heiligen Jahr – eine Kooperation des internationalen Generalats der Mauritzer Franziskanerinnen und der Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Unser Thema im Februar: Demokratie.
Dieser Artikel wurde im Februar 2025 in „Kirche+Leben“ veröffentlicht.
23.02.2025. Demokratie ist aktuell ein heiß diskutiertes Thema – und ein sehr komplexes. Greifbar wird es für mich, wenn ich frage: Was würde mir eigentlich fehlen – ohne Demokratie? Was würde uns allen fehlen – ohne unser Grundgesetz? Zum Beispiel ohne den Artikel 4, der uns Glaubens- und Gewissensfreiheit zusichert und ausführt: „Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“
Die Geschichte unserer internationalen Ordensgemeinschaft bietet viele Antworten auf diese Fragen. Angefangen bei unserem Gründer, Franziskanerpater Christoph Bernsmeyer. Als die Truppen Napoleons 1811 Münster besetzten, hoben sie das Franziskanerkloster auf. Das bedeutete für Pater Christoph, keine Heimat und keine brüderliche Gemeinschaft mehr zu haben. Eine neue Heimat fand er schließlich in Telgte, wo er 1844 unsere Ordensgemeinschaft gründete.
Für die Mauritzer Franziskanerinnen spielte die Politik auch weiterhin eine große Rolle. So wütete vor 150 Jahren der Kulturkampf in Preußen. Die 1875 erlassenen Klostergesetze bedrohten die Existenz der Ordensgemeinschaften, auch unserer in Münster. Daher war unsere damalige Oberin offen für die Bitte von Bischof Baltes aus Alton im US-Bundesstaat Illinois, Schwestern für die Krankenpflege nach Amerika zu senden. Im Oktober 1875 machten sich 20 unserer Schwestern von Münster aus mutig auf den Weg – ohne Kenntnis der englischen Sprache oder der amerikanischen Kultur, aber mit großer Hoffnung auf die Demokratie, auf ein freies Leben als Ordensschwestern im Dienst Gottes und der Menschen. Diese Hoffnung ging auf: Kurz nach ihrer Ankunft gründeten sie vier Krankenhäuser und die erste katholische Krankenpflegeschule der Vereinigten Staaten; viele weitere Gesundheitseinrichtungen folgten. Dieses Jahr feiern wir unsere 150-jährige Präsenz in USA gemeinsam mit fast 13 tausend Mitarbeitenden in 13 Krankenhäusern, die etwa zwei Millionen Menschen jährlich versorgen. Dafür danken wir Gott, unseren Schwestern – und der Demokratie.
Mauritzer Franziskanerinnen auf der Schiffsreise nach USA (Foto: Amerikanisches Ordensarchiv)
Politische Verfolgung gab es auch in unserer Polnischen Provinz. Bereits 1848 gingen einige Mauritzer Franziskanerinnen ins damalige Schlesien, um die Opfer einer Typhus-Epidemie zu versorgen. Sie blieben, bauten ein Waisenhaus und Krankenhäuser, gründeten eine eigene Ordensprovinz. Doch nach dem 2. Weltkrieg beschlagnahmten die kommunistischen Machthaber die Krankenhäuser und vertrieben die Schwestern. Viele Mitglieder anderer Orden wurden damals in Arbeitslager geschafft; ein schlimmes Schicksal, dem die Mauritzer Franziskanerinnen nur entgingen, weil die damalige Provinzoberin niederländische Staatsbürgerin war und das Mutterhaus unter den Schutz der niederländischen Königin stellte. Trotzdem war das religiöse Leben hinter dem „Eisernen Vorhang“ extrem hart, und die Generaloberinnen aus Münster hatten 35 Jahre lang keine Möglichkeit, ins schlesisch-polnische Provinzhaus zu reisen.
Heute, im demokratischen Europa, arbeiten zwei polnische Schwestern in der internationalen Generalleitung in Münster. Auch zwei Schwestern aus Indien, mit 1,4 Milliarden Menschen der zahlenmäßig größten Demokratie der Welt. Die indische Verfassung garantiert Gleichheit vor dem Gesetz und Nicht-Diskriminierung aufgrund von Religion, Kaste, Geschlecht und Herkunft. Laut „Open Doors“ steht Indien jedoch auf dem Weltverfolgungsindex an zehnter Stelle und hat damit Nordkorea überholt. Hierin zeigt sich, dass der Kern einer gesunden Demokratie nicht nur in ihren institutionellen Strukturen liegt, sondern auch im zwischenmenschlichen Umgang und der Fähigkeit, Vielfalt, Interkulturalität und Differenzen zu schätzen.
Demokratische Wahlen während des Internationalen Generalkapitels 2024 in Münster. (Foto: Kestin)
Dies erleben wir auch in unserer eigenen Gemeinschaft, die demokratisch strukturiert ist: Sowohl die Provinzleitungen als auch die internationale Generalleitung werden von den Ordensmitgliedern für eine begrenzte Amtszeit gewählt. Zuletzt im Generalkapitel im September 2024, als Delegierte aus allen Ländern, in denen unsere Schwestern leben und arbeiten, in Münster zusammenkamen.
Demokratie ist unsere Verantwortung!
Demokratie ist unsere Verantwortung! Unsere Freiheit lebt davon, dass wir uns für sie einsetzen, sowohl privat als auch in Kirche und Gesellschaft. Deshalb beteiligen wir Mauritzer Franziskanerinnen uns an der Demokratiekampagne des Bistums Münster. Und deshalb werden wir am 23. Februar wählen gehen.
Wir hoffen sehr, dass wir Sie an der Wahlurne treffen. Denn bestimmt gibt es auch etwas, das Ihnen fehlen würde – ohne unsere Demokratie.
Von Schwester M. Margarete Ulager und Claudia Berghorn
Die Mauritzer Franziskanerinnen beteiligten sich auch an der Demokratikampagne des Bistums Münster, „Lebe Freiheit!“. Mit Vertreterinnen und Vertretern der St. Franziskus-Stiftung brachte Generalrätin Schwester M. Hiltrud Vacker am 7. Februar das Kampagnenlogo auf dem Bauzaun der neu entstehenden Franziskus-Gesundheitsakademie auf.
Generalrätin Sr. M. Hiltrud Vacker an der Spraydose……mit Vertreterinnen und Vertretern der St. Franziskus-Stiftung. (Fotos: Bönte)
Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt. Jeremiah 1,5
Ich wurde am 04. Februar 1992 als älteste Tochter meiner Eltern in Cherthala, Distrikt Alappuzha, Kerala in Indien geboren.
Gott hat meine Eltern, die einen starken katholischen Glauben haben, sorgfältig ausgewählt. Ich habe den festen Glauben, dass Gott schon seit meiner Empfängnis einen wunderbaren Plan hat. Eines der Ereignisse, das ich von meinen Eltern hörte, verhielt sich wie folgt: Meine Eltern brachten mich zur Taufe in die Kirche. Die heilige Messe wurde auf dem anderen Seitenaltar der Kirche gefeiert und es war die Zeit für die Gabenbereitung. Der Priester, der mich taufte, sagte zu meinen Eltern: „Dieses Kind wird zum Zeitpunkt der Gabenbereitung getauft, und es wird für immer dem Herrn gehören“. Und dies wurde wahr.
Im Laufe der Jahre hatte ich den Wunsch, Ordensschwester zu werden. Ich interessierte mich dafür, Bücher zu lesen. Deshalb gaben die Ordensschwestern in unserer Gemeinde mir viele Bücher über die Heiligen. Dies half mir, ein intensives Verlangen zu entwickeln, für Jesus zu leben und zu sterben. In diesen Jahren las ich zufällig ein Buch über den hl. Franziskus. So wurde mein Wunsch stark, Franziskanerin zu sein. Meine Tante, Schwester M. Archana, ist Ordensschwester in unserer franziskanischen Kongregation. Ich fragte sie nach ihrer Meinung wegen meines Wunsches, eine Franziskanerin zu sein. Sie bat mich, meinen Schulabschluss zu machen.
Als ich die höhere Sekundarstufe abgeschlossen hatte, war mein Vater nicht bereit, mich zu einem weit entfernt liegenden Ort zu schicken, um ein Ordensfrau zu werden. Der Bundesstaat Chhattisgarh liegt 1.300 Kilometer von Kerala entfernt. Das war sehr herausfordernd für mich. Jeden Tag von morgens bis abends liefen mir die Tränen über die Wangen. Schließlich stimmte mein Vater meiner Entscheidung zu. Meine Eltern und meine Tante halfen mir, mich auf die Berufung Gottes vorzubereiten.
Gottes Plan erfüllend, trat ich am 1. August 2009 unserer Kongregation bei. Nach fünf Jahren der Erstformation habe ich am 07. Mai 2014 meine Profess abgelegt. Derzeit studiere ich in Trivandrum, Kerala, um einen Abschluss als Wirtschaftsprüferin zu erlangen.
Das Hauptziel meines Ordenslebens ist es, Jesus vollständig zu gehören und Ihn durch mein Leben zu verkünden. Mit dem hl. Paulus sage ich: Ich betrachte sogar alles als Verlust, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen. Philipper 3,8. Ich möchte Gott in all den kleinen Dingen, die mir in meinem Ordensleben zugewiesen werden, verherrlichen.
Ich, Schwester M. Marieta Stohldreier, wurde am 20. Februar 1934 in Ochtrup, Westmünsterland, geboren. Meine Eltern – Heinrich und Amalia, geborene Ostendorf – gaben mir den Namen Martha. Auf dem elterlichen Hof wuchs ich mit sieben Geschwistern auf.
Ich habe die Zeit des 2. Weltkriegs miterlebt. Drei meiner Brüder wurden so nach und nach an die Front geschickt. Ein Bruder, 19 Jahre alt, wurde in Russland verwundet und starb an den Folgen. Die anderen beiden Brüder kamen schwer erkrankt aus dem Krieg zurück. Als Jüngste in der Familie, ich war 14 Jahre alt, musste ich sowohl im Haushalt als auch bei Feldarbeiten mithelfen. Meine Schwester hatte kein Interesse für die Landwirtschaft; sie ging als 20-jährige aus dem Haus.
Mein Vater starb 1945 an den Folgen und den Wirren eines Überfalls. 1948 wurde ich aus der Schule entlassen und half weiterhin auf dem Hof bei verschiedenen Aufgaben.
Während der Kriegszeit kamen viele Bettlerinnen aus dem Ruhrgebiet an unsere Tür. Manchmal waren es 20 – 30 Frauen und Mütter, die ihre letzten Habe aus den Trümmern gerettet hatten, um es gegen Lebensmittel einzutauschen. Meine Mutter sagte hin und wieder auch mal ein „Nein“. Ich habe dann die traurigen Augen der Mütter gesehen. Heimlich bin ich dann zu den Hühnernestern gegangen, habe Eier herausgenommen und bin den Frauen hinterhergelaufen. Es war wohl die soziale Ader, die ich von meinem Vater geerbt habe. Mein Herz war stets den armen Menschen zugetan.
Als ich 16 Jahre alt war kam mir die Entscheidung. Ich wollte für viele Menschen da sein. Der Wunsch drängte mich immer stärker in die Richtung, Ordensfrau zu werden. Im Alter von 20 Jahren trat ich gegen den Widerstand meiner Mutter und Geschwister in unsere Ordensgemeinschaft ein. Vorweg machte ich ein sechsmonatiges Praktikum im Krankenhaus. Mein Weg führte über den erlernten Krankenpflegeberuf mehr und mehr in die Arbeit für die Obdachlosen in Münster. Später arbeitete ich 10 Jahre für eine Suppenküche in der ehemaligen DDR.
Mit der Auflösung dieses Konventes lebte ich mit zwei weiteren Schwestern in einem kleinen Ort, besuchte dort alte und kranke Menschen und war aktiv in der Pfarrgemeinde verwurzelt.
Heute lebe ich im Mutterhaus und soweit ich es kann, besuche ich alte Menschen in unserer nebenanliegenden Alteneinrichtung.
Ich bin dankbar für meine Berufung, im heilenden Dienst zu stehen.